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Veröffentlicht am 27.04.2026

Emotionale Geschichte mit kleinen Schwächen

Where We Belong
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Zofia weiß, wie es sich anfühlt, zwischen zwei Welten zu stehen. Nach dem Umzug von Polen nach Deutschland wird sie zur Außenseiterin, kämpft mit der Sprache und mit Vorurteilen. Jahre später ...

Zofia weiß, wie es sich anfühlt, zwischen zwei Welten zu stehen. Nach dem Umzug von Polen nach Deutschland wird sie zur Außenseiterin, kämpft mit der Sprache und mit Vorurteilen. Jahre später versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen – nicht mehr als Zofia, sondern als Nessy, um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Doch als sie Nils wiederbegegnet, der damals eine entscheidende Rolle in ihrem Leben gespielt hat, wird sie erneut mit alten Wunden konfrontiert. Kann sie ihm eine zweite Chance geben oder sind die Narben zu tief?

„Where We Belong – Bis wir uns fanden“ von Wiktoria A. Wieczorek hat mich vor allem zu Beginn wirklich positiv überrascht. Der Einstieg ist emotional, atmosphärisch dicht und schafft es direkt, mich in Nessys Welt hineinzuziehen. Besonders die Dynamiken zwischen den Figuren – sei es mit ihrer Mitbewohnerin Lena oder auch mit Matteo im Café – haben mir richtig gut gefallen. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen wirken authentisch und geben der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit, die einen guten Gegenpol zu den ernsteren Themen bildet.

Wichtig zu wissen ist, dass Nessy und Zofia ein und dieselbe Person sind. Zofia nennt sich in der Gegenwart Nessy, um sich von ihrer Vergangenheit zu distanzieren und mit dem Erlebten besser umgehen zu können – ein Aspekt, der im Verlauf der Geschichte sehr greifbar und emotional umgesetzt wird.

Auch die Rückblicke in die Vergangenheit rund um Zofia, Jonas und Nils sind intensiv und zeigen sehr eindrücklich, wie prägend Erfahrungen von Ausgrenzung, Herkunft und Zugehörigkeit sein können. Die Autorin schafft es hier, die emotionalen Konflikte greifbar und nachvollziehbar darzustellen. Vor allem die Enthüllung, was damals wirklich passiert ist, macht deutlich, wie komplex die Figuren gezeichnet sind – keiner ist nur „gut“ oder „schlecht“.

Allerdings hat das Buch für mich im weiteren Verlauf etwas an Stärke verloren. Einige Entwicklungen wirkten auf mich etwas konstruiert – insbesondere, dass sich alle Figuren zufällig wieder in Berlin begegnen. Während die Verbindung zwischen Nessy und Nils durch das gemeinsame Studium noch nachvollziehbar ist, fühlte sich das Wiederauftauchen von Jonas eher zu gewollt an. Auch Nils’ sehr starker Wunsch nach einer zweiten Chance nach so vielen Jahren konnte mich emotional nicht ganz überzeugen.

Trotzdem lässt sich die Geschichte insgesamt gut verfolgen, und die Handlung bleibt verständlich, auch wenn die Spannung für mich im zweiten Teil etwas nachgelassen hat. Der Schreibstil ist durchgehend angenehm und schafft es, Emotionen gut zu transportieren, auch wenn mich die Geschichte am Ende nicht mehr ganz so fesseln konnte wie zu Beginn.

Insgesamt ein emotionaler Roman mit starken Figuren und wichtigen Themen, der vor allem in der ersten Hälfte überzeugen kann, im Verlauf aber etwas an Glaubwürdigkeit einbüßt.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Magische Küche trifft auf etwas zu viel Handlung

The House Witch 1
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Cozy Fantasy mit besonderer Magie – aber nicht ganz rund

In The House Witch geht es um Finlay Ashowan, der als neuer Koch am Hof von König Norman anfängt – und schnell merkt man, dass er mehr ...

Cozy Fantasy mit besonderer Magie – aber nicht ganz rund

In The House Witch geht es um Finlay Ashowan, der als neuer Koch am Hof von König Norman anfängt – und schnell merkt man, dass er mehr ist als nur ein guter Koch. Fin ist nämlich eine Haushexe, deren Magie eng mit ihrem Zuhause, also vor allem der Küche, verbunden ist. Während er dort für Ordnung sorgt und sich nach und nach einen Platz am Hof erarbeitet, gerät er immer mehr in politische Spannungen, Intrigen und größere Zusammenhänge hinein. Unterstützt wird er dabei unter anderem von dem kleinen Kater Kraken und Annika, zu der er eine besondere Verbindung aufbaut.

