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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2020

Großartiges Jugendbuch mit Sogwirkung

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln
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Inhalt: Samuel kommt im Abschlussjahr als Neuer in Maries Klasse. Vom ersten Augenblick an fühlen sichdie beiden voneinander angezogen. Auch Maries jüngerer Bruder Theo, dem Samuel hilft, als dieser von ...

Inhalt: Samuel kommt im Abschlussjahr als Neuer in Maries Klasse. Vom ersten Augenblick an fühlen sichdie beiden voneinander angezogen. Auch Maries jüngerer Bruder Theo, dem Samuel hilft, als dieser von dem Mobber Andi gequält wird, empfindet sofort Sympathie für den älteren Jungen. Für alle drei Jugendlichen ändert sich an diesem Tag etwas, das sich anfühlt wie die Chance auf einen Neubeginn. Doch Samuel hat ein Geheimnis, das die neuen Freundschaften wieder zerstören könnte…

Meine Meinung: Der Schreibstil von Adriana Popescu ist absolut mitreißend, so dass mich der Roman von Anfang an gefesselt hat. Sie hat mir die drei Protagonisten unglaublich nah gebracht. Sie wirken sehr authentisch und ich konnte mich in jeden von ihnen hineinversetzen (auch wenn ich persönlich wesentlich älter bin) und habe mit ihnen gelitten, gehofft und gebangt. Die Geschichte wird in unregelmäßigem Wechsel in der Ich-Form aus den Perspektiven von Marie, Theo und Samuel erzählt und irgendwann wurde die Handlung so spannend, dass ich tatsächlich mehrmals vorgeblättert habe, weil ich die Ungewissheit nicht mehr aushielt.
Zu den Charakteren: Marie stellt ihre eigenen Bedürfnisse für ihren Bruder komplett zurück. Sie hat keine Hobbies, keine Freunde und ist immer für Theo da, wenn er sie braucht. Auch zuhause dreht sich alles nur um ihn, denn für ihre Eltern ist Theo zum überbehüteten Sorgenkind geworden. Als Marie dann Samuel kennenlernt, der SIE sieht und nach IHREN Bedürfnissen fragt, merkt sie erst, wie gut ihr das tut und wie sehr es ihr gefehlt hat.
Theo ist nur ein Jahr jünger als Marie. Nach einem traumatischen Vorfall vor über einem Jahr, der Auswirkungen auf seine ganze Familie hat, leidet er unter schlimmen Ängsten und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. So ist er auch ein leichtes Opfer von Mobbern in seiner Schule. Seine einzige Vertraute ist seine Schwester, aber auch Samuel gegenüber fasst er langsam Vertrauen.
Samuel hofft in der neuen Schule auf einen Neubeginn. Doch es ist nicht leicht für ihn, seine problematische Vergangenheit hinter sich zu lassen, zudem hat er immer noch Kontakt zu seinem ältesten und besten Freund Tommi.

Adriana Popescu hat es wieder einmal geschafft, fiktiven Protagonisten Seele einzuhauchen und dem Leser brisante und aktuelle Themen, die sehr nahe gehen, auf eine wirklich einfühlsame und mitreißende Weise nahezubringen. Die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Marie und Samuel entwickelt, ist wirklich sehr dezent und realistisch, was mir gut gefallen hat.

Fazit: Ein großartiges Jugendbuch, das auch bei mir als Erwachsenem eine Sogwirkung ausgelöst hat und das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Witzige und fantasievolle Geschichte

Ritter werden leicht gemacht – Ein äußerst nerviger Bär
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Inhalt: Wieder einmal müssen Sam J. Butterkappe und seine Cousine und treue Gefährtin Brunella, genannt Ella, eine Aufgabe erfüllen, um Sams großen Traum, ein edler und verwegener Ritter zu werden, zu ...

Inhalt: Wieder einmal müssen Sam J. Butterkappe und seine Cousine und treue Gefährtin Brunella, genannt Ella, eine Aufgabe erfüllen, um Sams großen Traum, ein edler und verwegener Ritter zu werden, zu verwirklichen. Die beiden haben eine alte und verzauberte Schriftrolle gefunden, in der steht, was sie zu tun haben. Heute sollen die beiden ein stattliches Schwert finden. Ihre Suche führt sie in den Wald...

