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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Gefühlvoller Wegbegleiter für Kinder

Was fehlt dir, kleiner Roboter?
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Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem ...

Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem Buch geht es um Gefühle, Empathie und Trost. Alles Dinge die man erstinstanzlich nicht mit einem Roboter in Verbindung bringen würde. Doch dieses zauberhafte Kinderbuch beweist einem ganz schnell das Gegenteil.

Bereits der erste Eindruck des Buches, sowohl was die Optik als auch die Haptik betrifft, war sehr gut. Das Cover gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die wunderschönen Illustrationen, welche im Buch vorhanden sind. Die Seiten sind verhältnismäßig dünn für ein Kinderbuch und könnten bei noch ungeübten Kinderhänden zum Problem werden. Der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten damit, ist aber solche Bücher auch bereits gewöhnt.

Besonders hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Emilia Dziubak. Insbesondere da es zwei verschiedene Arten von Illustrationen auf den jeweiligen Doppelseiten gibt. Auf der Seite, auf der sich auch der Text befindet, gibt es immer eine kleine Zeichnung und auf der Nebenseite dann eine großflächige Illustration. Die Zeichnung und die Illustration sind dabei in einem völlig unterschiedlichen Stil gehalten, ergänzen sich aber perfekt. Dies unterstreicht noch einmal den besonderen Charme, den das Buch ausstrahlt.

Die Texte sind recht kurzgehalten und weisen einige Wiederholungen auf. Die Wiederholungen betreffen sowohl die Struktur als auch Wörter und Formulierungen. Alles Dinge die perfekt zur empfohlenen Altersgruppe der ab 3jährigen passt. Die Handlung ist auch für den kleinen Leser, der das empfohlene Alter leicht unterschreitet, nachvollziehbar und verständlich.

Ein besonders wichtiger Punkt bei einem Kinderbuch ist meiner Meinung nach auch die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte. Obwohl das Buch mit einem Seitenumfang von 32 Seiten recht überschaubar ist, schaff es der Autor gleich mehrere Botschaften zu verpacken. Dabei möchte ich hervorheben, dass diese Moral der Geschichte sich perfekt in die Handlung einfügt und hier nichts mit dem Holzhammer eingetrichtert wird. Die Gefühle des Roboters, allen voran seine Einsamkeit und Traurigkeit, sind vor allem durch die zauberhaften Illustrationen wirklich greif- und spürbar.

Dieses Buch vermittelt auf eine berührende und eindringliche Art und Weise, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen, aber auch wie unerlässlich es ist, seinem Gegenüber zu zuhören und nicht von sich auf andere zu schließen. Dies ist ein ergreifendes Buch über Nähe, Trost und Empathie.

„Was fehlt dir, kleiner Roboter“ hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen sehr berührt und begeistert. Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, dass ich ohne Einschränkungen weiterempfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein fein gesponnenes Netz aus Identität, Liebe und Wissenschaft

Real Americans
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Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ...

Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ich nicht in Deutschland lebe, kann ich die Intention des Verlages sehr gut nachvollziehen.

Rachel Khong erzählt in diesem Roman auf eine beeindruckende und dennoch äußerst zurückhaltende und sanfte Art und Weise die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie. Besonders begeistert hat mich dabei, dass die Autorin nicht nur die Probleme und Nöte der einzelnen Familienmitglieder sehr gut transportieren konnte, sondern sie auch in einen gesellschaftlichen Kontext setzt. Das Hineinversetzen und Verstehen der Protagonisten ist mir dadurch sehr leichtgefallen, obwohl ich einen völlig anderen kulturellen Hintergrund habe.
In diesem Roman geht es um Fragen der Identität und inwieweit unsere Herkunft unser Sein prägt, es geht um Macht und Geld, aber auch um die Frage wie weit darf Wissenschaft gehen.

Den Schreib- und Erzählstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden und es gab nur wenige Abschnitte im Buch auf die ich gerne verzichtet hätte oder die für meinen Geschmack kürzer hätten ausfallen können. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinne gibt es bei diesem Buch wie erwartet nicht wirklich.

Das Buch selbst ist in drei große Teile unterteilt und in jedem dieser Abschnitte steht eines der Familienmitglieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass obwohl Mei, Lilly und Nick unter völlig anderen Umständen in einer komplett unterschiedlichen Zeit leben, es so viele Gemeinsamkeiten in den drei Generationen gibt. Obwohl die drei Handlungsstränge in gewisser Weise voneinander unabhängig sind, da sie in drei verschiedenen Zeitebenen spielen, ergeben sie natürlich zusammen ein großes Ganzes.

Rachel Khons Roman ist nicht besonders aufregend, sondern besticht eher mit leisen Tönen und lässt einen, mich zumindest, nachdenklich zurück. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Bücher lesen, die gerne ihren Horizont erweitern und den großen Fragen des Lebens und der Wissenschaft gegenüber offen sind.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Kaleidoskop aus guten Wünschen und liebevollen Gedanken

Love and be loved
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Autorin Cleo Wade hat für ihre beiden Töchter ein Gedicht geschrieben, in dem sie ihre ganze Liebe, Zuneigung und guten Wünsche für die beiden verpackt hat und aus diesem Gedicht ist nun dieses Buch entstanden. ...