Ich bin wirklich schnell in die Geschichte reingekommen, weil sie ohne große Umwege startet. Gerade Finn mochte ich von Anfang an gern – seine direkte Art und dass er sich nicht viel gefallen lässt, sorgt immer wieder für unterhaltsame Situationen, vor allem im Umgang mit dem Adel.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Magiesystem. Die Idee der Haushexe fand ich richtig spannend und mal etwas anderes. Dass seine Magie so eng mit dem Zuhause, mit Kochen, Schutz und diesem „Wohlfühl“-Gefühl verbunden ist, hat mir total gut gefallen. Auch dass er eine männliche Hexe ist und zusätzlich noch etwas Besonderes, macht ihn als Figur nochmal interessanter.

Die Stimmung im Buch ist insgesamt eher ruhig und sehr angenehm – fast schon cozy. Es gibt viele Szenen aus dem Alltag, gerade in der Küche, die einfach eine schöne Atmosphäre schaffen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder richtig schöne, herzige oder auch witzige Momente (und Kraken hat mein Herz sowieso komplett gewonnen).

Auch die Welt und die gesellschaftlichen Strukturen fand ich spannend, vor allem den Konflikt zwischen Adel und „einfachen“ Menschen. Das bringt immer wieder interessante und auch mal angespannte Situationen mit rein.

Allerdings muss ich auch sagen, dass mich das Buch nicht durchgehend fesseln konnte. Es passiert sehr viel und es werden viele Ideen und Handlungsstränge eingebaut, wodurch es teilweise etwas durcheinander wirkt. Manche Dinge gehen recht schnell, andere ziehen sich oder wirken ein bisschen wie Füllmaterial. Dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass der rote Faden nicht ganz klar ist.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen, aber die Geschichte bleibt insgesamt eher ruhig, wodurch der Spannungsbogen sich nur langsam entwickelt. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich zwischendurch etwas abgeschweift bin.

Trotzdem hatte ich viele schöne Lesemomente und mochte vor allem die Grundidee, das Magiesystem und die Figuren sehr gern. Gerade Finn als Haushexe macht die Geschichte für mich besonders.

Insgesamt eine gemütliche Fantasygeschichte mit tollen Ansätzen und einer sehr schönen Grundstimmung – auch wenn sie für mich an manchen Stellen etwas straffer hätte sein können.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Wenn Fremde zu Gemeinschaft werden

Ein Buchclub zum Verlieben
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In diesem Roman geht es um einen ungewöhnlichen Buchclub, der ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt – jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Problemen und seiner ganz eigenen Sicht ...

In diesem Roman geht es um einen ungewöhnlichen Buchclub, der ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt – jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Problemen und seiner ganz eigenen Sicht auf Bücher und das Leben. Was als gemeinsames Lesen beginnt, entwickelt sich nach und nach zu etwas viel Größerem: einer Verbindung zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.

Dieses Buch hat mich ein bisschen zwiegespalten zurückgelassen.

Was mir von Anfang an gefallen hat, waren die Protagonisten. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, und vor allem die Dynamik zwischen ihnen macht das Ganze besonders. Die Dialoge – vor allem die bissigen Kommentare von Arthur – haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Gleichzeitig steckt hinter vielen Figuren mehr, als man zunächst denkt, was sie sehr greifbar macht.

Besonders schön fand ich, wie sich nach und nach eine Art Gemeinschaft entwickelt. Es geht hier nicht nur um einzelne Beziehungen, sondern um Zusammenhalt, Freundschaft und darum, seinen Platz zu finden.

Allerdings wirkte die Handlung an manchen Stellen auf mich etwas konstruiert, wodurch ich nicht immer komplett mitgehen konnte. Das hat meinen Lesefluss hin und wieder ein bisschen gebremst.

Trotzdem überwiegen für mich die positiven Aspekte: ein ruhiges, emotionales Buch mit vielen schönen Momenten, das vor allem durch seine Protagonisten lebt und noch ein wenig nachhallt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein unterhaltsamer Mix aus Geisterjagd, Humor und Herz

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Melody Bittersweet hat eine besondere Gabe: Wie alle Frauen in ihrer Familie kann sie Geister sehen. Doch anstatt sich – wie ihre Mutter und Großmutter – mit den eher alltäglichen Anliegen Verstorbener ...

Melody Bittersweet hat eine besondere Gabe: Wie alle Frauen in ihrer Familie kann sie Geister sehen. Doch anstatt sich – wie ihre Mutter und Großmutter – mit den eher alltäglichen Anliegen Verstorbener zu beschäftigen, möchte sie ihren eigenen Weg gehen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb eine Ghostbusting-Agentur. Unterstützung bekommen die beiden von ihrem ungewöhnlichen Azubi Artie, und schon bald steht ihr erster Fall an, der sie vor einige Herausforderungen stellt.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, was vor allem am Schreibstil von Josie Silver liegt. Dieser ist angenehm flüssig, sehr bildhaft und bringt gleichzeitig eine schöne Portion Humor mit. Besonders die Dialoge haben mir gut gefallen, da sie die Figuren lebendig wirken lassen und immer wieder für kleine Schmunzelmomente sorgen.

Auch die Charaktere konnten mich schnell überzeugen. Melody ist eine sympathische Protagonistin, und die Dynamik zwischen ihr, Marina und Artie hat mir besonders gut gefallen. Die „Found Family“-Atmosphäre kommt hier wirklich schön zur Geltung und sorgt dafür, dass man sich als Leser:in schnell wohlfühlt.

Die Handlung bietet eine gelungene Mischung aus Mystery, Humor und romantischen Elementen. Der Fall ist spannend aufgebaut und lädt zum Miträtseln ein, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr Fokus auf den eigentlichen „Geisteraspekt“ gewünscht hätte. An manchen Stellen wirkt die Gewichtung etwas unausgeglichen, da zwischenmenschliche Themen und romantische Entwicklungen relativ viel Raum einnehmen.

Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es liest sich leicht, unterhält und punktet vor allem mit seinem Charme und den liebenswerten Figuren.

Fazit: Ein humorvoller, atmosphärischer und insgesamt sehr unterhaltsamer Reihenauftakt mit Wohlfühlcharakter – mit kleinen Schwächen, aber definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Zwischen Spannung und Vorhersehbarkeit

The Woman in Suite 11
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Ein spannender Thriller mit einem tollen Setting, der mich gut unterhalten hat – auch wenn mich das Ende nicht wirklich überraschen konnte.

Im Mittelpunkt steht erneut Lo Blacklock, die nach ...

Ein spannender Thriller mit einem tollen Setting, der mich gut unterhalten hat – auch wenn mich das Ende nicht wirklich überraschen konnte.

Im Mittelpunkt steht erneut Lo Blacklock, die nach den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff – die man bereits aus dem ersten Band kennt – versucht, wieder in ihren Alltag zurückzufinden. Die Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz kommt für sie genau zur richtigen Zeit. Die Geschehnisse von damals liegen zwar ein paar Jahre zurück, aber ganz verarbeitet hat sie sie nie. Umso mehr hofft sie, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft merkt man, dass hier irgendetwas nicht stimmt, und Lo gerät schneller als gedacht wieder in eine undurchsichtige und gefährliche Situation.

Mir hat gut gefallen, wie die Autorin mit kleinen Hinweisen und Details arbeitet, die zunächst unauffällig wirken, sich aber nach und nach zu einem größeren Bild zusammensetzen. Man merkt schnell, dass vieles nicht ganz zusammenpasst, und versucht beim Lesen ständig, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Auch das Setting fand ich richtig gelungen. Das Luxushotel hat eine fast abgeschlossene, leicht beklemmende Atmosphäre, in der man nie so ganz weiß, wem man trauen kann. Gerade in Kombination mit Los Vergangenheit sorgt das für zusätzliche Spannung.

Allerdings muss ich sagen, dass ich relativ früh eine Ahnung hatte, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte. Dadurch hat mich die Auflösung am Ende nicht mehr wirklich überrascht, auch wenn sie insgesamt stimmig umgesetzt ist.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Es lässt sich sehr flüssig lesen und hält die Spannung konstant aufrecht. Insgesamt ein solider Thriller, der gut unterhält, aber für mich persönlich etwas vorhersehbar war.

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