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Veröffentlicht am 05.10.2020

Kluftis größter Fehler

Funkenmord (Kluftinger-Krimis 11)
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Kluftingers erster großer Fall, der ihm den Weg zu seiner Karriere als Kommissar ebnete, holt ihn ein. Nach Jahren kommt heraus, dass Kluftinger einen Unschuldigen zu einem Geständnis gebracht hat. Jetzt ...

Kluftingers erster großer Fall, der ihm den Weg zu seiner Karriere als Kommissar ebnete, holt ihn ein. Nach Jahren kommt heraus, dass Kluftinger einen Unschuldigen zu einem Geständnis gebracht hat. Jetzt setzt der Kommissar alles daran, den wahren Täter zu finden, auch wenn seine Kollegen es für Unsinn halten. Nur die neue Kollegin Lucy Beer steht ihm zur Seite.

Klüpfer und Kobr sind wieder in alter Manier zurück und schicken den kauzigen, aber sympathischen allgäuer Kommissar ein weiteres Mal auf Mörderjagd.
Schon in den anderen Bänden ging es immer mal wieder um das private Leben des Kommissars; in diesem Band wird es noch mehr in den Vordergrund gestellt. Erika hat der Überfall auf ihren Mann ziemlich mitgenommen und Kluftinger muss sich um den Haushalt kümmern. Außerdem möchte er es seinem liebsten Erzfeind Doktor Langhammer endlich heimzahlen. Und dann steht auch noch die Taufe des Enkelkindes an. Das Autorenduo versucht zudem auf seine Art aktuelle Gesellschaftsthemen mit einzubinden. Ob es nun um Flüchtlinge, Gleichberechtigung oder genderneutrale Sprache geht. Ob das hier unbedingt notwendig ist, muss wohl jeder für sich entscheiden.

An sich ist es nicht schlimm, wenn es mehrere Szenen außerhalb der Ermittlungen gibt. Das macht die Buchreihe aus und vor allem in diesen Situationen kommt der Humor hervor. Auch wenn sich Klufti bei gewissen Sachen manchmal schon sehr doof anstellt, obwohl er doch ein ziemlich guter Ermittler ist. Aber in diesem Teil nimmt es etwas Überhand und verdrängt die Ermittlungsarbeiten stark. Erst im letzten Drittel geht es wirklich zur Sache und es kommt etwas Spannung auf. Der Fall bleibt dadurch eher blass und konnte mich nicht so packen wie die früheren.

Frischen Wind bringt die neue Kommissarin Lucy Beer. Anfangs war ich nicht so angetan von ihr, aber mit der Zeit fügt sie sich – trotz ihrer Art – gut ein. Da die Ermittlungen eher im Hintergrund stehen, bekommt man aber auch von Lucy nicht ganz so viel mit.

Vielleicht ist bei der Reihe langsam die Luft raus, vielleicht war es einfach ein schwächerer Band. Trotz allem habe ich das Buch letztendlich gerne gelesen und ein paar unterhaltsame Stunden gehabt. Sollte es einen weiteren Teil geben, wäre es bloß schön, wenn der Fokus wieder mehr auf dem Fall und den Ermittlungsarbeiten liegen würde.

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Wintermärchen für kalte Tage

Der Winter des Bären
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Mila kann sich kaum daran erinnern, wann es das letzte Mal Frühling war. Seit Jahren herrscht in ihrer Heimat ein ewiger Winter. Das Leben ist hart, aber Mila hat noch ihre drei Geschwister. Eines Tages ...

Mila kann sich kaum daran erinnern, wann es das letzte Mal Frühling war. Seit Jahren herrscht in ihrer Heimat ein ewiger Winter. Das Leben ist hart, aber Mila hat noch ihre drei Geschwister. Eines Tages jedoch kommen fremde Männer an ihr Haus und am nächsten Morgen ist Milas Bruder verschwunden. Mila glaubt nicht daran, dass er freiwillig gegangen ist und ist verfolgt die Männer.

Ich gehe selten auf die Gestaltung eines Buches ein, aber hier ist sie definitiv ein paar erwähnende Worte wert. Das Cover ist zwar schlicht gehalten, aber durch das Zusammenspiel der Farben und die goldenen Elemente dennoch ein Blickfang. Die schöne Gestaltung wird im Innenteil fortgesetzt und alles passt wirklich sehr gut zum Inhalt der Geschichte.

