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Veröffentlicht am 26.02.2024

Ein Meisterwerk - lesen, lesen, lesen!!

Yellowface
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June und Athena sind aufstrebende Schriftstellerinnen, doch während bei June der Erfolg auf sich warten lässst, ist Athena seit ihrem Debüt ein Star am Literaturhimmel - bis sie unvermittelt stirbt. June ...

June und Athena sind aufstrebende Schriftstellerinnen, doch während bei June der Erfolg auf sich warten lässst, ist Athena seit ihrem Debüt ein Star am Literaturhimmel - bis sie unvermittelt stirbt. June ist zufällig Zeugin von Athenas Tod und aus dem Affekt heraus, stiehlt sie Athenas letztes Manuskript, eine Geschichte über chinesiche Arbeiter im ersten Weltkrieg. Sie überarbeitet das Werk, eignet sich die Geschichte an und veröffentlicht sie unter eigenem Namen. Aber hat sie überhaupt das Recht dazu? Und wie lange wird ihre Tat unbemerkt bleiben? June verstrickt sich immer weiter in ein Geflecht aus Lügen ...

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des ganzen Hypes um "Yellowface" mit relativ hohen Erwartungen an das Buch gegangen bin - und normalerweise geht das bei mir eher nach hinten los und ich bleibe enttäuscht zurück. Nicht so hier, schon nach den ersten Seiten wusste ich, das ist was ganz großes, das ist ein potentiell neues Lieblingsbuch - ich muss weiterlesen, sofort und gleichzeitig nicht zu schnell, möglichst jeden Satz genießen - was für ein Struggle. Nachdem ich jetzt durch bin, kann ich sagen, yes, "Yellowface" ist ein neues Lieblingsbuch und yes, es wird vermutlich das beste Buch sein, das ich dieses Jahr lese (ein bisschen traurig, da erst Februar ist, aber was soll nach diesem Buch noch groß kommen?). Ich bin nach dem Lesen in ein richtiges Loch gestürzt, wie schon lange nicht mehr, was sollte ich nach diesem Meisterwerk lesen?

Es war mein erstes Buch von R.F. Kuang und definitiv nicht mein letztes! Ich muss ALLES von dieser wahnsinnig talentierten Autorin lesen. Ihre Prosa ist so wunderschön, die Sätze fließen nur so ineinander und fesseln. Ich habe das Gefühl, in ihren Büchern müsste gar nichts groß passieren, weil ihr Stil so mitreißend ist, dass ich alleine deswegen weiterlesen würde - deshalb bin ich auch sehr optimistisch, was ihre anderen Werke anbelangt, die ja in ganz anderen Genres angesiedelt sind.

Aber ganz abgesehen davon war auch die Handlung von "Yellowface" ein Triumph, unfassbar fesselnd, ein bisschen verstörend, aber auf gute Weise. Ich habe es geliebt, wie die Autorin den ganzen Literaturbetrieb auf die Schippe nimmt und die gesamte Bestsellerkultur hinterfragt. Und ganz nebenbei werden auch noch so wichtige Themen wie kulturelle Aneignung, Cancel Culture, Hetze im Netz, Rassismus und Chinesische Geschichte angesprochen.

Ich glaube, diese Rezension ist ein bisschen emotionaler geworden, als ich es eigentlich vor hatte, aber bei diesem Buch kann ich nicht anders und ich kann auch nichts anderes sagen, als lesen, lesen, lesen!! Ich habe "Yellowface" schon im gesamten Bekanntenkreis weiterempfohlen. Mich hat dieses Buch berührt, gefesselt, bewegt wie schon lange keins mehr - für Geschichten wie diese lese ich. Danke Rebecca F. Kuang!!

Veröffentlicht am 26.02.2024

Sehr unterhaltsame Hommage

Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 2 - Die verfluchte Maske
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Sherlock Bones und seine Assistentin Jane Catson machen eine Flusskreuzfahrt in Ägypten. Eigentlich wollen sie hier nur Urlaub machen, aber es dauert nicht lange, bis die beiden in einen Fall rund um ägyptische ...

Sherlock Bones und seine Assistentin Jane Catson machen eine Flusskreuzfahrt in Ägypten. Eigentlich wollen sie hier nur Urlaub machen, aber es dauert nicht lange, bis die beiden in einen Fall rund um ägyptische Grabräuber hineingezogen werden und plötzlich müssen sie die geraubte Maske des Tutanchkatzmun zurückerobern.

