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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2023

Ein solider Reihenauftakt

Glutspur
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Inhalt: Liv Jensen arbeitet erst seit Kurzem als Privatdetektivin. Ihr ehemaliger Vorgesetzter und guter Freund bei der Kopenhagener Mordkommission, Petter Bohm, bittet sie um Hilfe in einem drei Jahre ...

Inhalt: Liv Jensen arbeitet erst seit Kurzem als Privatdetektivin. Ihr ehemaliger Vorgesetzter und guter Freund bei der Kopenhagener Mordkommission, Petter Bohm, bittet sie um Hilfe in einem drei Jahre zurückliegenden Mordfall, der bislang nicht aufgeklärt werden konnte. Bei ihren Ermittlungen trifft sie auf Hannah Leon, eine Krisenpsychologin, deren Zwillingsbruder Daniel sich vor einiger Zeit das Leben genommen hat. Daniel saß im Gefängnis und wurde beschuldigt, seine Ex-Frau Penelope ermordet zu haben. Dann ist da auch noch Nima Ansari, ein iranischer Automechaniker, der unter Mordverdacht gerät, als eine tote Frau im Wald gefunden wird.
Die Ermittlungen führen Liv weit in die Vergangenheit …

Meine Meinung: Ich habe die Kørner & Werner Reihe von Katrine Engberg sehr gerne gelesen und war jetzt sehr gespannt auf diesen neuen Reihenauftakt.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich wie gewohnt angenehm und flüssig lesen und auch Liv, Hannah und Nima mochte ich ganz gern. Alle drei Charaktere haben aus unterschiedlichen Gründen eine schwere Zeit hinter sich. Nur häppchen- und andeutungsweise erfahren wir, was ihnen geschehen ist.
Liv, Hannah und Nima wohnen zwar in direkter Nähe zueinander, haben aber trotzdem nur wenige Berührungspunkte. Die Erzähl-Perspektiven wechseln zwischen den dreien, wobei aber Livs Ermittlungen den größten Raum einnehmen. Zusätzlich gibt es noch einen kürzeren Handlungsstrang, der in der Vergangenheit (1943) spielt. Lange Zeit konnte ich überhaupt keine Verbindung zur Gegenwart herstellen und die Auflösung hat mich dann auch überrascht.
Leider konnte mich das Buch nicht völlig fesseln und lange Zeit fehlte mir auch die Spannung. Erst gegen Ende, als alle Fäden zusammenlaufen und sich entwirren, kommt mehr Dynamik und Spannung in die Handlung.

Fazit: Ein neuer Reihenauftakt, von dem ich persönlich etwas mehr erwartet hatte. Trotzdem werde ich sicher auch den nächsten Teil lesen und hoffe, dass neben Liv auch Hannah und Nima wieder dabei sind.

Veröffentlicht am 14.10.2023

Vom Anfang bis zum Ende spannend

Engelsmädchen
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Inhalt: Die Kriminalpsychologin und Kriminalkommissarin Carlotta Weiss wird von der Polizei um Hilfe gebeten: Ein junges Mädchen steht auf einem hohen Baugerüst und ist kurz davor, sich in die Tiefe zu ...

Inhalt: Die Kriminalpsychologin und Kriminalkommissarin Carlotta Weiss wird von der Polizei um Hilfe gebeten: Ein junges Mädchen steht auf einem hohen Baugerüst und ist kurz davor, sich in die Tiefe zu stürzen. Carlotta versucht alles, um das Mädchen, das große Engelsflügel auf ihren Schultern tätowiert hat, von dem Sprung abzuhalten. Leider vergeblich.
Nils Trojan wird zu dem Fall hinzugezogen und ist sofort von Carlotta fasziniert. Er bittet sie um eine Zusammenarbeit.
Während sie im Fall des unbekannten Mädchens ermitteln, kommt es in Berlin zu einer grausamen Mordserie …

Meine Meinung: In diesem 11.Teil der Reihe bekommt Nils Trojan Verstärkung von Carlotta Weiss - und ich finde diese Idee des Autors einfach genial, denn Carlotta bringt neuen Schwung in die Reihe. Sie gefällt mir richtig gut.
Carlotta ist sehr speziell. Sie ist äußerst scharfsinnig, eine nicht teamfähige Einzelgängerin, dabei sehr verletzlich und sie hat so ungewöhnliche und extreme Ermittlungsmethoden, dass Nils sich manchmal fragt, ob sie ein Genie ist, oder vielleicht eher wahnsinnig. Zudem sind ihre eigenwilligen Ermittlungen nicht immer ganz legal und oft gefährlich. Außerdem scheint sie in irgendeiner Weise in den Fall involviert zu sein ...
In diesem 11.Teil liegt der Fokus mehr auf Carlotta, als auf Nils, aber natürlich spielt auch er eine große Rolle.
Der Spannungsbogen ist von Anfang an auf einem hohen Niveau und steigt gegen Ende noch einmal an. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Story ist komplex aufgebaut und bis fast zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer der Täter ist und wie alles zusammenhängt. Die Morde sind unglaublich grotesk, blutig und unwirklich und die Atmosphäre düster und beklemmend, wie eigentlich immer in den Psychothrillern des Autors. Die Auflösung war für mich überraschend und hat mir gut gefallen.
Ich hoffe sehr, dass Nils und Carlotta ab jetzt gemeinsam ermitteln.

