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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2022

Süße und spannende Geschichte für kleine Ponyfans

Sheltie - Wie Sheltie zu uns kam
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Als Emma mit ihren Eltern aufs Land zieht, ist sie zunächst wenig begeistert. Aber das ändert sich schnell, als da ein kleines freches Pony namens Sheltie in ihrem Garten steht. Bald schon sind die beiden ...

Als Emma mit ihren Eltern aufs Land zieht, ist sie zunächst wenig begeistert. Aber das ändert sich schnell, als da ein kleines freches Pony namens Sheltie in ihrem Garten steht. Bald schon sind die beiden unzertrennlich. Wenn da nur nicht dieser grimmige Nachbar wäre…
Ganz unverhofft auf einmal ein eigenes Pony zu haben – da ginge bei so einigen kleinen Lesern ein riesiger Traum in Erfüllung. Entsprechend begeistert war auch meine Tochter von der Geschichte und konnte gar nicht genug davon kriegen. Obwohl eigentlich für Erstleser gedacht, haben wir das Buch zum Vorlesen genutzt, was dank schöner Kapitellänge und ansprechenden Bildern auch sehr gut funktionierte.
Den kleinen Krimi, der sich rund um den Nachbarn und einen geheimnisvollen Diebstahl entwickelt, fand meine Tochter sehr spannend – für die großen Vorleser war er recht vorhersehbar, aber das ist ja zweitrangig.
Alles in allem eine süße und spannende Geschichte für kleine Ponyfans, die auch Lust auf weitere Bände bzw. Abenteuer mit Emma und Sheltie macht.

Veröffentlicht am 19.04.2022

Geschichte eines Sommers

Schallplattensommer
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Die 17jährige Maserati lebt bei ihrer Großmutter in einem kleinen Ort, wo sie zu zweit die Dorfkneipe schmeißen. In diesem Sommer gibt es jedoch Zugang bei der Dorfgemeinschaft: Eine Familie mit zwei Söhnen ...

Die 17jährige Maserati lebt bei ihrer Großmutter in einem kleinen Ort, wo sie zu zweit die Dorfkneipe schmeißen. In diesem Sommer gibt es jedoch Zugang bei der Dorfgemeinschaft: Eine Familie mit zwei Söhnen zieht in die Villa am Rande der Ortschaft und bringt die beschauliche Ruhe und Maseratis Gefühle durcheinander.
Nach ihrem Roman „Barbara stirbt nicht“, der mich sehr begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf das nächste Buch von Alina Bronsky. Natürlich ist „Schallplattensommer“ ein ganz anderes Genre, daher lässt es sich nicht direkt vergleichen – aber Frau Bronsky kann einfach gut schreiben, das steht auf jeden Fall fest.
Entsprechend liest sich dieses relativ kurze Buch auch im Nu weg. Man fliegt nur so durch die Geschichte, genießt den Sommer zwischen den Seiten und verfolgt gespannt, wie sich diverse Geheimnisse entfalten. Ich mochte Maserati sehr – schon allein deswegen, weil sie nicht nach dem Schema F gestrickt ist und ihr Verhalten so gar nicht vorhersehbar ist.
Trotz der Spannung durch diverse Geheimnisse plätschert die Geschichte insgesamt etwas dahin – was aber ja irgendwie zu einem langen und heißen Sommer im Nirgendwo passt. Die Entwicklung zum Ende hin war mir persönlich ein bisschen zu wenig, da hätte ich mir vielleicht ein paar Seiten mehr gewünscht.
Alles in allem habe ich „Schallplattensommer“ schon alleine wegen der sommerlichen Stimmung und dem angenehmen Schreibstil gerne gelesen. Allerdings befürchte ich, dass mir die Geschichte nicht lange im Gedächtnis bleiben wird – dafür war sie dann doch etwas zu unscheinbar.

Veröffentlicht am 08.04.2022

Rückkehr nach Prag

Midnight Chronicles - Seelenband
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Die Soul Huntress Ella ist nach dem Blutbad nach Prag geflohen und arbeitet seither recht verbissen daran, die Stadt von ihren Geistern zu befreien. Die Vergangenheit holt sie jedoch ein, als eines Tages ...

Die Soul Huntress Ella ist nach dem Blutbad nach Prag geflohen und arbeitet seither recht verbissen daran, die Stadt von ihren Geistern zu befreien. Die Vergangenheit holt sie jedoch ein, als eines Tages Wayne im Prager Quartier steht. Versucht sie zunächst noch jeden Kontakt zu vermeiden, ist sie schon bald aufgrund der Entwicklungen dazu gezwungen, sich ihm und ihren Gefühlen zu stellen.
Ich gebe zu, ich hatte zu Beginn des Buches zunächst einige Orientierungsschwierigkeiten, da das Buch zeitlich nicht direkt an Band 3 anknüpft, sondern wieder etwas in der Zeit zurückspringt – und die Ereignisse aus Band 2 waren dann doch nicht mehr ganz so präsent… Das hatte sich nach ein paar Kapiteln aber schnell gelegt und schon war ich wieder mitten drin in der spannenden Welt der Hunter.
Ella und Wayne sind Figuren, aus deren Perspektive ich unheimlich gerne die Geschichte verfolgt habe. Im Gegensatz zu Shaw und Roxy, mit denen ich nur langsam warm geworden bin, waren mir die beiden sofort sympathisch. Die Rückblicke, in denen man als Leser erfährt, wie die beiden sich kennengelernt haben, haben mir richtig gut gefallen. Aber auch die Ereignisse in der Gegenwart haben es in sich: Im Team zu arbeiten fällt den beiden aus vielerlei Gründen sehr schwer und insbesondere Wayne macht eine ganz schöne Entwicklung durch.
Am spannendsten war aber in jedem Fall die Geisterwelt! Hier konnte mich die Autorin aus kreativer Sicht richtig begeistern. Außerdem gab es hier doch so einige Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Alles in allem also ein richtig gelungener vierter Band, der die Geschichte von Ella und Wayne wunderbar erzählt und wieder spannend bis zum Schluss ist.