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen und wurde auf der ganzen Linie positiv überrascht. Hinter dem - zugegeben irgendwie nicht so ansprechenden Cover - versteckt sich eine wirklich unterhaltsame Hommage für Kinder an den Detektiv der Detektive. Voller herrlicher Wortpiele, die auch - oder vielleicht auch vor allem, welches Kind der Zielgruppe erkennt schon einen Hitchcock-Film? - erwachsenen Lesern durchaus Spaß machen können. Ich musste sehr oft schmunzeln und hatte beim Lesen und Rätseln defintiv eine gute Zeit.

Die Rätsel punkten durch großflächige Bilder und wimmelige Illustrationen, die man sich gerne anschaut. Was ich mir hier allerdings gewünscht hätte, wäre manchmal ein etwas größerer Bezug zur Handlung. Die Rästel stehen relativ alleine und man braucht sie nicht für den weiteren Verlauf der Handlung. Das hat natürlich den Vorteil, dass man sofort mit der Geschichte weitermachen kann, wenn man keine Lust auf Rätsel hat, aber gleichzeitig geht dabei auch der Sinn des Rätselns etwas verloren, weil man Sherlock und Jane eben nicht wirklich hilft.

Insgesamt hat mir dieses Abenteuer auf jeden Fall viel Freude bereitet und für jüngere Leser könnte es der perfekte Start sein, um das erste Mal mit dem guten Holmes in Kontakt zu kommen.

Veröffentlicht am 26.02.2024

Diebisches Vergnügen

Thieves’ Gambit
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Ross Quest ist die Tocher eines Familien-Clans, der auf spektakuläre Diebstähle spezialisiert ist. Doch gerade als sie sich zur Ruhe setzen will, wird ihre Mutter entführt und die einzige Möglichkeit, ...

Ross Quest ist die Tocher eines Familien-Clans, der auf spektakuläre Diebstähle spezialisiert ist. Doch gerade als sie sich zur Ruhe setzen will, wird ihre Mutter entführt und die einzige Möglichkeit, sie zu befreien, besteht in der Teilnahme an einem Wettbewerb für Nachwuchsdiebe - dem Thieves Gambit. Denn dem Gewinner winkt ein freier Wunsch, aber gewinnen ist gar nicht so einfach ...

Ross war mir als Protagonistin sofort sympathisch, ich mochte, wie clever und stark sie war, auch wenn ich manchmal ein bisschen mit ihrer Naivität gehadert habe, die irgendwie ein bisschen im Gegensatz zu ihrer sonst so durchtriebener Raubkunst steht. Der Love Interest blieb hingegen ein bisschen blass. Ich habe ihn leider nicht so richtig zu fassen bekommen und dementsprechend auch die gesamte Love-Story nicht so richtig fühlen können, aber da die nicht im Fokus der Handlung stand, war das für mich jetzt kein allzu großes Manko, das nicht besonders gestört hat.

Die Handlung an sich ist fulminant, ein einziger Rausch, es ist wirklich ordentlich was los und langweilig wurde es beim Lesen definitiv nicht. Es hat genauso viel Spaß gemacht, wie erwartet, Ross aur ihre Raubzüge und auf den Wettkampf zu begleiten. Die Idee eines Wettstreits unter Dieben war wirklich genial und die einzelnen Aufgaben haben viel Spaß gemacht und ich habe ordentlich mitgefiebert. Auf das Ende hat dem in nichts nachgestanden und ich kann es jetzt gar nicht abwarten, bis der zweite Teil erscheint.

"Thieves Gambit" ist ein spannender Jugend-Thriller mit einer ganz eigenen Ideenwelt, die zu erkunden sehr viel Spaß gemacht hat - ein rastantes Diebesabenteuer an dem auch ältere Leser ihr Vergnügen haben können.

Veröffentlicht am 28.01.2024

Unterhaltsame Heist-Story

Mayfair House
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Als die Wirtschafterin Mrs. King von ihren Herrschaften auf die Straße gesetzt wird, beschließt sie, Rache zu nehmen - sie will das komplette Anwesen leer räumen. Und das während oben ein rauschender Kostümball ...

Als die Wirtschafterin Mrs. King von ihren Herrschaften auf die Straße gesetzt wird, beschließt sie, Rache zu nehmen - sie will das komplette Anwesen leer räumen. Und das während oben ein rauschender Kostümball gefeiert wird. Ein Coup, der unmöglich scheint. Doch Mrs. King heuert eine Crew wagemutiger Frauen an, die das Unmögliche tatsächlich möglich machen könnten ... wären da nicht die ein oder andere persönlichen Motive und Verstrickungen, die das Unternehmen zu Fall bringen könnte.

