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Veröffentlicht am 20.05.2021

Überwältiges Ende der Trilogie

Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn
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Meine Meinung:
In Worte zu fassen, was die Panem-Trilogie in mir bewegt hat, fällt mir wirklich nicht leicht. Noch selten war ich so berührt, gut unterhalten und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. ...

Meine Meinung:
In Worte zu fassen, was die Panem-Trilogie in mir bewegt hat, fällt mir wirklich nicht leicht. Noch selten war ich so berührt, gut unterhalten und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Geschichte von Katniss, ihrer Familie, ihres Distrikts und ihres aussichtslosen Kampfes gegen ein allmächtiges Kapitol beinhaltet sehr viel mehr als eine absehbare, einfach gestrickte Handlung. Ganz im Gegenteil: Politik, Gesellschaft, ganz grosse Gefühle, Witz, Spannung, Action und einfach nur absolut grossartige Unterhaltung sind Teil dieser Geschichte, machen diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem. Jedes noch so tiefe Gefühl wird nicht einfach einmal gestreift, dass man als Leser verwirrt wird oder einfach nur "von allem etwas" hat. Jede Szene hat ihre eigene Stimmung, jede Szene hat eine Aussage und einen ganz wichtigen Platz innerhalb der Handlung. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, ein Buch zu lesen, welches von der Autorin bis zum letzten Wort durchgeplant war. Es scheint, als hätte Suzanne Collins die drei Teile vollständig im Kopf geplant und diese dann der Reihe nach und ohne sich von Aussen beeinflussen zu lassen "nieder geschrieben". Das bewundere ich an ihrem Stil.
Auch wenn immer wieder kritisiert wird, dass in den Büchern gewisse Szenen äusserst brutal geschildert werden, so habe ich diese Brutalität nie als störend oder gar fehl am Platz empfunden. Um aufzuzeigen, wie sinnlos das System ist, in dem Katniss lebt und welches leider auch in ähnlicher Form in gewissen Teilen dieser Welt existiert, so muss man Brutalität und Vernichtung aufzeigen und Sinnlosigkeit überspitzen. Wenn man dem, was man schreibt, einen Sinn gibt - und dies macht Suzanne Collins ohne Zweifel - so gibt es für alle Szenen und Beschreibungen einen Platz in der Geschichte.

Fazit:
Diese Rezension fällt kurz aus, weil es nicht mehr zu schreiben gibt als: Lest bitte unbedingt diese Bücher. Nun bin ich mir definitiv sicher, dass sie in die Literaturgeschichte eingehen werden und dass sie einen Platz in jedem Bücherregal verdient haben.

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Fast genau so packend wie der erste Band

Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
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Meine Meinung:
Dieser zweite Band steht dem ersten in keiner Weise nach. Die Spannung lässt nicht locker, sondern verdichtet sich sogar noch und die Geschichte hielt mich während den ganzen mehr als vierhundert ...

Meine Meinung:
Dieser zweite Band steht dem ersten in keiner Weise nach. Die Spannung lässt nicht locker, sondern verdichtet sich sogar noch und die Geschichte hielt mich während den ganzen mehr als vierhundert Seiten total gefangen. Ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen und habe nach der Lektüre sofort mit dem dritten Band begonnen.
Was im ersten Band schon begann und im zweiten Band auf grossartige Weise weiter gesponnen wird, ist die Geschichte zwischen Katniss und Peeta und ich meine damit nicht die übertrieben zelebrierte Liebesgeschichte, sondern die freundschaftliche Ebene die entsteht oder eben nicht entsteht. Weil die beiden sich nicht mehr in der Arena befinden, sind sie nun auf eine ganz andere Weise aufeinander angewiesen und obwohl dies wahrscheinlich nicht zu ihrem Besten ist, können sie vor allem am Anfang überhaupt nicht damit umgehen. Diese speziellen Momente gefallen mir total und zeigen auf, dass die Autorin ihr Handwerk absolut beherrscht.
Auch auf Cinnas Arbeit und generell auf die Arbeit von Katniss Vorbereitungsteam wird ein grosses Augenmerk gelegt. Diese scheinbar nicht so wichtigen Personen erhalten im zweiten Band noch mehr ihren eigenen und wertvollen Platz in der Geschichte. Als Harry Potter sich nach dem x-ten Band nicht mehr auf Hogwarts befand, nahm dies der Geschichte in meinen Augen die Struktur und die Handlung wirkte auf mich immer konstruierter und orientierungsloser. Dies passiert Suzanne Collins im zweiten Band dieser Trilogie nicht oder nur ganz kurz auf den ersten paar Seiten. Nun gibt es nämlich keine Arena mehr, die alles bestimmt und einschränkt. Doch spätestens im zweiten Kapitel lässt sich erahnen, dass Collins genau weiss, was sie tut und schreibt und dass sie ein ganz genaues Konzept ihrer Geschichte vor Augen hat.

Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen: unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Grandioser Reihenauftakt

Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele
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Inhalt:
Zwölf Distrikte, ein zentrales Kapitol und rundum Wildniss. So sieht Panem aus. Eine andere Welt, andere Länder scheint es nicht mehr zu geben, wir sind in einer Zeit weit in der Zukunft gelandet ...

Inhalt:
Zwölf Distrikte, ein zentrales Kapitol und rundum Wildniss. So sieht Panem aus. Eine andere Welt, andere Länder scheint es nicht mehr zu geben, wir sind in einer Zeit weit in der Zukunft gelandet in der Nordamerika nicht mehr existiert weil Kriege und Naturkatastrophen das ganze Gebiet dem Erdboden gleich gemacht haben. Aber die Menschheit existiert weiter und hat aus den Trümmern Nordamerikas Panem geformt. Einen diktatorisch geführten Staat, der grausam über seine zwölf Distrikte herrscht und in Panem finden gerade wieder die alljährlichen Hungerspiele statt. Diese Hungerspiele enden traditionell mit einem einzigen Sieger. Verlierer gibt es keine, weil es bei diesem Spiel um Leben und Tod geht und weil darum nur einer der Tribute überleben kann. Alle Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren kommen mit mehr oder weniger Losen in den Lostopf und als ausgerechnet Prim, Katniss kleine und erst zwölfjährige Schwester ausgewählt wird, stürzt sie sich an deren Stelle freiwillig nach vorne, um statt ihrer Schwester zu kämpfen und zu sterben. Zusammen mit dem zweiten Tribut aus ihrem Distrikt, Peeta, verbringt sie von da an eine intensive Vorbereitungs- und Trainingszeit im Ausbildungslager der Tribute. Der Tag der Hungerspiele, der Tag an dem Katniss in der Arena kämpfen und töten muss, rückt dabei immer näher.

Meine Meinung:
Die ganze Panem-Trilogie in der schönen Box habe ich letztes Jahr von meinem wunderbaren Liebsten ganz überraschend zu Weihnachten bekommen und mich darüber riesig gefreut. Weil ich aber meine Bücher meistens in dieser Reihenfolge lese, in der ich sie bekommen oder gekauft habe (Ausnahmen sind Rezensionsexemplare, Bücher für Leserunden und Bücher, die ich unbedingt für eine Challenge benötige), hat es bis im November gedauert, bis ich mit der Trilogie beginnen konnte. Meine Erwartungen waren riesig, zu viel hatte ich schon gelesen und gehört und ich sehnte den Tag herbei, an dem ich mich ins Getümmel der Hungerspiele stürzen konnte.
Von der ersten Seite an war ich total begeistert. Ich liebte diese dichte Spannung, die emotionale Tiefe, den starken Charakter von Katniss, die detaillierten Beschreibungen der Figuren und Schauplätze und das komplex gewobene Handlungsnetz. Gesellschaftskritik, Politik und Anspruch an den Leser, der genau und zwischen den Zeilen lesen will, machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Die atemberaubende Welt von Panem in ihren schillernden und auch düsteren Farben erinnern ein wenig an gewisse Passagen der unendlichen Geschichte, haben aber sonst nichts mit anderen aktuellen Jugendbüchern gemeinsam. Fast wie ein Traum wirkten die Kostüme und Figuren auf mich.
Interessanterweise fühlte ich mich aber während der Lektüre trotz dem technologischen Fortschritt und der Zerstörung der restlichen Welt nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit versetzt. Ist auch dies eine Andeutung der Autorin, dass der "Fortschritt" uns letztendlich zurück wirft? Oder ging es nur mir bei der Lektüre so?
Ich habe natürlich eine Übersetzung gelesen, bin aber trotzdem absolut begeistert von der Sprache. Genauigkeit und Weite vereinen sich in einzelnen Wörtern und Passagen zu einem fortlaufenden Ganzen und die beschriebene Brutalität und Ausweglosigkeit der Geschichte und des Systems rief in mir nicht wenige Male eine Beklemmung und Kälte hervor, wie ich sie in anderen - eigentlich auch dramatischen Büchern - nicht selten vermisst habe.
Die Prognose ist gewagt und ich bin sonst wirklich vorsichtig mit solchen Aussagen. Aber diese Trilogie wird in die Literaturgeschichte eingehen.

