Cover-Bild Palastplatte
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Schöffling
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783690970204
Mara Floren

Palastplatte

Ein Sommer zwischen Plattenbau und Freibad. Während andere verreisen, teilen die zwölfjährige Henri und ihre beste Freundin Mo eine Tube Sonnenmilch und tauschen heimlich Blicke. Mit einer Erlaubnis für die Erwachsenenabteilung der Bücherei tragen sie stapelweise Bücher nach Hause, Mo liest Kafka, Henri liest Stephen King. Aus Nachmittagen in stiller Vertrautheit auf der Liegewiese oder dem Hochhausdach wird in den kommenden Sommern eine Liebe, die sie beide trägt, während anderes wankt und bricht. Denn Henris Vater macht ihnen Sorgen. Eigentlich ist er lustig und fürsorglich – er, der Swing tanzende Polizist, der morgens seine Depeche-Mode-Kassette hört und Henri durch die Haare wuschelt. Nun verhält er sich rätselhaft, verwüstet den eigenen Schrebergarten, irgendetwas hat ihn im Griff. Henri flieht in die Euphorie der ersten großen Liebe – und sie schreibt. Geschichten voller Geister, um Worte dafür zu finden, was mit der Familie passiert. Und um den Vater zu retten.

Palastplatte ist ein intensiver, kluger und zutiefst berührender Roman über die Liebe und die Geister, die niemand ruft und die einen trotzdem begleiten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Zwischen Plattenbau-Romantik und Selbstfindung

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Worum geht’s?

Henri wächst in den 80ern auf zwischen Plattenbau-Romantik, Freibadsommern und der ersten vorsichtigen Liebe zu Mo. Doch mit ihrem Vater scheint etwas nicht zu stimmen und das bringt das ...

Worum geht’s?

Henri wächst in den 80ern auf zwischen Plattenbau-Romantik, Freibadsommern und der ersten vorsichtigen Liebe zu Mo. Doch mit ihrem Vater scheint etwas nicht zu stimmen und das bringt das Familiengefüge immer wieder ins Wanken. Während Henri versucht hierbei ihren Platz in der Welt zu finden, flüchtet sie sich in Gruselgeschichten.

Wie war’s?

Dieses Buch hat sich ganz anders entwickelt, als ich es anfangs erwartet hätte. Es ist tragisch, emotional, schaurig und wunderschön zugleich.

Faszinierend fand ich vor allem die Entwicklung: Das Buch startet eher als klassischer Coming-of-Age-Roman mit vielen nostalgischen Vibes. In der zweiten Hälfte wird es aber gemeinsam mit Henri deutlich erwachsener, ernster und tiefgründiger. Es gibt viele besondere Nebenaspekte, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen und der Geschichte Charakter verleihen.

Im Grunde ziehen sich zwei wesentliche Themen durch das Buch, die natürlich mitteinander verwoben sind. Zum einen ist das die Beziehung zwischen Hernri und Mo mit allem, was an Gefühlschaos dazu gehört. Die Beziehung fand ich sehr tiefgründig und echt dargestellt und bringt auch viel Leichtigkeit mit sich.

Zum anderen ist es die familiäre Ebene, in der schwere Themen, wie die psychische Erkrankung des Vaters und die daraus resultierenden familiären Probleme aufgegriffen werden. Diese werden von Mara Floren sehr feinfühlig beschrieben. Auch die melancholische Stimmung, die sich von Anfang an durch das Buch zieht, wurde von der Autorin wirklich gut getroffen. Gerade die Geistergeschichten passen perfekt zur Stimmung.

Und dann ist da noch die Beziehung zwischen Henri und ihren Eltern, die sich sehr auf Henri und ihre Entwicklung auswirkt und erst nach und nach von ihr durchdrungen wird. Dadurch wird das Buch auf emotionaler Ebene sehr tief, aber auch schwer. Ich musste das Gelesene zwischendurch immer mal wieder sacken lassen.

Das Ende lässt mich aber schließlich mit einem wehmütigen Lächeln zurück.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Tolle Atmosphäre

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Die zwölfjährige Henri lebt mit ihrer Familie in einer Plattenbausiedlung. Ihre beste Freundin Mo ist fast immer bei ihr. Sie verbringen ihre Zeit zusammen in der Bücherei, im Schwimmbad und auf dem Dach ...

Die zwölfjährige Henri lebt mit ihrer Familie in einer Plattenbausiedlung. Ihre beste Freundin Mo ist fast immer bei ihr. Sie verbringen ihre Zeit zusammen in der Bücherei, im Schwimmbad und auf dem Dach des Hochhauses. Irgendwann ist es für Henri nicht nur Freundschaft. Sie verliebt sich in Mo und ihr Gefühlsleben wird jetzt so richtig chaotisch. Noch dazu wird ihr Vater immer wunderlicher. Er war doch immer der ruhende Pol der Familie, entspannt und witzig. Jetzt zieht er sich immer mehr zurück, hat Stimmungsschwankungen und Henri weiß nicht was mit ihm los ist. Um ihre Gefühle zu verarbeiten, beginnt sie Geschichten zu schreiben. Dort kann sie ihre Ängste verarbeiten und ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen.

Dieser Roman katapultiert uns direkt ins Leben von Henri. Sie lebt in einer Hochhaussiedlung und lebt ein recht typisches Teenagerleben. Als es ihrem Vater schlechter geht, ändert sich einiges. Früher hat er zu Depeche Mode in der Küche getanzt, jetzt zieht er sich immer mehr zurück. Ihre Freundin Mo ist ihr fester Halt. Die beiden sind unzertrennlich. Langsam entwickelt sich zwischen ihnen ihre erste große Liebe. Das ist einfach ganz wunderbar und feinfühlig eingefangen. Die Ängste, Sorgen, so viele neue Gefühle, die Henri hier kennenlernt. Erzählt wird ganz ruhig, wir bekommen ganz tiefe Einblicke in die Gefühlswelt von Henri. Auch die Atmosphäre ist ganz wunderbar. Freibadpommes, Sonnencreme und Bücher für Erwachsene. Ich hab es so gefühlt und lag im Kopf daneben. Der Roman hört da aber noch nicht auf, es gibt einen Zeitsprung und wir erfahren wie es Henri später geht, was aus der Familie geworden ist und was aus Henri und Mo geworden ist.

Coming-of-Age vom Feinsten und dazu durch, die Krankheit des Vaters, auch ernste Themen. Hat mir richtig gut gefallen. Empfehle ich euch deshalb gern weiter.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Gefühlvoller und poetischer Coming-of-Age-Roman, der zwischen den Zeilen spricht

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Ich bin in meiner Rezension zwiegespalten, da die erste Hälfte des Romans volle 5 Sterne verdient hätte, mich der spürbare Kurswechsel in der zweiten aber nicht mehr ganz so begeistern konnte.

Eher diese ...

Ich bin in meiner Rezension zwiegespalten, da die erste Hälfte des Romans volle 5 Sterne verdient hätte, mich der spürbare Kurswechsel in der zweiten aber nicht mehr ganz so begeistern konnte.

Eher diese tolle erste Hälfte entspricht dem Coming-of-Age, das ich vom Klappentext erwartet habe. Mara Floren zeigt eindrucksvoll, was für ein Händchen sie für das Subtile hat. Der Text lebt von Zwischentönen, Atmosphäre und einem Gefühl von Sprachlosigkeit. Das betrifft einerseits die anbahnende Liebesgeschichte von Henri und Mo, die niemals kitschig wird und doch tief emotional ist. Andererseits geht es aber auch viel um die relative Hilflosigkeit Henris angesichts des gesundheitlichen Zustands ihres Vaters.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Warmherzigkeit, mit der Henri ihre Mitmenschen und auch ihr Zuhause beschreibt. Die titelgebende „Palastplatte“ ist durch ihre Augen betrachtet ein liebevoller, lebendiger und bunter Ort, was gängige Vorurteile aufzubrechen vermag. Die Anwohnenden werden voller Sanftheit gezeichnet, ohne dabei zu romantisieren. Klassismus und Armut werden ebenso aufgegriffen wie Migrationsgeschichte und ihre Herausforderungen. Das alles geschieht extrem authentisch mit einem kindlichen Blick, der mit den Lesenden gemeinsam reflektiert, versteht und anschließend neu einordnet.

Mir gingen so viele Momente ans Herz und dafür bewundere ich die Autorin sehr. Denn gerade Leerstellen müssen gut geschrieben sein, sodass sie Raum zum Fühlen eröffnen und nicht dafür sorgen, dass die Leser*innen sich verloren fühlen.

Letzteres war für mich dann aber in der zweiten Buchhälfte wiederholt der Fall. Das liegt auch daran, dass das Tempo spürbar anzieht und wir die erwachsene Henri ziemlich rasant begleiten. Nebenfiguren tauchen aus dem Nichts auf, Orte verändern sich und ich habe immer wieder nach Orientierung gesucht. Durch die zunehmend poetische Sprache und das Rasante der Handlung konnte ich nicht mehr so recht eine emotionale Nähe zu Henri aufbauen. Ich habe mich gefühlt, als würde ich ihr eher hinterherrennen als sie zu begleiten.

Nichtsdestotrotz lobe ich Mara Florens Erzählweise sehr, denn die kindliche Perspektive war wirklich makellos und ging mir oft unter die Haut. Ihr Talent für Leerstellen ging hinter der Poesie und dem Tempo der zweiten Hälfte zwar oft etwas verloren, doch insgesamt hat mich der Roman berührt und ich empfehle ihn gern allen, die sich auf verschiedene Erzählstile einlassen können.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Tolle Coming-of-Age Geschichte

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Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt – es liest sich unglaublich flüssig und ich war direkt mitten in der Geschichte.

Besonders die Hauptprotagonistin hat es mir total angetan. Sie ...

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt – es liest sich unglaublich flüssig und ich war direkt mitten in der Geschichte.

Besonders die Hauptprotagonistin hat es mir total angetan. Sie wirkt so nahbar, offen und echt, dass ich mich sofort mit ihr verbunden gefühlt habe. Die Geschichte wird unverblümt, sehr ehrlich und emotional erzählt, ohne dabei schwer zu wirken.

Trotz der teilweise schwierigen Themen hatte das Buch für mich eine gewisse Leichtigkeit, die das Lesen richtig angenehm gemacht hat.

Auch die Einbindung der chinesischen Kultur und der Geister fand ich unglaublich gelungen, denn das hat der Geschichte für mich etwas ganz Besonderes gegeben.

Für mich ist es eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. 💛 Am Ende hätte ich mir einfach noch ein paar mehr Seiten gewünscht, nur um noch länger in der Geschichte zu bleiben – aber das ist wirklich mein einziger Kritikpunkt.
Absolute Leseempfehlung!

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