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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2026

Ein Roman für Fans von Lebensratgebern

Drei Tage im Schnee
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Es gibt Bücher, die sprechen einen auf die eine oder andere Weise an und man weiß, dass man sie unbedingt lesen möchte. Doch dann kommt immer was dazwischen und so ziehen die Wochen und Monate ins Land ...

Es gibt Bücher, die sprechen einen auf die eine oder andere Weise an und man weiß, dass man sie unbedingt lesen möchte. Doch dann kommt immer was dazwischen und so ziehen die Wochen und Monate ins Land und das Buch gerät in Vergessenheit. Bis es dann plötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht. Mir ging es mit diesem Buch so, vielleicht, weil bisher einfach nicht der richtige Moment war, um dieses Buch zu lesen.
Autorin Ina Bhatter hat mit diesem Roman eine sehr kurzweilige Geschichte erschaffen, die durchaus gute Ansätze hat und zum Nachdenken anregen kann. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe mich mit vielen Gedanken von Hannah identifizieren können. Aufgrund der doch eher überschaubaren Seitenanzahl habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und hatte danach ein sehr angenehmes Gefühl.
Ich kann aber durchaus auch die kritischen Stimmen zu diesem Buch verstehen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und es wurde an keiner Stelle für mich langweilig oder langatmig. Eher im Gegenteil, viele Dinge gingen mir einfach zu schnell. Vor allem die Persönlichkeitsentwicklung von Hannah und die Erkenntnisse, die sie über ihr Leben in diesen drei Tagen trifft, kamen wirklich im Eiltempo daher. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass Ina Bhatter den Roman mehr in die Länge hätte ziehen sollen, aber vielleicht wäre ihr weniger doch mehr gewesen.
Ich persönliche habe durch dieses Buch jetzt keine großen neuen Erkenntnisse erhalten, aber zumindest wurden gewisse Dinge wieder aus dem Unterbewusstsein als Licht befördert. Achtsamkeit und Selbstreflexion sind wichtige Schlagworte, an denen man seit einigen Jahren nicht vorbeikommt und trotzdem vergisst man es hin und wieder.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieses Buch doch anders war, als ich es mir erwartet habe. Für meinen Geschmack war der Lebensratgeberanteil im Buch ein wenig zu dominant, darunter hat die eigentliche Handlung der Geschichte ein wenig gelitten. Ich denke, dass dieses Buch sehr gut zu Leser:innen passt, die auch ihre Freude an Büchern wie „Das Café am Rande der Welt“ von John Streckly haben.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ermittlungen im Schatten der Erinnerung – kein typischer Cosy Crime

Der Tag, an dem Barbara starb
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Obwohl mir dieses Buch im Großen und Ganzen gut gefallen hat, muss doch gleich zu Beginn meiner Rezension ein paar warnende Worte sprechen. Denn, obwohl dieses Buch im Krimi Genre vermarktet wird und es ...

Obwohl mir dieses Buch im Großen und Ganzen gut gefallen hat, muss doch gleich zu Beginn meiner Rezension ein paar warnende Worte sprechen. Denn, obwohl dieses Buch im Krimi Genre vermarktet wird und es natürlich auch einen Kriminalfall gibt, muss ich sagen, dass wirkliche Krimifans hier nicht auf ihre Kosten kommen werden. Sogar Cosy Crime Fans könnten mit diesem Buch ihre Probleme haben.

Das außergewöhnliche Ermittlerduo war der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Eine 89jährige mehr oder weniger rüstige englische Dame und ihr pubertierender Enkel, klangen einfach nach einem Spitzenteam. Sind sie auch, dies muss ich neidlos eingestehen. Sowohl Margaret als auch ihr Enkel James und vor allem ihr Unverständnis für die Handlungsweisen sind stellenweise wirklich äußerst amüsant und haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Art und Weise wie die beiden ermitteln hat mir ebenfalls sehr zugesagt.

Allerdings wird das die ganze Leichtigkeit und vor allem auch der Kriminalfall selbst von der Demenz der alten Dame überschattet. Autor Richard Hooton hat sich entschieden, den Roman aus Sicht von Margaret zu erzählen. Ein sehr mutiger Schritt meiner Meinung nach, aber auch einer der dem Leser oder der Leserin einiges abverlangt. Man lebt und leidet mit Margaret mit und weiß oft genau so wenig wie sie was nun Realität ist und was Einbildung. Phasenweise haben die Handlungen und Gedanken der Dame etwas Skurriles oder Groteskes und ab und zu hatte ich auch das Gefühl, dass die Krankheit mit zu wenig Respekt behandelt wird. Doch ich denke, dass die Art und Weise sehr gut zu den Gefühlen der betroffenen Person passen. In diesem Zusammenhang fand ich es auch sehr spannend, dass der Autor von seinen eigenen Erfahrungen zu diesem Roman inspiriert wurde. Die Großmutter von Richard Hooton litt unter Alzheimer und verstarb, als er ein noch ein Teenager war.

Der Schreibstil des Autors hat mich genauso angesprochen wie die Thematik des Buches. Da ich aber nicht darauf vorbereitet war in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, bin ich mit falschen Vorstellungen an dieses Buch herangegangen und war ein wenig irritiert. Da ich eigentlich auf einen Cosy Crime Roman eingestellt war und diese Erwartungshaltung nicht zufriedenstellend erfüllt wurde, kann ich auch keine herausragende Bewertung für diese Buch abgeben.

Gesprochen wird das Hörbuch von Gabriele Blum. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich bis dato noch nie ein Hörbuch gehört, welches von ihr gelesen wurde. In diesem Hörbuch hat ihre Stimme aber perfekt gepasst und sie hat es auf hervorragende Weise geschafft die Ängste, Zweifel, aber auch Freude der Hauptperson zu transportieren. Ich denke, dass gerade durch ihre Stimme die Emotionen sogar noch verstärkt wurden und mir dadurch so nah gegangen sind.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir dieses Buch wirklich gefallen hat und mich insbesondere die Art und Weise wie hier Demenz dargestellt wird und vor allem auch wie die Angehörigen damit umgehen sehr beeindruckt hat. Leider rückten dadurch die Krimielemente zu sehr in den Hintergrund.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Von Frühling bis Winter: Geschichten, die verbinden

Yu-jins Bücherküche der großen Träume
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Bereits seit vielen Jahren finden sich viele japanische Romane auf meiner Leseliste und in der letzten Zeit kommen immer mehr Romane aus Korea dazu. Daher wusste ich bereits, worauf ich mich einlassen ...

Bereits seit vielen Jahren finden sich viele japanische Romane auf meiner Leseliste und in der letzten Zeit kommen immer mehr Romane aus Korea dazu. Daher wusste ich bereits, worauf ich mich einlassen würde. Dies meine ich nicht bezogen auf den Inhalt, sondern auf die Art und Weise wie hier die Geschichte erzählt wird.
Denn dies habe ich bereits schon vor längerer Zeit festgestellt, dass sich asiatische Romane oft in ihrer Erzählweise von europäischen oder amerikanischen Romanen abheben. Auch hier handelt es sich wieder um einen Episodenroman, bei der jedes Kapitel eine einzelne Episode dargestellt, die mehr oder weniger abgeschlossen ist. Natürlich gibt es eine Handvoll Protagonistinnen und Protagonisten, allen voran die Titelgebende Yu-jin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in allen Kapiteln vorkommen. Doch in jedem Kapitel erleben wir eine neue Geschichte, einen neuen Besucher oder Gast der Bücherküche.
Das Buch umfasst dabei die vier Jahreszeiten und startet mit der Eröffnung der Bücherküche im Frühling und endet im Winter mit einem Weihnachtsfest für Freunde und Gäste. Abschließend gibt es noch zwei Epiloge, die die Geschichte von zwei der handelnden Personen noch einmal aufgreifen und zu einem Abschluss bringen.
Diese Art der Erzählform mag für manch einen befremdlich wirken, da man oft das Gefühl hat, eine Sammlung von Kurzgeschichten zu lesen. Doch dieses Gefühl täuscht, denn es gibt viele verbindende Elemente zwischen den einzelnen Episoden/Kapiteln, man muss nur ein wenig unter die Oberfläche schauen und auf die zarten Zwischentönte achten.
Zarte Zwischentöne ist meiner Meinung nach sowieso ein gutes Stichwort. Denn hier handelt es sich um einen sehr gefühl- und stimmungsvollen Roman, der durch seine leisen Töne und die poetische Schreibweise besticht. Dieses Buch besticht nicht nur große Spannung oder eine aufregende Handlung, sondern berührt das Herz und die Seele und liefert Stoff zum Nachdenken. Und natürlich auch hervorragende Buchtipps, immerhin geht es im Buch um eine Bücherküche, da dürfen Literaturverweise nicht fehlen. Zu meiner großen Verwunderung, aber auch Freude, waren viele Titel dabei, die ich kannte. Also die ich entweder schon gelesen hatte oder bereits schon länger auf meiner Wunschliste stehen. Ich hatte befürchtet, dass hier vor allem koreanische Titel und Autorinnen und Autoren erwähnt werden, mit denen ich nichts anfangen kann, da sie eventuell noch nicht mal ins Deutsche übersetzt worden sind.
Dieser Roman hat mich auf vielen Ebenen sehr berührt und ich hoffe sehr, dass ich in Zukunft von der Autorin noch weitere Romane in die Finger bekommen werde. Bei diesem Buch handelt es sich nämlich um das erste Buch von Jee-Hye Kim, welches in Südkorea gleich zum Bestseller wurde. Daher habe ich die Hoffnung, dass ich vielleicht sogar noch einmal zur Bücherküche zurückkehren darf.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Roman, der nicht durch große Dramen, sondern durch feine Zwischentöne und eine poetische Sprache besticht. Wer Geschichten liebt, die das Herz berühren und gleichzeitig Lust auf neue Literatur machen, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Eine klare Empfehlung meinerseits für all jene, die gerne ruhige, poetische Romane lesen.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein Buch, das Leben retten kann – unverzichtbar für Eltern

Erste Hilfe für Baby und Kind
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Es gibt Themen mit denen möchte man sich am liebsten überhaupt nicht beschäftigen, da allein die Vorstellung furchtbar ist, aber man weiß ganz genau, wie wichtig es wäre, wenn man bescheid wüsste.
Klingt ...

Es gibt Themen mit denen möchte man sich am liebsten überhaupt nicht beschäftigen, da allein die Vorstellung furchtbar ist, aber man weiß ganz genau, wie wichtig es wäre, wenn man bescheid wüsste.
Klingt jetzt vielleicht ein wenig kryptisch, daher vielleicht noch einmal in einfacheren Worten. (Jung-) Eltern möchten sich aus verständlichen Gründen nicht damit beschäftigen was ihrem Kind alles passieren kann oder welche Krankheiten es bekommen kann. Doch man weiß, dass es hilfreich wäre, wenn man Bescheid wüsste, bevor der Ernstfall eintritt.
Dies war für mich der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe und warum ich es auch einmal komplett gelesen habe, ohne konkreten Anlassfall. Damit ich für den Notfall bereits in gewisser Weise gerüstet bin, eventuell schon erkennen kann, was genau gerade passiert und wie ich handeln kann. Bei uns kam das Buch bzw. das Wissen des Buches bereits zur Anwendung (zum Glück ging alles gut aus) und ich bin sehr froh, dass ich durch dieses Buch wusste, was ich tun muss.
Daher kann ich für dieses Buch nur eine klare Empfehlung aussprechen. Ich möchte aber auch dazusagen, dass es meiner Meinung zwingend notwendig ist, dass man sich das Buch, seine Struktur und die Inhalte mal in einer ruhigen Minute genauer anschaut. Denn ich glaube nicht, dass das Buch in einem Notfall besonders hilfreich ist, wenn man sich davor so überhaupt nicht damit beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein Loblied auf das Kino und die Liebe

Mr. Saitos reisendes Kino
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Dieses Buch zählt für mich zu den großen Überraschungen und Highlights meines Lesejahres 2025. Obwohl ich sehr viele gute Bücher gelesen und gehört habe, gab es wenige Bücher, die mich so positiv überrascht ...

Dieses Buch zählt für mich zu den großen Überraschungen und Highlights meines Lesejahres 2025. Obwohl ich sehr viele gute Bücher gelesen und gehört habe, gab es wenige Bücher, die mich so positiv überrascht haben wie dieses.
Der zauberhafte Erzählstil der Autorin Annette Bjergfeldt in Kombination mit einer fantasievollen und doch durchaus auch realistischen Geschichte hat mich vom ersten Wort an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dieses Buch hat mich so sehr begeistert, dass ich es nicht nur wie ursprünglich geplant als Hörbuch gehört, sondern auch als Buch gelesen habe.
Die Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ist, erinnert mich sehr stark an ein Tagebuch. Ich hatte immer das Bild vor Augen, dass hier eine alte Frau auf dem Sterbebett liegt und noch einmal ihr Leben Revue passieren lässt und die Verwandtschaft wie gebannt an ihren Lippen hängt und zuhört. Die Geschichte ist in vielen historischen Dingen und Ereignissen so akkurat recherchiert, dass ich immer das Gefühl hatte, dass es sich hierbei wirklich um einen Tatsachenbericht handeln könnte. Andererseits sind so viele phantastische Elemente dabei, die das ganze wieder ein wenig unrealistisch wirken lassen. Normalerweise recherchiere ich dann immer, um mehr über die Hintergründe des Buches herausfinden zu wollen. In diesem Fall habe ich es vermieden und werde es auch in Zukunft vermeiden, da es mir ein wenig von dem Zauber des Buches nehmen würde.
Die Protagonistinnen und Protagonisten des Buches, allen voran natürlich Lita, Oona und Fabiola habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und gehofft, dass ihre Wünsche und Träume irgendwann in Erfüllung gehen werden. Dieses Buch besticht durch einzigartige, zauberhafte und etwas schrullige Charaktere, die auf der Suche nach sich selbst, der Liebe und dem Glück sind. Jede und jeder auf seine Art und Weise und manchmal auch eher unbewusst als bewusst.
Dies ist wieder mal ein Buch, das durch seine Charaktere und die Beschreibungen der Umgebung und der Stimmungen punktet. Die Handlung ist manchmal ein wenig verworren und man weiß nicht immer, wohin die Reise gehen wird. Die eine oder andere Passage des Buches zieht sich ein wenig und im ersten Moment hat man das Gefühl, dass die Autorin diesen Teil der Geschichte kürzen oder weglassen hätte können. Doch am Ende merkt man, dass jedes kleine Puzzleteil notwendig war, damit die Geschichte genau so wird wie sie sein soll.
Gesprochen wird das Hörbuch von Rebecca Madita Hundt. Für mich war es mein erstes Hörbuch mit dieser Sprecherin, aber bereits nach wenigen Minuten wusste ich, dass sie die perfekte Wahl für das Buch ist. Ihre Stimme, ihre Art Wörter zu betonen und Gefühle zu übertragen hat mich sehr begeistert und ich hoffe, dass ich noch weitere Hörbücher mit ihrer Stimme hören werde dürfen.
Mr. Saitos reisendes Kino ist eine Hommage an das Kino, ein Loblied auf das Leben, ein Plädoyer für die Liebe und eine Geschichte über beeindruckende Frauen, die ihren Mann stehen und ihren Weg finden. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einem Buch belohnt, das noch lange nachhallt.

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