Profilbild von PrinzessinButterblume

PrinzessinButterblume

Lesejury Star
online

PrinzessinButterblume ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PrinzessinButterblume über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2025

Von einem Kultbuch hätte ich mehr erwartet

Women
1

Ich war sehr gespannt auf dieses Kultbuch der Queeren-Literatur, aber ich muss gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht von „Women“ war, vielleicht hatte ich mehr oder etwas anderes erwartet? Ich weiß ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Kultbuch der Queeren-Literatur, aber ich muss gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht von „Women“ war, vielleicht hatte ich mehr oder etwas anderes erwartet? Ich weiß auch gar nicht so genau, woran es lag, aber irgendwie konnte mich die Geschichte längst nicht so mitreißen wie erwartet.

Die Figuren, allen voran Finn, sind erstaunlich blass geblieben. Ich hatte schon ein Bild von ihr, aber ein sehr distanziertes und konnte irgendwie keine richtige Bindung aufbauen, was für mich ein bisschen den Reiz der Geschichte genommen hat. Die Ich-Erzählerin hat eine ganz eigene Stimme, sie ist nicht unbedingt sympathisch, was sie aber auch überhaupt nicht sein muss, was mich eher gestört hat, war, dass sie manchmal ein bisschen unausgereift als Figur wirkte. Als hätten in ihr verschiedene Persönlichkeiten angelegt werden sollen.

Auch der Schreibstil hat mich überrascht - viel poetischer als gedacht, aber irgendwie schön. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass der Stil leider "Teil des Problems" war, warum ich keine richtige Bindung aufbauen konnte.

Insgesamt bin ich ein bisschen unentschlossen, was ich jetzt von "Women" halten soll. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, es war auch durchaus interessant und hatte spannende Momente, aber das gewisse etwas hat dann doch gefehlt. Von einem „Kultbuch“ hätte ich mehr erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 12.04.2025

Geht sehr, sehr gut!

Geht so
0

Was für ein Überraschungsbuch! Ich muss gesehten, mich ein bisschen von der Ankündigung und weniger vom Inhalt zu diesem Buch verleiten gelassen zu haben - und was bin ich froh, dass wir zueinander gefunden ...

Was für ein Überraschungsbuch! Ich muss gesehten, mich ein bisschen von der Ankündigung und weniger vom Inhalt zu diesem Buch verleiten gelassen zu haben - und was bin ich froh, dass wir zueinander gefunden haben. "Geht so" ist ein unglaublich witziger, böser und aktueller Roman - der sehr viel Spaß macht zu lesen! Und dieses Ende, oh, dieses Ende ... das hat definitiv nachgehallt!

Marisa arbeitet in einer Werbeagentur, verbringt ihren Arbeitstag aber in erster Linie damit, sich vor der Arbeit zu drücken und ihrer Obesession für YouTube-Videos nachzugehen. Das scheint auch alles unbemerkt zu bleiben, bis ein Team-Event ansteht und sie mit Drogen im Gepäck anreist und alles aus der Reihe gerät.

"Geht so" ist wunderbar bissig geschrieben. Ich mochte den Stil sehr gerne, auch die ganzen Bezüge zu den sozialen Netzwerken fand ich sehr gelungen. Stellenweise hat es mich sogar ein bisschen an "Yellowface" von R.F. Kuang erinntert, das ich wirklich sehr liebe.

Es muss vielleicht gesagt werden, dass die Geschichte definitiv mehr Vibe als Plott ist - aber das soll nicht abschrecken, denn gelangweilt habe ich mich an keiner Stelle und meine einzige Kritik an dem Buch wäre, dass ich gerne das Doppelte gelesen hätte.

"Geht so" war für mich definitiv ein frühes Jahreshighlight, das ich unbedingt weiterempfehlen kann. Ich hatte beim Lesen eine wahnsinnig gute Zeit.

Veröffentlicht am 12.04.2025

Fesselnd, düster, erschreckend - großartig!

Der Gott des Waldes
0

Wir schreiben das Jahr 1975. Vor 14 Jahren ist ein Junge im Ferien-Camp der Van Laars spurlos verschwunden - und nicht nur irgendein Junge, sondern der kleine Sohn der Van Laars. 14 Jahre später scheinen ...

