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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2023

Faszinierender Einblick

Idol in Flammen
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Für die Schülerin Akari gibt es nur eins im Leben, das wichtig ist - ihr Idol Masaki. Schule, Geld, Familie - alles nicht so wichtig, solange sie nur ihrem Idol dienen und es unterstützen kann. Masaki ...

Für die Schülerin Akari gibt es nur eins im Leben, das wichtig ist - ihr Idol Masaki. Schule, Geld, Familie - alles nicht so wichtig, solange sie nur ihrem Idol dienen und es unterstützen kann. Masaki ist für Akari viel mehr als einfach nur irgendein Star, er ist ihr Leben, mehr als ihr Leben.

Dieses Buch hat mir Einblicke in eine fremde und ganz andere Kultur verschafft. Der Kult, der um japanische Idole gemacht wird, nimmt hier wirklich noch ganz andere Ausmaße an, als ich mir vorgestellt hätte. Das ist schockierend, weil man Akari gerne schütteln und ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge richten würde, aber gleichzeitig auch sehr faszinierend. Ich habe auf jeden Fall etwas gelernt und auch gleich angefangen, weiter zu googlen und mir Dokus zu Idols anzuschauen.

Ich habe das Buch wirklich gerne und auch flott gelesen, weil es sehr fesselnd erzählt wird. Der Schreibstil ist dabei recht nüchtern, schon fast berichtartig, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Ein kleines Manko war für mich Akaris psychischer Zustand. Sie leidet an nicht näher spezifieirten psychischen Erkrankungen, die es ihr schwer machen, den Alltag zu meistern, einer der Gründe, warum das Idol für sie so unfassbar wichtig ist. Das ist natürlich eine Erklärung, aber ich fand den Ansatz schon fast enttäuschend, weil es diese Art der Rechtfertigung für mich gar nicht gebraucht hätte, zumal die Erkrankung auch ein bisschen stiefmütterlich abgehandelt wird. Ohne hätte ich das Buch noch eindrucksvoller gefunden.

Insgesamt aber eine durchaus lohnenswerte Lektüre, die ich gerne weiterempfehle und die Spaß macht zu lesen.

Veröffentlicht am 30.05.2023

Sommer-Feeling pur

Malibu Rising
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Im Mittelpunkt von "Malibu Rising" steht die große Sommerparty von Nina Riva. Alles mit Rang und Namen und jeder der etwas auf sich hält ist vor Ort - und wir als Leser sind mittendrin - zumindest in einem ...

Im Mittelpunkt von "Malibu Rising" steht die große Sommerparty von Nina Riva. Alles mit Rang und Namen und jeder der etwas auf sich hält ist vor Ort - und wir als Leser sind mittendrin - zumindest in einem der Erzählstränge, die uns einmal mit auf die Party nehmen und einmal erzählen, wie es zu den Ereignissen auf der Party kommen konnte. Und hier ist einiges los. Es gibt jede Menge Skandale, Intrigen und Geheimnisse.

Die große Stärke des Romans lag für mich tatsächlich vor allem in der Atmosphäre und dem Party-Setting. Das Cover bringt schon eine richtig tolle Sommerstimmung rüber und genau die habe ich auch beim Lesen gespürt, Hitze, Luxus, Intrigen, Malibu-Beach. Auch die Party wird sehr stimmungsvoll erzählt. Wir lernen nicht nur die Hauptfiguren kennen, sondern auch jede Menge Nebenrollen, die auch alle ihre Geschichten und ihren Background haben. Auf der einen Seite macht es das super lebendig, auf der anderen war es mir an manchen Stellen sogar fast schon zu viel, da diese kleinen Ausflüchte die Haupthandlung nicht unbedingt vorangetrieben haben und auch gut ein bisschen gekürzt hätten wereden können.

Ich habe bereits mehrere Bücher von Taylor Jenkins Reid gelesen, die mir sehr gut gefallen haben und dementsprechend habe ich mich auch auf die Lektüre von "Malibu Rising" sehr gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht, vielleicht nicht das beste Buch der Autorin, aber das Lesen hat mir großen Spaß gemacht und ich freue mich schon auf weitere Bücher.

Veröffentlicht am 13.05.2023

Überraschendes Sommer-Highlight

Gidget. Mein Sommer in Malibu
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Sommer in Malibu. Die Teenagerin Franzie stößt am Strand auf eine Gruppe Streuner, die am Strand haust und nur fürs Surfen, für die perfekte Welle lebt. Sie nehmen Franzie - ab jetzt Gidget genannt - in ...

Sommer in Malibu. Die Teenagerin Franzie stößt am Strand auf eine Gruppe Streuner, die am Strand haust und nur fürs Surfen, für die perfekte Welle lebt. Sie nehmen Franzie - ab jetzt Gidget genannt - in ihre Gruppe auf, bzw. tolerieren ihre Anwesenheit und bringen ihr das Surfen bei.

Besonders viel passiert eigentlich nicht, wir begleiten Franzie immer wieder dabei, wie sie sich an den Strand schleicht, mit dem Surfen und verschiedenen Liebelein hadert und gerade das macht so viel Spaß, mehr hätte es für mich auch gar nicht gebraucht. Am Ende gibt es nochmal einen kleinen Showdown, aber auch hier ist der Schwerpunkt so gesetzt, dass er sich super in den Rest eingefügt hat.

Ich hatte keine besonderen Erwartungen an dieses Buch und war schon fast überrascht, wie gut es mir nach den ersten Seiten bereits gefallen hat. Der Sprachstil ist sehr eigenwillig, aber wunderbar charakteristisch und hat einfach nur Spaß gemacht zu lesen. Er passt perfekt zu Gidget und verleiht ihr eine ganz eigene Stimme. Ich hätte noch viel mehr in diesem Stil lesen können - deshalb auch mein einziges Manko, das Buch ist einfach viel zu kurz und zu schnell rum, ich hätte gerne noch ein paar Seiten mehr gehabt :)

Das Feeling von Malibu, die Surfer-Clique, die Wellen, die Freiheit, das heimliche Wegschleichen von Franzie, das Erwachsenwerden - dieses Buch transportiert eine tolle Atmosphäre, die super rüberkommt. Insgesamt war das für mich wirklich ein überraschendes Highlight und ich freue mich sehr, dieses Buch entdeckt haben zu dürfen.

Veröffentlicht am 23.04.2023

Der Sparkle ist nicht wirklich übergesprungen

Sparkling – Maries zauberhafte Welt
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Marie ist eine bunte Magierin, die das zaubern aber noch nicht so richtig beherrscht - es ist aber auch gar nicht so einfach, sich auf Magieströme zu konzentrieren, wenn man gleichzeitig an Pancakes und ...

Marie ist eine bunte Magierin, die das zaubern aber noch nicht so richtig beherrscht - es ist aber auch gar nicht so einfach, sich auf Magieströme zu konzentrieren, wenn man gleichzeitig an Pancakes und Muffins denken muss. Als ihr Lehrer und Adoptivvater Luuk verschwindet, muss sie sich zusammen mit Nachbarsjunge Philipp und Gestaltwandler Alfred auf die Suche nach ihm machen. Und die Zeit drängt, denn es naht ein Geistermond ...

Das Cover von "Sparkling" macht einfach nur gute Laune und gefällt mir sehr gut - leider besser als der Inhalt selbst. Die Geschichte ist solide erzählt, aber leider nicht so außergewöhnlich wie sie gerne wäre. Ich habe sie leider als sehr uninspirriert und vorhersehbar empfunden. An der Vorhersehbarkeit hätte ich mich gar nicht weiter gestört, da ich weiß, dass ich nicht mehr wirklich zur Zielgruppe gehöre und somit vermutlich etwas anders lese, aber die Plot-Ideen an sich waren für mich einfach zu gewöhnlich - ich hatte mich auf kreative Ideen gefreut, aber leider nichts gelesen, was nicht schon oft dagewesen wäre.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, aber auch hier hatte ich auf mehr gehofft, auf Witz und Augenzwinkern, aber als wirklich humorvoll oder lustig habe ich das Buch leider nicht empfunden. Dafür ist die Geschichte einfach zu "normal runter erzählt".

Insgesamt ist "Sparkling" ein solides Buch, nicht mehr und nicht weniger, dem in meinen Augen aber das gewisse Etwas fehlt, um es zu einem wirklich unterhaltsamen Buch zu machen. Der Band ist in sich geschlossen, ließe aber Möglichkeiten für eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Beklemmende Eintönigkeit

Institut für gute Mütter
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Weil Frida ihre Tochter unbeaufsichtigt lässt, wird ihr vorläufig das Sorgerecht für die Kleine entzogen - will sie es zurückerlangen, muss sie ein Jahr lang im "Institut für gute Mütter" lernen, was ...

Weil Frida ihre Tochter unbeaufsichtigt lässt, wird ihr vorläufig das Sorgerecht für die Kleine entzogen - will sie es zurückerlangen, muss sie ein Jahr lang im "Institut für gute Mütter" lernen, was es heißt, eine gute Mutter zu sein. Oder zumindest, was der Staat sich unter einer guten Mutter vorstellt. Anhand von KI-Puppen muss Frida zusammen mit anderen gescheiterten Müttern eine Lektion nach der anderen über sich ergehen lassen, egal wie sinnlos und kalt die Lektionen auch scheinen, wer aufbegehrt muss mit Strafen rechnen oder damit, sein eigenes Kind nicht wiederzusehen.

Ich hatte hohe Erwartungen an dieses Buch. Die Idee fand ich faszinierend und beklemmend, auch die Vergleiche mit Büchern wie "Der Report der Magdt" oder "Alles, was wir geben mussten" haben mich wirklich neugierig gemacht. Der Anfang des Buches war relativ langsam und bis Frida dann endlich mal im Institut angekommen ist, dauert es gute hundert Seiten und ich muss gestehen, teilweise ein bisschen ungeduldig geworden zu sein. Im Institut selbst ist das Leben eintönig und hart und kalt. Anfangs ging davon noch eine gewisse Faszination am Schrecklichen aus, aber das Schreckliche blieb dabei auf einem relativ gleichtönigen Level ohne große Höhen und Tiefen, was mich irgendwie ein bisschen ermüdet oder abgestumpft hat.

Die KI-Puppen waren für mich das faszinierendste, die Idee hat mir wirklich gefallen und auch ihre Beschreibungen. Das war sehr gelunge, auch wenn ich mich vor den Puppen wirklich gegraust und teilweise sogar geekelt habe - aber das war ja Teil des Konzepts, also gelungen.

Die Erzählweise ist sehr kühl und distanziert. Weder zu Frida noch zu irgendeiner anderen Person konnte ich eine wirkliche Beziehung aufbauen und das hat es für mich dann leider auch ein bisschen schwer gemacht, der Geschichte über die vollen 400 Seiten meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Insgesamt fand ich den Gedanken bzw. die Idee der Geschichte spannender oder gelungener als die Umsetzung. Ich hätte mir mehr Schrecken, mehr einschneidendes oder herausstechendes und weniger Eintönigkeit gewünscht. Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben, weil es mich mit interessanten Fragen konfrontiert hat, aber noch einmal würde ich es nicht lesen.