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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Japanische Erzählkunst zwischen Ruhe und Genuss

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen ...

Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen verstehen und nachvollziehen, aber verstehe auch, woher die Kritik an dem Buch kommt.
Wie so oft bei japanischen Romanen, ich möchte hier als Beispiel die Romane von Satoshi Yagisawa oder von Shiori Ota nennen, gibt es keine eindeutig durchgehende Handlung, sondern die einzelnen Kapitel erinnern an Kurzgeschichten. Oft ist es sogar noch so, dass sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel sehr stark ähnelt, so dass man das Gefühl bekommt, dass hier alles nach dem Schema F abgehandelt wird. Dieses Gefühl trügt natürlich nicht, den in gewisser Weise ist dies auch wirklich so, dennoch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann aber verstehen, wenn man mit dieser Art von Romanen nichts anfangen kann.
Ich greife sehr gerne immer wieder zu dieser Art von Büchern, da es hier mehr um die leisen Zwischentöne geht und man zur Ruhe kommen kann. Einen großartigen Spannungsbogen sucht man vergeblich, ich für meine Teil, haben dieses aber weder erwartet noch vermisst. Dafür habe ich mehrere zauberhafte Erzählungen bekommen, bei denen sowohl die persönlichen Erinnerungen und Gefühle der Protagonisten, sowie schmackhaftes japanisches Essen die Hauptrolle gespielt haben.
Nagare-san und seine Tochter Koishi-chan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und mir gefällt sowohl die respektvolle und doch liebevolle Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sowie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Ihr Restaurant ist ein ganz besonderes Kleinod und ich würde mir so sehr wünschen, dass es so ein Lokal wirklich gibt und ich irgendwann das Glück habe, dort hinzufinden. Die kulinarische Detektivarbeit, die die beiden leisten fand ich äußerst spannend und interessant und ich bin sehr glücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelroman handelt. Denn ich kehre gerne wieder auf einen Besuch in das Komogawa-Restaurant zurück.
Hisashi Kashiwai hat meiner Meinung nach einen zauberhaften Erzählstil und ich habe mich gerne in seinen Worten und seinen Beschreibungen der Umgebung und der Lebensmittel verloren. Japanische Küche zählt zu einen meiner großen Leidenschaften, daher kannte ich viele der erwähnten Zutaten und Gerichte, dennoch habe ich auch noch das eine oder andere dazulernen können.
Gelesen wird das Hörbuch von Thomas Höricht. Für mich war es das erste Hörbuch dieses Sprechers und ich hatte anfangs Schwierigkeiten mich an seine Stimme und an seine Art die Wörter zu betonen zu gewöhnen. Mit der Zeit wurde es besser, aber wirklich komplett zufrieden war ich mit dieser Kombination nicht. Wobei ich mittlerweile denke, dass es weniger an Thomas Höricht lag, sondern dies eines jener Bücher ist, die ich lieber lesen als hören möchte.
Der Sprecher hat nämlich eine sehr ruhige und unaufgeregt Art beim Lesen, was in diesem Fall perfekt zur doch sehr ruhigen und entspannenden Atmosphäre des Buches passt.
Alles in allem hat mich die Geschichte sehr angesprochen und ich will das Buch gerne weiterempfehlen. Allerdings wie bereits angesprochen mit einigen kleinen Einschränkungen. Daher kann bei diesem Buch auch nur 4 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Vorhersehbar? Ja. Zauberhaft? Auch!

Winterküsse unterm Nordstern
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Die Hallmark Weihnachtsfilme erfreuen sich seit einigen Jahren auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Diese Filme zeichnen sich durch eine zauberhafte Stimmung, eine herzerfrischende Liebesgeschichte ...

