Profilbild von Schnuppe

Schnuppe

Lesejury Star
offline

Schnuppe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuppe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2024

Inspiration für Entdecker

LONELY PLANET Bildband Du lebst nur einmal
0

Ein Reisebuch mit vielen ungewöhnlichen Inspirationen, die die Abenteur- und Reiselust wecken. Viele unterschiedliche Erfahrungsberichte wecken Reiselust.

Das Buch gliedert sich in fünf Teile: eine Stunde, ...

Ein Reisebuch mit vielen ungewöhnlichen Inspirationen, die die Abenteur- und Reiselust wecken. Viele unterschiedliche Erfahrungsberichte wecken Reiselust.

Das Buch gliedert sich in fünf Teile: eine Stunde, einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein Jahr

Die Welt ist groß und bunt, man kann eine Menge erleben. Dieses Buch will nicht Ziele auflisten, die man abarbeiten kann, sondern hilft mit ungewöhnlichen Anregungen die Welt auszukosten, sich zu freuen und vielleicht auch besondere Herausforderungen anzunehmen. Natürlich sind da viele Dinge bei, die die Meisten nicht genauso umsetzen können oder wollen, aber man bekommt vielleicht Lust spontan etwas ähnliches zu machen. Die Welt und das Leben auskosten, sei es nun vor der Haustür oder an einem anderen Ort, ist ein Wunsch, der hier automatisch beim Schmökern entsteht.

Ob es nun um Wasserfallduschen, Freien Fall, Sternenkino, Spuk, Vulkane, Tanzen lernen, Herbstferien, Inseln oder Fernwanderungen geht. Alle Tipps haben etwas besonders und wirken dennoch machbar. Hier kann jeder Inspiration für sein persönliches Abenteuer finden und es dann auf sich zuschneiden. Das Leben ist schön, man sollte es genießen. Mit diesen Tipps hat man dazu hinterher sicherlich noch mehr Ideen und Lust.

Einziger Wermutstropfen: Die Schrift hätte etwas größer sein können, das Lesen war so auf die Dauer etwas anstrengend und die Berichte hätte ruhig etwas länger sein dürfen.

Ein sehr schönes Buch, das ich gerne empfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 05.03.2024

schicksalshafte Augenblicke

Die Halbwertszeit von Glück
4

Luise Pelt hat hier eine tolle Idee umgesetzt. Sie erzählt über drei verschiedene Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten an weit voneinander entfernten Orten leben und die doch irgendwie miteinander verbunden ...

Luise Pelt hat hier eine tolle Idee umgesetzt. Sie erzählt über drei verschiedene Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten an weit voneinander entfernten Orten leben und die doch irgendwie miteinander verbunden sind. Bei allem geht es um das Glück, wie empfindet man es, wem steht es zu, wie vergänglich ist es und was passiert, wenn man es für immer verloren glaubt.

Die Wissenschaftlerin Johanna lebt 1987 nach einem persönlichen Schicksalsschlag als Einsiedlerin im Grenzgebiet der DDR. Sie findet eine verletzte flüchtige Jugendliche und hilft ihr.
Holly stellt ihr Leben 2003 in Los Angeles nach einem tragischen Unglück auf den Kopf und wirft ihre ursprünglichen Chancen über Bord.
Mylène steht 2019 in Paris kurz vor der Hochzeit mit einem reichen und allgemein begehrten Junggesellen. Sie hadert mit ihrem Leben nachdem sie ein überraschendes Erbe gemacht hat.
In recht kurzen Kapiteln erhält man abwechselnd Einblick in die Perspektiven der drei Frauen. Durch diese Abwechslung und den angenehmen Erzählstil fliegen die Seiten hier nur so dahin. Man möchte gerne erfahren, wie es ihnen weiterhin ergeht und was die Geschichten verbindet, wenn es denn so sein sollte. Hier kann man herrlich miträtseln und wird doch immer wieder von Wendungen überrascht.
Gut gefiel mir die Erklärung des Titels aus der Geschichte heraus.
Leider gibt es im Plot aber deutlich Luft nach oben, zu viel wirkt konstruiert. Einige Gegebenheiten waren schlicht unmöglich, u.a. die Regelungen zur Adoption. Vor allem die historischen Ungereimtheiten zur DDR sind ärgerlich, hier hätte besser recherchiert werden müssen.
Johannas Geschichte ist für mich die berührendste, die anderen Frauen wirken sehr überspannt und klischeehaft. Manche Verhaltensmuster bringen mich zum Kopfschütteln, auch dienen einige Entwicklungen nicht der Entwicklung der Geschichte, sondern eher als Seitenfüller. Die im Klappentext angekündigten starken Frauen habe ich vermisst. Nach der tollen Ausgangsidee, habe ich hier deutlich mehr erwartet. Die Verbindung der Frauen in unterschiedlichen Zeiten und Orten bietet soviel Potential.

