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Veröffentlicht am 21.06.2025

Doppelrezension

Bär
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Heute gibt’s mal was Neues. Also vielleicht nicht neu, weil es das garantiert schon woanders gegeben hat, aber bei mir eben nicht: eine Doppelrezension. Beide Bücher passen einfach zum Thema Peoplepleasing.

Da ...

Heute gibt’s mal was Neues. Also vielleicht nicht neu, weil es das garantiert schon woanders gegeben hat, aber bei mir eben nicht: eine Doppelrezension. Beide Bücher passen einfach zum Thema Peoplepleasing.

Da wäre zunächst mal „Bär“. Feierlich zufrieden mit sich selbst, seinem Luftballon, seinem Keks, seinem Buch, seiner Lieblingsbank. Bär war mir auf Anhieb sympathisch durch seine tamagothigleiche¹ Mütze auf dem Kopf.
Auf seiner Lieblingsbank genießt er mit seinem bescheidenen Hab und Gut den Tag, doch dann kommen andere Tiere mit nix außer Wünschen vorbei und finden Bärs Luftballon, seinen Keks, sein Buch, seinen Luftballon und den Sitzplatz auf seiner Bank so gut, dass sie sich von ihm nehmen und abwenden, als es Bär mit dem Teilen zu viel wird und er auf seine eigenen Bedürfnisse hören muss.
Ein Bilderbuch aus dem Verlag Thienemann, das ich eine sehr lieben Freundin geschenkt habe und allen empfehlen kann, die sich manchmal etwas zu sehr für andere aufopfern.

So wie Nina in Anna Dimitrovas „People Pleaser“. Anna kümmert sich um alle in ihrem Umfeld; ihrem Bruder hilft sie bei den Hausaufgaben, ihrer Mutter pflichtschuldig im Haushalt, bringt ihren Schulfreund:innen Banitsa mit, erledigt ihnen die Hausaufgaben, und – jetzt kommts – die indirekte Theapeutin ihrer besten Freundin Teo ist. Davon allerdings weiß Teo nichts, und Ninas Therapeutin auch nicht. Nina gibt nämlich in der Therapie die Probleme ihrer besten Freundin als ihre eigenen aus und versucht so, Teo zu helfen. Das wird dringlicher denn je, denn Teo, die sich für Ninas Geschmack mittlerweile ein bisschen zu sehr für die Bad Boys interessiert, entwickelt rasend schnell ein romantisches Interesse für den troubeligen Neuzugang der Klasse, Aleks. Den kürt Nina kurzerhand zu ihrem neuen Projekt und will ihn fixen, damit er Teo nicht schadet.

Veröffentlicht am 21.06.2025

Doppelrezension

People Pleaser
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Heute gibt’s mal was Neues. Also vielleicht nicht neu, weil es das garantiert schon woanders gegeben hat, aber bei mir eben nicht: eine Doppelrezension. Beide Bücher passen einfach zum Thema Peoplepleasing.

Da ...

Heute gibt’s mal was Neues. Also vielleicht nicht neu, weil es das garantiert schon woanders gegeben hat, aber bei mir eben nicht: eine Doppelrezension. Beide Bücher passen einfach zum Thema Peoplepleasing.

Da wäre zunächst mal „Bär“. Feierlich zufrieden mit sich selbst, seinem Luftballon, seinem Keks, seinem Buch, seiner Lieblingsbank. Bär war mir auf Anhieb sympathisch durch seine tamagothigleiche¹ Mütze auf dem Kopf.
Auf seiner Lieblingsbank genießt er mit seinem bescheidenen Hab und Gut den Tag, doch dann kommen andere Tiere mit nix außer Wünschen vorbei und finden Bärs Luftballon, seinen Keks, sein Buch, seinen Luftballon und den Sitzplatz auf seiner Bank so gut, dass sie sich von ihm nehmen und abwenden, als es Bär mit dem Teilen zu viel wird und er auf seine eigenen Bedürfnisse hören muss.
Ein Bilderbuch aus dem Verlag Thienemann, das ich eine sehr lieben Freundin geschenkt habe und allen empfehlen kann, die sich manchmal etwas zu sehr für andere aufopfern.

So wie Nina in Anna Dimitrovas „People Pleaser“. Anna kümmert sich um alle in ihrem Umfeld; ihrem Bruder hilft sie bei den Hausaufgaben, ihrer Mutter pflichtschuldig im Haushalt, bringt ihren Schulfreund:innen Banitsa mit, erledigt ihnen die Hausaufgaben, und – jetzt kommts – die indirekte Theapeutin ihrer besten Freundin Teo ist. Davon allerdings weiß Teo nichts, und Ninas Therapeutin auch nicht. Nina gibt nämlich in der Therapie die Probleme ihrer besten Freundin als ihre eigenen aus und versucht so, Teo zu helfen. Das wird dringlicher denn je, denn Teo, die sich für Ninas Geschmack mittlerweile ein bisschen zu sehr für die Bad Boys interessiert, entwickelt rasend schnell ein romantisches Interesse für den troubeligen Neuzugang der Klasse, Aleks. Den kürt Nina kurzerhand zu ihrem neuen Projekt und will ihn fixen, damit er Teo nicht schadet.

Veröffentlicht am 21.06.2025

/schnarch

Elsies Lebenslust
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Letztens war Buchclubtreffen und ich hab nix zu berichten. Gelesen haben wir zwar „Found in the Street“ (dt. „Elsies Lebenslust“) von Patricia Highsmith (dt. Patrizia Hochschmidt), nun ist aber „gelesen“ ...

Letztens war Buchclubtreffen und ich hab nix zu berichten. Gelesen haben wir zwar „Found in the Street“ (dt. „Elsies Lebenslust“) von Patricia Highsmith (dt. Patrizia Hochschmidt), nun ist aber „gelesen“ eine großzügige Formulierung, denn von vier Anwesenden hat es eine Person zu Ende gelesen und alle anderen sind unterwegs eingeschlafen. Mich hat das Interesse bereits zwischen Seite 82 und 83 verlassen. Mit jeder gelesenen Seite habe ich mich gefragt, wann es denn endlich mal anfängt relevant zu werden, aber weder waren die bis dahin aufgetretenen Figuren interessant noch hat mich sonst etwas daran festgehalten weiterzulesen.

Veröffentlicht am 21.06.2025

Nerd-culture aus weiblicher Perspektive

Nerd Girl Magic
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Simoné Goldschmidt-Lechner ist ein Nerd Girl. In ihrem Leben war sie Teil einiger Fankults, über andere ist sie sehr informiert. You name it – she did it.
Ich selbst habe in meiner Jugend bei den Abenteuern ...

Simoné Goldschmidt-Lechner ist ein Nerd Girl. In ihrem Leben war sie Teil einiger Fankults, über andere ist sie sehr informiert. You name it – she did it.
Ich selbst habe in meiner Jugend bei den Abenteuern von Sailor Moon mitgefiebert, darum hatte dieser Titel aus dem Verbrecher-Verlag allein schon aufgrund seines Covers Wiedererkennungswert für mich.

Als woman of color kann Simoné aus eigener Biografie berichten, wie wenig divers das meiste Fandom lange Zeit war und erst seit einigen Jahren wird. Sie ist das Gegenteil des vorherrschenden Sterotyps. Simoné lässt ihre Erfahrungen aber nicht ohne wissenschaftliche bzw. statistische Zahlen stehen; viele Fußnoten untermauern ihre Erlebnisse.
Wer sich für Fandom im Allgemeinen und Videospiele, Fanfiction, Videospiele, Pen&Paper, Anime/Manga & Co. im Speziellen interessiert, den nimmt Simoné auf eine vielschichtige Reise mit, die den Blick um Rassismus, Misogynie und Homophobie in der Nerd-Culture erweitert.

Veröffentlicht am 21.06.2025

Thema Frauenhaus im Kinderbuch

Keine Party ist auch keine Lösung
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Jagoda hat in vier Tagen Geburtstag, aber ein Grund zum Freuen sieht ein bisschen anders aus - sie verdoppelt nämlich die Anzahl ihrer Probleme dadurch, dass sie Mitschülerin Mia zu ihrer Geburtstagsfeier ...

Jagoda hat in vier Tagen Geburtstag, aber ein Grund zum Freuen sieht ein bisschen anders aus - sie verdoppelt nämlich die Anzahl ihrer Probleme dadurch, dass sie Mitschülerin Mia zu ihrer Geburtstagsfeier einlädt. Die Sache ist nur: Jagoda lebt mit ihrer Mama im Frauenhaus, Fremde dürfen aus Sicherheitsgründen gar nicht wissen, wo das ist. Vier Tage also und gar kein Geld, um ein unlösbares Problem zu lösen. Aber wenn Jagoda eins ist, dann grandios optimistisch, dass sie diese Party steigen lassen kann und Mia als Freundin gewinnen wird!

Ich verrate euch eins: Erst sieht es ganz gut aus mit Jagodas Geburtstagsparty und später steht es richtig schlecht. Aber ob die Party nun stattfindet, müsst ihr selbst herausfinden /zwinkersmiley

Jagoda jedenfalls ist eine wirklich tolle Protagonistin. Obwohl ihre Hintergrundgeschichte mit einem Vater, vor dem sie mit ihrer Mama ins Frauenhaus flüchten musste, keine sehr schöne war, versucht sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln realistisch eine Feier zu planen. Ich finde Jagodas Fähigkeit im Buch bewundernswert, schon Dinge zu können, die andere neun-fast-zehn-Jährige noch nicht können, finde aber auch, dass sie nicht so früh hätte so reif werden sollen, sondern dass sie unbeschwert mehr Kind sein dürfte. Ich gebe aber auch zu, dass ich die schwierigen Geschichten mag, aus denen Menschen (Kinder wie Erwachsene) etwas lernen können, und so ist das Mädchen Jagoda, das mit seiner Mutter im Frauenhaus lebt, für mich ein Buch, das erzählt, vorgelesen und über das gesprochen werden sollte.