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Veröffentlicht am 09.01.2026

Ackerman ohne das gewisse Etwas

Im Labyrinth der Furcht
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Der Einstieg in die Geschichte gelingt gut, wir knüpfen quasi nahtlos an das Ende der vorherigen Teils an. Ackerman und seine Familie befinden sich in der Gefangenschaft des Hüters und müssen dort diverse ...

Der Einstieg in die Geschichte gelingt gut, wir knüpfen quasi nahtlos an das Ende der vorherigen Teils an. Ackerman und seine Familie befinden sich in der Gefangenschaft des Hüters und müssen dort diverse Spielchen und ellenlange Monologe über sich ergehen lassen, während Ackermans Partnerin Nadia versucht, ihn zu finden und zu befreien.
Wichtige Teile der vorherigen Geschichte werden nochmal kurz umrissen, sodass man sich schnell wieder an alles erinnert und auch als Neuling die Charaktere kennenlernt, trotzdem würde ich empfehlen, zuerst den direkten Vorgängerband zu lesen.
Das Lesetempo ist dank kurzer Kapitel und wechselnder Perspektiven durchgängig schön hoch, man verfolgt mehrere Handlungsstränge zugleich und jeder davon macht auch neugierig darauf, was als Nächstes dort passieren wird.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass diese anfängliche Neugier leider schnell verfliegt. Nach einem spannenden Start folgt ein doch eher zäher Mittelteil - man liest trotzdem noch schnell, aber mit schwindendem Interesse. Hierfür sind direkt mehrere Faktoren aus meiner Sicht verantwortlich gewesen: Der Serienmörder dieses Buches wird stark eingeführt und verliert mit jedem Kapitel an Glaubwürdigkeit dank seltsamer Entscheidungen, Drama und zu viel Gerede. Ähnliches gilt auch für den Hüter, statt eines starken Gegenspielers für Ackerman bekommen wir hier erstmal nur einen Bösewicht, der sich gerne selber reden hört. Auch Ackerman selbst scheint irgendwie weit weg von seinen üblichen Glanzleistungen zu sein und lässt seinen typischen Charakter und Witz etwas vermissen. Die Handlung hat gefühlt auf der Stelle getreten, nur Nadias Perspektive konnte mich größtenteils gut mitnehmen.

Schade fand ich auch, dass man nicht wirklich miträtseln konnte, ein Großteil der aufgeworfenen Fragen wird innerhalb weniger Kapitel auch schon wieder aufgeklärt.
Insgesamt hat mich das Buch dennoch ganz gut unterhalten und war auch teilweise mal recht spannend, aber irgendwie fehlte der Charme und es wurde einiges an Potential verschenkt. Man könnte dieses Buch vermutlich auch überspringen und würde trotzdem ohne Probleme den nächsten Band lesen können. Für (angehende) Nadia-Fans gibt es aber dafür ein paar coole Szenen, nachdem sie im vorherigen Teil ja eher keine Rolle gespielt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.01.2026

Gnadenlose Welt

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen ...

Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen mit Geistern.
Einer dieser Geister ist der ermordete frühere König, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt und Nizzara gefährlich werden könnte - oder doch sie ihm?
Die Gestaltung der deutschen Ausgabe wartet mit einer nützlichen Landkarte sowie Stammbäumen der Königsfamilien auf, was doch sehr hilfreich war.
Eher nutzlos war hingegen das Glossar, hier fehlte wirklich so einiges an Infos (um Spoiler zu vermeiden?).

