Eine ungewöhnliche und spannende Geschichte
Ein Lied vom Ende der WeltInhalt: Der Forscher Wyatt Speeks hat den Körper eines kleinen Mädchens im Eis eines Gletschers gefunden. Zusammen mit seiner Kollegin, der Mechanikerin Jeanne, hat er sie in einem Eisblock herausgeschnitten ...
Inhalt: Der Forscher Wyatt Speeks hat den Körper eines kleinen Mädchens im Eis eines Gletschers gefunden. Zusammen mit seiner Kollegin, der Mechanikerin Jeanne, hat er sie in einem Eisblock herausgeschnitten und aufgetaut - und sie lebt! Sie ist etwa 8 Jahre alt und spricht in einer Sprache, die Wyatt noch nie gehört hat. Aus diesem Grund bittet er die Linguistin Valerie um Hilfe. Valerie zögert zunächst in die Arktis zu reisen, denn ihr Zwillingsbruder Andy, ein Kollege von Wyatt, nahm sich nur vor wenigen Monaten auf der einsamen Forschungsstation das Leben. Doch ihre Neugier auf das Mädchen Naaja ist größer und so macht sie sich auf den Weg in das ewige Eis. Schon bald fasst das Kind Vertrauen zu ihr und auch Valerie spürt eine tiefe Zuneigung. Aber Naaja wird täglich schwächer und die Situation auf der kleinen Forschungsstation spitzt sich zu.
Meine Meinung: Wie soll man dieses Buch beschreiben? Es geht um ein aufgetautes Mädchen, das lebt! Ist es mystisch? Utopisch? Unglaubwürdig? Doch trotz meiner anfänglichen Zweifel hat mich dieser Roman absolut gefesselt.
Die Handlung braucht eine Weile, bis sie Fahrt aufnimmt und immer spannender wird, doch dann habe ich das Buch nur noch ungern zur Seite gelegt. Die Zahl der Charaktere beschränkt sich (fast) ausschließlich auf die Mitarbeiter der Forschungsstation und natürlich Naaja. Wyatt war mir von Anfang an äußerst unsympathisch und Jeanne, die Mechanikerin, konnte ich nur schwer einschätzen. Ganz sympathisch dagegen fand ich Nora und Raj, ein Polarmeerforscher-Ehepaar, das zusammen mit Valerie auf der Forschungsstation angekommen ist. An Valerie selbst musste ich mich erst gewöhnen. Sie leidet stark unter dem Verlust ihres Bruders und bewältigt den Tag nicht ohne Lorazepam und Alkohol. Aber sie macht eine positive Entwicklung durch, was vor allem an ihrer Zuneigung zu Naaja liegt und ich mochte sie im Lauf der Geschichte immer lieber. Die Versuche von Valerie und Naaja miteinander zu kommunizieren und die Fortschritte, die sie dabei gemacht haben, fand ich sehr interessant.
Das Setting in der Arktis und die Atmosphäre dort haben mir richtig gut gefallen. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, Eiswinde, sowie Schnee und Eis, wohin man schaut. Dazu die Dunkelheit.
Zitat S. 86: „Ab Ende Oktober bleibt es vier Monate lang vierundzwanzig Stunden dunkel. Die Temperaturen sinken unter minus fünfzig Grad.“ Da ist es auch nicht verwunderlich, dass es zwischen den sehr unterschiedlichen Charakteren zu Spannungen kommt, zumal es um eine sehr wichtige wissenschaftliche Entdeckung geht.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und auch wenn vieles unrealistisch ist, fand ich es doch spannend zu lesen.
Fazit: Ein ungewöhnliches, aber überraschend spannendes und abenteuerliches Buch, das mir gut gefallen hat.