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Veröffentlicht am 14.04.2025

Schöne Geschichte über unser inneres Licht

Schliess die Augen und sieh das Licht
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Lina führt ein tristes Leben in einer düsteren, dystopischen Welt, doch nach einer mysteriösen Begegnung muss sie ihr altes Leben hinter sich lassen und dabei die Wahrheit über sich selbst und ihre Welt ...

Lina führt ein tristes Leben in einer düsteren, dystopischen Welt, doch nach einer mysteriösen Begegnung muss sie ihr altes Leben hinter sich lassen und dabei die Wahrheit über sich selbst und ihre Welt entdecken.
Ein tolles Handlungskonzept, man begleitet Lina auf ihrer Reise und durchläuft so verschiedene Abschnitte/Stationen, alle voller Emotionen und charakterlichen Weiterentwicklung.
Hierbei hätte ich mir jedoch gewünscht, dass man ein wenig länger in jedem Abschnitt verbracht hätte. Der Verlauf ist sehr rasant, die Handlung schreitet schnell fort, doch manchmal würde man gerne noch ein paar Seiten verweilen oder noch mehr Infos zu der Welt erfahren.
Der Schreibstil hingegen ist sehr schön und teilweise sogar etwas poetisch, vor allem in den ruhigeren Szenen kann er glänzen, aber auch Kampfsequenzen werden spannend beschrieben.
Charaktere lernt man namentlich nicht viele kennen, aber vor allem Lina und Simon wachsen einem schnell ans Herz. Beide werden auch gut charakterlich dargestellt, mit inneren Konflikten, Unsicherheiten und deren Überwindung.
Die Verwendung des Themas (inneres) Licht hat mir gut gefallen, manche Szenen hatten dadurch etwas Verträumtes, beinahe schon Spirituelles. Insgesamt ein fantasievolles Buch mit schöner Botschaft, das jedoch gerne auch noch etwas länger hätte sein können.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Mordermittlungen in spannender und kreativer Welt

Der Ränkelord
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Der Distrikt Ashbury gehört zwar zu London, ist jedoch durch eine Barriere vom Rest der Welt getrennt und beherbergt so einige spannende und magische Besonderheiten. Als dort ein Adliger ermordet wird, ...

Der Distrikt Ashbury gehört zwar zu London, ist jedoch durch eine Barriere vom Rest der Welt getrennt und beherbergt so einige spannende und magische Besonderheiten. Als dort ein Adliger ermordet wird, nimmt Garth zusammen mit Erro und Flyn die Ermittlungen auf.
Für mich war dies der erste Ausflug nach Ashbury, obwohl es bereits der zweite Band ist. Manche Eigenheiten der Welt haben mich dadurch zu Beginn ein wenig verwirrt, jedoch hilft das Buch gut mit und stellt einem eine Karte, ein Glossar und eine Personenübersicht zur Verfügung.
Ich denke für wiederkehrende Leser wird dies jedoch kein Problem sein.

Generell fand ich Ashbury und dessen Darstellung sehr interessant: Auktionen von Kriminalfällen, magische Gilden, gespaltene Seelen, Wandler und vieles mehr. Die abgeschnitte Stadt wirkt lebendig und hat ihren ganz eigenen Charakter, der durch kleine Details immer wieder ergänzt wird. Diese werden quasi nebenbei zum Teil der Handlung, wie beispielsweise eine Erklärung über die dortigen Lebensmittel und Zubereitungsarten beim Mittagessen, und vermitteln so ganz natürlich mehr Wissen über die Stadt, ohne belehrend zu wirken.

Ist man einmal gut in Ashbury angekommen, lässt einen die Stadt und der Kriminalfall auch so schnell nicht mehr los. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse in den Ermittlungen, aber auch richtige Überraschungen, die man so nicht erwartet hätte.
Gleichzeitig werden offensichtliche Vermutungen des Lesers nicht ewig offen gehalten, Garth und Erro finden diese Antworten meist ebenfalls schnell und machen so einen fähigen Eindruck. Auch geniale Tricks und Pläne zählen zu ihrem Repertoire, auch wenn nicht immer alles wie erhofft verläuft. Zwischendurch gibt es im Rahmen der Geschichte auch immer wieder mal kleine Zusammenfassungen des aktuellen Standes - diese hätte ich persönlich nicht gebraucht, jedoch sind sie bestimmt für viele Leser hilfreich.

Als Charaktere stehen Garth und Erro im Vordergrund und liefern so ganz unterschiedliche Einblicke in die Welt, aus der Sicht eines Adligen und auch bei der "einfachen" Bevölkerung. Erro entwickelt sich im Laufe der Geschichte charakterlich toll weiter, auch seine Freundschaften und sonstigen Beziehungen werden gut und manchmal auch berührend dargestellt. Im direkten Vergleich wirkte Garth dann doch eher blass auf mich, jedoch waren auch bei ihm schon gute Ansätze erkennbar, weshalb ich schon jetzt auf seine weitere Entwicklung und den nächsten Band gespannt bin!

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Über die Karriere und die Werke Hans Zimmers

Hans Zimmer
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Denkt man an berühmte Film-Soundtracks wird zweifelsohne der Name Hans Zimmer ganz oben mit dabei sein. Doch wer verbirgt sich hinter dem Namen und was zeichnet seine Werke eigentlich aus?
Vorab sollte ...

Denkt man an berühmte Film-Soundtracks wird zweifelsohne der Name Hans Zimmer ganz oben mit dabei sein. Doch wer verbirgt sich hinter dem Namen und was zeichnet seine Werke eigentlich aus?
Vorab sollte erwähnt werden, dass dies keine "klassische" Biografie ist, sondern werkbiografische Betrachtungen. Zwar wird auch aus dem Leben Zimmers berichtet, jedoch ist dies eindeutig nicht der Fokus. Vielmehr geht es um die verschiedenen Soundtracks: Welche Ideen und Gedanken waren bei der Entstehung relevant, wie wurde es umgesetzt, wie haben Kritiker darauf reagiert?
Musikkenner werden hier ihre Freude haben, vor allem da viele (technische) Fachbegriffe verwendet werden. Für mich als Laien war es dafür öfters mal schwer verständlich und auch nicht so interessant, mit welcher Technik Zimmer arbeitet.

Spannend fand ich hingegen die zahlreichen Ausschnitte aus Interviews und Hintergrundinfos zu beispielweise seinem großen Team oder Arbeitsplatz. Bilder hierzu wären toll gewesen, jedoch wurde dieses Buch ohne Zimmers Mitarbeit geschrieben, daher war dies vermutlich nicht möglich.
Der chronologische Aufbau hat mir gut gefallen, man verfolgt seine ersten Schritte bis hin zu den großen Erfolgen.
Auch merkt man, dass sehr viel Arbeit in die Recherche geflossen ist und zahlreiche Infos zusammengetragen wurden. Der Schreibstil hiervon war jedoch eher wissenschaftlich-distanziert und wurde größtenteils nur von den Interviews aufgelockert.
Rezensionen von Kritikern zu inkludieren fand ich interessant, jedoch bin ich mit der anschließenden Betrachtung nicht warm geworden: Die Rezension wurde quasi nochmal zusammengefasst und ein wenig interpretiert, der Stil hat mich jedoch immer wieder mal an KI-ähnliche Texte erinnert, vor allem, da sich der Aufbau und Satzbausteine laufend wiederholten.
Als wissenschaftliches Werk würde ich es aber als überwiegend gelungen bezeichnen, man darf jedoch keine klassische Biografie erwarten.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Realitätsflucht einer Familie

Bis die Sonne scheint
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Der Roman ist in zwei Erzählstränge unterteilt, die sich durchgehend abwechseln: In der Gegenwart im Jahre 1983 entdeckt Daniel, dass seine Eltern so ziemlich pleite sind, obwohl er mit seinen drei Geschwistern ...

Der Roman ist in zwei Erzählstränge unterteilt, die sich durchgehend abwechseln: In der Gegenwart im Jahre 1983 entdeckt Daniel, dass seine Eltern so ziemlich pleite sind, obwohl er mit seinen drei Geschwistern bisher ein recht angenehmes Leben geführt hat - und das wollen sie trotz Gerichtsvollzieher eigentlich auch jetzt nicht aufgeben. Während diese Verdrängung der Realität immer weiter fortschreitet und immer mehr nicht vorhandenes Geld ausgegeben wird, erfährt man in den Begleitkapiteln die Familiengeschichte der Großeltern und Eltern. Wie sind sie aufgewachsen, was hat sie zu den Menschen gemacht, denen wir in der Gegenwart begegnen?
Diese Kapitel haben mir noch besser gefallen als die Handlung rund um Daniel, jeder Charakter hat hier viel Kontext bekommen und man konnte ihr Verhalten besser einordnen, auch wenn ich oft darüber den Kopf geschüttelt habe.

