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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Hinter den Kulissen

Yesteryear
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Wer kennt sie nicht, die "perfekten" Influencer, deren komplett inszeniertes Leben auf Social Media präsentiert wird. Der neueste Trend dort sind ironischerweise die Tradwives, traditionelle Hausfrauen ...

Wer kennt sie nicht, die "perfekten" Influencer, deren komplett inszeniertes Leben auf Social Media präsentiert wird. Der neueste Trend dort sind ironischerweise die Tradwives, traditionelle Hausfrauen mit vielen Kindern und einem Leben wie in der "guten alten Zeit". Hierzu gehört auch Protagonistin Natalie, die mit Videos über Brotteige und Seifenherstellung Karriere macht, unterstützt von einem Team und viel Getrickse hinter der Kamera.
Doch was wäre, wenn das Leben, das sie als ideal verkaufen will, plötzlich Realität wäre? Das Jahr 1805 ist dann doch ein wenig zu traditionell...

Was für eine herrliche Idee, hier mal einen fiktionalen Blick hinter die Kulissen zu werfen! Natürlich hat man sich direkt an reale Tradwives erinnert gefühlt, aber auch ein wenig an religiöse Großfamilien, die durchs Fernsehen damals bekannt wurden. Vor der Kamera stehen als Kind ist selbstverständlich, aber bloß nichts selbst konsumieren.
Den Geist dieser Familien hat die Autorin in ihrem Buch sehr schön eingefangen und man konnte durchweg vieles wiedererkennen.
Gleichzeitig mochte ich aber auch den Einblick in die Gedanken von Natalie. Diese ist alles andere als sympathisch, dafür als Charakter sehr interessant und authentisch geschrieben. Wir lernen sie von einer bestimmten Seite kennen, erkunden im Verlauf der Geschichte jedoch ihre Vergangenheit und Entwicklung und können sie so besser greifen.
Dazu kommt auch noch ein gewisser Humor, der meinen Geschmack gut getroffen hat.
Sehr gefallen hat mir auch die Vermischung aus aktuellem Geschehen und Rückblenden, der Kontrast der Moderne zu der schön beschriebenen früheren Zeit.
Teilweise hat sich dies allerdings auch mal ein wenig in die Länge gezogen und die Handlung kam nicht so ganz vom Fleck, insgesamt konnte mich dieser Blick auf ein modernes Phänomen jedoch gut unterhalten und überzeugen.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Wunderschöne Bilder mit tiefgründigen Gedanken

Die Verwandlungen der Füchsin
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Zwei Fuchsgeister begeben sich zusammen auf den Weg, ein Neunschwänziger Fuchs zu werden, wobei die weiße ältere Füchsin als Mentorin der jungen roten Füchsin agiert.
Sie treffen beide ganz unterschiedliche ...

Zwei Fuchsgeister begeben sich zusammen auf den Weg, ein Neunschwänziger Fuchs zu werden, wobei die weiße ältere Füchsin als Mentorin der jungen roten Füchsin agiert.
Sie treffen beide ganz unterschiedliche Menschen auf ihrem Weg und ihre verschiedenen Erfahrungen werden sie nachhaltig prägen.
Der Manhua ist komplett in Farbe gehalten mit wunderschönen Bildern, die es toll vermögen, die Gefühle der Füchsinnen durch Farben, Gesichtsausdrücke und Bildaufbau zu vermitteln.
Viele Seiten sind richtige kleine Kunstwerke, die man sich lange und immer wieder anschauen kann.
Dazu werden mehrere kurze Episoden erzählt, sodass man einen vielfältigen Einblick in die chinesische Kultur und die damalige Welt bekommt.
Jede dieser Geschichten fand ich wirklich interessant und oft auch sehr berührend, teilweise wurde es richtig emotional.
Gleichzeitig wurden auch sehr bedrückende Themen behandelt und immer wieder wurde die Erzählung richtig düster.
Von daher würde ich den Manhua trotz des süßen Covers eher für Erwachsene empfehlen und nicht für Kinder.
Viele Themen lassen sich herauslesen und regen zum Nachdenken an, besonders gefallen haben mir hierbei die feministischen und gesellschaftskritischen Aspekte.
Auch die Charakterisierung der beiden Füchsinnen ist sehr gelungen, ihre Gemeinsamkeiten aber vor allem ihre Unterschiede entwickeln sich immer weiter und werden schön porträtiert.
Eine großartige Geschichte, in wundervollen Bildern erzählt!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Die Geheimnisse Roms

Run Away With Me
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Der Einstieg in dieses Buch ist auf jeden Fall außergewöhnlich: Die ersten 100 Seiten bestehen nur aus Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten in Rom. Sie sind durchaus künstlerisch ...

Der Einstieg in dieses Buch ist auf jeden Fall außergewöhnlich: Die ersten 100 Seiten bestehen nur aus Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten in Rom. Sie sind durchaus künstlerisch gut gelungen und lassen einen auch direkt in die Stadt eintauchen, eine Platzierung passend zum Text hätte mir vermutlich aber besser gefallen.
Die Atmosphäre ist im ersten Teil der Geschichte auch eher ein wenig geheimnisvoll und ich konnte die Protagonisten nicht so wirklich greifen.
Dies wurde im weiteren Verlauf etwas besser, jedoch blieb trotzdem vieles eher leicht oberflächlich für mich.
So war die Liebesgeschichte durchaus recht süß, die emotionale und charakterliche Entwicklung des Paares dafür nur sehr knapp dargestellt.