Autorin Cleo Wade hat für ihre beiden Töchter ein Gedicht geschrieben, in dem sie ihre ganze Liebe, Zuneigung und guten Wünsche für die beiden verpackt hat und aus diesem Gedicht ist nun dieses Buch entstanden. In jeder Zeile spürt man eine tiefe Verbundenheit und wer empfänglich dafür ist, kann daraus bestimmt viel Stärke und Kraft erhalten.

Die Illustrationen des Buches finde ich sehr ansprechend. Die Bilder sind farbenfroh und ergänzen den Text des Buches auf eine sehr angenehme Art und Weise. Der Leser oder die Leserin wird von den Illustrationen nicht erschlagen, dennoch ziehen sie den Blick auf sich und es macht Spaß die vielen kleinen Details zu betrachten. Beim Durchblättern des Buches haben mich viele Seiten an Glückwunsch- oder Motivationskarten erinnert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die eine oder andere Seite auch an einer Wand als inspirierender Schmuck gut machen würde.
Das Buch wird als berührendes Bilderbuch für Erwachsene beworben. Ich würde die Zielgruppe des Buches aber gar nicht so eng fassen. Denn das Buch ist meiner Meinung nach auch für Jugendliche und Kinder geeignet.

Der Inhalt bzw. die Textmenge des Buches ist überschaubar. Wie bereits ganz am Anfang erwähnt, handelt es sich hierbei ursprünglich um ein Gedicht. Die Autorin schafft es dennoch viele verschiedene Themen anzusprechen und Mut zu machen. In schwierigen Zeiten kann dieses Buch und seine liebevollen Gedanken Trost spenden und erinnert immer daran, dass man geliebt wird. Aber vor allem auch, dass man sich selbst lieben soll. Viele der Zeilen des Buches erinnern mich an „irish blessings“.

Auffällig und nicht ganz meinem Geschmack entsprechend ist die Schriftart, in der der Text in dem Buch verfasst ist. Über die Tatsache, dass alles in Großbuchstaben geschrieben ist, hätte ich noch hinwegsehen können und dies als künstlerische Freiheit abgetan. Allerdings hat man sich hier entschieden, dass die Punzen, die Hohlräume oder „Löcher“ in gewissen Buchstaben, schwarz eingefärbt, also ausgemalt, wurden. Ich hatte es zwar nicht für möglich gehalten, aber dadurch ist mir das Lesen des Textes sehr schwergefallen.

Die verschiedenen guten Wünsche des Buches haben mich persönlich mal mehr und mal weniger angesprochen. In Summe war es ein sehr kurzes, aber dennoch angenehmes Leseerlebnis.
Es handelt sich hierbei um ein klassisches Geschenkebuch, welches man mit vielen guten Absichten einem geliebten Menschen schenken kann. Es richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an Personen, die eine Begeisterung für motivierende Sprüche haben und daraus viel Kraft und Trost ziehen können.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Mit allen Sinnen durch den Wald

Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit
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Seit einigen Jahren gibt es einen starken Fokus auf das Thema Achtsamkeit. Dies merkt man auch auf dem Buchmarkt, sowohl was erwachsenen Bücher, aber auch immer mehr, was Kinderbücher betrifft. Es gibt ...

Seit einigen Jahren gibt es einen starken Fokus auf das Thema Achtsamkeit. Dies merkt man auch auf dem Buchmarkt, sowohl was erwachsenen Bücher, aber auch immer mehr, was Kinderbücher betrifft. Es gibt sicher Personen, die das als unnötig und übertrieben finden und auch ich bin sehr vorsichtig damit, dass das Thema nicht überstrapaziert wird. Dieses Buch ist allerdings ein wunderbares Beispiel dafür, wie interessant, ansprechend und spaßig das Thema umgesetzt werden kann.

Dieses Buch hat mich bereits beim ersten Angreifen überzeugt. Denn die Haptik und Optik des Buches ist wirklich sehr gelungen. Das Format des Buches finde ich sehr passend, sowohl für kleine Kinder- aus auch größere Erwachsenenhände. Das Cover ist bunt und gibt einen großartigen Vorgeschmack auf das, was einen im Buch erwartet. Als besonderes Highlight habe ich die kleinen haptischen Details am Cover empfunden. Der kleine Leser hatte viel Spaß dabei zu schauen, was er alles mit seinen Fingern erspüren kann.

Die Umsetzung des Themas Achtsamkeit finde ich in diesem Buch wirklich sehr gelungen und vor allem auch kindgerecht. Man darf den kleinen roten Panda Ming auf einem Spaziergang durch den Wald begleiten. Auf diesem Spaziergang begegnen Ming viele andere Tiere, die ihn auf Besonderheiten hinweisen und ihn dazu einladen den Wald mit allen Sinnen zu erkunden.
Die Texte haben eine angenehme Länge und auch die Wortwahl finde ich altersgerecht. Am Ende jeder Doppelseite gibt es dann eine Frage bzw. eine Mitmachaufgabe. Diese sind eine wunderbare Ergänzung zu der Geschichte und bieten eine großartige Möglichkeit, dass Kind in den Vorleseprozess besser miteinzubinden. Die meisten Fragen/Aufgaben haben dem kleinen Leser viel Spaß gemacht und er war mit Feuereifer bei der Sache. Bei einigen habe ich aber gemerkt, dass er dafür vielleicht noch ein wenig zu jung ist, der unterschreitet das empfohlene Lesealter leicht. Wie die Kinder auf die Aufgaben reagieren, ist aber natürlich sehr individuell und nicht nur altersabhängig.

Die Illustrationen des Buches sind ansprechend, stimmungsvoll und detailreich. Auf jeder Seite gibt es viel zu entdecken und zu erleben. Die Bilder sind bunt, aber die Farben sind nicht aufdringlich oder schreiend, so dass ein schöner und harmonischer Gesamteindruck entsteht. Die Tiere sind realistisch dargestellt und der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten beim Erkennen. Dies ist mir bei Kinderbüchern immer sehr wichtig.

„Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit“ ist mehr als nur ein Mitmach- oder Vorlesebuch. Es ist eine liebevolle Einladung, die Welt wieder mit allen Sinnen wahrzunehmen. Seite für Seite erinnert es daran, wie viel Schönes wir entdecken können, wenn wir kurz innehalten und uns darauf einlassen.
Es schenkt kleinen und großen Leserinnen und Lesern Momente der Ruhe und des Staunens. Für mich ist es eines dieser Bücher, welches nicht nur das Bücherregal bereichert, sondern auch den Alltag. Daher möchte ich eine klare und von Herzen kommende Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Kunstvoll, mutig, anders – und absolut lesenswert

Obacht!
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Dieses Kinderbuch hebt sich meiner Meinung nach deutlich von der Masse ab und wird bestimmt nicht bei allen beliebt sein. Dies liegt vor allem an dem andersartigen Zeichenstil und der doch überraschenden ...

Dieses Kinderbuch hebt sich meiner Meinung nach deutlich von der Masse ab und wird bestimmt nicht bei allen beliebt sein. Dies liegt vor allem an dem andersartigen Zeichenstil und der doch überraschenden Farbwahl.

Das Cover des Buches zeigt bereits deutlich welche Farben in diesem Buch vorkommen. Denn anders als andere Kinderbücher gibt es hier keine bunten Bilder zum Betrachten. Die Farbauswahl ist deutlich eingeschränkt und besteht eigentlich nur aus schwarz, weiß, diversen Grautönen, beige und als Kontrast- und Akzentfarbe Orange.
Dies ist im ersten Augenblick vielleicht ein wenig verstörend für ein Kinderbuch, passt meiner Meinung nach aber sehr gut zu dem Thema und hilft sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Die Illustrationen von Stella Dreis haben wirklich etwas Künstlerisches und erinnern mich sehr stark an Siebdruck Bilder.

Der Text des Buches ist recht kurzgehalten und es gibt einige Passagen, die immer wieder wiederholt werden. Beides finde ich aufgrund des empfohlenen Lesealters von vier Jahren als angebracht und keinesfalls störend. Die Namen der Charaktere sind ungewöhnlich, aber haben unseren Geschmack getroffen. Eine detaillierte Charakterbeschreibung gibt es nicht, dennoch bekommt man bereits nach kurzer Zeit einen sehr guten Eindruck von den handelnden Personen und ihren typischen Verhaltensweisen.

Das Hauptthema des Buches ist der Umgang mit dem Unbekannten und dieses Thema wurde meiner Meinung nach wirklich vortrefflich beschrieben. Als erwachsene Person kann man sich sehr gut in die Situation und vor allem auch in die Handlungen der Charaktere hineinversetzen. Dies ist aber auch für das Zielpublikum des Buches möglich, wenn vielleicht auch nicht in der gleichen Tiefe. So etwas würde aber wahrscheinlich auch niemand erwarten.

Kerstin Hau hat hier ein sehr vielschichtiges und feinfühliges Kinderbuch zu einem sehr schwierigen und ernsten Thema geschrieben. Dabei aber nicht aus den Augen verloren, dass Kinderbücher auch lustig, überraschend und interessant sein sollen, damit die Kinder immer wieder gerne zu diesem Buch greifen. Der kleine Leser entspricht altersmäßig noch nicht ganz der Zielgruppe, dennoch hatte er viel Spaß mit dem Buch und konnte die Botschaft des Buchs auch gut nachvollziehen.

Wie anfangs bereits erwähnt wird dieses Buch mit seinem außergewöhnlichen Stil die verschiedensten Reaktionen bei den Menschen auslösen. Meiner Meinung nach sollte man aber, angelehnt an das Thema des Buches offen mit dem Unbekannten oder vielleicht besser gesagt dem Ungewohnten umgehen und dem Buch eine Chance geben. Für uns war es auf jeden Fall eine lohnende Erfahrung.

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