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Veröffentlicht am 04.01.2026

Tolle Geschichte

Bonjour Agneta
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Geh deinen eigenen Weg. Jetzt.

Folge keinen Menschen, die sich nur um sich selbst drehen, die keinen Paltz für dich haben und in deren Leben du kaum noch eine Rolle spielst. Steig aus und fange von vorn ...

Geh deinen eigenen Weg. Jetzt.

Folge keinen Menschen, die sich nur um sich selbst drehen, die keinen Paltz für dich haben und in deren Leben du kaum noch eine Rolle spielst. Steig aus und fange von vorn an. Es ist nie zu spät dafür.

Und genau das macht Agneta. Sie wagt den Schritt. Raus aus einem Zuhause was schon lange kein Zuhause mehr ist. Ihr Mann ist seiner Midlife Crisis völlig verfallen, die Kinder sehen in ihr nur noch den Geldautomaten. Alles was Spaß macht und die Lebensfreude steigern kann, ist verboten. Dafür gibt es viele Dinge, die Agneta nun (aus der Sicht des Ehemanns) machen soll, obwohl sie sich weder dafür interessiert (Vögel beobachten) noch begeistern kann (Schwimmen zu jeder Jahreszeit).

Sie zieht die Reißleine und zieht von Schweden nach Frankreich. Dort soll sie einen Mann betreuen. Wie sich herausstellt ist Einar Ü80 und dement. Seine sehr direkte und teilweise sexuell aufgeladene Art zu sprechen, schockt zunächst Agneta. Doch sie bleibt und sie lernt das Leben mit Einar und den Dorfbewohnern lieben.

Ich habe mir das Buch von Julia Dernbach vorlesen lassen und fand es sehr gut. Sie hat mich mit ihrer Stimme und ihrer Art die Charaktere zu sprechen schnell abgeholt und in die Geschichte gezogen. Das Kopfkino wurde direkt aktiviert. Die Gefühlsskala wurde einmal komplett durchgespielt. Von wütend bis traurig, herzlich lachend bis entsetzt war alles dabei. Die Charaktere von Agneta und Einar sind der Autorin richtig gut und sehr realistisch gelungen. Die Dorfbewohner waren mir zu wohlwollend und lieb, aber sie sorgten für schöne Sidekicks.

Eine schöne Geschichte von einer Frau, die das Leben wieder spüren will.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Nette Geschichte

Das Mädchen vom Striezelmarkt
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Das Buch wurde mir empfohlen und ja, es ist eine nette Weihnachtskrimigeschichte.

Lea kommt aus gutem Hause. Sie soll sich gut benehmen, höflich sein, adrett aussehen und sich in den (damals) typisch ...

Das Buch wurde mir empfohlen und ja, es ist eine nette Weihnachtskrimigeschichte.

Lea kommt aus gutem Hause. Sie soll sich gut benehmen, höflich sein, adrett aussehen und sich in den (damals) typisch weiblichen Arbeiten ausbilden lassen. Mit anderen Worten, sie soll eine gute Partie sein. Doch Lea hat anderes im Sinn. Sie liebt das Schnitzen von Figuren. Da es kein passendes Hobby für eine junge Frau ist, muss sie es mehr oder weniger heimlich tun. Der Verkauf ihrer Figuren ist fast chancenlos. Doch mit der Hilfe vom Schicksal findet sie eine Möglichkeit auf dem berühmten Striezelmarkt ihre Figuren zu verkaufen. Das zieht nicht nur begeisterte Menschen, sondern auch die Missgunst und den Neid anderer an.

Die Geschichte hat neben Lea noch einige andere Charaktere, die die Geschichte stark beeinflussen. Von der exzentrischen (für damalige Verhältnisse) Tante zum mittellosen Waisenkind bis zum Striezelmarktwärter sind alle Bevölkerungsschichten dabei. Sie sorgen dafür, dass es immer wieder Wendungen in der Geschichte gibt, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Nicht alles war realistisch, aber dennoch unterhaltsam.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein typisches Lehane Buch

The Drop - Bargeld
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224 Seiten sind nicht viel für einen Halbkrimi, aber bei Dennis Lehane völlig ausreichend. Der Autor, der selten ein Wort zu viel schreibt und trotzdem alles klar und deutlich beschreibt, schafft eine ...

224 Seiten sind nicht viel für einen Halbkrimi, aber bei Dennis Lehane völlig ausreichend. Der Autor, der selten ein Wort zu viel schreibt und trotzdem alles klar und deutlich beschreibt, schafft eine Stimmung, die den Lesenden in den Bann zieht (sofern man die klare, leicht rounierte Art des Schreibens mag).

Lehanes Charaktere sind grau. Allesamt. Kein Charakter hat nur gute oder nur schlechte Seiten. Wie bei einer Zwiebel zieht er Schicht für Schicht ab und überraschte immer wieder. Es gibt Wendungen, die man so nicht erwartet hatte. Dadurch schaffte der Autor eine Wachsamkeit bei mir. Bloß nichts überlesen, um den Faden nicht zu verlieren. Das Ende war typisch Lehane und so passend.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Spannend und geschichtlich interessant

Die Feuer von Prag
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1913 in Prag. Eine wilde Party auf dem Schiff "Bohemia" zieht viele einflussreiche und berüchtigte Menschen an. Auch Egon Erwin Kisch ist mit an Bord. Doch die wilde Party endet in einem verheerenden Brand. ...

1913 in Prag. Eine wilde Party auf dem Schiff "Bohemia" zieht viele einflussreiche und berüchtigte Menschen an. Auch Egon Erwin Kisch ist mit an Bord. Doch die wilde Party endet in einem verheerenden Brand. Ein Mensch kommt dabei ums Leben. Es ist der belgische Diplomat, der unter Spionageverdacht steht.

Egon Erwin Kisch arbeitet als Kriminalreporter in Prag und recherchiert zu diesem Brand. Pikanterweise hat dort Oberst Redl, Generalstabschef des VII. Armeekorps seine ausschweifende Party gefeiert. Was hat er mit dem belgischen Diplomaten zu tun? War es ein Mord oder ein tragisches Unglück? Kisch ist sich der Gefahr und den Verstrickungen bewusst und kann doch die Füße nicht still halten. Er gerät auch mit den tatsächlichen Ermittlern aneinander. Sein Vorgesetzter Heinrich Brodesser schlichtet so gut er kann, auch wenn er weiß, dass Kisch sich nicht an die Abmachungen halten wird.

Die Autoren haben sich die reale Person Egon Erwin Kisch als Protagonist herangezogen und mit den tatsächlichen Geschehnissen in Prag und einigen fiktiven Charakteren gemischt. Herausgekommen ist ein spannender und interessanter Krimi, der die Lesenden in die Gassen von Prag zieht. Man spürt die Unruhe, das Misstrauen und das Leben der Menschen. Die Stadt- und Politikbeschreibungen fand ich sehr gut. Man konnte sich ein gutes Bild aufbauen. Die queeren Charaktere und deren Probleme wurden gut dargestellt. Einzig der Schreibstil war leider nicht so meins. Ich hatte stets das Gefühl einen Bericht/Artikel zu lesen. Die Beschreibungen wirkten wie aus einem Zeitungsartikel. Gut zusammengefasst, aber mit wenig Emotionen. Dadurch wirkte der gesamte Roman etwas hölzern.

Trotzdem würde mich ein dritter Fall interessieren, da mir die geschichtlichen Aspekte gefallen haben.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Faszinierend und beeindruckend

Whiteout – Mein Weg durchs ewige Eis
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Nach Beendigung des Buches ziehe ich meinen Hut vor der Kraft, dem Willen und der Stärke dieser jungen Abenteuererin.

Ich habe beim Lesen ganz leicht mitgefroren und gezittert, dass sie die Whiteout ...

Nach Beendigung des Buches ziehe ich meinen Hut vor der Kraft, dem Willen und der Stärke dieser jungen Abenteuererin.

Ich habe beim Lesen ganz leicht mitgefroren und gezittert, dass sie die Whiteout Tage gut übersteht. Dem Sturm in ihrem kleinen Zelt trotzen kann. Immer wieder war ich fasziniert von ihrem Willen etwas zu erreichen und durchziehen. Ihre körperliche und mentale Stärke waren beeindruckend.

Mollie Hughes erzählt von ihrer Wanderung an der Antarktis ohne (direkte) Begleitung. 700 Meilen allein durch und über den Schnee und Eis. Gegen Sturm, eisige Winde und bei Temperaturen, die man sich nur schwer vorstellen kann. Sie erzählt ihre Reise spannend und sehr menschlich. Sie schreibt von ihrer Freude, dem Frust, der Angst und den Tränen. Sie erzählt, was sie empfunden hatte und wie sie sich allein aus den Krisen wieder herausgeholt hat.

Neben ihren biografischen Passagen hat sie auch Abschnitte zu den verschiedenen Themen wie Selbstvertrauen, Resilienz, psychischer Druck, positives Denken und geistiger Freiraum eingefügt. Außer ihrer eigenen Erfahrung erfährt man wissenswertes aus der Forschung und erhält kleine Anregungen, wie man die Theorien in die Praxis umsetzen kann. Die Quellen hat sie am Ende des Buches eingefügt, so dass man sich auch tiefer mit den Themen beschäftigen kann. Was mir gut gefallen hat, ist der Umgang mit den Themen. Kein Druck auf den Lesenden, das unbedingt ausprobieren zu müssen, sondern stets ein "ihr könnt", müsst aber nicht.