Wir schreiben das Jahr 1975. Vor 14 Jahren ist ein Junge im Ferien-Camp der Van Laars spurlos verschwunden - und nicht nur irgendein Junge, sondern der kleine Sohn der Van Laars. 14 Jahre später scheinen sich die Ereignisse zu wiederholen. Als Barbara, die Tochter der Van Laars im Sommer selbst zur Camp-Teilnehmerin wird, ist auch sie plötzlich verschwunden. Was ist passiert? Warum ereilt schon wieder die selbe Familie dieses schreckliche Unglück? Und was hat "Der Schlitzer" damit zu tun, der sowohl damals als auch heute die Wälder rund um das Camp durchstreifte?

"Der Gott des Waldes" war mein erstes Buch von Liz Moore und ich kann jetzt schon sagen, dass es nicht mein letztes gewesen sein wird. Diese Frau kann einfach großartig schreiben. Ihr Erzählstil hat mich ein bisschen an Donna Tartt erinnert, eine meiner absoluten Lieblingsautoren.

Die Geschichte wird aus einer handvoll verschiedener Charaktere erzählt und springt zwischen eben so vielen Zeitebenen hin und her. Was auf den ersten Blick verwirrend erscheinen mag, war es beim Lesen aber zu keinem Zeitpunkt. Durch die Kapitelüberschriften und einen kleinen Zeitstrahl zu Anfang jedes Kapitels, wusste man immer sofort, wo man sich gerade bewegte und ich habe mich sehr gut durch die Handlung geführt gefühlt. Wenn überhaupt wurde durch dieses Springen, die ohnehin schon drastische Spannung nur nochmal erhöht.

Die Stimmung im Ferien-Camp und in den umliegenden Wäldern, auf dem Anwesen der Van Laars, aber auch in der angrenzenden Ortschaft, wurden ganz wunderbar beschrieben. Wir begleiten Camp-Teilnehmerinnen, Betreuerinnen, aber auch die Polizei bei ihren Ermittlungen. Es werden sehr viele wichtige Themen aufgegriffen und es geht viel um soziale Ungleichheit, um Macht und der Umgang mit ihr, aber auch Moral, Feminismus, Trauma, Klassenkampf - in diesem Buch steckt viel drin, viele schwere Themen, aber sie werden alle mit viel Gefühl behandelt und man hat bei allen das Gefühl, dass sie super zu der Story passen und nicht nur da sind, um da zu sein, sondern weil sie wirklich etwas zu sagen haben. Dadurch hat sich das Lesen wirklich rund angefühlt.

Über den Handlungsverlauf will ich gar nicht zu viel sagen, um nicht zu spoilern. Am besten lässt man sich einfach auf die Geschichte ein und schaut, wo sie einen hinträgt. Es ist ein sehr sogvoller Ritt, der mir großen Spaß gemacht hat und mich diesen Schinken in zwei Tagen hat durchlesen lassen.

Abschließend kann ich nur eine große Leseempfehlung aussprechen. "Der Gott des Waldes" gehört jetzt schon zu meinen Jahreshighlights und ich freue mich darauf, mehr von dieser talentierten Autorin zu entdecken!

Veröffentlicht am 12.04.2025

Hatte mir mehr versprochen

Mickey und Arlo
0

Mickey bekommt von ihrem Vater ein Vermögen vererbt - von ihrem Vater, der sich seit Jahren nicht mehr um sie gekümmert hat, der nur noch für seine neue Familie da war, der keinen Kontakt mehr zu Mickey ...

Mickey bekommt von ihrem Vater ein Vermögen vererbt - von ihrem Vater, der sich seit Jahren nicht mehr um sie gekümmert hat, der nur noch für seine neue Familie da war, der keinen Kontakt mehr zu Mickey hatte. Die Bedinung - Mickey muss nachweisen, dass sie an sieben Therapiesitzungen teilgenommen hat. Das Problem - die Therapeutin ist ausgerechnet Arlo, Mickeys Halbschwester und keine der beiden weiß, wen sie da vor sich hat.