Die Hallmark Weihnachtsfilme erfreuen sich seit einigen Jahren auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Diese Filme zeichnen sich durch eine zauberhafte Stimmung, eine herzerfrischende Liebesgeschichte und reichlich Kitsch aus. Dieses Buch hat mich sehr stark an einen typischen Hallmark Weihnachtsfilm erinnert. Für diejenigen die diese Einleitung abschreckt, tut es mir zwar leid, aber ich denke, dann ist dieses Buch definitiv nicht das richtige für sie.
Besonders hervorheben möchte ich das unglaublich schöne Setting des Buches. Obwohl ich selbst noch nie in Lappland war, konnte ich mir alles sehr gut vorstellen und habe die Landschaft vor meinem inneren Auge gesehen. Julie Larsen hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und die Umgebung und die Landschaft sehr detailliert beschrieben. Durch das Weihnachtsmanndorf kam während des Lesens bei mir auch eindeutig Weihnachtsstimmung auf. Daher würde ich das Buch auf jeden Fall als leichte Lektüre für die Adventszeit empfehlen.
Die Protagonisten Charlotte und Eljas waren mir sympathisch und man durfte als Leser auch einen tiefen Einblick in ihr Innenleben vornehmen. Beide hatten es in der Vergangenheit nicht immer leicht und mussten den einen oder anderen Verlust hinnehmen. Die traurigen Hintergrundgeschichten haben dem Buch eindeutig etwas mehr Tiefe verliehen und somit hebt dieser Roman sich ein wenig von anderen seichten Weihnachtsromanzen ab. Autorin Julie Larsen hat es aber dennoch geschafft, die traurigen Anteile nicht überwiegen zu lassen und somit nicht zu viel auf die Tränendrüse gedrückt. Eljas Tochter Eveliina habe ich vom ersten Moment ins Herz geschlossen. Sie war mein persönlicher Favorit, auch wenn sie mir an vielen Stellen ein wenig zu erwachsen und altklug vorgekommen ist.
Die Geschichte selbst ist im Großen und Ganzen recht vorhersehbar und bietet wenig Überraschungen. Es gibt die typischen Irrungen und Wirrungen, die eine Liebesgeschichte ausmachen und das eine oder andere Drama aufgrund eines Missverständnisses kommt natürlich auch vor. Durch diesen sehr typischen und vorhersehbaren Aufbau der Geschichte war meiner Meinung nach der Spannungsbogen recht flach. Wobei ich mir ehrlich gesagt auch kaum etwas anderes erwartet habe. Der Einstieg in die Geschichte ist mir leichtgefallen, allerdings dauerte es etwas, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufgenommen hat.
Der Schreib- und Erzählstil von Julie Larsen hat mir gut gefallen. Ich konnte mich aufgrund ihres lockeren Stils schnell in der Geschichte zurechtfinden und hatte auch mit den finnischen Begriffen keine Probleme, da sie diese alle sehr gut erklärt hat.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen soliden und unterhaltsamen Weihnachts- und Liebesroman, der perfekt ist, um dem doch oft hektischen Adventalltag zu entfliehen. Ideal für alle, die eine herzerfrischende Liebesgeschichte mit ein wenig Tiefgang suchen.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Ein Mitmachbuch voller Charme, aber nicht so weihnachtlich wie erwartet

Komm mit, Weihnachtseselchen
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Der kleine Leser und ich sind große Fans der Bücher von Sophie Schoenwald und daher durften in diesem Jahr bereits viele Bücher von ihr bei uns im Bücherregal einziehen. Bei diesem Buch musste ich daher ...

Der kleine Leser und ich sind große Fans der Bücher von Sophie Schoenwald und daher durften in diesem Jahr bereits viele Bücher von ihr bei uns im Bücherregal einziehen. Bei diesem Buch musste ich daher nicht lange überlegen. Denn nicht nur, dass das Buch von Sophie Schoenwald stammt auch Nadine Reitz war wieder mit an Bord und die Zusammenarbeit der beiden hat schon sehr viele gute Bücher hervorgebracht. Noch dazu dreht sich der Inhalt des Buches um die Weihnachtsgeschichte und war daher perfekt für die Vorweihnachtszeit.
Nach so vielen positiven Vorworten, muss ich jetzt leider auch eine kleine Kritik üben. Denn unter dem Inhalt hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Denn der Teil mit der Weihnachtsgeschichte ist anders umgesetzt, als ich dies erwartet hatte. Der kleine Leser hatte damit aber kein Problem, da er altersentsprechend noch keine konkreten Vorstellungen vom Inhalt hatte.
Die Illustrationen gefallen uns aber beiden sehr gut und Nadine Reitz hat hier wieder ganze Arbeit geleistet. Die Farben sind stimmungsvoll und aussagekräftig. Die Tiere sind sehr niedlich, aber dennoch realistisch dargestellt.
Bei diesem Buch handelt es sich wieder mal um ein Mitmachbuch von Sophie Schoenwald. Ihre Reihe enthält mittlerweile 13 Bücher und ich vermute, dass noch einige dazu kommen werden. Die Mitmachaktionen sind kindgerecht gestaltet und haben dem kleinen Leser viel Spaß gemacht. Nach mehrmaligem Leser weiß der kleine Leser natürlich schon, was er auf welcher Seite zu tun hat. Ich hatte daher die Befürchtung, dass diese Art von Büchern recht schnell langweilig werden würden. Allerdings stört es den kleinen Leser überhaupt nicht. Er lauscht trotzdem gespannt der Geschichte, betrachtet die Bilder mit großen Augen und freut sich an jeder weiteren Mitmachaktion. Letzteres gefallen mir in diesem Buch besonders gut, da sie einen besonders liebevollen Charakter haben. In anderen Büchern waren ein paar Dinge dabei, die ich nicht ganz so großartig gefunden habe, wie zum Beispiel Bienen antippen. Da musste ich dann erklären, dass man dies im richtigen Leben nicht machen sollte.
Alles in allem hat uns das Buch gut gefallen, wenn auch mit der kleinen Einschränkung bezüglich der Weihnachtsgeschichte. Ich finde es schade, dass durch den Titel und die Inhaltsangabe falsche Erwartungen geweckt werden. Dies bin ich vom Baumhaus Verlag eigentlich nicht gewöhnt.
Weiterempfehlen möchte ich das Buch auf jeden Fall. Dennoch möchte ich einschränken, dass all jene, die auf der Suche nach der Weihnachtsgeschichte sind, hier nicht wirklich glücklich werden dürften.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Ein würdiger Nachfolger voller Humor und Abenteuer

