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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Dieses Buch hat mich gebrochen

The sword of Kaigen: Eine theonitische Kriegsgeschichte
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Nach „Blood Over Bright Haven“ wusste ich, dass ich mehr von M. L. Wang lesen muss und „The Sword of Kaigen“ hat mich komplett gebrochen. Der Schreibstil ist unfassbar eindringlich, präzise und brutal ...

Nach „Blood Over Bright Haven“ wusste ich, dass ich mehr von M. L. Wang lesen muss und „The Sword of Kaigen“ hat mich komplett gebrochen. Der Schreibstil ist unfassbar eindringlich, präzise und brutal ehrlich. Dieses Buch verlangt volle Konzentration und genau das macht es so intensiv. Nichts daran ist beiläufig, alles sitzt.

Was mich am tiefsten getroffen hat, ist wie sehr dieses Buch Empathie lehrt. In dieser Form habe ich das noch nie erlebt. Die Geschichte ist extrem charakterfokussiert, die Figuren sind tief, vielschichtig und erschreckend menschlich. Die Charakterentwicklung ist so eindrücklich, dass sie weh tut. Besonders berührt hat mich, dass die Protagonistin eine Mutter ist, mitten im Geschehen, mit einer Vergangenheit, die sie nicht loslässt. Die zweite Perspektive ist ihr vierzehnjähriger Sohn. Erzählt wird aus der dritten Person im Duo POV und emotional wirkt das enorm.

Das Worldbuilding ist komplex und dicht. Das Glossar und das Namenverzeichnis waren sehr hilfreich, gerade weil sich Namen je nach Anrede verändern. Das Magiesystem hat mich anfangs leicht an Avatar erinnert, auch wenn ich es nie gelesen oder geschaut habe. Es ist außerdem stark ausgearbeitet und sehr greifbar. Die Kampfszenen sind genial geschrieben, klar, bildhaft und unglaublich intensiv.

Dieses Buch hat mich zum Weinen gebracht wie kein anderes. Je näher ich dem Ende kam, desto mehr habe ich mich gefragt, wie das alles noch aufgehen soll und als es dann da war, ergab es einfach Sinn. Genau so musste diese Geschichte enden. Die zweite Hälfte ist extrem intensiv. Themen wie Krieg, Propaganda und Patriarchat prägen alles. Ich bin ohne Vorwissen gestartet und bin sehr froh darüber. Ich mag es nicht zu sagen, dass ein Buch das beste ist, das ich je gelesen habe, aber wenn, dann ist es dieses. Eine klare Empfehlung für alle, die Fantasy lieben, wenn sie politisch, komplex, charaktergetrieben und brutal sein darf.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Viel Idee wenig Tiefe

Sweet Nightmare
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„Sweet Nightmare“ war für mich ein Buch, das sich zunächst sehr vielversprechend angefühlt hat und dann leider immer mehr in sich zusammengefallen ist. Die Grundidee einer paranormalen Academy auf einer ...

„Sweet Nightmare“ war für mich ein Buch, das sich zunächst sehr vielversprechend angefühlt hat und dann leider immer mehr in sich zusammengefallen ist. Die Grundidee einer paranormalen Academy auf einer abgelegenen Insel hat bei mir sofort Assoziationen zu Monster High geweckt, was ich tatsächlich als etwas Positives empfunden habe. Unterhaltsam, überzeichnet, ein wenig trashy, aber mit Potenzial. Es war außerdem mein erstes Buch der Autorin, weshalb ich ziemlich offen an die Geschichte herangegangen bin.

Besonders sympathisch fand ich die Kapitelüberschriften. Sie sind humorvoll, direkt und teilweise fast frech und haben dem Buch eine gewisse Leichtigkeit verliehen. Gerade am Anfang haben sie mir wirklich Lust gemacht weiterzulesen. Leider blieb es für mich bei genau diesen Momenten.

Das größte Problem liegt für mich ganz klar in der fehlenden Tiefe. Es gibt unglaublich viele Charaktere, was grundsätzlich spannend sein könnte, hier aber dazu geführt hat, dass ich zu niemandem eine wirkliche Verbindung aufbauen konnte. Freundschaften und Beziehungen bleiben blass und austauschbar. Auch zu den Hauptfiguren fiel mir der Zugang schwer, da sie auf sehr wenig Substanz getragen werden. Vieles wird angerissen, aber kaum erklärt oder emotional erlebbar gemacht.

Besonders enttäuscht hat mich das Worldbuilding. Die Welt funktioniert nach Regeln, die man nie wirklich kennenlernt. Das Magiesystem bleibt vage und jede paranormale Figur scheint anders zu funktionieren, ohne dass erklärt wird wie oder warum. Gerade die Protagonistin als Manticore hätte enormes Potenzial geboten, um mythologische Tiefe zu schaffen. Stattdessen bleibt diese Eigenschaft eher ein Label als eine ausgearbeitete Identität.