Generell haben mich die Charaktere auch öfters mal ein wenig aufgeregt, quasi nach dem Motto "Warum machen die das, das ist doch unverantwortlich!". In diesem Sinne fand ich sie aber auch wieder recht authentisch dann, Menschen die dumme Entscheidungen treffen oder sonstige Fehler haben sind im Grunde ja oft realistischer als diejenigen, die perfekt jede Krise managen.
Auch gut gelungen war die Darstellung der 80er Jahre: Alltag, Musik, Kleidung, Spekulationen über die DDR, all dies wirkte auf mich sehr authentisch, auch wenn ich es selber nicht miterlebt habe (ältere Teilnehmer einer Leserunde haben diesen Eindruck jedoch bestätigt).

Schade fand ich, dass ich trotz der vielen Hintergrundgeschichten keine richtige emotionale Beziehung zu den Charakteren aufbauen konnte. Ich habe ihre Geschichte als distanzierte Betrachterin gerne verfolgt, aber nie wirklich mitgefiebert.
Stilistisch gesehen war es angenehm zu lesen mit ein paar schönen Spielereien, so passiert z.B. etwas in der Gegenwart und in der folgenden Rückblende werden die Anfänge davon dargestellt. Auch die Verwendung von französischen Vokabeln zur Beobachtung der Gesellschaft und den eigenen Erlebnissen fand ich eine coole Idee.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Der Flug des Ikarus

If We Were Gods
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Olivia und fünf ihrer Klassenkameraden der Arcane Academy erkunden zusammen die verschiedenen Ebenen der Realität und fragen sich schon bald: Was verbirgt sich auf den verbotenen Ebenen?
Zunächst betonen ...

Olivia und fünf ihrer Klassenkameraden der Arcane Academy erkunden zusammen die verschiedenen Ebenen der Realität und fragen sich schon bald: Was verbirgt sich auf den verbotenen Ebenen?
Zunächst betonen möchte ich die wunderschöne Gestaltung des Buches, die auch thematisch extrem passend ist und auch noch mit zusätzlichen Illustrationen und einer Karte die Welt und Charaktere veranschaulicht.
Aber auch der Text selbst trägt super hierzu bei, in Kombination konnte ich mir sowohl die Academy als auch unsere 6 Studenten immer richtig gut vorstellen.

Da absolute Highlight der Geschichte war das Magiesystem in Verbindung mit den verschiedenen Ebenen, was ich so auch noch nie gelesen hatte. Um Zauber zu wirken benötigt man Zirkel, die man mit speziellen Runen füllt. Hierbei sind unendlich viele kreative Möglichkeiten vorhanden, die auch immer wieder Verwendung finden und dabei logischen Vorschriften folgen. Statt einfach nur zu zaubern, sind es schon fast mathematische Berechnungen, aber auf eine dem Leser noch gut verständliche Art.
Auch die Ebenen habe ich richtig gerne mit den Protagonisten zusammen erkundet, voller Neugier, gespannt und in freudiger Erwartung, was uns auf der nächsten Ebene erwarten wird. Ein wenig hat es sich auch wie ein Videospiel angefühlt, man benutzt die Magie um Hindernisse und Gefahren zu überwinden, dabei neue Runen zu finden und das nächste "Level" zu erreichen.
Ich hätte noch gerne ein wenig mehr über die arkane Gesellschaft erfahren und vielleicht auch noch mehr Vorlesungen "besucht", da ich vor allem diese Hogwarts-ähnliche Akademie sehr cool fand, jedoch hätte dies vermutlich den Rahmen gesprengt.
Dafür gab es zumindest interessante Fakten und Zitate über diese Welt an jedem Kapitelanfang, was ich auch sehr spannend fand.

Was mich jedoch vor allem in der ersten Hälfte des Buches gestört hat: Ich fand die Welt so gut, dass die Charaktere dagegen eher blass wirkten und mich nicht so sehr interessiert haben. Die meisten von ihnen waren hauptsächlich privilegierte Sprößlinge und mit der Ich-Erzählerin bin ich auch nicht sofort warm geworden.
Je mehr Zeit ich mit ihnen verbracht habe, desto mehr sind sie mir jedoch auch ans Herz gewachsen, vor allem nachdem es auch deutliche Charakterentwicklungen gab. Emotional haben sie mich zwar auch gegen Ende nicht komplett abgeholt, aber doch schon zu großen Stücken.
Bei der Handlung fand ich es ein wenig ungünstig, dass der Prolog quasi ein Spoiler ist. Trotzdem kann man sich noch von so einigen Plottwists überraschen lassen und langweilig wurde es eigentlich nie so wirklich.
Insgesamt ein toller Einzelband mit einer absolut faszinierenden Welt!

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