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Elos von Bergen ist zurück. Und natürlich sind auch wieder seine Zwillinge Ada und Naru mit von der Partie. Denn auch wenn Elos es nicht gerne zugibt, die beiden sind ihm immer wieder eine große Hilfe. ...

Elos von Bergen ist zurück. Und natürlich sind auch wieder seine Zwillinge Ada und Naru mit von der Partie. Denn auch wenn Elos es nicht gerne zugibt, die beiden sind ihm immer wieder eine große Hilfe. Apropos Hilfe, natürlich dürfen wir uns auch auf das Wiedersehen mit anderen mehr oder weniger geliebten Charakteren aus dem ersten Teil freuen. Und ein paar neue „Freunde“ kommen noch dazu.

Wie man vielleicht schon an der Formulierung meines ersten Satzes merken kann, handelt es sich hierbei um einen Fortsetzungsroman. Dies ist der zweite Teil der Spurenfinder und ohne zu viel verraten zu wollen, wird es wohl eher nicht der letzte sein. Denn einerseits bleiben wieder einmal einige Fragen offen, wobei dies allein noch nie einen Autor oder eine Autorin davon abgehalten hätte, eine Serie zu beenden. Andererseits hat sich Marc-Uwe Kling in den letzten Jahren eine beständig größer werdende Fanschar, sowohl unter Erwachsenen wie auch Kindern, aufgebaut.

Ich selbst stimme mittlerweile nicht mehr leichtfertig in die Lobeshymnen mit ein, ich befürchte, dass ich langsam eine Überdosis des Autors und seiner Werke abbekommen habe. Allerdings muss ich für dieses Buch eine Ausnahme machen. Der erste Teil hat mich bereits begeistert und ich habe mich schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Meine Befürchtungen, dass der zweite Teil schlechter sein könnte als der erste, waren zum Glück völlig unbegründet.

Auch dieses Buch besticht wieder durch jede Menge skurrile Charaktere und eine interessante Genre-Mischung. Die ansprechenden Illustrationen runden den sehr guten Gesamteindruck noch einmal ab. Die Spannungskurve ist zwar nicht durchgehend hoch, dennoch gab es keine Stelle, die mir langatmig oder langweilig vorgekommen wäre. Gerade die Gespräche zwischen den verschiedenen Charakteren sind es, die dieses Buch zu etwas besonderem machen. Vor allem die Diskussionen von Elos mit seinen Zwillingen oder zwischen Naru und Ada haben mich oft genug zum Lächeln gebracht.

Ein Vergleich des ersten und zweiten Buches drängt sich, wie so oft bei Fortsetzungsromanen, quasi auf. In vielen Punkten sind die Bücher miteinander vergleichbar, die Welt und die Personen sind immerhin die gleichen. Bedeutet eben auch, wer mit dem ersten Band nichts anfangen konnte, wird es mit Band zwei wohl eher auch nicht können. Meiner Meinung nach war der erste Band aber fantasiereicher und hat sich stärker auf die Beschreibung der Umgebung konzentriert. Außerdem musste einiges an Zeit aufgewendet werden, um alle Personen einzuführen. Dies fällt im zweiten Teil verständlicherweise weg. Dafür wird hier der Fokus mehr auf die Gilde der Spurenfinder und die politische Situation gelegt. Humorvoll und lustig sind beide Teile, wobei ich in diesem Buch öfters mal das Gefühl hatte, dass es ein wenig zu viel des Guten war.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Ada und Naru noch stärker in den Fokus der Geschichte gerückt sind. So gern ich Elos von Bergen auch habe, seine Zwillinge sind noch immer meine heimlichen Favoriten. Ich liebe ihren flapsigen und manchmal auch zänkischen Umgang miteinander. Wobei wenn es hart auf hart kommt, halten die beiden zusammen wie Pech und Schwefel.
Marc-Uwe, Johanna, Luise und Elisabeth Kling haben bei diesem Buch wieder ganze Arbeit geleistet und eine solide und unterhaltsame Fortsetzung geschrieben. Theoretisch könnte man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen, aber ich persönlich würde es nicht empfehlen.

