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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2022

Ein knallbuntes und total verrücktes Wimmelbuch

Hasen rasen mit dem Boot
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Achtung: Hasen an Bord.
Endlich scheint die Sonne in Mümmelburg und nach ihrem wilden Ausflug mit dem Bus (Teil 1) kapern die verrückten Hasen nun ein Schnellboot und machen den Strand, das Meer und sogar ...

Achtung: Hasen an Bord.
Endlich scheint die Sonne in Mümmelburg und nach ihrem wilden Ausflug mit dem Bus (Teil 1) kapern die verrückten Hasen nun ein Schnellboot und machen den Strand, das Meer und sogar die Unterwasserwelt unsicher. Rücksichtslos, planlos und völlig chaotisch rasen sie mit dem viel zu schnellen Boot und richten einige Zerstörung an. Niemand kann sie stoppen, doch schließlich führt ihr Weg sie zum Flughafen… . Man darf sicher schon auf Teil 3 gespannt sein :)

„Hasen rasen mit dem Boot“ ist ein knallbuntes, total verrücktes und temporeiches Wimmel - Bilderbuch, bei dem die detailreichen Illustrationen eindeutig wichtiger und lustiger sind als der gereimte Text, der meiner Meinung nach weniger gelungen ist.
Das Buch ist schnell zu einem Lieblingsbuch meines Enkels (fast 4 Jahre alt) geworden. Er hat viel Spaß beim Anschauen und muss häufig lachen, denn auf jeder Seite gibt es viele witzige Sachen zu entdecken. Besonders lustig findet er, wenn die Hasen durch ein Restaurant rasen und sie mit Spaghetti behängt weiterfahren.
Als Erwachsene hat mich etwas die absolute Rücksichtslosigkeit der Hasen gestört, denn viele der anderen Tiere - sogar die Hasen selbst - haben teilweise panisch aufgerissene Augen. Viele Tiere schimpfen aber nur den Hasen hinterher, was ich für ein Kinderbuch passender finde. Kinder scheinen das aber völlig anders und lockerer zu sehen und lachen über die witzigen Situationen. Und Kinder sind die Zielgruppe der Geschichte!

Fazit: Ein Bilderbuch, das einfach nur Spaß macht und ganz ohne Lehre und Moral auskommt. Langweilig ist anders.

Veröffentlicht am 30.05.2022

Komplexes Verwirrspiel

Freunde. Für immer.
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Inhalt: Seit dem College sind sie Freunde: Jonathan, Derrick, Keith, Stephanie und Maeve. Bis vor zehn Jahren gehörte auch noch Alice dazu, doch nach einem tragischen Ereignis nahm sie sich das Leben. ...

Inhalt: Seit dem College sind sie Freunde: Jonathan, Derrick, Keith, Stephanie und Maeve. Bis vor zehn Jahren gehörte auch noch Alice dazu, doch nach einem tragischen Ereignis nahm sie sich das Leben. Jetzt treffen sich die Freunde zu Jonathans Junggesellenabschied in seinem Haus in den Catskill Mountains wieder. Doch dann findet die Polizei den Wagen, mit dem Derrick und Keith am Samstag unterwegs waren - auf dem Beifahrersitz die Leiche eines Mannes mit zertrümmertem Gesicht, so dass eine Identifizierung nicht möglich ist. Der Fahrer des Wagens ist verschwunden. Detective Julia Scutt leitet die Ermittlungen und Erinnerungen an den zwanzig Jahre zurückliegenden Mord an ihrer Schwester werden wach.

Meine Meinung: Die Autorin erzählt die Geschichte im Wechsel aus den Perspektiven der Freunde, sowie aus der Sicht von Julia Scutt.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich alle Charaktere kennengelernt hatte, sie etwas einschätzen konnte und mich in der Handlung zurechtfand. Auch die Zeitsprünge haben mich teilweise verwirrt.
Keiner der Freunde und auch der anderen Charaktere der Geschichte war mir besonders sympathisch. Die Ausnahmen sind da nur Julia und ihr Kollege Dan. Auch Julia hat mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen, denn ihre geliebte ältere Schwester Jane wurde vor zwanzig Jahren ermordet und ebenfalls mit zertrümmertem Gesicht aufgefunden. Julia sieht Parallelen zu dem Fall. Auch hofft sie immer noch, dass Janes Mörder gefunden wird.
Die fünf Freunde, die alle aus vermögenden Familien kommen, haben ein dunkles gemeinsames Geheimnis, das ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt. Nur ganz langsam, Kapitel für Kapitel, kommt man der ganzen Wahrheit näher. Immer mehr Lügen, Intrigen und Geheimnisse kommen ans Licht und es gibt einige unvorhersehbare Überraschungen.

