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Veröffentlicht am 23.07.2025

Geschickt angelegte Story, aber sehr weitschweifend erzählt

Dunkle Sühne
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North Fall ist eine Kleinstadt, in der Emmy Clifton als Deputy arbeitet. Ebenso auch ihr Vater Gerald Clifton, der als Cherif gleichzeitig ihr Chef ist. Sie sind ein eingespieltes Team, auch ohne viele ...

North Fall ist eine Kleinstadt, in der Emmy Clifton als Deputy arbeitet. Ebenso auch ihr Vater Gerald Clifton, der als Cherif gleichzeitig ihr Chef ist. Sie sind ein eingespieltes Team, auch ohne viele Worte.
Am 04. Juli sind die Bewohner des Ortes alle beim großen Feuerwerk und die Deputys überwachen die Großveranstaltung. Doch diese Nacht bringt eine Wende für den Ort und für die Freundschaft zwischen Emmy und Hanna, ihrer besten Freundin seit Kindertagen. Denn Hannahs 15-jährige Tochter Madison verschwindet in dieser Nacht. Genau wie Madisons Freundin Cheyenne.
Die örtliche Polizei sowie hinzugerufene Verstärkung beginnen mit der Suche nach den beiden jungen Mädchen. Dabei macht sich Emmy große Vorwürfe, denn Madison wollte auf dem Fest noch mit ihr sprechen, nur hat sie sie wegen eigener privater Probleme abgewimmelt. Nun ist Madison verschwunden.
Irgendwie hatte ich beim Lesen den Eindruck, egal an welches Haus man in North Fall klopft, es wohnt immer ein Clifton darin. Dabei sind sie sich nicht unbedingt alle wohlgesonnen. Aber in der Not halten alle zusammen. Es war schon spannend zu rätseln, welche Geheimnisse die beiden Mädchen hatten und wie ihr Fluchtplan ihnen zum Verhängnis wurde. Doch leider habe ich es als sehr langatmig beschrieben empfunden bis ein Täter verurteilt wird. Doch war er es wirklich?
Erst nach 12 Jahren ergeben sich Zweifel und neue Verdachtspunkte, die endlich die dunklen Wahrheiten des Ortes, die Machenschaften der Bewohner untereinander wie auch Geheimnisse in der Familie Clifton ans Licht bringen. Es ist eine gut angelegte Handlung, die sich über einen weiten Zeitraum erstreckt. Da ich das das Buch über weite Strecken als sehr ausufernd empfunden habe, gibt es von mir insgesamt jedoch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

interessante Charaktere bringen die Spannung

Schattengrünes Tal
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In Herzogbrunn, einem Dorf im Schwarzwald, führt Carl Scherf mehr schlecht als recht das Hotel „Zum alten Forsthaus“. Hätte er nicht Margret Runge, die er stilvoll Hausdame nennt, seine Tochter Lisa, die ...

In Herzogbrunn, einem Dorf im Schwarzwald, führt Carl Scherf mehr schlecht als recht das Hotel „Zum alten Forsthaus“. Hätte er nicht Margret Runge, die er stilvoll Hausdame nennt, seine Tochter Lisa, die ihm die Buchhaltung macht sowie seine treuen Stammkunden, hätte er schon längst schließen müssen. Zudem weist er alle Renovierungs- und Modernisierungsvorschläge seiner Tochter weit von sich. Alles im Hotel ist noch, wie vor Jahrzehnten, moderner Komfort Fehlanzeige.
Doch dann taucht plötzlich Daniela Arnold auf, besteht auf einem Zimmer im alten Forsthaus und mit ihr kommt Fahrt in die Geschichte. Nett und doch irgendwie auch aufdringlich wirkte sie auf mich. Nicht nur Lisa, auch ihre Freundin Johanna empfinden es so. Wo Hilfe nötig ist, Daniela ist schon da. Fast wie beim Märchen Hase und Igel. Mir stellte sich immer die Frage, was sie damit bezweckt. Zunehmend stellt Lisa auch Ungereimtheiten in Danielas Aussagen fest. Ich fand es sehr spannend entwickelt und habe mich sehr kurzweilig dabei unterhalten gefühlt. Denn nicht nur Daniela ist eine sehr interessante Figur, sondern auch Lisa, die immer zwischen ihren beruflichen Interessen und Aufstiegschancen in der örtlichen Touristeninformation und der Pflicht ihren Vater zu unterstützen abwägen muss. Zerteilen kann sie sich schließlich nicht. Dem Vater sieht ihre Hilfe als selbstverständlich an und nie erhält sie ein Dankeswort dafür von ihm. Er sieht ihren kleinen Bruder Felix als Hotelnachfolger. Dabei will Felix nichts weniger als Hotelier werden. Lisa hat mir oft leidgetan. Die Figuren im Roman, die Handlung, das hat in meinen Augen alles gepasst und darum gibt’s von mir 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

grausige Einblicke in eine fremde Glaubenswelt

Aschetod
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Polizeichefin Kate Burkholder ist eine Abtrünnige. Mit 18 Jahren ist sie aus der Glaubensgemeinschaft der Amischen ausgetreten. Nicht alle sehen das mit Wohlwollen und doch bringt die Gemeinde der Amisch ...