Veröffentlicht am 08.04.2022

Wunderbar unaufgeregte Geschichte mit besonderen Charakteren

Leo und Dora
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Nach einer langen und beschwerlichen Anreise freut sich Leopold Perlstein auf die Ruhe und den Komfort im Haus seiner Freunde in Connecticut – und er ist fest entschlossen, dass er so endlich seine Schreibblockade ...

Nach einer langen und beschwerlichen Anreise freut sich Leopold Perlstein auf die Ruhe und den Komfort im Haus seiner Freunde in Connecticut – und er ist fest entschlossen, dass er so endlich seine Schreibblockade überwinden kann. Aber dann wartet am Bahnsteig kein Chauffeur und er muss erfahren, dass besagtes Haus abgebrannt ist. Bald schon muss er feststellen, dass seine Ersatzunterkunft, das Gästehaus von Dora, in keinster Weise seinen Vorstellungen entspricht.
So grummelig und speziell Leo auch ist, ich gebe zu, schon in der Leseprobe konnte mich diese Figur begeistern. Ich mag diese Art von Protagonisten, die scheinbar eine raue Schale haben und sich erst nach und nach öffnen und ihren weichen Kern offenbaren. Denn so ist das bei Leo: Er macht eine ganz schöne Entwicklung durch, findet neue Freunde – aber auch ein ganzes Stück weit zu sich selbst. Aber auch allen anderen Figuren verleiht die Autorin hier einen ganz eigenen Schliff, so dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat, den Alltag dieser kleinen Gemeinschaft zu verfolgen.
Eigentlich sind die Vorkommnisse größtenteils beschaulich, aber trotzdem kam nie Langeweile auf – viel zu interessant fand ich es, wie Leo sich in seiner neuen und ungewohnten Umgebung zurechtfindet und nach und nach mit Dora anfreundet. Es fühlte sich beim Lesen so an, als würde man selbst einen entspannten Sommer dort in Connecticut verbringen. Der klare und unaufgeregte Schreibstil der Autorin hat das perfekt vermittelt und mich zwischendurch mit diversen amüsanten Szenen immer wieder zum Lächeln gebracht.
Wer Lust hat, einen Sommer in das Connecticut der Nachkriegsjahre zu reisen und eine wunderbar unaufgeregte Geschichte rund um liebenswerte Charaktere zu lesen, der ist hier auf jeden Fall richtig gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 07.04.2022

Wahnsinnig packendes Leseerlebnis

Wo die Wölfe sind
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Aufgewachsen auf zwei anderen Kontinenten kommt die Wissenschaftlerin Inti Flynn nach Schottland, um ein ganz besonderes Projekt zu leiten: In der rauen Gegend der Highlands sollen Wölfe wiederangesiedelt ...

Aufgewachsen auf zwei anderen Kontinenten kommt die Wissenschaftlerin Inti Flynn nach Schottland, um ein ganz besonderes Projekt zu leiten: In der rauen Gegend der Highlands sollen Wölfe wiederangesiedelt werden. Das stößt bei der dortigen Bevölkerung, von denen viele Farmer sind, auf wenig Begeisterung. Inti hat aber nicht nur mit Widerstand seitens der Ortsansässigen zu kämpfen, sondern auch mit ihren eigenen Problemen, die sie auch im fernen Schottland nicht loslassen.
Inti Flynn ist eine ganz eigene Persönlichkeit – und zwar nicht nur aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit, die Gefühle und Empfindungen anderer Menschen direkt am eigenen Körper zu spüren, sondern auch aufgrund ihrer Vergangenheit. Eigentlich möchte sie für sich bleiben und sich einzig allein um das Wolfsprojekt kümmern. Da der Erfolg des Projekts jedoch auch von der Kooperation der lokalen Bevölkerung abhängt, muss sie notgedrungen mit den Menschen in Kontakt treten. Als Leser verfolgt man die Entwicklung der Geschichte in der Gegenwart aus Intis Perspektive, erhält aber zwischendurch mithilfe von Rückblenden in ihre Vergangenheit tiefere Einblicke in ihr Leben, das von einigen Geheimnissen beherrscht wird.
Ich empfand schon allein den Versuch der Wiederansiedlung der Wölfe als unglaublich spannend. Parallel dazu entwickelt sich aber auch noch ein weiterer, damit verbundener Handlungsstrang, der vor allem im letzten Drittel unglaublich an Fahrt aufnimmt und einem Thriller gleicht. An manchen Stellen im Buch ist Gewalt ein sehr präsentes Thema, allerdings hatte ich nie das Gefühl, dass die Autorin diese Szenen exzessiv oder sinnlos einsetzt.
Für mich war „Wo die Wölfe sind“ eine sehr vielschichtige, einfühlsame und gleichzeitig unheimlich spannende und packende Geschichte, die definitiv ein Lesehighlight für mich war. Absolute Leseempfehlung!