Die Autorin beschreibt die winterliche Welt, die Kälte und die Entbehrungen, die die Geschwister auf sich nehmen müssen sehr gut. Neben den negativen Aspekten, die der andauernde Winter mit sich bringt, kommt aber trotzdem Milas Liebe zu ihrer Heimat und vor allem zu ihren Geschwistern rüber. Mila als Hauptprotagonistin gefällt mir daher sehr gut.

Milas Reise durch das kalte Land auf der Suche nach ihrem Bruder wird anschaulich erzählt. Es gibt spannende Szenen, die authentisch geschrieben sind. Natürlich kommt auch der fantastische Anteil nicht zu kurz. Dabei übertreibt die Autorin aber nicht und behält die Stimmung eines Märchens bei und macht es nicht zu einem reinen Fantasyabenteuer.

An einigen Stellen ist das Buch sehr düster. Es werden zudem viele ernste Themen wie Verlust, Tod und Abschied von geliebten Menschen angeschnitten. Die Geschichte ist daher vermutlich eher für schon etwas ältere Kinder.

Ansonsten ist es ein gelungenes Wintermärchen, mit dem man sich wunderbar einkuscheln kann.

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Für mich eine Enttäuschung

Mind Games
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Alle um Luna herum verbringen den Großteil ihrer Zeit online. Mit Hilfe von einem Implantat findet das Leben virtuell statt – der Unterricht, die Arbeit, sich mit Freunden treffen oder neue Leute kennen ...

Alle um Luna herum verbringen den Großteil ihrer Zeit online. Mit Hilfe von einem Implantat findet das Leben virtuell statt – der Unterricht, die Arbeit, sich mit Freunden treffen oder neue Leute kennen lernen. Luna dagegen besitzt kein Implantat, sie ist eine Verweigerin. Unerwartet wird sie von PareCo, dem führenden Technikunternehmen, zu einem Auswahlverfahren um die begehrtesten Programmierjobs eingeladen. Und niemand weiß warum.

Das Thema ist gerade wieder sehr aktuell. Ein bekannter US-Unternehmer hat erst vor kurzem seine Idee für ein Chipimplantat vorgestellt und daher ist die Grundidee des Buches näher an der Gegenwart als je zuvor. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen.

Es beginnt noch sehr interessant und spannend wie man Luna durch ihren Alltag begleitet. Alles um sie herum ist voller Technik und das Leben findet in virtuellen Welten statt. Sie selbst ist, durch die Verweigerung sich ein Implantat einsetzen zu lassen, eine Außenseiterin. Das Auswahlverfahren bei PareCo habe ich auch noch interessiert verfolgt. Man erfährt mehr über die Implantate und das Technikunternehmen und langsam wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt.

Danach nimmt die Handlung aus meiner Sicht aber stark ab. Ich musste mich bis zum Ende ziemlich durchkämpfen. Es ging immer mehr von Science-Fiction weg und mehr in Richtung Übernatürlichem. Die geschaffene Welt der Autorin folgt teilweise keinen logischen Regeln – innerhalb dieser Welt – und es frustriert, wenn Sachen einfach als gegeben dargestellt und nicht erklärt werden. Es war mir stellenweise einfach zu übertrieben.

Der große Showdown am Ende wurde dann auch auf ein paar Seiten abgehackt und plötzlich war der große Gegenspieler besiegt. Leider nicht überzeugend und nicht realistisch.

Luna als Protagonistin war mir nicht unsympathisch, ich stand ihr ziemlich neutral gegenüber. Auch von den anderen Charakteren konnte mich keiner emotional berühren.

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Veröffentlicht am 07.09.2020

Jugendthriller ohne Tiefe

Get Even
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Kitty, Margot, Olivia und Bree haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Sie gehen auf dieselbe Schule, aber gehören unterschiedlichen sozialen Gruppen an. Niemand würde vermuten, dass ausgerechnet ...

Kitty, Margot, Olivia und Bree haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Sie gehen auf dieselbe Schule, aber gehören unterschiedlichen sozialen Gruppen an. Niemand würde vermuten, dass ausgerechnet diese vier Mädchen hinter DGM stecken. DGM stellt Mobber an ihrer Schule öffentlich bloß, um Gerechtigkeit für die Opfer zu erlangen. Dann wird jedoch eine Zielperson von DGM tot aufgefunden und die Gruppe gerät noch mehr ins Visier des Schulleiters.

