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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2025

Japan-Liebe geht durch den Magen

Oishii!
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Oishii bedeutet lecker, und dies sind die hier vorgestellten Gerichte und Snacks zweifelslos.
Dies ist jedoch kein typisches Kochbuch und auch die Betonung der Izakayas ist meiner Meinung nach falsch gewählt.
Vielmehr ...

Oishii bedeutet lecker, und dies sind die hier vorgestellten Gerichte und Snacks zweifelslos.
Dies ist jedoch kein typisches Kochbuch und auch die Betonung der Izakayas ist meiner Meinung nach falsch gewählt.
Vielmehr erwartet einen hier ein kulinarischer Ausflug nach Japan, eine Mischung aus fotografischem Bildband, interessanten Kurztexten und Rezepten.
Die Fotos stehen hier mehr im Fokus als die Rezepte, daher kann ich das Buch niemandem empfehlen, der nur kochen möchte, aber wenig Interesse an der japanischen Kultur hat.

Falls man sich jedoch dafür begeistern kann, kommt man hier eher auf seine Kosten.
Man erlebt quasi einen Tag in Japan mit, unterteilt in morgens/mittags/abends, dazu Fotos dieser Tageszeit und passenden Gerichten.
Zwischendurch gibt es immer wieder Fun Facts zur japanischen (Essens-)Kultur und dem gesellschaftlichen Leben. Durch Abbildungen vieler Menschen fühlt man sich quasi mittendrin. Hier hätte ich es jedoch auch noch toll gefunden, wenn vereinzelt manche der Personen kurz vorgestellt werden - wer ist die alte Omi, die in der Küche steht?
Falls man selbst schon mal in Japan war werden viele Erinnerungen geweckt, es wirkt auch alles sehr authentisch. Auch die Atmosphäre in den Izakayas etc. wurde gut durch die Fotos eingefangen - hierbei mochte ich auch den Blick in die Küchen. Die Infos sind dafür nicht außergewöhnlich und richten sich wohl eher an Leser, die sich noch nicht so viel mit Japan beschäftigt haben.

Die Rezepte greifen einen Großteil der beliebten Gerichte auf. Ich mochte es auch, dass die japanischen Namen mit abgedruckt werden, denn gerade in Izakayas gibt es oft ja kein englisches Menü. Die Zutaten sind nicht zu exotisch, man sollte in jedem asiatischen Supermarkt fündig werden. Auch die Zubereitungsschritte werden leicht verständlich erklärt.
Immer wieder wird allerdings auf Grundrezepte verwiesen, diese hätten besser zu Beginn des Buches abgedruckt werden sollen und nicht am Ende oder mitten drin.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Ägyptische (Mord)Spuren in Schweden

Schwüre, die wir brechen
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Der neue Fall für die Ermittler Nordh und Karhuu ist nichts für zarte Gemüter: Ohne Umschweife geht es los mit einer Leiche, deren Kopf mit dem eines Krokodils ersetzt wurde. Auch weitere Spuren verweisen ...

Der neue Fall für die Ermittler Nordh und Karhuu ist nichts für zarte Gemüter: Ohne Umschweife geht es los mit einer Leiche, deren Kopf mit dem eines Krokodils ersetzt wurde. Auch weitere Spuren verweisen auf die altägyptische Götterwelt - doch was hat die nebenbei erzählte Geschichte eines Jungen aus den 70ern damit zu tun?

Dies ist der zweite Band mit dem schwedischen Ermittlerduo, doch auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, findet man dank kurzer Charaktervorstellungen schnell in die Handlung hinein. Das Privatleben und eigene unabhängige Ermittlungen des Duos nehmen auch einen größeren Teil der Handlung ein. Hier wird teilweise an Band 1 angeknüpft und auch noch einige Fragen für den Folgeband offengelassen.
Dies empfand ich als überwiegend positiv, da die Ermittler so für mich authentischer und greifbarer wurden, manchmal hätte ich aber auch gerne mehr über den Mordfall gelesen anstatt zum dritten Mal einen Grillabend mit Nordhs Familie zu verfolgen.

Generell gelingt die Charakterisierung gut, durch viele kleine Details und Beschreibungen von Eigenarten und Macken kann man sich die Personen schön vorstellen. Manche Handlungen oder Entscheidungen fand ich nur etwas schwer nachzuvollziehen, selbst wenn man sich in den Charakter hineinversetzt.
Besonders gegen Ende wirkte dadurch manches etwas unlogisch bzw. konstruiert auf mich.

Überwiegend waren die Ermittlungen jedoch sehr spannend, man konnte gut miträtseln und nach und nach alle Puzzlestücke zusammensetzen.
Die Ermittlungsmethoden und inneren Abläufe der Polizei wurden ausführlich dargestellt und als Leser ist man bei allen Aspekten der Ermittlungen dabei, auch wenn die Spur letztendlich ins Nichts führt oder irrelevant ist. Hier hatte ich nicht das Gefühl, dass extra falsche Fährten gelegt werden, vielmehr hat es sich für mich nach einer authentischen Ermittlung angefühlt, bei der ja auch erstmal viel schiefgeht.
Insgesamt ein durchaus spannender Krimi, der gegen Ende leider etwas schwächer wird, aber trotzdem neugierig auf den nächsten Band macht.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Eine Welt voller Magie

Heir of Storms
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In einer magischen Welt werden die Könige der Länder nicht durch Geburt bestimmt, sondern durch mehrere Prüfungen. Mitten drin ist Blaze, die mit einer quasi ausgestorbenen Magie geboren wurde, diese jedoch ...

In einer magischen Welt werden die Könige der Länder nicht durch Geburt bestimmt, sondern durch mehrere Prüfungen. Mitten drin ist Blaze, die mit einer quasi ausgestorbenen Magie geboren wurde, diese jedoch erst beherrschen lernen muss.
Die Einführung in diese Welt gelingt sehr gut, nach und nach lernt man alle relevanten Charaktere kennen, ohne dass man von zu vielen Namen auf einmal überfordert wird. Stattdessen bekommt jeder eine Einführung, die natürlich im Erzählfluss wirkt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Worldbuilding: Eine Landkarte zu Beginn hilft bei der Orientierung, während das politische System und die Magie fortlaufend vorgestellt wird. Alles ist gut verständlich und auch später im Buch lernt man immer noch Neues dazu, auch wenn ich hierbei gerne noch mehr erfahren hätte - vielleicht ja im nächsten Band.

Das Tempo und den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden, der Start lässt sich schön Zeit, aber man möchte trotzdem immer weiterlesen. In der Mitte gab es auch mal kleinere Längen, aber nicht so sehr, dass es mich groß gestört hätte.
Das Setting ist eine Mischung aus Königshof, Training und diversen Prüfungen - hat man alles schon mal irgendwie gelesen, auch die Prüfungen waren nicht groß überraschend, ich fand es trotzdem ganz unterhaltsam.
Die Charaktere und auch unsere Protagonistin sind teilweise noch recht jung und ich fand es sehr positiv, dass sie sich auch ihrem Alter entsprechend verhalten haben. Statt alles zu können und perfekt zu sein, wird sich da auch schon mal unterm Tisch versteckt. Dafür war es umso schöner zu sehen, wie sich vor allem Blaze charakterlich entwickelt und langsam ihren Platz in der Welt findet. Der Liebesaspekt war für mich noch etwas blass, was mich jetzt aber auch nicht so gestört hat, da ich das Worldbuilding hier interessanter fand.
Insgesamt eine gelungene Einführung in eine interessante Welt, die aber noch etwas Luft nach oben für den Folgeband lässt.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Hinter der Fassade

Die Frau in den Fluten
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Chloe beobachtet gerne ihre Mitmenschen (manche würden es vielleicht sogar Stalking nennen) und ist dadurch bereits nach wenigen Tagen gut mit dem Leben ihrer neuen Nachbarn vertraut. Doch ist ihr Leben ...

Chloe beobachtet gerne ihre Mitmenschen (manche würden es vielleicht sogar Stalking nennen) und ist dadurch bereits nach wenigen Tagen gut mit dem Leben ihrer neuen Nachbarn vertraut. Doch ist ihr Leben wirklich so perfekt, wie sie es darstellen? Zusammen mit Chloe werden so einige dunkle Geheimnisse aufgedeckt und Menschen an ihre Grenzen getrieben.

Die Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt und spielen an mehreren Tagen, wobei die Überschriften die zeitliche Einordnung erleichtern.
Dazwischen gibt es immer wieder Auszüge aus einer True Crime Serie, die sich mit den Geschehnissen der Handlung beschäftigt. Diese zusätzliche Perspektive aus der Zukunft sorgt für erhöhte Spannung: Man weiß dass schlimme Dinge passieren werden, aber man hat noch keine Ahnung WIE und WARUM.
Auch wenn hier kaum klassische Krimielemente vorhanden sind und der Fokus eindeutig auf den Charakteren liegt, kann man super mitfiebern und miträtseln. Wem kann man vertrauen, was verbergen die Personen alle?
Die Spannung bleibt lange Zeit recht hoch, flacht ab einem bestimmten Punkt dann jedoch ab und man kann sich größtenteils denken, was die Wahrheit ist.

Dies ist kein Thriller, bei dem man mit einem sympathischen Charakter mitfiebern kann, ganz im Gegenteil. Besonders in der ersten Hälfte mochte ich eigentlich niemanden dort, fand die Charaktere aber trotzdem toll geschrieben. Die Autorin erkundet menschliche Abgründe und überrascht damit öfters mal den Leser - dies wirkt überwiegend authentisch und man kann sich gut vorstellen, dass Menschen so handeln, manchmal habe ich es jedoch auch als leicht übertrieben empfunden, zumindest in der Menge.
Insgesamt eine durchaus spannende Lektüre, wenn man Freude an Thrillern hat und sich von etwas stümperhaftem Polizeiverhalten nicht stören lässt.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein Café als Schauplatz des Lebens

Die Tage im Café Torunka
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Wer viel Spannung sucht, ist hier fehl am Platze - dafür überzeugt das Café Torunka mit einer schönen gemütlichen Grundstimmung, interessanten Persönlichkeiten und authentischen Emotionen.
Das Buch ist ...

Wer viel Spannung sucht, ist hier fehl am Platze - dafür überzeugt das Café Torunka mit einer schönen gemütlichen Grundstimmung, interessanten Persönlichkeiten und authentischen Emotionen.
Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt, die jeweils andere Charaktere im Fokus haben, jedoch alle eine Verbindung zum Torunka aufweisen und dort auch oft ihren Handlungsort haben.
Zu Beginn hat es mich etwas gestört, dass es gar keine Unterkapitel gab und man quasi 100 Seiten "am Stück" vorfindet. Im Endeffekt habe ich das ganze Buch dann jedoch am Stück gelesen, sodass es doch kein Problem war.
Hierin liegt auch ein Pluspunkt, man fliegt quasi durch die Seiten und kann schnell auch mal eine ganze Geschichte lesen.

Generell erinnert das ganze Buch sehr an einen japanischen Slice of Life Anime, durch die ruhige und aufgeregte Stimmung, den episodischen Aufbau und natürlich die Japan-Vibes.
Einerseits erlebt man ganz nebenbei den Alltag, das Leben und die Kultur in Japan mit, andererseits lernt man das Personal und die Gäste besser kennen.
Hierbei sollte erwähnt werden, dass vieles nicht noch extra erklärt, sondern nur übersetzt wird. Mit ein bisschen Vorwissen über Japan versteht man daher Kleinigkeiten besser, dies ist aber eher nicht notwendig für das Grundverständnis.

Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und durch ganz verschiedene Umstände miteinander verbunden. Für mich waren die teilweise sehr tiefgründigen und berührenden Dialoge ein Highlight des Romans, auch fand ich es schön, die Charakterentwicklungen mitzuerleben.
Manchmal hätte ich mir jedoch gewünscht, noch mehr in eine Geschichte eintauchen zu können - dies ist wohl der Nachteil von den eher kürzeren Erzählungen.

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