Profilbild von Rebecca1120

Rebecca1120

Lesejury Star
offline

Rebecca1120 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Rebecca1120 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2018

Die etwas andere Ermittlerin – spannend

Der Augenmacher
0

Klara Frost, von ihren Stiefeltern mit einem Millionenerbe bedacht, kann es nicht lassen weiterhin als Mordermittlerin zu arbeiten. Sie braucht das Kribbeln, den Kick. Doch der neue Fall geht ihr unter ...

Klara Frost, von ihren Stiefeltern mit einem Millionenerbe bedacht, kann es nicht lassen weiterhin als Mordermittlerin zu arbeiten. Sie braucht das Kribbeln, den Kick. Doch der neue Fall geht ihr unter die Haut und sie selbst bis an ihre Grenzen. Nach 15 Jahren werden wieder Menschen gefoltert, ermordet und ihre ausgestochenen Augen ersetzt der Mörder durch Hühnergötter. Schnell ist ein Name für diesen brutalen Killer gefunden – der Augenmörder. Klara stellt bald fest, dass es der Augenmörder schlussendlich auf sie abgesehen hat. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit…
Die neue Hauptfigur >Klara FrostTyp Columbo< und seinen gesundheitlichen Problemen etwas Hinterwäldlerisches an sich hatte, letztendlich aber ein gutes Team wider Willen mit Klara gebildet hat.
Die Geschichte ist spannend geschrieben. Fast bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung wer der Augenmörder sein könnte. Gestört hat mich etwas, dass Klara oftmals irgendwelche Ermittlungs- und Tatortansätze eingefallen sind, die dem Leser vorenthalten wurden. Anfangs hat das bei mir noch Spannung erzeugt, aber irgendwann fühlte ich mich als Leser ausgeschlossen und war frustriert.
Insgesamt vergebe ich 4 Lese-Sterne und spreche eine Leseempfehlung für alle Krimi-Liebhaber aus.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Spannend, packend, äußerst lesenswert

Der Alphabetmörder (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 1)
0

Im Westerwald wird im Wildparkgehege eine Leiche gefunden. Doch nicht die Wisente sind schuld am Tod des Mannes und es werden auch noch einige Tote folgen. Jeder der Toten hat einen Buchstaben eintätowiert. ...

Im Westerwald wird im Wildparkgehege eine Leiche gefunden. Doch nicht die Wisente sind schuld am Tod des Mannes und es werden auch noch einige Tote folgen. Jeder der Toten hat einen Buchstaben eintätowiert. Alphabetisch sortiert trägt das erste Opfer ein A, das 2. ein B und das Dritte ein C. Will der Täter bis Z weitermorden?
Jan Grall und seine Partnerin Rabe Wyler werden bei den Ermittlungen als Fallanalytiker hinzugezogen. Aber Jan folgt dieser Aufforderung nur widerwillig. Liegen doch die Tatorte genau in seiner alten Heimat. Einer Heimat, der er schon vor Jahren den Rücken zugekehrt hat als damals sein großer Bruder beim Autounfall ums Leben kam, während Jan nur leicht verletzt den Unfall überlebt hat.
Jan als Hauptfigur hat bei den Ermittlungen aber nicht nur mit diesem einen Mantra zu kämpfen und er geht oft eigenwillige Wege, um hinter die Denkweise des Täters zu kommen. Der Autor versteht es hervorragend das Geheimnis um das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern und die Hintergründe des damaligen Unfalls stets nur mit Andeutungen und kleinen Hinweisen zu umschreiben, so dass die Phantasie der Leser gefragt ist. Das hat bei mir die Spannung angeheizt und auch auf hohem Niveau gehalten. Selbst als ich dachte jetzt den Mörder endlich zu kennen, wurde nochmals eine Wende bei den Mordermittlungen eingeleitet.
Ich habe diesen Krimi verschlungen und mich wunderbar unterhalten gefühlt. Von mir gibt’s daher 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung für alle Krimi-Fans.

Veröffentlicht am 20.06.2018

Berliner Medizingeschichte in sehr unterhaltsamer Form

Die Charité: Hoffnung und Schicksal
0

In Berlin wütet 1831 die Cholera. Noch immer sind die Ärzte machtlos, denn es gibt kein Mittel dagegen. Genau zu dieser Zeit entschließt sich Elisabeth, um ihre Unabhängigkeit auch weiter erhalten zu können, ...

In Berlin wütet 1831 die Cholera. Noch immer sind die Ärzte machtlos, denn es gibt kein Mittel dagegen. Genau zu dieser Zeit entschließt sich Elisabeth, um ihre Unabhängigkeit auch weiter erhalten zu können, sich in der Charité als Krankenwärterin (ähnlich dem Beruf der heutigen Krankenschwester) zu verdingen. So wie ihre Schwester – mit einem lieblosen, versoffenen, über sie bestimmenden Ehemann – möchte sie nicht enden. Aber das Leben als Krankenwärterin ist hart: kaum Lohn, miserable Verpflegung und einem Arbeitstag von bis zu 16 Stunden. Elisabeth lässt sich davon aber nicht abschrecken und versucht den Kranken Mut zuzusprechen, sie bestmöglich zu versorgen. Dabei lässt sie keine Gelegenheit aus, um sich mehr medizinisches Wissen anzueignen, wobei ihr als Frau da recht enge Grenzen gesetzt sind.
Mich hat dieses Buch wunderbar unterhalten. Ich fand es äußerst interessant, wie unvorstellbar barbarisch vor fast 200 Jahren die medizinischen Behandlungen waren. Narkose kannte man damals noch nicht und dementsprechend schmerzhaft waren die Operationen. Sterilität kannte man nicht und so waren sich entzündende Wunden auf der Tagesordnung. Dies alles ist im Buch sehr anschaulich dargestellt und in die Geschichte glaubhaft eingebunden.
Elisabeth war ebenso mutig, wie wissbegierig und vor allen äußerst streitbar, wenn es um das Wohl ihrer Patienten ging. Ich habe sie geliebt.
Als die Arbeit der Hebamme Martha im Totenhaus beschrieben wurde, wie sie dort Präparate für die Ärzte anlegte, musste ich sofort meinen Besuch im Medizin-Museum der Charité denken. Für mich war das Buch nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Darum spreche ich auch eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus und vergebe 5 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 19.06.2018