Mit der Protagonistin selbst bin ich grundsätzlich zurechtgekommen. Man merkt ihr an, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, was mich nicht grundsätzlich stört. Was mich jedoch zunehmend genervt hat, ist ihre Passivität. Sie braucht sehr lange, um Dinge zu verstehen, die dem Leser längst offensichtlich sind, und bekommt kaum etwas eigenständig auf die Reihe. Oft wirkt sie wie eine klassische Jungfrau in Nöten, die immer wieder vom mysteriösen, verschlossenen und natürlich attraktiven ehemaligen besten Freund gerettet werden muss.

Der Love Interest war für mich leider ein kompletter Reinfall. Mürrisch, wortkarg, voller Geheimnisse, düster und extrem stark. Ich merke immer mehr, dass ich keine Geduld mehr für diese Art von Figur habe. Emotional unzugänglich, kaum greifbar und trotzdem ständig als idealisierte Rettung inszeniert. Das fühlt sich für mich nicht mehr spannend, sondern schlicht ermüdend an.

Auch die Handlung selbst konnte mich nicht überzeugen. Sie wirkt wirr und ein klarer roter Faden fehlt fast komplett. Es passiert unglaublich viel, oft auch Dinge, die nicht wirklich relevant wirken, und gleichzeitig kommt die Geschichte kaum voran. Das gesamte Buch spielt innerhalb von zwei Tagen, ohne Verschnaufpause, ohne Fokus und ohne Raum, um Ereignisse wirklich wirken zu lassen. Statt Spannung entsteht vor allem Chaos.

Hinzu kommt, dass das Buch extrem handlungsfokussiert ist. Das ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, geht hier aber stark auf Kosten der Charaktertiefe. Mir persönlich sind Figuren sehr wichtig und wenn sie kaum Entwicklung durchmachen dürfen, verliere ich schnell das Interesse. Besonders problematisch fand ich die Art der Problemlösung. Sobald die Protagonistin in Schwierigkeiten gerät, wird sie gerettet oder bekommt erklärt, was sie tun muss. Sie setzt es um, es klappt und das nächste Problem steht an. Raum für Scheitern, eigenes Wachstum oder echte Konsequenzen gibt es kaum.

Stilistisch fällt außerdem auf, dass viel erzählt statt gezeigt wird. Gefühle, Konflikte und Wendepunkte werden benannt, aber selten wirklich erfahrbar gemacht. Gerade zum Ende hin passieren viele Dinge, die essenziell für den Plot wirken, dann aber kaum beleuchtet oder emotional aufgefangen werden.

Auch die vielen Popkultur Referenzen haben mich eher gestört. In Fantasy bin ich davon ohnehin kein großer Fan und hier werden sie so häufig wiederholt, dass sie mich immer wieder aus der Geschichte gerissen haben.

Unterm Strich bleibt „Sweet Nightmare“ für mich eine chaotische und überladene Geschichte mit einer interessanten Idee, die leider nicht ausgearbeitet wird. Unterhaltsame Momente gibt es, aber insgesamt ist das Buch zu oberflächlich, zu wirr und zu sehr auf Tempo statt Tiefe ausgelegt. Für mich bleibt vor allem das Gefühl, dass hier sehr viel Potenzial verschenkt wurde.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Intensiv, gefühlvoll und mitreißend erzählt

Dunkle Schwingen, Goldenes Herz
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Dieses Buch war für mich einfach unfassbar schön. Eine Märchenadaption, die sich vertraut anfühlt und trotzdem genug eigene Wege geht, um durchgehend spannend und eigenständig zu bleiben. Genau diese Mischung ...

Dieses Buch war für mich einfach unfassbar schön. Eine Märchenadaption, die sich vertraut anfühlt und trotzdem genug eigene Wege geht, um durchgehend spannend und eigenständig zu bleiben. Genau diese Mischung hat mich komplett abgeholt. Der Schreibstil ist wunderschön beschreibend und sehr bildhaft und erzeugt eine greifbare Atmosphäre, die mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Besonders gefallen hat mir der starke Fokus auf die Charaktere. Ihre Gedanken, Zweifel und Entwicklungen stehen klar im Mittelpunkt und machen alles unglaublich nachvollziehbar.

Es war so erfrischend, eine Romantasy aus der Sicht eines Mannes zu lesen, vor allem weil Lust hier keine Rolle spielt. Die Verbindung entsteht langsam über emotionale Nähe, Vertrauen und eine zunächst ganz harmlose Freundschaft. Die Beziehung fühlt sich dadurch sehr ehrlich und natürlich an und hebt sich deutlich von vielen anderen Geschichten ab. Der Protagonist ist sensibel, ruhig und feinfühlig, was perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Die Nebencharaktere sind sehr unterhaltend und fügen sich organisch in die Geschichte ein. Die düstere Stimmung, besonders durch die Monster, die nachts im Wald lauern, hat mir unglaublich gut gefallen und sorgt für eine konstante Spannung.