Im Gegensatz dazu lernt man Rom in den 80ern gut kennen und erfährt einige interessante Fakten über die Stadt, eine Nachwirkung des Rom-Aufenthaltes des Autors. Passend dazu wird noch von drei weiteren schwulen Paaren der Vergangenheit erzählt, die es alle nach Rom verschlagen hat und deren Geschichten miteinander verknüpft sind.
Eine wirklich schöne Idee, die auch zufriedenstellend aufgelöst wird, allerdings hätte ich auch hier gerne noch mehr von den anderen Paaren erfahren oder auch mal ein Kapitel aus ihrer Perspektive gelesen.
Ich glaube, dass dies die Schwäche des Buches ist: Ein tolles Grundkonzept, aber zu wenige Seiten um es ordentlich auszuarbeiten. Für einen kurzen Ausflug nach Rom war es aber trotzdem ganz unterhaltsam, daher (aufgerundete) 3,5 Sterne für mich.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Wolliges Wohlfühlbuch

Widdersehen
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Schäferin Rebecca ist plötzlich verschwunden - Grund genug für die Herde, sich auf eine abenteuerliche Suche zu begeben und dabei auch noch einen Ersatzschäfer zu suchen.
Was für ein schönes Widdersehen ...

Schäferin Rebecca ist plötzlich verschwunden - Grund genug für die Herde, sich auf eine abenteuerliche Suche zu begeben und dabei auch noch einen Ersatzschäfer zu suchen.
Was für ein schönes Widdersehen das war! All die "wollbekannten" Schafe sind wieder mit dabei, dazu aber auch einige neue Schafe und Menschen, sodass sowohl für Neueinsteiger als auch Fans der Vorgängerbücher viel geboten wird und man schnell in der Geschichte drin ist.
Die Schafe werden hierbei toll charakterisiert, jedes hat seine ganz eigenen Stärken und Macken und es dauert nicht lange, bis man sie alle in sein Herz geschlossen hat.
Aber auch die Menschen bekommen ein paar schöne Momente, insbesondere die Interaktionen mit den Schafen haben mir hier sehr gut gefallen.

Der Krimianteil ist auch vorhanden, bleibt aber doch hinter der ganzen Wolle zurück, was aber überhaupt nicht stört - er sorgt für Spannung, lenkt aber nicht von den Schafen ab.
Stattdessen stehen der großartige Humor, die Schafsperspektive sowie die lustigen Wortspiele im Vordergrund und können auch total überzeugen. Die Gedanken und Reaktionen der Schafe sind unglaublich süß und ich habe Wortneuschöpfungen wie "Wollidarität" geliebt.
Ich bin durch die Seiten geflogen und war richtig traurig, als das Buch schon wieder ausgelesen war - ein Krimi, der in Wirklichkeit auch ein absolutes Wohlfühlbuch ist. Wo kriege ich jetzt meine eigene Schafsherde her?

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Schön zum Miträtseln

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Auf zwei Zeitebenen, 1989 und 1994, begleiten wir Polizistin Gunni in Schweden. In beiden Jahren werden kleine Jungen ermordet aufgefunden, doch sie ist die Einzige, die einen Zusammenhang sieht.
Währenddessen ...

Auf zwei Zeitebenen, 1989 und 1994, begleiten wir Polizistin Gunni in Schweden. In beiden Jahren werden kleine Jungen ermordet aufgefunden, doch sie ist die Einzige, die einen Zusammenhang sieht.
Währenddessen können wir auch Gunnis persönliche Entwicklung verfolgen und ihre Familie besser kennenlernen.
Das Buch liest sich wirklich gut, selbst wenn man eher wenig Ahnung von Schweden hat. Kurze Kapitel mit wechselnden Charakteren sorgen für einen tollen Lesefluss, besonders weil sie gerne mit kleinen Cliffhangern und Überraschungen enden.
Auch die Beschreibungen der schwedischen Dörfer und Landschaften fand ich gelungen, ebenso wie die ganze Atmosphäre und die Stimmung der damaligen Zeit.

Eine große Stärke der Geschichte ist, dass man von Anfang an gut miträtseln kann: Es werden zahlreiche mögliche Täter angeboten, in jedem Kapitel gibt es neue Hinweise, der eigene Verdacht ändert sich ständig.
Im Mittelteil fühlte sich dies jedoch kurzzeitig auch mal ein wenig nach "im Kreis drehen" an, wodurch das Tempo etwas gelitten hat.
Im Großen und Ganzen wurde die Spannung jedoch schön aufrecht erhalten.
Gunni als Ermittlerin mochte ich auch sehr, sie ist eine starke Frau mit Biss, die ihren Weg noch finden muss, dabei aber schon tolle Fortschritte macht. Generell haben sich die Kapitel über ihr Privatleben passend in die Handlung eingefügt und neugierig auf eine Fortsetzung gemacht.
Einen neuen Fall würde ich sofort wieder lesen, trotz der kleinen Schwächen hat mich dieses Buch super unterhalten, auch wenn einige Szenen echt traurig geschrieben waren.

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