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Veröffentlicht am 13.02.2025

Sag mir was Chricklers sind

Sweet Nightmare
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An der Optik des Buches in der Farbschnittausgabe kommt man kaum vorbei. Auch die Grundidee fand ich sehr anziehend: Eine Akademie auf einer Insel, in der magiebegabte Schüler untergebracht werden, ...

An der Optik des Buches in der Farbschnittausgabe kommt man kaum vorbei. Auch die Grundidee fand ich sehr anziehend: Eine Akademie auf einer Insel, in der magiebegabte Schüler untergebracht werden, wenn sie ihre Kräfte missbraucht haben. Diese werden ihnen dann für die Dauer der Schulzeit genommen. Außerdem gibt es ein paar originelle Protagonisten wie den Traumdämon Jude als love interest der Hauptfigur Clementine und eine Fae-Mafia. So ungewöhnlich hätte es gern weitergehen können.

Leider liefert Tracy Wolff über weite Strecken konventionelle Teenagerkost im Stil von "Liebe mich nicht" und dem Kuss-und-weg-Spiel. Ein Worldbuilding gibt es nicht mal ansatzweise, dabei hätte man auf der Grundlage der Story daraus unglaublich viel machen können. Der Bitte "Sag mir, was Chricklers sind", kann ich mich nur anschließen. Die Monster, die in der Menagerie gehalten werden, bekommen nahezu keine Beschreibung, so dass keine wirklichen Bilder im Kopf entstehen. Darunter litt auch die düstere Stimmung, auf die ich mich gefreut hatte.

Über weite Strecken der Handlung hat man das Gefühl, dass ein schnell runtergeschriebenes Ereignis das nächste jagt, obwohl eigentlich nicht viel passiert, während ein Sturm über die Insel jagt, Clementine, Jude und ihre Mitschüler Aufgaben erledigen, Partyspiele machen und Geheimnisse verbergen. Erst im letzten Drittel konnte die Geschichte mein Interesse wieder richtig fesseln.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Drachenwandeln

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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"Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal eine Drachin sah, als ich lernte, über Drachinnen zu schweigen. Vielleicht lernen wir so die Bedeutung des Schweigens - ein Fehlen von Worten, ein ...

"Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal eine Drachin sah, als ich lernte, über Drachinnen zu schweigen. Vielleicht lernen wir so die Bedeutung des Schweigens - ein Fehlen von Worten, ein Fehlen von Zusammenhängen: ein Loch im Universum, wo die Wahrheit sein sollte."

In den Fünfziger Jahren brechen Hundertausende von Frauen aus der herkömmlichen, einengenden Frauenrolle aus: Sie verwandeln sich buchstäblich in Drachinnen und verlassen ihre Familien. Darunter ist auch Marla, die Tante der jungen Alex Green, die später schon als Teenager Marlas Tochter Beatrice allein großziehen muss. Beatrice wird zu ihrem Lebensinhalt, doch auch Beatrice zeigt immer wieder Ansätze sich zu wandeln....

Ich bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Geschichten und habe hier eine gefunden. Wegen des Drachenmotivs sollte man aber keine herkömmliche Fantasy erwarten. Kelly Barnhill benutzt das Motiv, um eine Story über Trauma, Scham, Schweigen und weibliche Wut zu erzählen. Alex' Geschichte berührt und fesselt, auch wenn es mich irritiert hat, dass die Drachinnen allzu menschlich bleiben und trotz ihrer Tatzen und riesigen Gestalt filigrane Handarbeiten schaffen, Auto fahren und Lippenstift benutzen. Das hätte man sicher auch passender konstruieren können. Auch ein paar mehr Graustufen hätten mir sehr gefallen. Liebe und positive Gefühle gibt es beispielsweise ausschließlich zwischen Frauen.

Kelly Barnhill bezeichnet ihren Roman als ein verrücktes Buch. Für mich war es lesenswert, überraschend und nachhallend.


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Veröffentlicht am 28.01.2025

Zerrissenes Land

Die Tochter der Drachenkrone
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Gwellian ist die Tochter des roten Drachen von Wales, des Fürsten von Südwales, der einst den Titel eines Königs trug. Normannen haben die Macht übernommen. Und ausgerechnet den Briten selbst ...

Gwellian ist die Tochter des roten Drachen von Wales, des Fürsten von Südwales, der einst den Titel eines Königs trug. Normannen haben die Macht übernommen. Und ausgerechnet den Briten selbst gelingt es nicht, einig zueinander zu stehen, stattdessen kämpft Bruder gegen Bruder...

Die Ende des 12. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte hat mich durchgehend gefesselt. Wie Gwenllian zu einer mutigen, selbstbestimmten Frau heranwächst, wird beeindruckend geschildert.