Ein kurzweiliger Roman, der sich gut lesen lässt, jedoch mit Schwächen ausgeführt wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.02.2024

Über schwere Entscheidungen

Die Hoffnung der Chani Kaufman
0

Chani ist glücklich mit dem Mann ihrer Träume verheiratet. Sie leben in Jerusalem, fern von der gängelnden Verwandtschaft in London. Baruch lässt sich zum Rabbi ausbilden, sie ist Ehefrau und jobbt in ...

Chani ist glücklich mit dem Mann ihrer Träume verheiratet. Sie leben in Jerusalem, fern von der gängelnden Verwandtschaft in London. Baruch lässt sich zum Rabbi ausbilden, sie ist Ehefrau und jobbt in einem Blumenladen. Die strengen Regeln der orthodoxen Gemeinde lassen sich hier gut aushalten. Das sie nicht schwanger wird, stellt jedoch ein großes Problem dar, Baruch müsste sich von ihr trennen. Zunehmend verliert sie die Nerven.

Eve Harris hat hier die Fortsetzung zu der Hochzeit der Chani Kaufmann geschrieben und lässt auch alle anderen Figuren aus dem ersten Teil gekonnt auferstehen. Die Eltern der Beiden, die so unterschiedlich sind und ganz andere Ansätze im Miteinander leben. Rivka und Chaim, die die Hochzeit Chani begleitet haben, sind getrennt und kämpfen an ganz anderen Fronten. Rivka versucht sich in der „Außen“-Welt zurechtzufinden, Chaim darf als Rabbi nicht ohne gehorsame Frau sein. Hier zeigen sich ganz andere Probleme, trotz Liebe kann dies Paar einfach nicht gemeinsam leben, weil die strengen Regeln der Gemeinde dies nicht zulassen. Für ihre Kinder bricht eine Welt zusammen, sie tragen emotional schwer an den Auswirkungen dieser Entwicklung und ihr Leben sowie ihre Zukunftsaussichten sind unmittelbar betroffen. Avromi, der älteste Sohn und Freund Baruchs versucht einen ganz anderen Ausstieg.

Für viele der Figuren stehen wichtige Entscheidungen an, die weitreichende Folgen haben können. Eve Harris zeigt gekonnt den inneren Zwiespalt und die Auswirkungen der Entscheidungen auf die Anderen.
Die Autorin gibt hier auf sehr vielfältige Weise Einblicke in das Alltagsleben orthodoxer Juden. Das ist ihr aufgrund der guten Ausgestaltung aller Figuren sehr authentisch gelungen. Immer wieder blitzt auch jiddischer Humor durch. Der Erzählstil nimmt einen gefangen und lassen die Seiten dahinschmelzen.
Diese orthodoxen Gemeinden haben eine Lebensweise, die sich sehr drastisch von unserer unterscheidet und es war wieder spannend dort Einblicke zu bekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2024

Glücksmomente im Alltag

Das Glück wartet gleich um die Ecke
0

Wohlfühlorte kann man überall finden, wenn man es möchte.

Ursula Kollritsch hat hier tolle Ideen und inspirierende Geschichten zusammengetragen, die dazu einladen die nahe Umgebung genau wahrzunehmen, ...

Wohlfühlorte kann man überall finden, wenn man es möchte.

Ursula Kollritsch hat hier tolle Ideen und inspirierende Geschichten zusammengetragen, die dazu einladen die nahe Umgebung genau wahrzunehmen, neu zu entdecken und Augenblicke zu genießen.

