Unstrukturiert und unübersichtlich
IrrlichtfeuerIjsstedt ist eine gespaltete Stadt. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und wird von kriminellen Banden regiert. Diese haben es besonders auf ein Gut abgesehen – das Irrlicht. Es wird für alle Arten ...
Ijsstedt ist eine gespaltete Stadt. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und wird von kriminellen Banden regiert. Diese haben es besonders auf ein Gut abgesehen – das Irrlicht. Es wird für alle Arten der Energie benutzt und kann Menschen sogar magische Kräfte verleihen, wenn man die Vergiftung überlebt. Auch für die junge Alba wird das Irrlicht bald eine besondere Bedeutung bekommen.
In diesem Buch gibt es eindeutig zu viele Charaktere, um auf alle ausführlich einzugehen. Eine größere Rolle nimmt aber Alba ein, die zur wohlhabenderen Gesellschaftschicht gehört. Sie träumt davon zu fliegen und gerät dabei mitten in einen Bandenkrieg und einen Bevölkerungsaufstand. Anfangs ist sie recht unsicher, sogar leicht naiv und unbedarft. Doch am Ende zeigt sie eine abgebrühte und skrupellose Seite von sich. An manchen Stellen kann man das Gefühl bekommen, als wäre an Alba eine Schauspielerin verloren gegangen.
Die Irrlichtkinder sind eine Gruppe von Menschen, die in ihrer Kindheit durch einen Irrlichtunfall abhängig davon wurden und gleichzeitig magische Kräfte entwickelten. Die Schatten sind eine spezielle Einheit der Irrlichtkinder und sorgen dafür, dass das Irrlicht nur von der Regierung verarbeitet und damit gehandelt wird.
Es gibt noch viele weitere Gruppierungen, wie die Gerechtigkeit, die gegen die Königin ist und mehr Sicherheit im Umgang mit dem Irrlicht fordert. Oder die Bandenanführer, die alle ihre eigenen, zwielichtigen Ziele verfolgen.
Das ist ein sehr großer Schwachpunkt der Geschichte. Es sind einfach viel zu viele Charaktere, die man vor allem am Anfang kaum auseinander halten kann. Durch diese Fülle lernt man auch keine der Personen wirklich kennen und wecken auch keine Gefühle beim Leser. Die Tode waren mir relativ egal.
Als direkte Konsequenz daraus, gibt es sehr viele Szenen- und Perspektivenwechsel, die meist abrupt und schlecht gekennzeichnet sind. Man wird vollständig aus dem Lesefluss herausgerissen und muss ich erst wieder neu orientieren.
Genauso wie es einfach zu viele Charaktere sind, hat sich die Autorin in zu vielen Handlungssträngen verrannt. Bis zur letzten Seite konnte man nicht den Schwerpunkt oder die Aussage der Autorin herausfinden, da sie so viele Ideen eingebaut hatte. Manchmal schein es, als wollte die Autorin alles, was ihr gerade durch den Kopf ging, unbedingt in ihre Geschichte einbauen. Es war unstrukturiert aufgebaut und zu viele Geschichten in einer, die dadurch nicht gut ausgearbeitet werden konnten. Die Handlungsstränge wurden aufgegriffen, aber nicht wirklich zu Ende geführt und es blieben tausend Fragen offen.
Das Buch hat mich sehr unzufrieden zurückgelassen, da es sich unvollständig anfühlt. Das Potenzial ist definitiv da, aber es wurde hier komplett verschenkt.