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Veröffentlicht am 17.05.2024

Schnelles Lesefutter

Eighteen
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Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diesen Thriller einordnen soll. Alles ist so überzogen, dass es an eine Parodie grenzt, gleichzeitig ist der Ton bierernst, so dass es sich anscheinend nicht um eine ...

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diesen Thriller einordnen soll. Alles ist so überzogen, dass es an eine Parodie grenzt, gleichzeitig ist der Ton bierernst, so dass es sich anscheinend nicht um eine Parodie handelt.

Zwar spielt "Eighteen" im Auftragskiller-Milieu, dass der Protagonist namens Seventeen aber so ziemlich alles überlebt - selbst die Explosion eines Hubschraubers und einer Mega-Yacht - lässt an James Bond erinnern (insbesondere die Roger-Moore- und Pierce-Brosnan-Bonds, die aber immerhin mit einem Augenzwinkern aufwarteten, worauf man bei "Eighteen" aber vergebens wartet). Auch dass Seventeen mal eben um die ganze Welt jettet, um ebenjene zu retten, lässt an James Bond denken.

Kleine Brötchen werden in "Eighteen" nicht gebacken und Logik steht an letzter Stelle, die Charaktere sind schablonenhaft gezeichnet. Das Tempo ist teilweise irrwitzig, was ich persönlich gut fand, weil man gar nicht großartig zum Nachdenken kommt. Käme man zum Nachdenken, wäre der Thriller deutlich weniger erträglich. Es gibt nur wenige Längen und die sind zum Glück zu vernachlässigen.

Leider ist es irgendwann (weil es ernst gemeint ist und nicht als Parodie - so zumindest mein Eindruck) zu viel des Guten, so dass letztlich die Spannung leidet. Es ist ziemlich klar, wie die Geschichte enden wird.

Ich hatte oft den Eindruck, dass Autor John Brownlow mehr für etwaige Filmstudios als für ein lesendes Publikum geschrieben hat. Tatsächlich beschreibt er viele Szenen so gut, dass sie wie ein Film vor den Augen der LeserInnen ablaufen. Allerdings hätte er - wenn er auf einen Filmdeal aus ist - lieber gleich ein Drehbuch abliefern können, das wäre wenigstens ehrlich gewesen.

Fazit:

Rasant, komplett übertrieben und total anspruchslos, aber immerhin schnelles Lesefutter für zwischendurch. Etwas mehr Augenzwinkern hätte dem Thriller nicht geschadet.

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Veröffentlicht am 16.05.2024

Spannend geschrieben

Maria Stuart
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Es gab eine Zeit Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre, da habe ich die Bücher von Stefan Zweig verschlungen. Ich liebte (und liebe) seine Art zu schreiben und ich liebte (und liebe) die Themen seiner ...

Es gab eine Zeit Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre, da habe ich die Bücher von Stefan Zweig verschlungen. Ich liebte (und liebe) seine Art zu schreiben und ich liebte (und liebe) die Themen seiner Bücher. "Die Schachnovelle" zum Beispiel ist eins der wenigen Bücher, die ich gerne mehrfach gelesen habe und lese.

"Maria Stuart" ist kein wissenschaftliches Werk. Obwohl Zweig sich an die Fakten hält, liest sich das Werk wie ein Roman, was daran liegt, dass Zweig es sich nicht nehmen lässt einige Fakten auszuschmücken. Herausgekommen ist dadurch ein spannendes Werk, das sich schwer einordnen lässt. Es fühlt sich an wie ein Roman, ist aber derart faktenbasiert, dass man es genauso gut als Biografie einordnen kann.

Weil Stefan Zweig nun einmal ein sehr guter Schriftsteller war, ist "Maria Stuart" trotz des weitestgehend faktenbasierten Ansatzes entsprechend kurzweilig, spannend und interessant. Insofern ist es meiner Meinung nach absolut empfehlenswert. Wer jedoch ein wissenschaftlich-akademisches Werk mit Quellenangaben und ohne jede literarische Ausschmückung erwartet, der wird unweigerlich enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 14.05.2024

Blendwerk

Neununddreißigneunzig
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Ich habe nach der Hälfte abgebrochen, weil mir der Roman zu blöd war. Sicher, Autor Frédéric Beigbeder spricht einige interessante Punkte an, aber seine Kapitalismuskritik ist so grob gestrickt, dass es ...

Ich habe nach der Hälfte abgebrochen, weil mir der Roman zu blöd war. Sicher, Autor Frédéric Beigbeder spricht einige interessante Punkte an, aber seine Kapitalismuskritik ist so grob gestrickt, dass es fast schon an Beleidigung grenzt.

Abgesehen davon ist die Geschichte selbst stumpf, vorhersehbar und viel zu bemüht. Da hält sich jemand für oberschlau, ist es aber nicht und muss daher mit Allgemeinplätzen aufwarten. Keine Ahnung, ob die anderen Bücher Beigbeders besser sind; mich erschreckt momentan, dass es überhaupt noch weitere Veröffentlichungen von ihm gibt, denn in meiner Wahrnehmung ist er ein Blender.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Nette Unterhaltung

Was der See birgt
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Lenz Koppelstätters "Was der See birgt" ist der Auftakt einer neuen Serie rund um Polizeireporterin Gianna Pitti, die für eine kleine Lokalzeitung am Gardasee arbeitet.

Ich will nicht großartig den Inhalt ...

Lenz Koppelstätters "Was der See birgt" ist der Auftakt einer neuen Serie rund um Polizeireporterin Gianna Pitti, die für eine kleine Lokalzeitung am Gardasee arbeitet.

Ich will nicht großartig den Inhalt wiedergeben, sondern lieber gleich zur Sache kommen: Der Krimi ist das, was ich als Wegwerf-Krimi bezeichne. Das ist gar nicht mal negativ gemeint, vielmehr möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass nichts an diesem Krimi einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Man liest ihn - und er ist so geschrieben, dass er sich schnell lesen lässt - und man vergisst ihn wieder.

Bücher wie "Was der See birgt" haben natürlich ihre Berechtigung. Sie sind einigermaßen unterhaltsam, sie sind vorhersehbar und sie werfen keine allzu lästigen Fragen oder gar Emotionen auf.

"Was der See birgt" ist genau das Richtige nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn man nur noch berieselt werden möchte. Dafür gibt's dann auch verdiente zwei Sterne, die in meiner Bewertungsskala bedeuten, dass das Buch nicht grätig ist, sondern durchaus okay für zwischendurch, aber eben auch nicht mehr.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Schön geschrieben, aber langatmig

Ins Dunkel
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Ich mag Jane Harpers Schreibstil sehr und Falk ist ein toller Protagonist, aber die Story war eher mittelmäßig.

Ich mag Jane Harpers Schreibstil sehr und Falk ist ein toller Protagonist, aber die Story war eher mittelmäßig.

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