Ein dunkles Tal, lange Schatten und ein gut gehütetes Geheimnis: Nach »In blaukalter Tiefe« und »Unter Wasser Nacht« der neue psychologische Spannungsroman von Kristina Hauff
Mitten im Schwarzwald liegt das Hotel »Zum alten Forsthaus«, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Nur wenige Gäste verirren sich in das zunehmend verfallende Haus. Umso überraschender, dass sich Daniela, eine schutzbedürftig wirkende Fremde, dauerhaft einquartiert. Lisa, die erwachsene Tochter des Besitzers, nimmt sich ihrer an. Während Daniela aufblüht und sich schnell in die Dorfgemeinschaft eingliedert, wenden sich enge Vertraute von Lisa ab – zuletzt sogar ihr Ehemann. Als schließlich der Herbst Einzug hält, die Tage kälter und die Schatten im grünen Tal immer dunkler werden, beginnt Lisa zu ahnen, dass ihre Welt auseinanderzubrechen droht.
Ich kenne die Autorin bereits von ihrem Roman "Blaukalter Tiefe" und wurde von diesem Buch damals unheimlich mitgerissen. Deshalb wollte ich nun auch unbedingt ihr neuestes Werk lesen und bin wieder sehr ...
Ich kenne die Autorin bereits von ihrem Roman "Blaukalter Tiefe" und wurde von diesem Buch damals unheimlich mitgerissen. Deshalb wollte ich nun auch unbedingt ihr neuestes Werk lesen und bin wieder sehr begeistert von diesem tollen Spannungsroman!
Die Autorin nimmt den Lesenden diesmal mit in den Schwarzwald, dort liegt das Hotel »Zum alten Forsthaus«, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Nur wenige Gäste verirren sich in das zunehmend verfallende Haus. Umso überraschender, dass sich Daniela, eine schutzbedürftig wirkende Fremde, dauerhaft einquartiert. Lisa, die erwachsene Tochter des Besitzers, nimmt sich ihrer an. Während Daniela aufblüht und sich schnell in die Dorfgemeinschaft eingliedert, wenden sich enge Vertraute von Lisa ab – zuletzt sogar ihr Ehemann. Als schließlich der Herbst Einzug hält, die Tage kälter und die Schatten im grünen Tal immer dunkler werden, beginnt Lisa zu ahnen, dass ihre Welt auseinanderzubrechen droht.
Ich habe ohne Probleme in die Geschichte hineingefunden, denn der Schreibstil war einfach traumhaft: locker-leicht, schön bildlich, so dass ich mich die ganze Zeit inmitten des Geschehens wiedergefunden habe. Wie die Landschaft beschrieben wurde, war ebenfalls einfach nur toll. Und zudem war ein sehr schöner Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen gelassen hat. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und rätselhaft, nach und nach bekommt man immer mehr mit und dies hat die Spannung hochgehalten. Ausserdem wurde das Buch immer wieder aus einer wechselnden Perspektive beschrieben, sodass man die Geschichte immer wieder neu und anders miterlebt, je nachdem wer sie gerade erzählt.
Ich wurde auf jeden Fall wieder sehr gut von der Geschichte unterhalten. Ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen und vorallem die überraschenden Wendungen und die Spannung haben mich in ihren Bann gezogen. Ein wirklich tolles Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ich vergebe dafür ganz klar von 5 von 5 Sternen.
Kristina Hauffs Roman Schattengrünes Tal entführt uns in ein abgelegenes Schwarzwaldtal, in dem die Stille trügt und hinter der malerischen Landschaft dunkle Geheimnisse lauern. Mit psychologischer Tiefe ...
Kristina Hauffs Roman Schattengrünes Tal entführt uns in ein abgelegenes Schwarzwaldtal, in dem die Stille trügt und hinter der malerischen Landschaft dunkle Geheimnisse lauern. Mit psychologischer Tiefe und atmosphärischer Dichte erzählt Hauff eine Geschichte über Nähe, Manipulation und das langsame Eindringen des Unheimlichen in den Alltag.
Im Zentrum steht Lisa, die gemeinsam mit ihrem Vater ein in die Jahre gekommenes Hotel führt. Zwischen familiären Verpflichtungen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit steckt sie in einem Leben voller Kompromisse. Als plötzlich eine geheimnisvolle Frau namens Daniela im Hotel auftaucht und „auf unbestimmte Zeit“ bleibt, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Daniela wirkt zunächst sympathisch, verletzlich, freundlich – und wird schnell zur Freundin Lisas.
Doch je länger sie bleibt, desto stärker nistet sich Daniela nicht nur im Hotel, sondern auch im Dorfleben und in den Beziehungen der Menschen ein. Sie ist immer da, weiß viel, wirkt präsent – zu präsent. Und während Lisa anfangs Nähe spürt, beginnt sie bald zu zweifeln: Wer ist Daniela wirklich? Was will sie? Und warum weicht sie keiner Konfrontation, aber auch keinem Gespräch aus?
Die Autorin entfaltet die Spannung langsam, aber unaufhaltsam. Die wachsende Beklemmung wird nicht durch laute Thriller-Momente erzeugt, sondern durch leise Verschiebungen im sozialen Gefüge. Der Roman lebt von seiner dichten psychologischen Atmosphäre – und von der Art, wie das scheinbar Idyllische, der Schwarzwald mit seinen dunklen Bäumen und abgelegenen Wegen, zur Projektionsfläche für Unsicherheit, Bedrohung und Einsamkeit wird.
Ein weiteres Highlight ist der realistische Einblick in den Hotelbetrieb: der Spagat zwischen Gastfreundschaft und wirtschaftlichem Druck, die familiären Spannungen, die Organisation im Hintergrund – all das wird detailliert und glaubwürdig geschildert, ohne je trocken zu wirken.
Fazit: Schattengrünes Tal ist ein spannender, psychologisch fein gezeichneter Roman über das Eindringen des Fremden in vertraute Strukturen, über Manipulation und Abhängigkeit – und über die dunklen Seiten menschlicher Beziehungen. Die dichte Atmosphäre des Schwarzwalds, kombiniert mit dem Thema Stalking und einem realistischen Setting, machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Sehr lesenswert!
Das Hotel Zum alten Forsthaus im Nordschwarzwald ist idyllisch gelegen und zieht seit Jahrzehnten seine Stammgäste an, allerdings täte dem alten Kasten einmal eine Renovierung gut. Während Lisa dies erkennt, ...
Das Hotel Zum alten Forsthaus im Nordschwarzwald ist idyllisch gelegen und zieht seit Jahrzehnten seine Stammgäste an, allerdings täte dem alten Kasten einmal eine Renovierung gut. Während Lisa dies erkennt, wehrt Claus, ihr Vater und Hotelbesitzer, jegliche Veränderung konsequent ab, er wartet auf seinen Sohn Felix, der einst übernehmen soll. Als sich eine bedauernswert scheinende Fremde einquartiert, ändert sich so manches Schlag auf Schlag.
Bildgewaltig und elegant fließt dieser ansprechende Spannungsroman von Kristina Hauff dahin, bannt mich als Leser alsbald und lässt mich bis zur letzten Seite nicht mehr los. Sowohl die Landschaftsschilderungen als auch die Charaktere bestechen durch Lebendigkeit, die Atmosphäre im bisweilen dunklen Schwarzwald ist großartig eingefangen. Durch wechselnde Blickwinkel kommen verschiedene Figuren zu Wort, dass die undurchschaubare Fremde keine Stimme bekommt, unterstreicht noch deren Rätselhaftigkeit. Besonders raffiniert ist die Tatsache, dass manche Szene aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet und dadurch doppelt erzählt wird. Wer meint, das könnte langweilig werden, der irrt gewaltig, denn Kristina Hauff erzählt dicht und präzise, wie wir es bereits gewohnt sind. Die Spannung ist unterschwellig stets vorhanden, die düstere und bedrohliche Stimmung allgegenwärtig. Besonders gut gefällt mir die Entwicklung der einzelnen Personen, die sich am Ende klar abzeichnet.
Wer ein packendes Leseerlebnis sucht und das Thema (familiäre) Beziehungen und Abhängigkeiten interessant findet, der ist im schattengrünen Tal goldrichtig!
Kristina Hauff ist für mich eine neue Autorin, aber es gibt bereits einige Romane von ihr, die stehen nun auf meinem Merkzettel. Und das hat einen triftigen Grund: Schattengrünes Tal hat mich total begeistert!
Ort ...
Kristina Hauff ist für mich eine neue Autorin, aber es gibt bereits einige Romane von ihr, die stehen nun auf meinem Merkzettel. Und das hat einen triftigen Grund: Schattengrünes Tal hat mich total begeistert!
Ort der Handlung: Der Schwarzwald mit seinen Höhen und Tiefen. Die Autorin lässt die Geschichte dort recht fröhlich beginnen, mit einem Fest in einer Waldhütte zum 45. Geburtstag von Simon. Seine Ehefrau Lisa ist bei ihm, beobachtet alles aus einer zurückhaltenden Perspektive, auch ihre Freundin Johanna ist dabei. Die Tochter ist zum Auslandsjahr in Kanada. Lisa singt für ihren Mann, die Gäste sind begeistert. Alles ist ruhig, aber ausgelassen, bis plötzlich der Strom weg ist. Jemand hat den Stecker gezogen am Generator. Ein Witz, ein Streich? Als sich alles beruhigt hat, erhält Simon eine anonyme SMS, eine Gratulation zum Hochzeitstag.
