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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2020

Blödelei ohne Ende

Der Gemüseflüsterer von Mainhattan
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Wie in einem schlechten schwarz-weiß Krimi oder Groschenroman kommt McBride daher. Filterlose Camel, Billig-Bier, Junkfood. Er soll ein geheimnisvolles, Rezept, das Keltische, finden. Wer es hat, dem garantiert ...

Wie in einem schlechten schwarz-weiß Krimi oder Groschenroman kommt McBride daher. Filterlose Camel, Billig-Bier, Junkfood. Er soll ein geheimnisvolles, Rezept, das Keltische, finden. Wer es hat, dem garantiert es Jugend und Schönheit für fünfzig Jahre. Leider wird ein potenzieller Tippgeber, zufällig sein alter Lateinlehrer, vor seinen Augen erschossen. Nun ja. Weitere Spuren vermutet er in den Nation Of The Beautiful. Dort ehrt man Bruder Tier und Schwester Pflanze. Als Seelengemüse wird McBride Sellerie zugeordnet. Die bewunderte Michelle bekommt blaue Blümchen und das Angebot, mit dem Sektenguru intim zu werden. Zwischendurch versucht ein anderer Interessent, Konsul Hofgeier, ihn für sich zu gewinnen. Sogar umwerfender Sex mit der göttlichen Sophie wird ihm gewährt. Aber McBride, der alle Besiegende, der Sexgott, ist unbestechlich. Auch Kommissar Erik Odecker kann ihm nichts anhängen.
Ob aber die Gespräche mit Blumenkohl Claudia, Grashalmen oder roten Zwiebeln weiterhelfen? Oder deftige Prügeleien?
Leo Heller hat durchaus unterhaltsame Ideen, mir aber war die Handlung zu klischeehaft, zu hanebüchen, zu vorhersehbar und konnte mich nicht wirklich begeistern.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Kann passieren

König Pups
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Das kann passieren: es drückt im Bauch, es tut weh, also ˋraus damit. Es knallt und ein unangenehmer Geruch verbreitet sich. Wie peinlich! So geht es König Pups. Er schämt sich. Seine Ratgeber empfehlen ...

Das kann passieren: es drückt im Bauch, es tut weh, also ˋraus damit. Es knallt und ein unangenehmer Geruch verbreitet sich. Wie peinlich! So geht es König Pups. Er schämt sich. Seine Ratgeber empfehlen Nahrungsumstellung. Nicht verkehrt, hilft aber nicht. Genauso wenig wie dämpfende Kleidung oder ein Korken. Lustig bis hierhin, selbst ein jüngeres Kind wird wissen, dass das kein ernst zu nehmender Rat ist.

Wenigstens gibt es ein positives Ende dahingehend, dass der König mit seiner Eigenart Feinde verjagen kann.

Bitte nicht allzu ernst nehmen, so ein Pups kann passieren und kein Grund, dass ein Kind deswegen diese Komplexe des Königs bekommen muss.

Nett gereimt ist es, die Bilder sind lustig.

Text und Illustration von Bettina Rakowitz, aus dem Kampenwand Verlag.

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Veröffentlicht am 01.07.2020

Viel los auf Augustes Bauernhof

Gummistiefelyoga
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Bäuerin Auguste hat ernsthafte Sorgen: die Bank fordert die Rückzahlung eines hohen Betrages, der Leichenbacher-Bauer will ihren Hof übernehmen und Irgendjemand schleicht auf ihrem Gehöft herum und richtet ...

Bäuerin Auguste hat ernsthafte Sorgen: die Bank fordert die Rückzahlung eines hohen Betrages, der Leichenbacher-Bauer will ihren Hof übernehmen und Irgendjemand schleicht auf ihrem Gehöft herum und richtet Schaden an. Was tun? Durch den niedlichen neuen Pfarrer aus Indien kommt ihr eine geniale Idee: sie könnte für ausgebrannte Städter Yoga auf dem Bauernhof anbieten, Mitarbeit zum Stressabbau für die Gäste inclusive . Tatsächlich stellt sich eine bunt gemischte Truppe ein. Von sympathisch über weltfremd und über skurril bis hin zu arrogant und egoistisch. Waldbaden und Durchschlauchen sind Wunschvorstellungen. Und diese Leutchen sollen hilfreich sein? Können die wenigstens die andauernden Sabotageakte verhindern? Sieht nicht so aus....
Felix Tanner mutet seiner bayerischen Auguste eine Menge zu. Die kann zwar zupacken und hat kreative Ideen, aber so viel Widrigkeiten kann doch Keine/r aushalten. Und dann muss sie auch noch für lange Zeit ins Krankenhaus. Ende und aus für den Hof?
Die Geschichte wird lebendig erzählt, und lässt den Leser sehr stark an einem guten Ende zweifeln. Auch die Liebe kommt vor, spannend wird es besonders im letzten Teil.
All das turbulent, originell und unterhaltsam dargestellt, locker zu lesen.
Heiteres aus dem Piper Verlag.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Wann ist man alt?