Fazit:
Diese Trilogie gehört in jedes Bücherregal und ich werde sie sicher ein zweites und drittes Mal lesen. Zu beachten ist aber, dass die Bücher aufgrund der Brutalität erst von Jugendlichen ab ca. 14 - 16 Jahren gelesen werden sollten.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Lest dieses Buch

Wie die Gorillas
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Inhalt:
Die unbenannte Ich-Erzählerin und ihre beiden besten Freundinnen Olga und Svenja wachsen gemeinsam zu jungen Frauen heran und kämpfen dabei nicht nur gegen die Unsichtbarkeit innerhalb der eigenen ...

Inhalt:
Die unbenannte Ich-Erzählerin und ihre beiden besten Freundinnen Olga und Svenja wachsen gemeinsam zu jungen Frauen heran und kämpfen dabei nicht nur gegen die Unsichtbarkeit innerhalb der eigenen Familie, sondern auch den jahrhundertealten Kampf gegen sexistische Windmühlen und eine Gesellschaft, in der Mädchen immer noch komplett anders erzogen und behandelt werden, als Jungs. In der ihnen von Anfang an gewisse Privilegien verwehrt bleiben und in der ihr Äusseres wichtiger ist, als alles, was sie charakterlich zu bieten haben.

Meine Meinung:
Ohne den Klappentext oder auch nur eine einzige Rezension komplett gelesen zu haben, habe ich mich in dieses Buch gestürzt und es heute im ÖV in einem Atemzug verschlungen. Ich will mehr, 160 Seiten sind viel zu kurz. Esther Beckers Debüt lässt tief in eine Welt von Sein und Schein blicken, eine Welt, in der sich immer noch die meisten Mädchen und Frauen wiederfinden, sobald sie ein wenig älter werden, ihre Körper sich zu verändern beginnen und ihr Äusseres nicht mehr mit den Abbildungen in Hochglanzmagazinen übereinstimmt. Es ist eine ganz eigene Wirklichkeit, in der gefühlt jede Person (Frau) über einen Scanner für ihre Umwelt verfügt und die Körper ihrer Mitmenschinnen mit einem Damoklesschwert in Kategorien einteilt und sich selbst gegenüber die kritischste von allen ist.
Ausserdem erzählt Becker von sich verschiebenden Familiengefüge, in denen Töchter plötzlich nicht mehr mit ihren Eltern sprechen können, sich verloren fühlen und dadurch auch wirklich nach und nach verlorengehen. Da wird Wodka geschmuggelt, heimlich gepierct und von der ersten Pille danach darf auch niemand etwas erfahren. In einer Welt, in der gefühlt alle Türen offenstehen, wird frau dann am Ende trotzdem wieder auf ihr Aussehen reduziert und steht alleine, verloren und sich hässlich fühlend vor einem Spiegel in einer Umkleidekabine, mit einem blutenden Schnitt an Fussgelenk, der vom verbotenen Rasieren im Schwimmbad stammt und einem mindestens so blutenden Herzen, das eigentlich nur nach Liebe lechzt.