Wer sind die Protagonisten? Simon ist studierter Förster, lebt in seiner Waldwelt und scheint ein friedlicher Ehemann zu sein. Lisa arbeitet Teilzeit beim Tourismusbüro, sie hat dafür auch studiert, und zusätzlich hat sie die Buchhaltung des Hotels ihrer Eltern übernommen. Die demente Mutter Rose lebt im Heim, der Vater Carl ist auch in einem Zustand, in dem er besser Pensionär und nicht Chef und Koch eines Hotels wäre. Er hat sich eine Hilfe engagiert, Margret, die über die Jahre die Hoffnung hegt, die künftige Ehefrau und Chefin zu sein. Noch ist sie nur die bessere Bedienstete und ausgebeutete Freundin. Es ist nicht alles eitel Sonnenschein im Hotel „Zum alten Forsthaus“. Die Betonung liegt seit Langem auf „alt“, nun stellt sich heraus, dass die Heizung defekt ist. Lisa macht sich auf den Weg zum Hotel, vielleicht kann sie helfen. Mit dem störrischen Vater stellt sich das als schwierig heraus, aber ein Handwerker – von den „feindlichen“ Reichenbachern, die das erste Haus am Platze führen –, wird organisiert. Eigentlich sind keine Gäste mehr im eiskalten Hotel, aber eine hat sich doch eingefunden. Daniela Arnold, die hilfsbedürftig erscheint und ein Bett für die Nacht sucht. Trotz ihrer Ressentiments stimmt Lisa dieser merkwürdigen Einquartierung zu und verspricht, einen Ölradiator zu besorgen.
So beginnt dieser Roman mit einer netten Story und so manchen Gedanken der Protagonisten, die nie laut ausgesprochen werden. Jeder denkt sich seinen Teil. Lisa hat noch einen Bruder, der etwas jünger als sie, die Kurve gekratzt hat und in Frankfurt am Main ein für den Vater völlig inakzeptables Leben als privater Musiklehrer und Teilzeitkellner führt. Für den Vater absolut untragbar, der Sohn sollte Konzertpianist werden und außerdem das Hotel übernehmen. Beide Wünsche erfüllt Felix nicht. Die Geschwister sind sich aber immer trotzdem sehr verbunden, auch wenn Lisa das Gefühl hat, dass für den Vater nur Felix zählt, ihre Mithilfe ist nett, aber mehr auch nicht. Dank kann sie wohl nie erwarten. Aber da geht es ihr wie Margret, so gibt es eine kleine innere Verdrahtung der beiden Frauen.
In diese Gemengelage hinein bohrt sich Daniela Arnold wie ein emsiger Holzwurm, und hinterlässt kleine Spuren, die schwer zu deuten sind. Lisa und Daniela verbindet die Musik, so kommt Daniela mit dem Chor und den Freunden von Lisa in Verbindung. Schon bald wurde ich beim Lesen das Gefühl nicht los, dass sich etwas Unheimliches entwickelt. Wie das leise Rumpeln und Zischen in den Phlegräischen Feldern in der Nähe des Vesuvs, jeder hört es, jeder riecht den Schwefelduft des Bösen, in dem imaginären schattengrünen Tal von Herzogsbronn braut sich etwas zusammen. Dass das Böse auf seine Gelegenheit lauert, wird Seite für Seite klarer. Und das liest sich so spannend, dass ich beinahe zweifelte, ob das Buch fürs falsche Genre deklariert ist. Der Roman weist eindeutig Thriller- und Krimielemente auf, die wahnsinnig gut platziert sind.
Die Protagonisten wechseln mit den Kapiteln, man lernt von jedem die Perspektive kennen, kann sich hineinversetzen in das Gedankenkarussell, das bei jedem im Kopf seine Runden dreht. Die Dialoge sind kurz und natürlich geschrieben, das Ambiente jeder Szenerie trägt dazu bei, dass sich langsam ein Film abspult, der ab der Mitte des Buches ziemliche Fahrt aufnimmt. Nur der Abspann war für meinen Geschmack etwas zu sanft.
Fazit: Bald konnte ich gar nicht mehr so schnell lesen, wie sich die Geschichte weiterentwickelte. Aber ich werde nicht spoilern, wer sich das Buch kauft, weil es schon so viele Sterne am Lesehimmel hat, der wird bestimmt nicht enttäuscht.
Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich ...
Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass Daniela gar nicht so hilfsbedürftig war. Ganz im Gegenteil und die Frage bleibt, ob Lisa das früh genug merkt oder sie auf den Scherbenhaufen ihres Lebens blicken muss.
Viele Perspektivwechsel machen das Verfolgen der Geschichte nicht einfach. Der Vortrag von Henrike Tönnes erleichtert es aber sehr. Der Spannungsbogen bleibt dauerhaft straff. Bis zum Ende war ich gefangen. Aber wirklich nur bis kurz vor dem Schluss. Der gefiel mir nicht wirklich. Ich hätte mehr erwartet. Außerordentlich gut fand ich den Schreibstil und die psychologischen Aspekte der Geschichte.
„Schattengrünes Tal“ ist das erste Buch, das ich von der Autorin las/hörte. Es wird gewiss nicht das letzte sein und hoffentlich gibt es dann auch wieder ein Hörbuch, das von Henrike Tönnes gelesen wird.