Meine Meinung: „Ein äußerst nerviger Bär“ ist bereits der dritte Teil der Reihe „Ritter werden leicht gemacht“ (leider fehlt mir noch der 1. Teil) und hat mir noch besser gefallen als der vorherige Teil. Sam und Nella sind einfach ein tolles Team. Während Sam etwas ruhiger und zurückhaltender ist, ist Nella vorwitzig und manchmal auch ein klein wenig zickig. Die Kinder erleben im Wald ein neues witziges und märchenhaftes Abenteuer. Unter anderem helfen sie dem wütenden Zwerg Septimus Splint, der versehentlich beim Holz schlagen seinen langen Bart eingeklemmt hat (das hat mich stark an das Märchen Schneeweißchen und Rosenrot erinnert) und treffen bald den äußerst nervigen Bär Brumm. Brumm spricht ein holpriges und falsches Deutsch, z.B.: „Brumm mögen den Wald sehr“, was mich zuerst in einem Kinderbuch etwas gestört hat, aber ich glaube, Kinder im Grundschulalter finden das doch sehr lustig.
Natürlich bekommt Sam am Ende für eine gute Tat sein ersehntes Schwert und ist seinem Ziel, ein edler Ritter zu werden, wieder einen Schritt näher gekommen.
Die - leider nur ca. 100 Seiten - sind kindgerecht und humorvoll von Vivian French geschrieben und der Text wird von tollen Illustrationen von David Melling ergänzt. Auf den letzten Seiten gibt es noch eine kurze Leseprobe, die neugierig auf den vierten Band „Punkte, Streifen und Zickzacks“ macht.

Fazit: Eine witzige und fantasievolle Buchreihe für Kinder ab 8 Jahren.

Veröffentlicht am 08.09.2020

Ein perfider Mord

Wer auf dich wartet
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Inhalt: Gegen 23 Uhr will Aidan mit seiner Freundin Zoe skypen. Er sieht nur ein leeres Zimmer, hört aber Geräusche aus Zoes Badezimmer: laufendes Wasser und das Quietschen der Badewanne. Dann wird plötzlich ...

Inhalt: Gegen 23 Uhr will Aidan mit seiner Freundin Zoe skypen. Er sieht nur ein leeres Zimmer, hört aber Geräusche aus Zoes Badezimmer: laufendes Wasser und das Quietschen der Badewanne. Dann wird plötzlich ihre Wohnungstür geöffnet, ein Schatten huscht herein und verschwindet im Badezimmer. Aidan hört Kampfgeräusche - dann absolute Stille… . Er zögert lange, bis er die Polizei benachrichtigt. Zu lange, denn als DCI Jonah Sheen mit seinem Team von der Kriminalpolizei Southampton Stunden später eintrifft, ist Zoe tot.
Wer hatte einen Grund, die hilfsbereite junge Künstlerin zu töten?

Meine Meinung: „Wer auf dich wartet“ ist nach „Bis ihr sie findet“ bereits der zweite Fall für DCI Jonah Sheen, doch auch problemlos ohne Vorkenntnisse zu lesen.
Jonah Sheen und sein Team haben mir wieder einmal gut gefallen. Die Ermittler sind alle sympathisch und sie arbeiten auf eine freundschaftliche, aber professionelle Art zusammen, was mir gut gefällt. Ihr Privatleben wird nur sehr kurz erwähnt, denn der Fokus liegt eindeutig auf den Ermittlungen.
Die Geschichte wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Während es in der Gegenwart natürlich um die Aufklärung des Mordes geht, erfährt der Leser in Rückblicken - beginnend zwanzig Monate zuvor - von den Ereignissen in Zoes Vergangenheit, die letztendlich zu ihrem Tod führten.
Zoe war eine mitfühlende und hilfsbereite junge Frau, die jederzeit für ihre problembeladenen Freunde da war. Leider war mir Zoe, sowie ihr gesamtes Umfeld, äußerst unsympathisch. Auch fand ich etwas unrealistisch, wie sehr alle Charaktere auf ihre Hilfe und Zuneigung angewiesen waren.
Der Schreibstil von Gytha Lodge ist flüssig und durch die relativ kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel lässt sich das Buch recht schnell lesen, auch wenn sich die Handlung teilweise doch etwas zieht. Immer wieder wird der Leser auf falsche Fährten geführt und bis zur Auflösung wusste ich nicht mit Sicherheit, wer der Täter ist. Trotzdem hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.

Fazit: „Wer auf dich wartet“ ist ein solider Krimi mit einem sympathischen Ermittlerteam und einem raffiniert ausgeführten Mord.

Veröffentlicht am 04.09.2020

Der Zauber der Natur

Der Geheime Garten
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Inhalt: Die kleine verwöhnte Mary wird nach dem Tod ihrer Eltern von Indien nach England auf das Landgut ihres verwitweten Onkels Archibald Craven geschickt. Doch der kümmert sich wenig um das Mädchen ...

