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Veröffentlicht am 18.08.2025

Wenn die Vergangenheit dich einholt...

Schattengrünes Tal
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In dem Roman "Schattengrünes Tal" von Kristina Hauff erscheint unverhofft in einem ruhigen Dorf im Schwarzwald eine Unbekannte auf der Bildfläche und macht sich durch ihr Verhalten für einige Menschen ...

In dem Roman "Schattengrünes Tal" von Kristina Hauff erscheint unverhofft in einem ruhigen Dorf im Schwarzwald eine Unbekannte auf der Bildfläche und macht sich durch ihr Verhalten für einige Menschen unverzichtbar. Doch ist die Frau wirklich so harmlos wie sie sich gibt?

Lisa liebt ihren Mann und kämpft verzweifelt um die Liebe ihres Vaters. Sie opfert sich regelrecht auf, um den Zuspruch von ihm zu bekommen. Der Vater hingegen scheint sie nicht wirklich wahrzunehmen und zieht den Sohn vor, der schon früh aus dem Nest der Familie geflüchtet ist. In dieser für Lisa schwierigen Situation taucht ganz unverhofft eine Unbekannte in dem Hotel ihres Vaters auf, die sich schnell mit Lisa anfreundet und sich auch für deren Vater als Unterstützung erweist. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr zeigt Daniela, so heißt die Unbekannte, ihre Ecken und ihre Fähigkeit, Intrigen zu spinnen und Lisas Unwohlsein ihr gegenüber wächst konsequent an. Bis zu dem Punkt, an dem auch Lisas Mann beginnt sich merkwürdig in Bezug auf Daniela zu verhalten. Und das Chaos nimmt seinen Lauf...

Kristina Hauff schafft es in ihrem Roman ein sehr schönes, idyllisches Bild des kleinen, fiktiven Ortes im Schwarzwald zu zeichnen. Sie weckt durch ihre Art zu schreiben die Sehnsucht des Lesers nach eben dieser Idylle. Insgesamt ist der Schreibstil der Autorin sehr angenehm und gut zu lesen. Ebenso bleibt der Spannungsbogen durchgehend hoch und durch so manche unerwartete Wendung der Handlung wird der Leser von dem Geschehen gefesselt und mitgerissen.

Die Ausgestaltung der einzelnen Figuren entsprechen hingegen in einigen Fällen leider den Stereotypen. da ist z.B. Lisa, die verzweifelt um die Liebe ihres Vaters kämpft, sich für ihn aufopfert und dabei sich vollkommen selbst vergisst. Eben dieser Vater bevorzugt seinen männlichen Nachwuchs und nimmt die Arbeit, die seine Tochter für ihn verrichtet als Selbstverständlichkeit hin. Die neue Lebensgefährtin des Vaters verhält sich der Tochter recht ähnlich, opfert sich auf und verfolgt eine Hoffnung, der sie selbst am Ende nicht widerstehen kann. In meinen Augen sind insbesondere die Figuren der Tochter und der Lebensgefährtin im Hinblick auf den Ausgang des Romans schwach dargestellt. Ich hätte mir ein emanzipierteres Verhalten für die beiden gewünscht.

Insgesamt konnte ich das Buch nur schwer zu Seite legen und musste unbedingt wissen, wie die Geschichte sich fortsetzt. Allerdings hätte ich mir ein anderes Ende mit ein wenig mehr "Härte" gewünscht. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der ein wenig in Fernweh und in einem Dorfidyll schwelgen möchte und auf eher gemäßigte Ausgänge einer Handlung aus ist.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Auf in ein neues Leben...

Einmal Crepes mit Liebe, bitte! (Bretagne-Träume)
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Isabell hat sich schweren Herzens dazu entschieden, den geplanten Urlaub mit ihren Freund in der Bretagne alleine anzutreten, da er sich kurz vor der Abreise von ihr getrennt hat. Sie hofft, die vier Wochen ...

Isabell hat sich schweren Herzens dazu entschieden, den geplanten Urlaub mit ihren Freund in der Bretagne alleine anzutreten, da er sich kurz vor der Abreise von ihr getrennt hat. Sie hofft, die vier Wochen nutzen zu können, um ihr altes Leben zu sortieren und sich darüber klar zu werden, wie es nun eigentlich für sich weitergehen soll. Und dann läuft ihr dieser verführerische Bretone über den Weg...

Hanna Holmgren schafft es ganz wunderbar die Gefühle, die einen nach dem Ende einer langjährigen Beziehung umtreiben, einzufangen und nachvollziehbar darzustellen. Der Leser kann sich sehr gut in die Zweifel und Unsicherheiten der Protagonistin einfinden. Ich habe von Anfang an mit Isabell mitgefühlt und konnte das Buch nur schwerlich aus der Hand legen. Auch die Unsicherheiten darüber, wann ein Neuanfang nach einer gescheiterten Beziehung sinnvoll ist, sind gut nachvollziehbar.

Ich habe das Buch in einem Rutsch weggelesen und bin gerade ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht vielleicht doch einmal in die Bretagne reisen möchte. Denn das Buch hat es zudem auch durch seine schöne Beschreibung der Umgebung geschafft, bei mir die Reiselust zu wecken. (Für diejenigen, die eine Reise gar nicht erwarten können, finden sich übrigens auch leckere Rezepte im Anhang.)

Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung für jeden, der gerade Gefühle in einer heimeligen, sehnsuchtsvollen Umgebung braucht.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Eine Reise in die Vergangenheit Norderneys

Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung
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Norderneyin den 50er Jahren - die ganze Insel ist britisch besetzt. Das Leben ist von den Schwierigkeiten der Nachkriegszeit und der Besatzung geprägt. Mut, Zusammenhalt und der Wunsch nach einer besseren ...

Norderneyin den 50er Jahren - die ganze Insel ist britisch besetzt. Das Leben ist von den Schwierigkeiten der Nachkriegszeit und der Besatzung geprägt. Mut, Zusammenhalt und der Wunsch nach einer besseren Zukunft sind die Dinge, die die Einheimischen antreiben und sie dazu veranlasst, aus der aktuellen Situation das beste zu machen.

Der Band "Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung" ist der dritte von der auf vier Bände angelegten Reihe der Autorin. Während in den ersten Bände sich das Hotel noch im Aufbau befindet, hat es in diesem Band die goldenen Zeiten aufgrund des Weltkrieges und der aktuellen politischen Lage einbüßen müssen. Claudia Schirdewan schafft es in beeindruckender Weise, die zu der Zeit herrschende Stimmung auf der Insel innerhalb der einzelnen Generationen eindrücklich einzufangen. Auch der Alltag mit der Besatzermacht ist für den Leser gut nachzuempfinden und zeigt ganz eindrücklich die herrschenden Probleme der damaligen Zeit auf.

Das Buch ist zwar der dritte Band einer Reihe, kann aber auch gut ohne Vorkenntnis der vorangegangenen Bände gelesen werden. Ich werde auf jeden Fall noch die ersten beiden Bände lesen, um meinen Eindruck zu vervollständigen und auch weiterhin meine Sehnsucht nach den friesischen Inseln zu stillen.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Endlich ein neuer Fall für Pia Korittki

Ostseedämmerung
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In dem neusten Krimi "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt finden zwei Kinder eine alte Wikingerfibel, die es schafft, einen Cold Case wieder aufleben zu lassen. Pia Korittki und ihre Kollegen vom Lübecker ...

In dem neusten Krimi "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt finden zwei Kinder eine alte Wikingerfibel, die es schafft, einen Cold Case wieder aufleben zu lassen. Pia Korittki und ihre Kollegen vom Lübecker K1 nehmen sich des Falles an und geraten selbst in die ein oder andere bedrohliche Situation.
Eva Almstädt schreibt auch in diesem Krimi in ihrer gewohnt angenehmen Art und hat es geschafft, mich als Leser von Anfang ab- und in die Handlung zu holen. Auch hier ist die besondere nordische Atmosphäre gut nachzuempfinden und weckt die Sehnsucht nach dem hohen Norden. Insbesondere die Gestaltung der handelnden Figuren lassen sie mir in ihrer nordischen Art ans Herz wachsen. Der vorhandene Spannungsbogen bleibt konsequent auf einem hohen Niveau und die unerwarteten Wendungen halten mich als Leser in Atem. Ich musste einfach weiterlesen...
Das Buch ist der mittlerweile 20. Band der Reihe um Pia Korittki, kann aber auch gut als einzelner Krimi stehen. Die kleinen Hinweise auf die Vergangenheit der Kommissarin sind subtil und machen es demnach auch einem (relativ neuem) Leser der Reihe nicht schwer, sich in die Handlung einzufinden. Bei mir erzeugen sie viel eher das Bedürfnis, auch die vorangegangenen Fälle noch zu lesen.
Von mir erhält der Krimi eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber nordischer und heimatbezogener Krimis. Er eignet sich auch wunderbar zum Einfach-mal-weg-lesen.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Die Geschichte eines Neuanfangs

Herzklopfen in der Boutique del Mar (Verliebt in Italien)
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Rosalia kommt von ihrem Ex verletzt und betrogen zurück in ihr Elternhaus und hat zunächst sämtliche Perspektive für ihr Leben verloren. Erst durch die agile Flora beginnt sie, langsam und zögerlich, ...

Rosalia kommt von ihrem Ex verletzt und betrogen zurück in ihr Elternhaus und hat zunächst sämtliche Perspektive für ihr Leben verloren. Erst durch die agile Flora beginnt sie, langsam und zögerlich, wieder nach vorne zu schauen und Ideen für ihre weitere Zukunft zu entwickeln. Als sie dann noch auf den in Camaiore "gestrandeten" Romano trifft, beginnen sich in ihr auch wieder Gefühle zu regen. Wir erleben mit Rosalia ein Auf und Ab der Gefühle, durchleben mit ihr einen Neuanfang und seine Schwierigkeiten und können sehen, wie sie wächst und immer mehr zu sich zurückfindet.

Dieses Buch war mein erstes von der Autorin und ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Hanna Holmgren schafft es, eine entspannte und zum Träumen einladenden Atmosphäre zu schaffen, in der man mit der Hauptperson mit leidet und fiebert. Ich freue mich schon auf weitere Romane der Autorin.

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