Spätsommer ist auch noch Sommer
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Wann ist man alt? Mit 50, 60 oder 70? Das fragt sich Ulla im finnischen Helsinki. Mit ihren 74 Jahren hat sie viel erlebt, als Zahnärztin gearbeitet, Brustkrebs überstanden, zwei Kinder liebevoll aufgezogen, ...

Wann ist man alt? Mit 50, 60 oder 70? Das fragt sich Ulla im finnischen Helsinki. Mit ihren 74 Jahren hat sie viel erlebt, als Zahnärztin gearbeitet, Brustkrebs überstanden, zwei Kinder liebevoll aufgezogen, viele Jahre ihren alkoholkranken, egoistischen Mann gepflegt, aber alt, nein, alt fühlt sie sich nicht. Im Gegenteil, jetzt endlich ist sie unabhängig, frei. Darin bestärkt wird sie von den wenigen Gleichaltrigen, die ihr geblieben sind. Sie geht in Cafés, tanzen, zum Friseur, praktiziert Hot Yoga, lernt Italienisch, trennt sich von den Hinterlassenschaften ihres Mannes. Toll. Aber ihre zwei Kinder sehen sie als verwirrte alte Frau, gerade noch gut genug, um sabbernde Hunde und unerzogene Enkel zu hüten. Ach ja, und um ihnen das Leben zu erleichtern und ein dickes Erbe zu hinterlassen. Der Plan: Entmündigung und ab ins Pflegeheim.
Minna Lindgren hat diese Kinder, ihre Gier, ihre Anmaßungen dermaßen überzeugend beschrieben, dass man ihnen wünscht, so richtig auf die Nase zu fallen. Hat Ulla den Mut und die Kraft, eigene Vorstellungen durchzusetzen? Oder ist sie wirklich auf solcherart Hilfe angewiesen? Nimmt sie sich ein Beispiel an ihrer lebens- und unternehmungslustigen Freundin Pike? Welche Überraschungen und Freuden hält das Leben für sie bereit?
Man vergleicht, überlegt. Wie wird man selbst im Alter sein, wie werden sich die eigenen Kinder verhalten?
Ein emotionales, zur Selbstreflexion bewegendes Buch aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag, aus dem Finnischen von E. Kritzokat.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Loverboy klingt so harmlos

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9)
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Tino Dühnfort war in der Mordkommission tätig, vom täglichen Kleinkram genervt, wechselte er zur Abteilung Operative Fallanalyse.
Als mehrere Morde gewisse Parallelen aufweisen, wird sein neues Team hinzugezogen. ...

Tino Dühnfort war in der Mordkommission tätig, vom täglichen Kleinkram genervt, wechselte er zur Abteilung Operative Fallanalyse.
Als mehrere Morde gewisse Parallelen aufweisen, wird sein neues Team hinzugezogen. Durch Auszüge aus einem versteckten Videotagebuch erfährt der Leser schnell die traurige und erschreckende Wahrheit über die tote Lea und ahnt, dass ihr Schicksal mit den Morden zusammenhängt.
Keinen der Getöteten bedauert man, im Gegenteil. Die Motivation des „Jägers“ ist absolut nachvollziehbar. Er ist clever, verfolgt einen Plan und hinterlässt keine Spuren. Oder doch?
Trotz einiger privater Probleme verbeißt sich Dühnfort in den Fall. Zum Glück findet sich eine ebenso verbissene Kollegin, auch seine alte Truppe sucht fieberhaft. Eigenartigerweise ist mir keiner von ihnen sympathisch.
Inge Löhnig beschreibt schonungslos ein bedauernswertes und wütend machendes Schicksal eines jungen Mädchens und zeigt Abgründe einer ganzen Reihe verachtungswürdiger Charaktere auf. Mitunter so brutal, dass das Weiterlesen schwer fällt. Schockierend.
Packender Thriller aus dem Ullstein Verlag.

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