Fazit: „Freunde. Für immer“ ist ein komplexes Verwirrspiel, dessen subtile Spannung mich hauptsächlich gegen Ende mitgerissen hat.

Veröffentlicht am 04.05.2022

Leider sehr langgezogen

Wer ohne Sünde ist
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Inhalt: Rebecka Martinsson ist Staatsanwältin in Kiruna in Lappland. Hier sind die Winter lang, eisig kalt und dunkel und nicht selten fällt im Mai noch Schnee.
Als der todkranke Gerichtsmediziner Lars ...

Inhalt: Rebecka Martinsson ist Staatsanwältin in Kiruna in Lappland. Hier sind die Winter lang, eisig kalt und dunkel und nicht selten fällt im Mai noch Schnee.
Als der todkranke Gerichtsmediziner Lars Pohjanen Rebecka bittet, einen längst verjährten Mordfall zu untersuchen, mag sie ihm diese Bitte nicht abschlagen. Nur ungern beginnt sie zu ermitteln, doch dann lässt ein aktueller Mordfall Zusammenhänge erkennen. Bei ihren Nachforschungen kommt Rebecka auch ihrer eigenen Vergangenheit näher.

Meine Meinung: „Wer ohne Sünde ist“ ist bereits der 6. Teil der Thriller-Reihe um die eigenwillige Staatsanwältin Rebecka Larsson und vor etwa zehn Jahren habe ich ersten fünf Teile mit Begeisterung gelesen. Allerdings hatten die ersten Bücher alle etwa 200 Seiten weniger und das hätte diesem Buch meiner Meinung nach auch gutgetan.
Ich mag den Schreibstil von Åsa Larsson sehr gerne. Vor allem ihre Landschaftsbeschreibungen sind einfach fantastisch, so dass man beim Lesen ein deutliches Bild vor Augen hat und die eisige Kälte, sowie die düstere Atmosphäre spürt. Sie erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven.
Rebecka macht es dem Leser / der Leserin nicht immer einfach sie zu mögen. Sie ist eine starke und intelligente Frau, doch durch ihre spröde und abweisende Art, ist sie nicht überall beliebt. Zudem hat sie psychische Probleme und hadert mit ihren Fehlern und ihrer Vergangenheit. Ich mag sie trotzdem gern! Aber auch alle anderen Charaktere - sowie auch die Hunde, die in jedem Buch dabei sind - beschreibt die Autorin glaubwürdig und teilweise sehr ausführlich.
Die Thriller/Krimi- Handlung baut sich nur sehr langsam auf und auch Spannung habe ich etwas vermisst. Dafür gibt es sehr viele Nebenhandlungen und Einblicke in die Privatleben einiger Charaktere, die mir gut gefallen haben. Den Handlungsstrang in der Vergangenheit fand ich wesentlich schwächer, als den in der Gegenwart.

Fazit: Ich mag die Charaktere und auch den Schreibstil von Åsa Larsson wirklich sehr gerne, aber insgesamt war mir die Handlung doch zu langgezogen und es gab einige überflüssige Kapitel und Beschreibungen.

Veröffentlicht am 01.05.2022

Warmherzige Geschichte

Der Geschichtenbäcker
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Inhalt: Nach einer Verletzung muss die gefeierte Baletttänzerin Sofie ihre Karriere aufgeben, was ihr Leben völlig aus der Bahn wirft. Nach einer Zeit des Nichtstun und der Unzufriedenheit nimmt sie auf ...

Inhalt: Nach einer Verletzung muss die gefeierte Baletttänzerin Sofie ihre Karriere aufgeben, was ihr Leben völlig aus der Bahn wirft. Nach einer Zeit des Nichtstun und der Unzufriedenheit nimmt sie auf Drängen der Arbeitsagentur eine Stelle in einer kleinen Bäckerei an, da ihr sonst das Arbeitslosengeld gestrichen wird. Ihr Plan ist, nach einigen Tagen wieder zu kündigen, doch Giacomo, der kluge italienische Bäcker, der seine Brote mit viel Liebe, Geduld und Poesie backt, erweckt in Sofie die Begeisterung für das Backen und den Mut für einen Neuanfang.