Die Verbindung der Protagonisten baut sich ganz sanft und langsam auf, nichts wirkt überstürzt. Der emotionale Höhepunkt war extrem intensiv und hat mich vor allem auf den letzten Seiten vollkommen mitgerissen. Die Kapitel haben eine perfekte Länge und machen süchtig, sodass man kaum aufhören kann zu lesen. Erzählt wird aus der dritten Perspektive, was hier perfekt zur Geschichte passt. Auch die nebensächliche Auseinandersetzung mit Sexualitat zur damaligen Zeit fand ich schön und passend eingebaut. Nach dem Beenden saß ich erst einmal mit tränennassen Augen und einem Lächeln da und musste meine Gefühle sortieren. Ein wunderschönes Buch mit Tiefe und genau so möchte ich Romantasy lesen. Ein beeindruckender Debütroman, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Unterhaltsam, aber nicht notwendig

Asrai - Das Herz der Drachen
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Band 3 hat mich insgesamt gut unterhalten, konnte mich aber nicht mehr auf die gleiche Weise überzeugen wie die vorherigen Bände. Die Geschichte spielt 300 Jahre nach Band 2, was sich in der Welt jedoch ...

Band 3 hat mich insgesamt gut unterhalten, konnte mich aber nicht mehr auf die gleiche Weise überzeugen wie die vorherigen Bände. Die Geschichte spielt 300 Jahre nach Band 2, was sich in der Welt jedoch kaum widerspiegelt. Diese fehlende Weiterentwicklung empfand ich als irritierend, auch wenn man darüber hinwegsehen kann. Wir begleiten eine neue Protagonistin, die sich charakterlich stark an ihre Vorgängerin anlehnt, obwohl immer wieder betont wird, wie anders sie doch sei. Eine echte Charakterentwicklung konnte ich leider kaum erkennen.

Der Plot wirkte auf mich konstruiert, als müssten neue Elemente und Probleme eingeführt werden, um die Geschichte am Laufen zu halten. Diese fühlten sich nicht organisch oder stimmig an. Auch bei den Nebencharakteren greift man stark auf bereits bekannte Figuren zurück, was schnell den Eindruck erweckt, dass es an neuen Ideen fehlt. Die Romance konnte mich nicht wirklich abholen. Ich habe wenig mitgefiebert und das Endergebnis wirkte sehr vorhersehbar. Positiv hervorheben möchte ich die zwei POVs und einige Plottwists, die ich so nicht habe kommen sehen. Dennoch wirkten Entscheidungen der Protagonistin in wichtigen Romance Szenen für mich unpassend zu ihrem etablierten Charakterbild, zusätzlich ist mir ein Logikfehler aufgefallen. Für mich hätte ein ausführlicherer Epilog in Band 2 gereicht, dessen Ausgang ich deutlich stärker fand. Band 3 war für mich nicht nötig und bleibt klar hinter den vorherigen Bänden zurück.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein starkes Abenteuer mit kleinen Schwächen

Asrai - Die Magie der Drachen
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Band 2 knüpft direkt an das Highlight von Band 1 an und obwohl ich den Auftakt vor etwa eineinhalb Jahren gelesen habe, fiel mir der Wiedereinstieg erstaunlich leicht. Das Ende von Band 1 war so eindrücklich, ...

Band 2 knüpft direkt an das Highlight von Band 1 an und obwohl ich den Auftakt vor etwa eineinhalb Jahren gelesen habe, fiel mir der Wiedereinstieg erstaunlich leicht. Das Ende von Band 1 war so eindrücklich, dass ich sofort wieder in der Welt angekommen bin. Die Atmosphäre bleibt abenteuerlich und lebendig, das Suchen nach dem Geheimnis ist spannend aufgebaut und die Handlung angenehm verzwickt. Vor allem die vielen Action Szenen sorgen dafür, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Der Schreibstil ist weiterhin sehr angenehm, flüssig und fesselnd, sodass sich das Buch schnell lesen lässt.

Die Auflösung des zentralen Geheimnisses hat mir grundsätzlich gut gefallen und war sauber vorbereitet. Mit der konkreten Lösung eines der Probleme konnte ich mich allerdings nicht vollständig anfreunden. Sie war mir etwas zu einfach, zu friedlich und stellenweise klischeehaft, wodurch ein Teil der zuvor aufgebauten Spannung für mich verloren ging. Die Figuren hingegen haben mich überzeugt. Sie sind angenehm unterschiedlich, sehr unterhaltsam und tragen viel zur Dynamik der Geschichte bei. Auch die Liebesgeschichte konnte mich abholen, da ihre Up and Downs nachvollziehbar und emotional stimmig sind. Eine Ausnahme bildet für mich die Spice Szene, in der ich den Charakter der Protagonistin nicht ganz wiedererkannt habe. Insgesamt bleibt Band 2 dennoch ein spannender, atmosphärischer und sehr solider Folgeband.

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