Fazit: Wieder einmal ein rasanter Psychothriller von Max Bentow. Sicher nicht ganz authentisch - hoffentlich 😅- , aber sehr spannend.

Veröffentlicht am 11.10.2023

Da ist noch Luft nach oben ...

Schwarzvogel
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Inhalt: Hilflos beobachtet die 85-jährige Gun bei einem Spaziergang, wie eine junge Frau panisch aus dem Wald gerannt kommt, auf das noch zu dünne Eis des Sees läuft und einbricht. Jede Rettung kommt zu ...

Inhalt: Hilflos beobachtet die 85-jährige Gun bei einem Spaziergang, wie eine junge Frau panisch aus dem Wald gerannt kommt, auf das noch zu dünne Eis des Sees läuft und einbricht. Jede Rettung kommt zu spät …
Die junge Ermittlerin Fredrika Storm, die gerade erst aus Kopenhagen in ihren Heimatort Harlösa zurückgekehrt ist, übernimmt zusammen mit ihrem neuen Kollegen Henry Calment den Fall, der zunächst wie ein Unfall aussieht. Zufällig ist die Augenzeugin Gun Fredrikas Großmutter und auch viele andere Bewohner des kleinen Ortes, die sie im Laufe der Ermittlungen befragen muss, sind ihr gut bekannt. Bald stellt sich ihr sogar die Frage, ob sie gegen ihre eigene Familie ermitteln muss.

Meine Meinung: Der Prolog bietet sofort einen spannenden Einstieg in das Buch und auf den folgenden Seiten lernen wir Fredrika und ihre neuen Kollegen und Kolleginnen kennen. Das Team besteht aus sehr unterschiedlichen Charakteren und besonders Henry sticht dabei heraus. Henry ist reich, kultiviert und gebildet, doch er wirkt keineswegs eingebildet. Er arbeitet sehr gerne bei der Polizei, weil ihn seine Aufgaben dort ausfüllen. Er ist zwar etwas speziell, aber ich mochte ihn sofort. Auch Fredrika war mir von Anfang an sympathisch. Für mich hätten die gemeinsamen Ermittlungen und die Dialoge der beiden so unterschiedlichen Menschen gerne noch mehr Raum einnehmen dürfen, denn die Dynamik zwischen den beiden hat mir gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie sich ihr Verhältnis in den nachfolgenden Krimis weiterentwickelt.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen, die Kapitel sind relativ kurz und die Perspektiven wechseln häufiger, so dass man viele Einblicke bekommt. Obwohl es einige Längen gibt, kommt man mit dem Lesen schnell voran. Nicht so gut gefallen hat mir, dass Fredrikas recht große Familie einen ziemlich großen Teil der Ermittlungsarbeit eingenommen hat und die Zusammenhänge auch etwas konstruiert wirkten. Für Fredrika ist es schwer, die Grenze zwischen ihrer Familie und ihrem Job als Polizistin zu ziehen, was ihr auch nicht immer gelingt und ihr ein schlechtes Gewissen bereitet. Eigentlich hätte sie wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen werden müssen.
Leider kommt erst gegen Ende des Buches Spannung auf, bis dahin plätschern die Ermittlungen etwas vor sich hin. Allerdings konnte ich die Zusammenhänge bis zum Schluss nicht durchschauen, habe mitgerätselt und war sehr gespannt auf die Auflösung.

Fazit: Ein solider erster Fall für Fredrika Storm und Henry Calmont. Zwar noch etwas schwach, aber ich werde die Reihe sicher im Auge behalten.

Veröffentlicht am 28.08.2023

Konnte mich nicht überzeugen

Verlogen
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„Verlogen“ ist bereits der 2. Teil der "Mörderisches-Island" Reihe, aber problemlos ohne Vorwissen zu lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. (Ich kenne den Vorgänger „Verschwiegen“ auch nicht).
Elma ...

„Verlogen“ ist bereits der 2. Teil der "Mörderisches-Island" Reihe, aber problemlos ohne Vorwissen zu lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. (Ich kenne den Vorgänger „Verschwiegen“ auch nicht).
Elma und ihren Kollegen Sævar mochte ich von Anfang an sehr gerne. Besonders Elma lernt man im Lauf der Geschichte gut kennen und erfährt zudem einiges aus ihren Privatleben. Auch ihr Vorgesetzter Hördur war mir sehr sympathisch. Dagegen fand ich die weiteren Charaktere, die mit dem Fall zu tun hatten, eigentlich alle eher unsympathisch.
Der Schreibstil von Eva Björg Ægisdottir lässt sich angenehm und flüssig lesen. Doch die polizeilichen Ermittlunge ziehen sich ziemlich in die Länge, ohne das es neue Erkenntnisse gibt. Die Ermittler kommen einfach nicht weiter. In einem weiteren Handlungsstrang wird die Geschichte einer jungen Mutter erzählt, von der Geburt ihrer Tochter bis zur Gegenwart. Leider konnten auch diese Kapitel mich nicht wirklich fesseln. Erst nach etwas über 200 Seiten kommt mehr Tempo und Spannung in die Handlung. Bis kurz vor dem Ende konnte ich die Zusammenhänge nicht erahnen und war schließlich von der Auflösung überrascht.
Der Krimi ist - bis auf den Mord - unblutig und bedient sich eher psychologischer Spannung.

Fazit: Trotz der wirklich sympathischen Ermittler konnte mich „Verlogen“ nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 23.08.2023

Die Weyward Frauen

Die Unbändigen
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Das tolle Cover hat mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht. Es ist verspielt, aber auch etwas unheimlich und verspricht zusammen mit dem Klappentext eine magische Geschichte - und genau die habe ich ...

Das tolle Cover hat mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht. Es ist verspielt, aber auch etwas unheimlich und verspricht zusammen mit dem Klappentext eine magische Geschichte - und genau die habe ich auch bekommen.
„Die Unbändigen“ ist Emilia Harts Debütroman und sie erzählt die Geschichte aus den Perpektiven von drei Frauen auf drei verschiedenen Zeitebenen. Dieser oft schnelle Zeitenwechsel sorgt für Dynamik und hat mir besonders gut gefallen.

Kate (2019) flieht vor ihrem gewalttätigen Freund Simon. Sie versteckt sich in einem kleinen Haus - dem Weyward Cottage - im Norden Englands, das sie von ihrer Großtante Violet geerbt hat und von dem Simon nichts weiß. Dort stößt sie bald auf alte Aufzeichnungen, die sie tief in ihre Familiengeschichte führen - bis in die Zeit der Hexenprozesse.
Violet (1942) ist 16 Jahre alt und lebt relativ isoliert von der Außenwelt mit ihrem jüngeren Bruder und ihrem lieblosen Vater in dessen großem Herrenhaus. Sie liebt die Natur, klettert gerne auf Bäume und fühlt sich eng verbunden mit den Tieren. Doch eines Tages verändert ein schicksalhaftes Ereignis ihr ganzes Leben.
Altha (1619) ist, wie schon ihre Mutter, eine Heilerin. Doch nach dem tragischen Tod eines jungen Mannes wird sie der Hexerei angeklagt.

Die Geschichte der drei Frauen hat mich von Anfang an gefesselt und durch die meist nur kurzen Kapitel und die häufigen Perspektivwechsel bin ich sehr schnell mit dem Lesen vorangekommen. Der Schreibstil der Autorin ist lebhaft und mitreißend und ihre bildhaften Naturbeschreibungen haben mir besonders gut gefallen. Die Atmosphäre ist stellenweise bedrohlich, mal unheimlich und manchmal auch magisch. Alle drei Frauen haben mit gewalttätigen Männern zu tun. Insgesamt kommen die Männer - bis auf wenige Ausnahmen - in diesem Buch schlecht weg, was viele Leser vielleicht stören wird. Ich sehe es aber als gemeinsames Schicksal der drei Frauen und Teil ihrer Geschichte. Alle drei haben eine tiefe Verbundenheit zur Natur und sind in der Lage, mit Tieren zu kommunizieren. Noch weitere Gemeinsamkeiten werden nach und nach deutlich und ihre Geschichten verweben sich immer mehr.
Ich mochte alle drei Frauen sehr gerne, doch die Kapitel von Kate habe ich am liebsten gelesen. Vielleicht, weil ihre Geschichte (fast) in der Gegenwart spielt.

Obwohl mir persönlich das Buch gut gefallen hat, möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen:
Es geht um körperliche Gewalt gegen Frauen,
sexuelle Übergriffe,
Unterdrückung von Frauen
und um selbst ausgeführte Schwangerschaftsabbrüche.

Fazit: Eine dunkle und fast märchenhafte Geschichte auf drei Zeitebenen über drei ganz besondere Frauen.