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Veröffentlicht am 27.05.2022

Der Fünfzigste

Schlaflos auf Sylt
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Zum 50sten mit den Eltern ins noble Sylt. What? Dort angekommen, wird der Leser mit viel unnützem Wissen über die Insel gefüttert. Und dann: Eine exorbitante Überraschungsparty mit ziemlich allen Personen ...

Zum 50sten mit den Eltern ins noble Sylt. What? Dort angekommen, wird der Leser mit viel unnützem Wissen über die Insel gefüttert. Und dann: Eine exorbitante Überraschungsparty mit ziemlich allen Personen aus Merles Vergangenheit! »Fünfzig Jahre – fünfzig Menschen …«, meinten ihre Eltern. Super Idee - nicht. Viele fast vergessene Erlebnisse und Erinnerungen prasseln auf das Geburtstagskind ein. Neckische Spielchen und sexlastige Übungen werden durchgezogen. Nur anfänglich unterhaltsam. Vor allem die enthemmten Silveragers danach … dieses Kopfkino, aaarrrggghhh! Nicht nur für die perplexe Merle, zumal sie auch noch andere Neuigkeiten erfährt. Hoch geht es her. Es folgt ein Austausch von Lebensweisheiten der Damen aller Altersklassen. Jede ist von den ihrigen überzeugt.
Die Autorin greift auch ein Urlaubsortdilemma auf: Wohnraum für Servicekräfte. Vortragsartig wird die Situation erklärt. Merle tut mir einfach nur leid.
Claudia Thesenfitz kann wunderbar locker und unterhaltsam schreiben. Hier tut sie es nicht, einen Wohlfühlroman stelle ich mir anders vor.

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Veröffentlicht am 27.05.2022

In einem kleinen Dorf

Die Dorfschullehrerin
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Nach ihrer Flucht aus Ostdeutschland hat Helene es nicht leicht. Ihr Mann ist im Stasi-Gefängnis gestorben, ihre Tochter war monatelang im Kinderheim. Dank hilfreicher Verwandter hat sie eine schöne Wohnung ...

Nach ihrer Flucht aus Ostdeutschland hat Helene es nicht leicht. Ihr Mann ist im Stasi-Gefängnis gestorben, ihre Tochter war monatelang im Kinderheim. Dank hilfreicher Verwandter hat sie eine schöne Wohnung in Frankfurt, eine gute Stelle als Lehrerin. Trotzdem gibt sie das auf für eine Stelle als Rektorin in einem kleineren Grenzort, in dem es auch noch Bekanntschaften aus ihrer ersten Zeit im Westen gibt. Probleme sind vorprogrammiert.
Nicht nur bei ihr. Welche Schande war es noch in den 60er Jahren, als Ledige ein Kind zu bekommen, noch dazu von einem GI.
Helene wird anschaulich beschrieben, gut dargestellt ist der Spagat zwischen Job und Familie. Auch die Atmosphäre in Kirchdorf, wo bigotte oder einfach nur missgünstige Menschen den Frauen das Leben schwer machen. Auch die wenig hilfreiche, dafür aber umso mehr fordernde Schulaufsicht wird realistisch einbezogen. Da hat sich bis heute nichts geändert.
Eva Völler schreibt wieder unterhaltsam und mit lockerem Stil über die Liebe, das tägliche Leben, Probleme und Lösungen. Ob sich wie immer alles zum Guten wendet?
Schicksalsroman mit historischen Bezügen, verlegt von Lübbe.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Irrwitzig

Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel
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Schwungvoll geht es mitten hinein in die Handlung. Altbekannte Personen wie
Polizeiobermeister Franz Hölleisen und natürlich Kriminalhauptkommissar Hubertus Jennerwein treten auf. Dieser allerdings in ...

Schwungvoll geht es mitten hinein in die Handlung. Altbekannte Personen wie
Polizeiobermeister Franz Hölleisen und natürlich Kriminalhauptkommissar Hubertus Jennerwein treten auf. Dieser allerdings in abartiger und aussichtsloser Situation. Möchte man selbst nicht erleben. Allerdings nutzt sich auch der tollste Gag irgendwann ab. Jedenfalls: rasante Action, irrsinnige Verwicklungen zuhauf, spannungsgeladene Momente und chaotische Abläufe treffen in comicartiger Manier aufeinander. Der totale Wahnsinn!
Jörg Maurers Schreibstil ist besonders, ich mag ihn. Ihm gelingt es, einen Provinzkrimi mit amüsanter Unterhaltung voller Witz, Absurditäten und Ironie zu gestalten. Manchmal sogar etwas zu viel des Guten. Wer absurde Alpenkrimis mag, ist mit diesem Buch bestens bedient.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Widerlich

Allgemeine Panik
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Widerlich
Um dem Fegefeuer zu entkommen, legt Fred Otash, ein Trash-Zeitungsschreiberling der übelsten Sorte, gleichzeitig bestechlicher Prügelpolizist und Erpresser, eine Beichte ab. Er hat er durch üble ...

Widerlich
Um dem Fegefeuer zu entkommen, legt Fred Otash, ein Trash-Zeitungsschreiberling der übelsten Sorte, gleichzeitig bestechlicher Prügelpolizist und Erpresser, eine Beichte ab. Er hat er durch üble Nachrede, Klatsch und Veröffentlichung peinlicher Erlebnisse viele Menschen ruiniert, zerstört, unglücklich gemacht. Ausgesprochen unsympathisch und verachtenswert. Er allerdings hält sich für einen tollen Typen und ist doch nur ein gewissenloser Angeber.
James Ellroy lässt seinen Protagonisten schambefreit, menschenverachtend, prahlerisch und im Lonesome-Ryder-Slang über seine (Un-)Taten berichten. Der nennt sich selbst Mr. Dreiundzwanzig Zentimeter. Das sagt alles und ist einfach nur ekelhaft.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Kleine Erdbeben

Ein unendlich kurzer Sommer
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Lale ist traumatisiert. Sie muss raus, rennt weg, wird von Gustav auf einen vernachlässigten Campingplatz mitgenommen. Dort kann sie wohnen, helfen, wieder zu sich finden.
Christophe aus Réunion verarbeitet ...

Lale ist traumatisiert. Sie muss raus, rennt weg, wird von Gustav auf einen vernachlässigten Campingplatz mitgenommen. Dort kann sie wohnen, helfen, wieder zu sich finden.
Christophe aus Réunion verarbeitet den Tod seiner dementen Mutter, die er jahrelang gepflegt hat. Vielleicht hilft es, seinen fremden, bislang unbekannten Vater aufzusuchen? Auch wenn er dafür ins Nirgendwo in einem weit entfernten Land muss. Und Gustav, der Platzwart? Ist alt, krank, will eigentlich nur seine Ruhe.
Kristina Pfister erzählt gefühlvoll von einem viel zu kurzem Sommer, von ungewöhnlichen Begegnungen, von Menschen, die eine Menge über sich selbst erfahren.
Verlust, Freundschaft, verpasste Gelegenheiten und viel Herz spielen eine Rolle. Sehr emotional, sehr schön zu lesen, all das beinhaltet dieser anrührende Roman aus dem Fischer Verlag.

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