Polizeichefin Kate Burkholder ist eine Abtrünnige. Mit 18 Jahren ist sie aus der Glaubensgemeinschaft der Amischen ausgetreten. Nicht alle sehen das mit Wohlwollen und doch bringt die Gemeinde der Amisch ihr und wie sie ihren Job ausführt Vertrauen entgegen. Denn eines ist für diese Gläubigen bezeichnend, sie bleiben unter sich, reden nicht mit Englischen und schon gar nicht über ihre Glaubensbrüder.
Doch nun wird Kate zum Brand in einem Waldstück gerufen. Ein exkommunizierter Glaubensbruder wurde an einen Pfahl gefesselt und auf einem Scheiterhaufen verbrannt, ein grausiger Anblick. Wofür wurde er bestraft?
Die Autorin schafft es dem Leser sehr detailliert die Grundsätze des Zusammenlebens in der Gemeinschaft der Amische zu vermitteln, so dass man deren Handlungsweisen nachvollziehen kann. Gleichzeitig baut sich die Spannung auf, da auch Kates Bruder zu den möglichen Verdächtigen gehört. Im Gegensatz zu ihr hat er am Glauben festgehalten und ist nicht gewillt Kate zu unterstützen. Was Kate über das Opfer herausfindet, hat mich entsetzt. Ein gläubiger Mensch und doch so grausam. Ich habe mich spannend unterhalten gefühlt und gebe daher 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

dunkle Geschichte der Nachkriegszeit

Der Sommer am Ende der Welt
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Die Journalistin Hanna Lorenz reist nach Borkum, um über das Schicksal der Verschickungskinder in den 60er Jahren zu recherchieren. Auch wenn ihre Mutter nicht darüber spricht, auch sie war im Alter von ...

Die Journalistin Hanna Lorenz reist nach Borkum, um über das Schicksal der Verschickungskinder in den 60er Jahren zu recherchieren. Auch wenn ihre Mutter nicht darüber spricht, auch sie war im Alter von 5 Jahren auf Borkum zur Kinderkur. Warum ihre Mutter nicht mit ihr darüber spricht, bleibt offen. Vielleicht war sie zu jung, um sich noch daran zu erinnern. Vielleicht aber war sie auch zu traumatisiert und verdrängt die Erinnerungen daran. Ganz anders geht Sabine mit der Hanna in regem Austausch steht, damit um. Sie stellt sich ihren Erinnerungen, lässt Hanna daran teilhaben.
Das ehemalige Kinderkurheim ist jetzt ein Luxushotel und die Inhaber stark daran interessiert durch die dunkle Geschichte des Hauses nicht den Ruf des renommierten Hotels zu beschädigen. Worüber keine spricht, sind die Verwicklungen der Großeltern, damals als das Haus noch Villa Aurelia hieß.
Eva Völler hat hier sehr eindringlich geschildert wie brutal der Ablauf dieser Kinderkuren in den 60er Jahren war. Es waren nicht Kinder, die hier ihre Zeit verbrachten. Es waren Nummern. Ihre Namen und auch ihre mitgebrachten Sachen haben sie beim Ankommen abgegeben. Ich fand es sehr grausam, wie die Kleinen hier drangsaliert, ja zum Teil dressiert wurden und ihre Kindlichkeit im Keim erstickt wurde. Dabei gibt es im Buch immer einen Wechsel zwischen den Ereignissen von damals, gespeist aus den Erinnerungen von Sabine und den Ergebnissen von Hannas Befragungen vor Ort. Das hat mir sehr gut gefallen. Wie sich die Geschichte schlussendlich entwickelt empfand ich als sehr unterhaltsam und spannend. Irgendwie hat mich der Inhalt an das kürzlich erschienene Buch „Am Meer ist es schön“ von Barbara Leciejewski erinnert. Ich gebe diesem Buch 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

was für ein Verwirrspiel, toll gemacht

Himmelerdenblau
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Der 7. September 2003 bringt ein einschneidendes Ereignis in die Familie Novak. In dieser Nacht vor 20 Jahren verschwand ihre Tochter Julie. Bis heute gibt es keine Spur was in dieser Nacht passiert ist. ...

Der 7. September 2003 bringt ein einschneidendes Ereignis in die Familie Novak. In dieser Nacht vor 20 Jahren verschwand ihre Tochter Julie. Bis heute gibt es keine Spur was in dieser Nacht passiert ist. Die True-Crime-Podcaster Liv und Phil nehmen den Jahrestag von Julies Verschwinden zum Anlass, diesen Fall nochmals an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Entscheidung, die nicht nur die Follower-Zahlen weiter pushen soll, vielleicht ergeben sich ja auch neue Spuren und Ansätze für weitere Ermittlungen. Als erstes will Liv den Vater, Theo Novak, interviewen. Nicht so einfach, denn er leidet seit einiger Zeit an Demenz. In meinen Augen hat Romy Hausmann die kognitiven Einschränkungen von Prof. Dr. Theo Novak sehr gut zum Ausdruck gebracht. Fehlende Worte werden von ihm mit Dings ersetzt, Wortneufindungen fließen in seine Sätze und Gedanken ein. Vergangenes verbindet sich fließend mit der Gegenwart. Das wiederum drückt die Autorin dadurch aus, dass in einigen Abschnitten alles nur noch kleingeschrieben wird. Theo, der ehemalige Chef der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Charité, verliert immer mehr Teile seiner Persönlichkeit. Zu Liv scheint er Vertrauen gefasst zu haben. Nur ist es für Liv schwierig bei seinen krankheitsbedingten Aussetzern und wirklich fundierten Erinnerungen zu unterscheiden.
Aber es gibt noch weitere zwielichtige und Spannung bringende Figuren in diesen Thriller. Wie zum Beispiel den Ex-Freund von Julie, Daniel Wagner. Seine Verhaltensweisen haben mich auch zum Grübeln gebracht.
Auf jeden Fall kann ich eines sagen: mit zunehmenden Lesefortschritt hat es die Autorin geschafft mich immer mehr zu verwirren. Da habe ich mich, was den Kopf betrifft, fast wie Theo Novak gefühlt. Toll gemacht, so spannend und voller unerwarteter Überraschungen. Ein toller Thriller, der die 5 Lese-Sterne absolut verdient hat.

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