Sabrina Qunaj versteht es meisterhaft, historischen Geschehnissen Leben einzuhauchen und noch die verwickelsten Familienverhältnisse nachvollziehbar darzustellen. Haupt- und Nebenfiguren sind plastisch und lebensnah geschildert, Schwarzweiß-Malerei wird gekonnt vermieden. Lange weiß man nicht, wo für Gwenllian die Reise hingehen und, zu diesen Zeiten unvermeidlich, an welchen Mann sie sich binden wird. Auch die subtil eingeflochtene Liebesgeschichte fand ich besonders und berührend. Hier beginnt Geschichte zu atmen und zu funkeln.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Magie und Lügen

Kingdom of Lies
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"Meine Zuneigung war dunkel, besitzergreifend und alles verzehrend."

Prisca muss ihre Magie verbergen, denn sie wird schon Neugeborenen entrissen, um sie den Göttern zu geben. Diese schützen ...

"Meine Zuneigung war dunkel, besitzergreifend und alles verzehrend."

Prisca muss ihre Magie verbergen, denn sie wird schon Neugeborenen entrissen, um sie den Göttern zu geben. Diese schützen dann damit im Gegenzug, so heißt es, die Menschen vor den zerstörerischen Fae. Prisca verrät sich und muss fliehen, um dem Tod zu entgehen. Als Söldner sie vor dem Ertrinken retten und dann in der Wildnis allein zurücklassen, ahnt Prisca noch nicht, dass sie mit den Söldnern zusammenarbeiten muss und ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt wird. Denn nichts ist wie es scheint, weder ihre Begleiter noch Prisca selbst...

Obwohl die Handlung in der Mitte auf der Stelle zu treten scheint, hat die Geschichte für mich einen Lesesog entfaltet. Im Königreich der Lügen gibt es tatsäch vieles auzudecken und das ist überwiegend fesselnd geschildert. Durch die schöne Länge des Buches bleibt auch Zeit, Nebenfiguren etwas Tiefe zu verleihen.

Ein echtes Manko ist dagegen Priscas love interest Lorian, der Anführer der Söldner, und das ist leider ein heftiges Manko. Immer wieder staune ich, dass solche Männer Leserinnen in der Romantasy immer noch gefallen. Bei Prisca punktet er verblüffenderweise nicht nur mit seinem "imposanten Körper", obwohl sie sich selbst versichern muss, immerhin, er ist nicht gefühllos. Als wenn das schon reichen würde. Wie er Prisca dominiert, ist nicht schön zu lesen. Allerdings muss ich zugeben muss, dass sein unangenehmes Verhalten zur Enthüllung am Schluss immerhin sehr gut passt.

Ich werde der Geschichte in den nächsten Bänden weiter folgen und bin gespannt, was noch alles ans Licht kommt.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Selbstbezogen

Wolkig im Kopf
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Gründe, wolkig im Kopf zu sein, gibt es eigentlich viele: Wechseljahre Alter, Überlastung, Depression, Medikamente usw.

In ihrem Ratgeber führt Psychologin Jennifer Subke diesen Zustand hauptsächlich ...

Gründe, wolkig im Kopf zu sein, gibt es eigentlich viele: Wechseljahre Alter, Überlastung, Depression, Medikamente usw.

In ihrem Ratgeber führt Psychologin Jennifer Subke diesen Zustand hauptsächlich auf Stress und Trauma zurück, wobei die beispielhaft aus dem eigenen Erleben geschilderten Traumata eher mikroskopisch sind und nicht dem entsprechen, was Laien zu traumatischen Ereignissen in den Sinn kommt, nämlich Elebnisse rund um Verlust, Krankheit, Gewalt oder Tod.

Den Anfsng des Buches fand ich noch vielversprechend. Bald habe ich aber immer mehr Irritation empfunden.

Das begann schon damit, dass sich die Autorin zu Beginn jedes Kapitels selbst zitiert, anstatt we üblich andere kluge Köpfe zu Wort kommen zu lassen. Echte Übungen sucht man im Buch vergebens, es gibt allenfalls ein paar Fragestellungen. Zu Übungen gelangt man ausschließlich über QR-Codes im Internet. Wie lange werden diese wohl überhaupt zur Verfügung stehen? Ich persönlich habe sie nicht als hilfreich empfunden. Manches kam mir bekannt vor aus meinem Aufwärmprogramm füs Qigong, dort jedoch wesentlich meditativer. Ich hatte große Mühe, mir diese Übungen anzuhören und fand den unaufhörlichen Redefluss mit vielen "genau" und "sehr gut", obwohl mich doch gar niemand sieht, wirklich anstrengend.

Eine Lösung der Probleme sieht die Autorin in einem regulierten Nervensystem, ein Ansatz, der mich sehr interessiert hätte, wäre er nur sinnvoll im Buch gelehrt worden. Stattdessen gab es redundante Verweise auf die von der Autorin entwickelte Traumaorientierte Körperzentrierte Hypnose, die sie auf ihrer Homepage preisintensiv anbietet. Obendrauf kommt die Behauptung, dass herkömmliche Therapien scheitern und dass Subkes Ansatz, durch innere und äußere Bewegung zu heilen, im deutschsprachigen Raum einzigartig sei. Das macht fast sprachlos.

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