Die Mischung aus Abenteuer-, Kriminal- und Fantasieroman hat auch dieses Mal wieder wunderbar funktioniert und hat das Zeug nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zu begeistern.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Spannend, aber nicht durchgehend packend

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass mir bewusst ist, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt und ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre. Daher sind auch meine Erfahrungen aus der ...

Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass mir bewusst ist, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt und ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre. Daher sind auch meine Erfahrungen aus der Sicht eines Erwachsenen. Allerdings bin ich der Meinung, dass ein gut konstruiertes Jugendbuch durchaus auch ein erwachsenes Publikum ansprechen kann.
Wieder einmal war es das Äußere, das mich auf dieses Buch aufmerksam werden hat lassen. Das Cover gefällt mir sehr gut und vermittelt meiner Meinung nach bereits einen guten Eindruck über den Inhalt des Buches. Kaspar Hauser ist mir natürlich ein Begriff, wobei ich ehrlich zu geben muss, dass ich mich mit ihm bis dato nur am Rande beschäftigt habe. Die Idee des Autors reale und fiktive Elemente miteinander zu vermischen hat mich aber direkt angesprochen.
Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen und durch die sehr anschaulichen und ausführlichen Beschreibungen der Umgebung hat Autor Davide Morosinotto es geschafft, dass ich mich gut in die Geschichte einfügen konnte. Maßgeblich dazu beigetragen haben auch die diversen Illustrationen, die im Buch enthalten sind. Diese vermitteln noch einmal ein wunderbares Gefühl für die Zeit, in der das Buch spielt und geben der Geschichte mehr Authentizität.
Die Handlung hat für mich leider einige Schwachpunkte und gerade der Mittelteil hat sich sehr gezogen. Hier ist der Spannungsanteil am geringsten und der Großteil der Handlungen besteht aus Beschreibungen und Befragungen. Ich denke, dass gerade dieser Teil auch für die eigentliche Zielgruppe sehr herausfordernd sein kann. Gegen Ende hin zieht der Autor noch einmal kräftig an und die Ereignisse überschlagen sich fast, so wie es eben oft in einem Kriminalfall der Fall ist.
Die Vermischung von realen und fiktiven Fakten ist dem Autor meiner Meinung nach sehr gut gelungen und die meiste Zeit konnte ich nur schwer unterscheiden, was nun wirklich belegte Fakten und was der Fantasie des Autors entsprungen ist. Gegen Ende hin merkt man deutlicher, dass Davide Morosinotto erheblich von den historisch belegten Fakten abweist. Dies habe ich aber in gewisser Weise erwartet. Das Ende war für meinen Geschmack dann aber doch ein wenig zu übertrieben konstruiert. Ich denke aber, dass dies eine sehr erwachsene Sicht ist und die eigentliche Zielgruppe da weniger Probleme haben wird.
Mit Greta Grimaldi hat der Autor einen sehr interessanten und vielschichtigen Charakter erschaffen. Hierbei fand ich sehr faszinierend, dass Greta zwar in gewisser Weise ein auffallendes Äußeres hat, dennoch aber von den meisten Personen mehr oder weniger übersehen wird. Dies zeigt sehr deutlich die Rolle der Frau im 19ten Jahrhundert. Denn, obwohl sie ihren Vater maßgeblich bei den Ermittlungen unterstützt, ist es doch er, der am Ende die Lorbeeren einstreichen kann.
Die Geschichte des Buches ist auf jeden Fall stimmungsvoll, aber phasenweise auch sehr düster. Wie so oft, möchte ich Eltern ans Herz legen, dass Buch zuerst selbst zu lesen, bevor sie es ihren Kindern zum Lesen geben. Manche Stellen könnten für sehr sensible Kinder ein wenig überfordernd sein.
Davide Morosinotto hat hier einen gut durchdachten historischen Roman abgeliefert, der bei Jugendlichen, die sich für Geschichte und Kriminalfälle interessieren sicher großen Anklang finden wird. Mich persönlich konnte das Buch zwar nicht restlos überzeugen, dennoch halte ich dies für einen klugen und interessanten Roman, den ich gerne weiterempfehle.

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