Das Buch ist nett zu lesen. Durch den einfachen Schreibstil, die kurzen Kapitel und die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den vier Hauptprotagonistinnen - die künstliche Cliffhanger erzeugen - kommt man schnell durch das Buch. Die Spannung wird dadurch hoch gehalten, dass man als Leser – wie die Charaktere – nie alle Informationen hat. Natürlich möchte man dadurch weiterlesen, um zu wissen wie es weiter geht, es wird einem aber gleichzeitig die Möglichkeit genommen selbst mit zu rätseln, wer der Mörder ist, da kaum Hinweise eingebaut werden.

Die Aufklärung, wer hinter den Morden steckt, spielt oft auch nur eine untergeordnete Rolle. Es geht auch viel um die Alltagsdinge der vier Mädchen. Probleme mit den Eltern, Liebeskummer, Schulstress, neue süße Typen an der Schule, ein durch geknallter Lehrer. Am Ende ist es eher eine Mischung aus einem normalen Jugendroman, in den versucht wurde die Thrillerelemente einzubauen. Es ähnelt dadurch teilweise schon stark „Pretty Little Liars“ sowohl von den Charakteren als auch von der Handlung her.
Bei den Charakteren – Haupt- wie Nebenpersonen – wurde sich zudem teilweise gern an der Klischeekiste bedient.

Die vier Mädchen können den weniger innovativen Inhalt leider auch nicht aufwiegen. Bis zum Ende hin hatte ich Probleme die Vier auseinander zu halten und musste manchmal nochmal nachlesen, wer denn jetzt mit wem anbandelt, welche Eltern zu welchem Mädchen gehören und wer mit wem befreundet ist oder nicht. Die häufigen Perspektivenwechsel haben das noch erschwert.

Es ist so ein Buch, bei dem ich nach dem Lesen die Schultern zucke und denke, ja hast du jetzt gelesen, aber wenn nicht, hättest du auch nichts verpasst. Direkt nach dem Beenden war ich noch neugierig, wie es weiter geht – es ist ein ziemlicher Cliffhanger – aber ein paar Stunden später hat sich das auch schon wieder gelegt. Ob ich die Fortsetzung lesen werde, ist also noch offen, aber vielleicht schau ich mal in die Serien-Adaption rein.

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Veröffentlicht am 13.08.2020

Ganz nett

Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen - damit er dabei rauchen kann!
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Manche erinnern sich gern an ihre Schulzeit zurück, andere weniger. Aber jeder musste diese Jahre irgendwie durchstehen und es gab wohl für jeden die ein oder andere witzige, merkwürdige oder peinliche ...

Manche erinnern sich gern an ihre Schulzeit zurück, andere weniger. Aber jeder musste diese Jahre irgendwie durchstehen und es gab wohl für jeden die ein oder andere witzige, merkwürdige oder peinliche Situation, an die man sich heute noch erinnert. Vor allem die Lehrer waren immer wieder für erinnerungswürdige Momente verantwortlich. In diesem Buch werden solche Geschichten gesammelt.

Zusammenfassend kann man das Buch als „ganz nett“ beschreiben. Es ist kein Muss-Buch, das man unbedingt lesen muss und man verpasst sicher nichts, wenn man es nicht macht. Stellenweise ist es auch ganz amüsant zu lesen. Bei einigen Anekdoten frage ich mich aber schon, warum sie in diesem Buch stehen, da ich schulterzuckend da saß und mir dachte, dass die Situation weder lustig, noch anders denkwürdig war. Bei anderen Geschichten bin ich zudem nicht ganz überzeugt, ob sie wirklich in dieser Form passiert sind, da sie sehr unglaubwürdig erscheinen.

Am interessantesten fand ich noch das Kapitel über die rechtlichen Aspekte, was Lehrer dürfen und was nicht. Das gibt wirklich etwas mehr Klarheit was Lehrern und Schülern erlaubt ist. Am wenigsten gefallen hat mir das Kapitel mit den Lehrer-Typologien. Ich weiß nicht, ob meine Schulzeit einfach schon zu lange zurückliegt, aber bei manchen Lehrer-Typen wurde dermaßen die Klischee-Keule ausgepackt, dass diese vielleicht so in Büchern, Filmen oder auf der Kabarettbühne auftauchen, aber selten in einem echten Klassenzimmer anzutreffen sind.

Wenn man alles glaubt, was Schüler und andere Lehrer in diesem Buch über ihren Schulalltag berichten, kann man nur froh sein, die eigene Schulzeit unbeschadet überstanden zu haben.

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