Die Prämisse von Morgan Dicks Roman klang für mich wahnsinnig vielversprechend und bot jede Menge Raum für Spannungen und Machtspiele auf beiden Seiten der Schwestern. Leider waren die Therapiesitzungen zwar immer Bestandteil, aber all in all sind sie deutlich kürzer ausgefallen, als ich erwartet hätte. Sie waren mehr Anstöße, die die Schwestern dann in den Rest ihres Lebens mitgenommen haben. Das mag an und für sich natürlich auch richtig so sein, aber ich hatte nicht erwartet, dass wir uns in erster Linie mit dem Alltag der beiden auseinandersetzen und die Therapiegespräche dabei viel zu kurz kommen. Da hätte man bedeutend mehr rausholen können.

Es werden viele schwere Themen behandelt, Alkoholiabhängigkeit, Ko-Abhängigkeit, Vernachlässigung, Scheidung, Traum, schwierige Eltern-Kind-Beziehungen, Verantwortungsbewusstsein, Vertrauensmissbrauch, Affären, Machtmissbrauch etc. Das macht die Geschichte natürlich schon gewichtig, aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass etwas weniger mehr gewesen wäre und der ein oder andere Nebenstrang hat nicht wirklich viel zu der eigentlichen Thematik beigetragen, sondern war für meinen Geschmack etwas too much. Hier hätte ich mir mehr Fokus auf die Hauptthematik an sich gewünscht.

Insgesamt war "Mickey und Arlo" ein interessanter Roman, der mich aber leider nicht so abholen und überzeugen konnte, wie gehofft.

Veröffentlicht am 09.03.2025

Tolles Setting, bei dem die Handlung nicht ganz mithalten kann

The Florist
0

Amy ist Floristin und Besitzerin ihre geliebten Blumenladens "Darling Blossoms". Als sie die Chance bekommt, für einen bekannten Architekten den Geburstag seiner Schwägerin Isabel mit Blumendeko zu beliefern, ...

Amy ist Floristin und Besitzerin ihre geliebten Blumenladens "Darling Blossoms". Als sie die Chance bekommt, für einen bekannten Architekten den Geburstag seiner Schwägerin Isabel mit Blumendeko zu beliefern, sagt sie sofort zu. Je mehr Amy sich mit Isabel beschäftigt, umso faszinierter ist sie von dieser Frau, die so schön und selbsbewusst ist, wie Amy es selbst schon immer gewesen wäre. Sie beginnt, Isabels Nähe zu suchen und kommt ihr und dem ein oder anderen dunklen Geheimnis damit vielleicht ein bisschen zu nah. Denn auch Amy hat den ein oder anderen Schatten über ihrer Vergangenheit liegen, der lieber ungelüftet bleiben sollte.

"The Florist" war ein solider Spannungsroman, der fast ohne Blut auskommt und vor allem von seiner psychologischen Spannung lebt, was mir sehr gefallen hat. Zusammen mit Amy stolpern wir von einer toxischen Beziehung in die nächste. Gesunde und heile Beziehungen sucht man hier vergebens, das hat mir aber sehr gut gefallen - denn was ist schon normal?

Besonders gefallen hat mir das Blumensetting. Die Story lebt von den kleinen Details rund um die Blumen und den Blumenladen, das hat eine gewisse Stimmung erzeugt, die ich sehr mochte.

Die Handlung hat ein bisschen gebraucht, um Fahrt aufzunehmen, aber dadurch hatte man viel Zeit, alles in Ruhe kennenzulernen. Gegen Ende wurde mir dann jedoch alles ein bisschen zu viel, ein bisschen zu verwirrend und ehrlich gesagt auch etwas zu sehr aus dem Zusammenhang gegriffen. Ja, es hat alles Sinn gemacht und irgendwie war es auch alles rund, aber gleichzeitig hat mir hier trotzdem die Vorbereitung des Ganzen gefehlt und irgendwie hat es mich ein bisschen enttäuscht, da hätte ich mehr erwartet. Der Epilog hingegen war dann wieder ganz nach meinem Geschmack ... :)

Insgesamt ist "The Florist" ein nettes Buch für zwischendurch, das vor allem durch das Blumensetting besticht, von dem ich mir aber doch ein bisschen mehr versprochen hätte.