Inhalt: Die kleine verwöhnte Mary wird nach dem Tod ihrer Eltern von Indien nach England auf das Landgut ihres verwitweten Onkels Archibald Craven geschickt. Doch der kümmert sich wenig um das Mädchen und so erkundet sie allein das Haus und die Umgebung. Eines Tages findet sie die Tür zu einem verwilderten geheimen Garten, der ihre Neugier weckt und ihre Lust, ihn wieder aufblühen zu sehen. Gemeinsam mit dem Dickon, dem Bruder des Dienstmädchens, beginnt Mary, den Garten zu bearbeiten. Schon bald erzählt sie ihrem kränkelnden und tyrannischen Cousin Colin davon und auch seine Neugier ist geweckt. Bald können sich die Kinder dem Zauber der aufblühenden Natur nicht mehr entziehen und beginnen sich positiv zu verändern.

Meine Meinung: „Der geheime Garten" ist ein zeitloser Kinderbuchklassiker, den Frances Hodgson Burnett bereits 1911 geschrieben hat. Vor vielen Jahren habe ich bereits den Film gesehen und auch das Buch gelesen. Diese gekürzte Hörbuchfassung mit einer Lauflänge von 302 Minuten, ist erst im Juli 2020 erschienen und wird gefühlvoll von Iris Berben gelesen.
Die Atmosphäre in dem alten Landgut ist zunächst ziemlich düster und bedrückend. Mary wird als unangenehmes, mageres und verwöhntes Kind beschrieben, dass sich nicht einmal alleine anziehen kann und für alles Dienstboten braucht. Ihr Cousin Colin ist noch schlimmer. Seit Jahren verlässt er sein Zimmer nicht mehr und liegt nur im Bett, meint er müsse bald sterben, langweilt sich, ist arrogant und tyrannisch - aber eigentlich nur einsam und traurig. Nur Mary lässt sich von ihm nichts sagen und bringt ihn wieder zum Lachen. Dickon ist ein einfacher Junge aus der Nachbarschaft, mit einer großen liebevollen Familie. Er liebt alle Tiere und die Tiere lieben ihn. Die drei so unterschiedlichen Kinder werden enge Freunde.
Je mehr Zeit die Kinder im Garten vebringen - er wird übrigens wunderschön beschrieben - desto heller und freundlicher wird die Atmosphäre des Buches.
Die Botschaft dieser zauberhaften Geschichte, die fast märchenhaft wirkt, gefällt mir sehr: Durch die Schönheit der Natur, die aufrichtige Freundschaft und die positive Kraft der Gedanken, werden aus zwei blassen, unglücklichen und kränkelnden Kindern, zwei lebensfrohe und glückliche Kinder.

Fazit: Ein schön geschriebener und toll erzählter Kinderbuchklassiker, der auch Erwachsenen Spaß macht.

Veröffentlicht am 04.09.2020

Farbenfroh und witzig

Eine Hühnerschaukel für Rosa
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Inhalt: Die Henne Rosa wohnt zusammen mit anderen Hühnern und dem Hund Herr Konrad bei Hermine in der alten Villa am Dorfrand. Während alle anderen Hühner eifrig im Garten scharren, guckt Rosa lieber Hermine ...

Inhalt: Die Henne Rosa wohnt zusammen mit anderen Hühnern und dem Hund Herr Konrad bei Hermine in der alten Villa am Dorfrand. Während alle anderen Hühner eifrig im Garten scharren, guckt Rosa lieber Hermine bei der Dachreparatur zu, denn schon seit sie aus dem Ei geschlüpft ist, hat sie panische Angst vor Regenwürmern. Doch als der Postbote ein großes Paket bringt, herrscht große Aufregung bei den Hühnern und alle laufen eilig ins Haus und picken an dem Paket herum. Jedes Huhn hat einen anderen Wunsch und hofft, dass er endlich erfüllt wird: Finchen freut sich auf eine Lampe, Frida auf ein gemütliches Bett und Amelie hätte gerne einen Spiegel. Rosa wünscht sich schon lange eine Hühnerschaukel. Ob ihr Wunsch in Erfüllung geht?

Meine Meinung: Genauso farbenfroh und liebevoll illustriert wie das Cover, sind auch alle anderen Bilder der Geschichte. Auf jeder Seite gibt es unheimlich viel zu entdecken, viele kleine witzige Details fallen den Kindern vielleicht erst beim zweiten oder dritten Anschauen des Buches auf. Die vielen kleinen Käfer, Hummeln, Libellen und anderen kleinen Tiere, die auf jedem der Bilder zu finden sind, erinnern mich etwas an die Mucklas aus den Petterson und Findus Büchern. Super!
Aber auch die Geschichte ist niedlich und der Text kindgerecht. Schon die Idee, dass ein Huhn sich vor Regenwürmern fürchtet, finde ich witzig. Und dann die Aufregung, als das Paket kommt! Das kann wahrscheinlich jedes Kind gut nachvollziehen. Natürlich gibt es auch ein glückliches Ende und alle Tiere, sowie Hermine, sind zufrieden!

Fazit: Ein wirklich niedliches Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren