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Veröffentlicht am 20.02.2026

Zwischen Dorfidylle, Humor und mildem Krimiflair

Mord & Breakfast
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Anne Gordons Auftakt ihrer Melody Moss Serie ist eine gelungene Mischung aus Landroman, cosy crime und humorvoller Liebesgeschichte. Eingefleischte Krimifans, vor allem diejenigen die Spannung und Nervenkitzel ...

Anne Gordons Auftakt ihrer Melody Moss Serie ist eine gelungene Mischung aus Landroman, cosy crime und humorvoller Liebesgeschichte. Eingefleischte Krimifans, vor allem diejenigen die Spannung und Nervenkitzel in ihren Büchern brauchen, damit sie sie genießen können, werden hier allerdings weniger auf ihre Kosten kommen und sollten eher die Finger von dem Buch lassen.

Der Einstieg in das Buch ist mir recht leichtgefallen und ich konnte mich in der Geschichte recht schnell zu recht finden. Dies liegt natürlich einerseits daran, dass die Handlung nicht allzu kompliziert ist, aber auch daran, dass die Autorin sich zu Beginn ein wenig Zeit nimmt, um in die Gänge zu kommen. Bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass es sich hier nicht um einen nervenaufreibenden Krimi, sondern um einen gemütlichen Cosy Crime Roman handelt. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass dies bereits nach dem ersten Blick auf das Cover und kurzer Studie des Klappentextes klar gewesen sein sollte.

Anne Gordons Schreib- und Erzählstil hat mir gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Beschreibungen der Personen und der Landschaft hat mir sehr gut gefallen und ich fand diese Ausführungen weder langweilig noch langatmig. Wie es sich für einen Landkrimi gehört, gibt es sehr viele doch recht skurrile Personen und alles ist gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Alle klassischen Zutaten, die man für diese Art von Buch braucht, hat die Autorin verwendet und meiner Meinung nach auch Großteiles richtig dosiert.

Die Charaktere sind wie bereits erwähnt teilweise sehr skurril und schräg. An manchen Stellen wandert die Autorin auf einem schmalen Grad zwischen übertrieben absurd und gerade noch angemessen witzig. In den meisten Fällen schafft sie es noch auf die richtige Seite. Da es sich aber um einen Reihenstart handelt, bin ich gespannt, wie das ganze weitergehen wird. Natürlich darf auch ein tierischer Sidekick nicht fehlen, der das ganze abrundet.
Die Handlung ist recht interessant und wartet mit der einen oder anderen mehr oder weniger überraschenden Wendung auf. Als spannungsgeladen würde ich das Buch jetzt nicht unbedingt bezeichnen und die Kriminalromanelemente geraten sehr oft ein wenig in den Hintergrund.

Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gelesen. Ihre Stimme passt perfekt zur Geschichte und rundet das Hörbucherlebnis auf eine eindrucksvolle Art und Weise ab. Sowohl der Klang ihrer Stimme wie auch ihre Art die Wörter zu betonen, passt einfach perfekt zur Handlung und zum Setting des Buches. In diesem Fall musste ich nicht einmal die Hörgeschwindigkeit erhöhen, wie ich es sonst meistens mache, denn auch das Tempo war hervorragend gewählt. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder ein Hörbuch mit der Stimme von Sandrine Mittelstädt in den Händen halten werde.

Alles in allem war es ein angenehmes und kurzweiliges Erlebnis und ein wunderbares Buch für zwischendurch. Besonders hohe Ansprüche an den Kriminalteil sollte man allerdings nicht haben. Fans von den Agatha Raisin Romanen werden hier aber auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein leises Buch über Leben, Verlust und Fragen – mit erzählerischen Umwegen

Mathilde und Marie
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Es gibt Bücher, die einen nachhaltig beeindrucken, aber auch welche die einen enttäuschen. Und dann gibt es immer wieder welche, die einen etwas ratlos zurücklassen und man nicht so recht weiß, was man ...

Es gibt Bücher, die einen nachhaltig beeindrucken, aber auch welche die einen enttäuschen. Und dann gibt es immer wieder welche, die einen etwas ratlos zurücklassen und man nicht so recht weiß, was man mit ihnen anfangen soll. Dieses ist für mich definitiv ein Buch der letzten Kategorie, wobei es auch eventuell mit dem Medium Hörbuch zusammenhängt.

Spannend fand ich an diesem Buch, dass ein männlicher Autor ein doch sehr feminines Buch schreibt. Mir ist bewusst, dass ich hierbei tief in die Klischeekiste greife und dies dem einen oder der anderen sauer aufstoßen wird. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der Großteils weiblichen Protagonisten, sondern auch um die Herangehensweise an das ganze Thema und das vorherrschende Motiv.

Auffallend ist wieviel Zeit der Autor sich für die Beschreibung der Umgebung, der Natur, aber auch von Düften nimmt. Prinzipiell habe ich dagegen auch nichts einzuwenden und kann solche ruhigen Passagen genießen. Einige Teile davon fand ich wirklich interessant und lustigerweise ist dies nun schon das zweite Buch, in dem der Begriff Petrichor, der typische Regengeruch, vorgekommen ist. Dennoch war mir in diesem Buch alles zu viel des Guten und einige Passagen hätte man meiner Meinung nach deutlich straffen und kürzen können.

So seltsam es auch klingen mag, aber die eigentliche Handlung des Buches geriet im Laufe des Romans immer mehr in den Hintergrund und in Vergessenheit. So dass ich ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr genau nachvollziehen konnte, worum es in dem Buch überhaupt geht, was das zentrale Thema ist. Möglicherweise lag dies bei mir aber an der Kombination an den ausschweifenden Beschreibungen des Autors und der einlullenden Stimme von Sabine Arnhold. Wobei ich hierbei betonen muss, dass das Wort einlullend auf keinen Fall negativ gemeint ist. Viel mehr hat es die Erzählerin Sabine Arnhold geschafft mich komplett in die Geschichte hineinzuziehen. Ich konnte eintauchen in die ruhige und entschleunigte Lebensweise der Bewohner des kleinen Bücherdorfs Redu.

Ein wenig irritierend fand ich, dass die Titelgebende Mathilde erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich eine Rolle gespielt hat. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit Jonina, einer vom Leben gebeutelten und dennoch lebenslustigen Isländerin, die Marie eine Vielzahl von Ratschlägen gibt. Mathilde ist auf den ersten Eindruck das genau Gegenteil von Jonina. Dies spiegelt sich auch in der Stimmung des Buches wider. Der erste Teil des Buches erschein mir deutlich wärmer und fröhlicher, wohingegen es danach deutlich schwerer und düsterer wurde.

Thorsten Woywods Debütroman ist anders als andere Bücher und lädt eindeutig zum Nachdenken, Sinnieren und Hinterfragen ein. Dieses Buch richtet sich an alle, die eine kleine Auszeit von ihrem hektischen Leben brauchen und offen dafür sind dieses moderne Leben zu hinterfragen. All jenen die Spannung, eine fesselnde Handlung und ein wenig Action brauchen, damit sie ein Buch genießen können, würde ich von diesem Buch entschieden abraten.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Charmant, aber nicht unvergesslich

Inspector Chopra und der Juwelenraub
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Kriminalromane schaffen es in unregelmäßigen Abständen auf meine Leseliste. Wobei ich hierbei außergewöhnliche Ermittler, Handlungsorte am asiatischen Kontinent und eine möglichst unblutige Handlung bevorzuge. ...

Kriminalromane schaffen es in unregelmäßigen Abständen auf meine Leseliste. Wobei ich hierbei außergewöhnliche Ermittler, Handlungsorte am asiatischen Kontinent und eine möglichst unblutige Handlung bevorzuge. Dieser Roman hat alle meine Kriterien erfüllt und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, wenn ich auch nicht restlos begeistert bin.

Erst im Laufe des Buches habe ich festgestellt, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer Krimiserie handelt. Dies hat dem Lesegenuss aber nur bedingt getrübt. Autor Vaseem Khan geht an mehreren Stellen des Buches auf die Handlung des ersten Buches ein, so dass man dieses hier auch ohne die Vorkenntnisse lesen kann. Empfehlenswert ist aber wie immer, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Hartgesottene Krimifans werden mit diesem Buch wahrscheinlich eher weniger Freude haben. Dies liegt vor allem daran, dass an vielen Stellen der eigentliche Kriminalfall eher in den Hintergrund rückt und andere Dinge eine größere Rolle spielen. Liebhaber von tierischen Cosy Crime Romanen kommen hier aber definitiv auf ihre Kosten. Der kleine Elefantenbulle Ganesha spielt eine tragende Rolle und wird, wie es oft in dieser Art von Roman ist, ein wenig vermenschlicht. Kritiker mögen den Punkt eventuell ein wenig überbewerten.

Der Roman besticht auf jeden Fall durch seine eindrucksvollen Beschreibungen von Mumbai, dem interessanten Einblick in die indische Kultur und das Essen und durch seinen humorvollen Ton. An manchen Stellen kommt der Witz für meinen Geschmack ein wenig zu platt daher, im Großen und Ganzen war es aber eine sehr unterhaltsame Geschichte.

An manchen Stellen, gerade was die Nebencharaktere betrifft, hätte ich gerne tiefergehende Beschreibungen gehabt. An anderer Stelle waren mir manche ausufernden Erklärungen ein wenig zu langatmig. Über gewisse Dinge kann ich hinwegsehen, da es sich um einen Teil einer Reihe handelt und mir bewusst ist, dass sich vieles über die Romane hinweg aufbaut und auflöst.

Alles in allem war dies wie erwähnt ein netter Roman für zwischendurch, der bei mir aber wenig Eindruck hinterlassen hat. Ganz salopp formuliert kann man sagen, dass man dieses Buch durchaus lesen kann, aber auch nichts verpasst, wenn man es sein lässt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Gefühlvoller Wegbegleiter für Kinder

Was fehlt dir, kleiner Roboter?
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Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem ...

Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem Buch geht es um Gefühle, Empathie und Trost. Alles Dinge die man erstinstanzlich nicht mit einem Roboter in Verbindung bringen würde. Doch dieses zauberhafte Kinderbuch beweist einem ganz schnell das Gegenteil.

Bereits der erste Eindruck des Buches, sowohl was die Optik als auch die Haptik betrifft, war sehr gut. Das Cover gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die wunderschönen Illustrationen, welche im Buch vorhanden sind. Die Seiten sind verhältnismäßig dünn für ein Kinderbuch und könnten bei noch ungeübten Kinderhänden zum Problem werden. Der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten damit, ist aber solche Bücher auch bereits gewöhnt.

Besonders hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Emilia Dziubak. Insbesondere da es zwei verschiedene Arten von Illustrationen auf den jeweiligen Doppelseiten gibt. Auf der Seite, auf der sich auch der Text befindet, gibt es immer eine kleine Zeichnung und auf der Nebenseite dann eine großflächige Illustration. Die Zeichnung und die Illustration sind dabei in einem völlig unterschiedlichen Stil gehalten, ergänzen sich aber perfekt. Dies unterstreicht noch einmal den besonderen Charme, den das Buch ausstrahlt.

Die Texte sind recht kurzgehalten und weisen einige Wiederholungen auf. Die Wiederholungen betreffen sowohl die Struktur als auch Wörter und Formulierungen. Alles Dinge die perfekt zur empfohlenen Altersgruppe der ab 3jährigen passt. Die Handlung ist auch für den kleinen Leser, der das empfohlene Alter leicht unterschreitet, nachvollziehbar und verständlich.

Ein besonders wichtiger Punkt bei einem Kinderbuch ist meiner Meinung nach auch die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte. Obwohl das Buch mit einem Seitenumfang von 32 Seiten recht überschaubar ist, schaff es der Autor gleich mehrere Botschaften zu verpacken. Dabei möchte ich hervorheben, dass diese Moral der Geschichte sich perfekt in die Handlung einfügt und hier nichts mit dem Holzhammer eingetrichtert wird. Die Gefühle des Roboters, allen voran seine Einsamkeit und Traurigkeit, sind vor allem durch die zauberhaften Illustrationen wirklich greif- und spürbar.

Dieses Buch vermittelt auf eine berührende und eindringliche Art und Weise, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen, aber auch wie unerlässlich es ist, seinem Gegenüber zu zuhören und nicht von sich auf andere zu schließen. Dies ist ein ergreifendes Buch über Nähe, Trost und Empathie.

„Was fehlt dir, kleiner Roboter“ hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen sehr berührt und begeistert. Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, dass ich ohne Einschränkungen weiterempfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein fein gesponnenes Netz aus Identität, Liebe und Wissenschaft

Real Americans
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Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ...

Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ich nicht in Deutschland lebe, kann ich die Intention des Verlages sehr gut nachvollziehen.

Rachel Khong erzählt in diesem Roman auf eine beeindruckende und dennoch äußerst zurückhaltende und sanfte Art und Weise die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie. Besonders begeistert hat mich dabei, dass die Autorin nicht nur die Probleme und Nöte der einzelnen Familienmitglieder sehr gut transportieren konnte, sondern sie auch in einen gesellschaftlichen Kontext setzt. Das Hineinversetzen und Verstehen der Protagonisten ist mir dadurch sehr leichtgefallen, obwohl ich einen völlig anderen kulturellen Hintergrund habe.
In diesem Roman geht es um Fragen der Identität und inwieweit unsere Herkunft unser Sein prägt, es geht um Macht und Geld, aber auch um die Frage wie weit darf Wissenschaft gehen.

Den Schreib- und Erzählstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden und es gab nur wenige Abschnitte im Buch auf die ich gerne verzichtet hätte oder die für meinen Geschmack kürzer hätten ausfallen können. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinne gibt es bei diesem Buch wie erwartet nicht wirklich.

Das Buch selbst ist in drei große Teile unterteilt und in jedem dieser Abschnitte steht eines der Familienmitglieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass obwohl Mei, Lilly und Nick unter völlig anderen Umständen in einer komplett unterschiedlichen Zeit leben, es so viele Gemeinsamkeiten in den drei Generationen gibt. Obwohl die drei Handlungsstränge in gewisser Weise voneinander unabhängig sind, da sie in drei verschiedenen Zeitebenen spielen, ergeben sie natürlich zusammen ein großes Ganzes.

Rachel Khons Roman ist nicht besonders aufregend, sondern besticht eher mit leisen Tönen und lässt einen, mich zumindest, nachdenklich zurück. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Bücher lesen, die gerne ihren Horizont erweitern und den großen Fragen des Lebens und der Wissenschaft gegenüber offen sind.

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