Was machst du, wenn deine Kinder Frauen werden?
Wenn deine Kinder Töchter sind und Frauen werden, was machst du dann?
(S. 15)


Schreibstil:
Packend, prägnant und äusserst pointiert erzählt Becker vom Aufwachsen in einer Gesellschaft, in der Mädchen und Frauen nachts nicht mehr joggen gehen und sich manchmal nur mit abgebundenen Brüsten und als Jungs verkleidet unsichtbar und mächtig durch die Gegend bewegen können. Schmerzlich real und drastisch erscheinen die einzelnen Szenen in denen es Selbstbestimmung geht, um Stolz, Körperwahrnehmung und dem offenen Sexismus, dem die Protagonistinnen täglich begegnen. Diese steigen all den Erfahrungen aber nicht wie die Phönixe aus der Asche, sondern kriechen auf der Suche nach Anerkennung im Staub ihrer Geschlechterrolle durch dieses Buch.

Meine Empfehlung:
Lest dieses Buch unbedingt, es hat mich heute berührt und erschüttert und mit seinem eigenen überspitzten Humor unterhalten. Es hat mir Szenen gezeigt, die mir bekannter sind, als sie vielleicht sein sollten und frustrierende Gespräche abgebildet, die ich genau so mit mir und anderen geführt habe. Trotzdem und genau deswegen ist dieses Buch so lesenswert, weil es die Absurdität unserer festgefahrenen Situation aufzeigt und Fragen aufwirft, die zum Nachdenken und Verändern anregen.

Veröffentlicht am 18.05.2021

Herzerwärmend und zart erzählte Katzengeschichte

Das Café der weisen Katzen
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Inhalt:
Nagore verlässt ihren Partner und ihr Leben in England und zieht nach Barcelona, wo sie ganz von vorne beginnen muss und sich kaum über Wasser halten kann. Eine Freundin aus ihrer Jugend macht ...

Inhalt:
Nagore verlässt ihren Partner und ihr Leben in England und zieht nach Barcelona, wo sie ganz von vorne beginnen muss und sich kaum über Wasser halten kann. Eine Freundin aus ihrer Jugend macht sie mit Yumi bekannt, die für ihr nach japanisches Katzencafé noch eine Mitarbeiterin benötigt. Obwohl Nagore sich gar nicht gut mit Katzen versteht, nimmt sie den Job schweren Herzens an und lernt schon bald, wie weise und gelassen die Vierbeiner sein können und dass manche Begegnungen ein Leben von einer Sekunde auf die andere verändern können.

Meine Meinung:
Nun ja...es ist sicher nicht schwer zu erkennen, dass ich Katzen liebe, dass ich aber auch von allem, was funkelt, magisch angezogen werde, wissen nicht viele. Aber ja, dem ist so und gerade bei Buchcovern werde ich da immer wieder schwach. "Das Café der weisen Katzen" ist traumhaft schön aufgemacht. Der glänzende Umschlag, die liebevolle Gestaltung der Kapitelüberschriften und das bunte Vorsatzpapier... Dieses Buch ist ist ein optischer Schatz.
Aber natürlich ist dieses Buch noch viel mehr und erwärmt das Herz, strotzt nur so vor Liebe für die flauschigen Vierbeiner, erzählt aus dem teilweise ziemlich turbulenten Alltag im Katzencafé, beinhaltet eine zarte und berührende Romanze und erzählt ausserdem die Geschichte des an seinem Lebensende stehenden Katzenbesitzers Elias, der mit seiner grossen Weisheit und der Liebe zum Leben und den Menschen für noch mehr bewegende Momente sorgt.

Schreibstil:
Anna Sólyom schafft es, Nagores Lebenssituation authentisch zu schildern und bringt mit vielen wunderschönen, gefühlvollen und humorvollen vierbeinigen Begegnungen zum Schmunzeln und Nachdenken. Auch wenn vieles ein wenig an der Oberfläche bleibt und sich auch ein wenig zu einfach auflöst, ist dieses Buch mit seiner zarten Sprache einfach eine flauschige Umarmung.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch ist wirklich zuckersüss, regt zum Nachdenken an und unterhält mit seinem sanften Humor. Von mir gibt es deshalb eine herzliche Leseempfehlung.

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