Allgemein gab es nämlich wirklich viel, das man ins Glossar hätte schreiben können: Die Geschichte entführt den Leser in eine komplett neue Welt mit mehreren Königreichen, Dimensionen, Spezies, Magiesystemen, Geistern...
Gerade am Anfang ist dies teilweise doch sehr verwirrend und auch später gibt es immer noch Momente, in denen man nicht alles perfekt versteht, auch wenn es hier dann eher daran liegt, dass man die Geheimnisse der Welt so entdeckt.
Generell mochte ich die verschiedenen (Magie-)Systeme und Kulturen sehr, die Idee wirkte auf mich erfrischend und gut durchdacht.
Auch der Mix der verschiedenen Themen bot viel Abwechslung: Es gab Action und Turnierkämpfe, romantische Szenen, Freundschaften, Politik und familiäre Beziehungen.
Dabei ist der Großteil doch sehr düster und auch vor viel Gewalt und heiklen Beschreibungen wird nicht zurückgeschreckt - macht die Erzählung irgendwie authentisch, ist aber auch nichts für zarte Gemüter.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Nizzara und Dagen, sodass man beide Charaktere gut kennenlernen und verstehen kann. Auch ermöglicht dies mehrere Handlungsstränge und -orte, besonders wenn beide getrennt voneinander agieren. Nizzaras Perspektive fand ich etwas gelungener, jedoch ließ sich beides gut lesen - auch wenn nicht "viel" passiert ist, wollte ich doch immer weiterlesen und mehr über diese Welt erfahren.
Manche Nebencharaktere sind vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, aber hier bin ich einfach mal auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Rückkehr der Dystopien

To Cage a Wild Bird
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To Cage a Wild Bird ist eine schöne Rückkehr zu den modernen Dystopien wie Tribute von Panem und ein gelungener Vorbote für das Revival dieses Genres.
Wir begleiten Raven, die als Kopfgeldjägerin im ärmeren ...

To Cage a Wild Bird ist eine schöne Rückkehr zu den modernen Dystopien wie Tribute von Panem und ein gelungener Vorbote für das Revival dieses Genres.
Wir begleiten Raven, die als Kopfgeldjägerin im ärmeren Wohnviertel den Lebensunterhalt für sich und ihren jüngeren Bruder verdient. Als dieser jedoch verhaftet wird, folgt sie ihm in das berüchtigte Gefängnis, in dem die Reichen dieser Welt gegen Bezahlung Jagd auf die Insassen machen dürfen.

Das Setting ist jetzt nichts bahnbrechend Neues, auch findet man regelmäßig kleine Elemente aus diversen Dystopien wieder. Davon abgesehen konnte mich das Gefängnis als Handlungsort doch durchaus überzeugen. Verschiedene Details, Systeme und Personal des Gefängnisses wurden gut ausgearbeitet, ohne dabei jedoch den Leser mit zu vielen Informationen zu erschlagen. Man kommt recht ahnungslos mit Raven dort an und findet sich nach und nach besser zurecht, was ich ansprechend fand.
Dafür ist mir die Welt außerhalb des Gefängnisses jedoch etwas zu kurz geraten. Es gibt immer wieder mal kleine Informationshappen über die Geschichte und aktuelle Politik, allerdings nicht in dem Umfang, dass man sich irgendwie involviert fühlt. Hierbei hoffe ich auf den nächsten Band, der dies hoffentlich stärker in den Fokus nimmt.

Die Geschichte war eigentlich durchweg spannend, hatte zwischendurch allerdings auch manchmal Passagen, die mir gefühlt zu schnell oder teilweise auch zu langsam gingen.
Dies hatte auch Auswirkungen auf die Charaktere: In manchen Situationen hätte ich mir mehr Tiefe und eine authentischere Gefühlsbeschreibung gewünscht. Im Laufe der Geschichte wurde es besser, ist bei den Nebencharakteren jedoch immer noch etwas kurz geraten, weshalb ich zu ihnen auch eher nur eine oberflächliche Bindung aufbauen konnte. Auch hier sehe ich allerdings Potential für die Fortsetzung, vor allem wenn man diese Charaktere jetzt schon etwas besser kennt.
Insgesamt eine spannende Einführung in eine interessante dystopische Welt, die aber auch noch gut Luft nach oben für Band 2 lässt.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Erinnerungen in der Musik

Großmutters Geheimnis
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Auf zwei Zeitebenen tauchen wir in die Geschichte einer jüdischen Familie ein: Die Großmutter erzählt von ihrem Leben und den Schrecken des 2. Weltkrieges während der Enkel in der Gegenwart mit seinen ...

Auf zwei Zeitebenen tauchen wir in die Geschichte einer jüdischen Familie ein: Die Großmutter erzählt von ihrem Leben und den Schrecken des 2. Weltkrieges während der Enkel in der Gegenwart mit seinen ganz eigenen Dämonen kämpft.
Diese Aufteilung hat mir gut gefallen, vor allem da immer wieder Parallelen im Text oder in der Handlung gezogen wurden. Auch wenn sich der Inhalt der Kapitel/Zeitebenen stark unterschied, konnte man trotzdem die Verbindungen zwischen den Generationen erkennen.
Eine Metapher oder Beschreibung in der einen Zeit wird in der anderen auch aufgegriffen, wodurch man schön die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen konnte.
Auch ermöglicht dies, das Thema der vererbten Traumata besser darzustellen.

Inhaltlich hat mir jedoch der Teil der Großmutter besser gefallen. Beim Lesen fühlte es sich so an, als würde man gerade wirklich von einer alten Frau ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen. Es ist alles gründlich ausgearbeitet und recherchiert, mit so vielen kleinen Details, dass diese Familie und ihr Leben komplett echt wirken. Auch die späteren schlimmen Schilderungen gingen unter die Haut.
Zwar fühlte sich auch die Gegenwartsebene mit dem Enkel authentisch an, jedoch konnte es mich im Vergleich dann doch nicht wirklich packen. Alexander war mir nicht immer sympathisch und teilweise habe ich mich ein wenig schwer getan, seinen inneren Kampf zu verfolgen.
Auch das Einbinden von musikalischen Themen in die Geschichte und den Schreibstil war grundsätzlich passend, für mich als Musiklaien jedoch manchmal etwas schwer verständlich.

Generell mochte ich den Schreibstil im Großen und Ganzen, die Erzählung ist eher ruhig, aber nimmt einen trotzdem gut mit. Vieles ist schön formuliert, während ich selten aber auch über Kleinigkeiten gestolpert bin (vielleicht der Übersetzung geschuldet?). Insgesamt ein Buch, das von seinen authentischen Schilderungen der (Familien-)Geschichte und der Gefühlswelt der Protagonisten lebt und darin auch gut überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Neue Art der Magie

The Second Death of Locke
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Grey und Kier verbindet ein besonderes Band: Kier ist ein Magier, der für seine Magie jedoch Grey als Quelle benötigt.
Dieses eher ungewöhnliche Magiesystem hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt: Statt ...

Grey und Kier verbindet ein besonderes Band: Kier ist ein Magier, der für seine Magie jedoch Grey als Quelle benötigt.
Dieses eher ungewöhnliche Magiesystem hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt: Statt sich nur wie oft üblich auf die Entwicklung der magischen Kräfte einer einzelnen Person zu konzentrieren spielt hier die Verbindung zwischen zwei Charakteren und ihre Gefühle füreinander eine große Rolle.
Am Anfang war diese neue Welt und ihre Magie noch ein klein wenig verwirrend, nach einer Weile konnte ich jedoch gut den Überblick behalten. Hierfür waren die Karte sowie kleine Textpassagen aus Briefen, Büchern etc. am Kapitelbeginn auch hilfreich, diese haben ebenso gut zum Worldbuilding beigetragen.
Generell habe ich die Atmosphäre als sehr gelungen wahrgenommen, die düstere Stimmung wurde gut eingefangen und mit Themen wie Krieg und Intrigen verstärkt. Auch der Schreibstil trägt hier gut zu bei - die Geschichte war angenehm zu lesen und trotzdem auch voller ernster Momente.
Ebenso positiv fand ich die Beziehung zwischen Grey und Kier und die Entwicklung ihrer Liebe. Diese lässt sich Zeit, überzeugt mit ruhigen Passagen und fügt sich gut in den Rest der Geschichte ein.
Insgesamt eine spannende Fantasy-Erzählung mit gelungener Atmosphäre und einer interessanten neuen Idee für Magie.

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