Kranke Psyche – wer ist Täter, wer ist Opfer?

Der Knochenmacher
0

Drei Menschen, drei Wege, ein Ausweg? Thomas Juchmann nach eigener Aussage wegen eines Fehlgutachtens jahrelang unschuldig hinter Gittern, bricht aus und hat nur ein Ziel, er will Rache. Rache an dem Mann, ...

Drei Menschen, drei Wege, ein Ausweg? Thomas Juchmann nach eigener Aussage wegen eines Fehlgutachtens jahrelang unschuldig hinter Gittern, bricht aus und hat nur ein Ziel, er will Rache. Rache an dem Mann, wegen dessen Fehlgutachtens sein Leben zerstört wurde. Der Zufall kommt ihm zu Hilfe und er lernt Dr. Elisabeth Günther, genannt Liz, die Ehefrau des Gutachters kennen und nutzt seine Chance…
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten die drei Hautfiguren, insbesondere den kleinen Jan Langhans, einzuordnen. Aber mit dem Lesefortschritt ist mir der Junge richtig ans Herz gewachsen. Bei mir hat er den Mutterinstinkt, den seine Mutter scheinbar nicht hatten, geweckt. Mir hat er unwahrscheinlich leidgetan. Mehr noch als Liz.
Auch in diesem Thriller hat Leonie Haubrich wieder die Seelen der Personen offengelegt und die kranken Verhaltensweisen eindrucksvoll beschrieben. Allerdings habe ich etwas die Spannung vermisst, da ja Täter und Opfer bereits von Anfang an bekannt waren. Alles in allem gibt es von mir 4 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.06.2018

wunderbar geschrieben, lässt den Leser ins 19.Jahrhundert abtauchen

Die Ärztin: Das Licht der Welt
0

Ricarda lebt mit ihrer Familie auf dem Gut von Freystetten in der Mark Brandenburg. Ihr Leben ist geprägt von Arbeit und Einschränkungen. Denn schon in sehr frühen Alter müssen die Kinder der Familie Petersen ...

Ricarda lebt mit ihrer Familie auf dem Gut von Freystetten in der Mark Brandenburg. Ihr Leben ist geprägt von Arbeit und Einschränkungen. Denn schon in sehr frühen Alter müssen die Kinder der Familie Petersen ihre Eltern, die als Gärtner und Köchin auf dem Gut angestellt sind, mit unterstützen. Eine entscheidende Wende nimmt Ricardas Leben als sie, 13jährig, an Weihnachten das Leben der Komtess Florentine von Freystetten rettet. Diese war beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochen und konnte nur in letzter Not von Ricarda gerettet werden. Ihre eigene Schwester, die ebenfalls eingebrochen war, konnte Ricarda nicht mehr helfen. Aus Dankbarkeit, Pflichtgefühl oder mehr noch weil ihr Vater, der Gutsherr es sich wünschte, nimmt Florentines Tante, Komtess Henriette, Ricarda unter ihre Fittiche und mit zu sich nach Berlin. Mit diesem Umzug beginnt für Ricarda ein völlig neues Leben….
So beginnt dieser wunderbar unterhaltsame Roman über nicht nur eine, sondern eine Gruppe junger mutiger Frauen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Hauptfigur, Ricarda Petersen fand ich einfach nur bewundernswert. Ihre Intelligenz lässt sie Dinge logisch analysieren und hinterfragen. Stets ist sie darauf aus sich mehr Wissen anzueignen. Dies aber nicht zum Selbstzweck, sondern um den Menschen zu helfen. Ich habe diese Frau bewundert, die ihrem Ziel so gradlinig, zum Teil an ihre Grenzen gehend, folgt.
Aber es gibt auch Komtess Florentine, die von Leben verwöhnt nur das Vergnügen sucht und der jegliche Empathie fehlt. Gerade dieser Wechsel zwischen sympathischen und intriganten Personen, wie auch die aufgezeigten Diskrepanzen zwischen arm und reich, machen das Lesen dieses Schicksalsromans so lesenswert und abwechslungsreich. Interessant fand ich auch die Schilderungen zu den damals noch recht eingeschränkten medizinischen Möglichkeiten Ende des 19. Jahrhunderts, die geschickt in die Handlung mit eingeflossen sind.
In meinen Augen hat das Buch Suchtcharakter. Darum freue ich mich, dass es noch einen zweiten Teil geben wird. Dem fiebere ich schon heute ungeduldig entgegen, denn mit diesem Ende kann man den Leser einfach nicht „stehen“ lassen. Von mir gibt’s 5 wohlverdiente Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.