Der Plot von "Mayfari House" klingt einfach nur fantastisch und ich muss gestehen, dass die Vergleiche zu "Oceans 8" und "Downton Abbey" mich sehr neugierig gemacht und meine Erwartungen ziemlich hoch geschraubt haben. Zum Glück nicht zu unrecht. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und es war sehr spannend, Mrs. King bei ihrem Plan zu verfolgen. Dabei setzt die handlung etwa drei Wochen vor dem Coup an und zählt dann die Tage, später Stunden runter bis zum Raub. Das hat mir gut gefallen, weil die Zeit immer knapper wurde, die Aufregung sich steigerte und wir wirklich von Anfang an dabei waren. Doch auch wenn wir den Vorbereitungen beiwohnen, so ist der eigentliche Ablauf dann doch eine Überraschung, weil wir nur grobe Schnipsel, aber nicht das ganze Erfahren haben.. Dadruch bleibt die Spannung aber bis zum Schluss bestehen, weil man nie weiß, ob das jetzt noch geplant war oder nicht.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Immer abwechselnd begleiten wir die Diebinnen und auch "Madam", die den Ball ausrichtet und beraubt werden soll. Gerade dadurch, dass wir auch erfahren, was sich auf der anderen Seite abspielt, wird defintiv Spannung aufgebaut. Gleichzeitig sind die Figuren aber auch etwas unnahbar geblieben und so eine richtige Beziehung konnte ich zu keiner aufbauen. Es war mehr der Plot als die Figuren, der mich zum Weiterlesen angetrieben hat.

Besonders gut hat mir auch die Atmosphäre im London um die Jahrhundertwende gefallen. Alex Hay beschreibt den Luxus und die Stimmung oben auf dem Kostümball, aber auch in den ärmlichen Gassen einfach wunderbar.

Insgesamt ist "Mayfair House" eine Heist-Story, die viel Spaß macht. Es ist vielleicht kein perfektes Buch, aber defintiv sehr gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 22.01.2024

Zwiegespalten

Das Philosophenschiff
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n "Das Philosophenschiff" erzählt die 100-jährige Architektin Anouk Perleman-Jacob einem Schriftsteller die Geschichte, wie sie als junges Mädchen zusammen mit ihrer Familie und anderen Intellektuellen ...

n "Das Philosophenschiff" erzählt die 100-jährige Architektin Anouk Perleman-Jacob einem Schriftsteller die Geschichte, wie sie als junges Mädchen zusammen mit ihrer Familie und anderen Intellektuellen von Russland aus auf eines der sogenannten Philosophenschiffe ins Exil geschickt wurde. Dann kommt ein letzter Passagier an Board und das ist Lenin.

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Zum einen gibt es die Rahmenhandlung, in der Anouk Perleman-Jacob auf den Schriftsteller trifft, ihn in ihr Haus einlädt und dazu überredet, ein Buch über eine Geschichte aus ihrer Kindheit zu schreiben. Dieser Teil ist gelungen, macht Spaß zu lesen und ist auch in dem Tonfall, den ich von Köhlmeier kenne, auf den ich mich gefreut habe und den ich auch ehrlich gesagt, nach der Leseprobe erwartet hätte. Dieser Part nimmt aber leider nur einen relativ geringen Anteil im Buch ein.

Denn dann gibt es da noch die zweite, wesentlich umfangreichere Ebene - Anouk Perleman-Jacobs Geschichte. Die alte Dame erzählt diese aus der Ich-Form und das in einem völlig anderen Ton. Ja, vielleicht ist es ein passenderer Ton, ein mehr gesprochenerer klingender, aber leider auch sehr anstrengend zu lesender. Es ist nicht ganz leicht, der teil verworrenen, springenden Erzählung zu folgen. An sich habe ich nichts dagegen, wenn nicht linear erzählt wird, aber hier war es irgendwie nicht ganz einfach - vielleicht lag das auch daran, dass mir viele Namen und geschichtliche Ereignisse einfach nichts gesagt haben und ich sie dadurch nur schwer einordnen und auch ihre Tragweite vielleicht nicht so richtig einschätzen konnte. Ich muss gestehen, dass ich öfter ins Überfliegen geraten bin und mich leider ein bisschen gelangeilt habe.

Insgesamt hätte ich mir mehr Rahmenhandlung und weniger "Philosophenschiff" gewünscht. Vielleicht sieht das aber jemand, der sich mit der Zeit besser auskennt ganz anders. Gut geschrieben ist dieses Buch mit Sicherheit, nur ist es eben nicht für jeden etwas.