unterhaltsamer Krimi aus dem Münsterland
FalkenmordDieser Regionalkrimi spielt in Warendorf in NRW, es handelt sich um den vierten Teil einer Reihe, der Quereinstieg ist mir ohne Vorkenntnisse problemlos geglückt.
Arbeitstechnisch herrscht gerade Flaute ...
Dieser Regionalkrimi spielt in Warendorf in NRW, es handelt sich um den vierten Teil einer Reihe, der Quereinstieg ist mir ohne Vorkenntnisse problemlos geglückt.
Arbeitstechnisch herrscht gerade Flaute an interessanten Fällen, die Kollegen ermitteln in einem Fall von Zechprellerei, als ein Mord gemeldet wird. Die Tatausführung ist sehr speziell und weist auf ein persönliches Motiv hin, oder soll dies in die Irre führen? Ein toter Falkner wird bei seinen Volieren aufgefunden. Die Exfrauen, die derzeitige Freundin und der Sohn des Verstorbenen stehen untereinander in Kontakt und erscheinen alle tatverdächtig. Als sich Hinweise ergeben, dass die Zechprellerei und der Mord zusammengehören, steigt die Verwirrung. Es werden viele Spuren verfolgt, die jedoch im Sande verlaufen. Als eine übereifrige Praktikantin sich dann in dem Fall profilieren möchte, geht es drunter und drüber. Dann gibt es eine weitere Leiche ...
Die Geschichte ist wird immer verwirrender bis sie sich schließlich auflöst. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man unterschiedliche Figuren sehr gut kennenlernt. Durch diese Wechsel, die kurzen Kapitel und kleine Cliffhanger ab und an, ist das Buch kurzweilig zu lesen. Der Spannungsbogen bricht in der Mitte etwas ein, aber ich habe dennoch neugierig weitergelesen. Durch die kurzen Kapitel kann man die Lektüre immer gut unterbrechen und wieder hineinfinden oder auch das Buch in einem Stück lesen (ein Kapitel geht noch oder?), je nachdem wieviel Zeit man hat.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte ich die richtige Lösung des Falls vermuten.
Mir hat sehr gut gefallen, dass alle Figuren so detailliert ausgearbeitet waren, so konnte man sich alles gut vorstellen. Das Privatleben der Ermittler bleibt im Hintergrund und verläuft relativ normal. Die Gefahr der Selbstüberschätzung wird hier gut aufgegriffen und letztlich ist die Frage "Und wer hat nun Schuld?" gar nicht so leicht zu beantworten, wenn man alle Hintergründe kennt. Das Leben ist nun mal nicht nur schwarz weiß.
Ein gelungener Regionalkrimi, den ich gerne weiterempfehle.