Meine Meinung: Schon auf den ersten Seiten gibt es ein ganz kurzes Wiedersehen mit dem Buchspazierer und Schascha, was ich sehr originell fand.
Carsten Henn schreibt sehr warmherzig und einfühlsam und die von ihm erdachten Charaktere sind größtenteils sympathisch und teilweise etwas skurril. Leider hat mich ausgerechnet Sofie nicht völlig überzeugt. Ich konnte zwar ihren Schmerz, nicht mehr tanzen zu können, nachvollziehen und habe mich später über ihre positive Wandlung gefreut, aber ihr Verhalten ihrem Mann Florian gegenüber fand ich ungerecht und egoistisch. Giacomo, den empathischen Bäcker, muss man dagegen einfach mögen. Durch seine einfühlsame und verständnisvolle Art Sofie gegenüber, erweckt er in ihr neuen Lebensmut und die Kraft, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Aufgelockert wird die Geschichte aber vor allem durch die kleine Anouk, Sofies fünfjährige Nichte, die sehr intensiv spielt, sie sei DIE Maria und alles und jeden segnet. Auch die alte Dackeldame Motte mochte ich sehr gerne.
Trotz wirklich vieler schöner Passagen hat mich das Buch nicht zu 100% überzeugt. Das lag zum einen an Sofies teilweise depressiver Stimmung und zum anderen an der Art, wie Giacomo seine Brote als „Geschichtenbäcker“ backt. Das traf leider gar nicht meinen Geschmack.

Fazit: Eine warmherzige, aber etwas unrealistische Geschichte voller kluger Gedanken.

Veröffentlicht am 22.04.2022

Vom Streiten und Sich-Vertragen

Kleiner Dachs & großer Dachs - Der riesengroße Streit
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Inhalt: Der kleine Dachs und der große Dachs sind allerbeste Freunde. Der kleine Dachs will Abenteuer erleben, immer der erste sein und von allem das größte Stück. Der große Dachs ist ruhiger und gelassener ...

Inhalt: Der kleine Dachs und der große Dachs sind allerbeste Freunde. Der kleine Dachs will Abenteuer erleben, immer der erste sein und von allem das größte Stück. Der große Dachs ist ruhiger und gelassener und lässt dem kleinen Dachs meistens seinen Willen. Doch eines Tages passiert dem kleinen Dachs beim gemeinsamen Angeln ein Missgeschick und weil es so komisch aussieht, muss der große Dachs sehr darüber lachen und kann gar nicht mehr aufhören. Das macht den kleinen Dachs sauer und er wirft wütend die Angel vom großen Dachs ins Wasser. So entsteht ganz plötzlich ein riesengroßer Streit und keiner der beiden will sich entschuldigen. Beide beschließen, sich einen anderen Freund zu suchen, aber das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: „Der riesengroße Streit“ ist eine niedliche Geschichte über zwei Freunde, die sich heftig streiten. Diese Situation können eigentlich alle Kinder nachempfinden, denn egal ob in der Familie oder unter Freunden, sich zu streiten ist nicht ungewöhnlich und auch nicht schlimm. Wichtig ist nur, sich auch wieder zu vertragen - sowie der kleine und der große Dachs das am Ende der Geschichte auch machen. Da muss man schon mal mutig sein und sich entschuldigen.
Der leicht verständliche Text passt wunderbar zu den schönen farbenfrohen und liebevoll gestalteten Illustrationen. An der Mimik der Dachse und auch einiger anderer Tiere kann man sehr genau deren Emotionen ablesen: Z.B. glücklich und aufgeregt, wütend, beleidigt, traurig oder ängstlich. Zudem gibt es auf jeder Seite noch viele kleine, oft lustige Details zu entdecken, die die Kinder noch zusätzlich zum Erzählen anregen.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass beide Dachse einen neuen Freund suchen, der die gleichen Eigenschaften hat wie der „alte“ Freund. Dabei merken sie, das das nicht möglich ist und ihnen wird bewusst, wie sehr sie den Freund vermissen.

Fazit: Eine wirklich schöne Freundschaftsgeschichte für Kinder ab 3 Jahren über das Streiten und Sich-Vertragen, die ich sehr gerne weiterempfehle.