Hier werden 75 Wohlfühlorte vorgestellt, die einfach zu erreichen sind, häufig aber mit Selbstverständlichkeit übersehen werden. Mit schönen Geschichten und phantasievollen Titeln wertet die Autorin Orte auf und weist auf deren Besonderheiten hin. Der Titel "Unterm Blätterdach" klingt für mich als Landkind sehr schön, aber der Untertitel "Eine Krone für jeden" ist doch wohl toll und macht neugierig, auf das Erlebnis, das hier geschildert wird. Die Erinnerungen der Autorin beim Kinobesuch konnte ich vollends teilen, ich bin mit denselben Filmen groß geworden. Aber auch die Orte: am Lagerfeuer, im Café, im Museum, im Zirkus, beim Laternenumzug u.v.m. wecken Lust auf neue Impulse

Mit etwas mehr Aufmerksamkeit kann man Schönes und Liebenswertes rund um sich herum immer wieder neu entdecken und neu bewerten. Manche Orte überraschen einen, andere wecken schöne Erinnerungen, es ist kein Buch das einen dazu auffordert besondere Orte aufzusuchen oder extravagante Dinge zu tun. Es lädt einfach dazu ein mitten im Alltag mal wieder genau hinzuschauen und damit den Blickwinkel zu erweitern, achtsam zu sein und das Leben zu genießen.

"Wer sich auf die Suche begibt, kann es sicher entdecken!" (S.200)

Mir gefällt das kleine Buch ausgesprochen gut, toll zur Selbstnutzung oder auch zum verschenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2024

Kraft der Vergebung

Führ du mich zum Frieden
0

Auch in diesem fünften und finalen Band, der auf der Chronik der Könige basiert, bleibt Lynn Austin nahe am Original. Die Geschichte ist spannend und die Aussage aktueller den je.

"Du kannst Gott nicht ...

Auch in diesem fünften und finalen Band, der auf der Chronik der Könige basiert, bleibt Lynn Austin nahe am Original. Die Geschichte ist spannend und die Aussage aktueller den je.

"Du kannst Gott nicht dienen, indem du so ganz anders handelst als er! Du musst vergeben, weil Gott es auch tut!" (S.403)

Josua ist bei König Manasse in Ungnade gefallen. Er zieht mit seiner und anderen Familie nach Ägypten, wo sie gut aufgenommen werden und Platz zum Leben haben. Sie versuchen ein gottesfürchtiges Leben nach ihren Regeln zu führen. Josua kann jedoch nicht vergeben, sein Hass nagt beständig an ihm und wächst ins Unermessliche. Mit soviel Dunkelheit im Herzen kann man keine guten Entscheidungen treffen und so bringt Josua sich und andere immer wieder in Gefahr. Das bleibt auch so, als sie zurück in die Heimat gehen.

Der Reihenabschluss ist so spannend wie die Vorgänger, Lynn Austin schafft es immer wieder die Handlung nahe am Original der Bibel auszuschmücken und so den Fokus auf wesentliche Aussagen der Bibel zu lenken. Die biblischen Zitate fügen sich nahtlos und ganz natürlich in den Text ein. Sie beschreibt Orte und Personen so lebhaft, das man sich alles vorstellen bzw. gut nachvollziehen kann. Die Figuren sind nahbar und machen Fehler wie jeder andere, es sind keine Helden per se: Manchmal muss erst ein Lernprozess bewältigt werden.

Die Kraft der Vergebung spielt hier immer wieder eine große Rolle und diese Botschaft ist gerade heute wieder sehr aktuell. Die Fähigkeit aufeinander zuzugehen, einander zu tolerieren und sich zu vergeben scheint immer mehr verloren zu gehen. Auch für Josua ist es ein langer Weg dahin. Das Wirken Gottes und das Vertrauen ihn ist hier immer wieder spürbar. Neben dem Hauptstrang ist noch die Beziehung zu Miriam ein großes Thema, das Erkennen von Liebe, aber auch die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Josua und Nathan ist sehr authentisch dargestellt. Nur langsam entsteht aus dem zerrütteten Verhältnis eine liebevolle Beziehung.

Das Buch endet mit einer Seite, die die zentralen Bibelstellen, auf die sich die Autorin in diesem Roman bezieht, angegeben. und dem Gebet des Manasse.

Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Ich kann empfehle die ganze Reihe zu lesen, Einzelbände sind aber auch separat verständlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere