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Veröffentlicht am 02.04.2022

Schwache Fortsetzung

Die andere Schwester
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Nach "Der andere Sohn" war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte um John Adderley.
Im schwedischen Karlstad hat John etwas Fuß gefaßt, er arbeitet nach wie vor als Ermittler für die Polizei. ...

Nach "Der andere Sohn" war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte um John Adderley.
Im schwedischen Karlstad hat John etwas Fuß gefaßt, er arbeitet nach wie vor als Ermittler für die Polizei. Eine erfolgreiche Unternehmerin, deren Persönlichkeit sehr polarisiert, wird ermordet aufgefunden. Der Täter ist scheinbar schnell ausgemacht. Die Schwester der Toten ist auch in Gefahr, was der Polizei mangels Hintergrundwissen verborgen bleibt. Zeitgleich bekommt John Besuch aus seiner Vergangenheit, was ihn in arge Schwierigkeiten bringt. Schon bald überschlagen sich die Dinge, zudem verwickeln sich das Privatleben und der Fall zunehmend auf gefährliche Weise.

Wieder erzählt das Autorenduo sehr flüssig aus verschiedenen Perspektiven und mit kleinen Cliffhangern am Ende der kurzen Kapitel, die Beiden verstehen etwas vom Schreiben. Dennoch hat mir dieses Buch nicht so viel Spaß gemacht. Der Kriminalfall war mir zu einfach gestrickt, ich konnte den Täter relativ früh ausmachen und es gab kaum Wendungen. Die Charaktere im Buch kamen dennoch nicht auf die Lösung. Am meisten störte mich jedoch, dass es wieder unglaubwürdige private Probleme um John aus seinem Zeugenschutzprogramm gab und sich diese mit dem Fall vermischten. Um sich zu schützen, behindert und verschleppt er die Ermittlungen, er beugt sogar skrupellos das Recht. Da die Polizei wie im ersten Fall nicht gründlich ermittelt, waren die Ränkespiele Johns möglich. Eine fundierte Ermittlungsarbeit hätte über viele Dinge Aufschluss gegeben und klar auf den Täter und die Motive gewiesen. Dem Leser wurden die Zusammenhänge über Berichte der Protagonisten jedoch offenbar.
Mir war das insgesamt zu unglaubwürdig. Schade.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Bibelgeschichten für die Kleinsten

Ich bin bei dir - Bibelgeschichten zur Osterzeit
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In diesem Buch gibt es pro Doppelseite eine Bibelgeschichte, diese sind in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Die Einheiten sind hell und freundlich gestaltet, die Bilder sind großformatig und ansprechend, ...

In diesem Buch gibt es pro Doppelseite eine Bibelgeschichte, diese sind in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Die Einheiten sind hell und freundlich gestaltet, die Bilder sind großformatig und ansprechend, die wichtigen Personen und Details zur Geschichte sind vorhanden. Einführend findet man immer einen passenden Bibelvers in kindgerechter Sprache, dazu gibt es einen sehr kurzen und vereinfachten Text zur Geschichte, meistens um die 10 Zeilen und noch ein Kästchen mit „Jesus sagt: …“ hier wendet sich Jesus direkt an die Kinder.
Folgende Themen sind enthalten: Vorwort für die Eltern/Großeltern, Schöpfung, Paradies, Josef, Jona und der Wal, Jesu Geburt, Jesus predigt, Lazarus, Kreuzigung, Auferstehung, Jesu Auftrag an Petrus, Pfingsten.
Ich hatte nach dem Titel einen stärkeren Fokus auf Ostern erwartet und dachte zunächst es geht hier in Siebenmeilenstiefeln oberflächlich durch die Bibel. Die Lektüre hat uns dann aber sehr gefallen. Für die Kleinsten sind die Texteinheiten ausreichend, wenn man nach einer Geschichte ins Gespräch kommt, kann man gut noch ausführlicher werden und dabei die gelungenen Bilder einbeziehen. Durch die Worte Jesu wird der Bezug zu Ostern gefunden. Die helle offene Gestaltung gefällt uns insgesamt, insbesondere aber, dass die Kreuzigung und der Tod Jesu wenig bedrohlich dargestellt sind.
Eine schönes Bibelbilderbuch für Kinder ab 4 Jahren.

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Eine Tour entlang der Ruhr

Die Ruhr
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Tanja Breukelchen hat die Ruhr von der Quelle bis zur Mündung begleitet und ihre Erfahrungen, die gesammelten Eindrücke und Geschichte sowie Fotos in diesem Buch festgehalten. Entstanden ist ein schöner ...

Tanja Breukelchen hat die Ruhr von der Quelle bis zur Mündung begleitet und ihre Erfahrungen, die gesammelten Eindrücke und Geschichte sowie Fotos in diesem Buch festgehalten. Entstanden ist ein schöner kleiner Reisebegleiter oder eben „ein Stück Heimat für die Hosentasche“.
Die Tour ist in sieben Abschnitte unterteilt, die jeweils mit einem Infoteil enden, in denen es weiterführende Tipps zum vorgestellten Gebiet und ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeites gibt.
Die Anreicherung des Textes um Anekdoten, Sagen und Legenden, sowie geschichtlichen Fakten macht sehr neugierig auf die Tour und weckt Vorfreude auf geplante Ausflüge, die automatisch beim Lesen entstehen, wir haben uns schon einiges vorgenommen. Der Erzählstil ist locker und unterhaltsam, ich konnte das Buch in einem Rutsch lesen.
Aufgrund der zusätzlichen Informationen eignet sich das Buch sowohl für Reisende, als auch Bewohner der beschriebenen Gegend.

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Auswirkungen einer Scheinwelt

Die Kinder sind Könige
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Mélanie wollte als junge Frau gerne mit Formaten wie Big Brother berühmt werden, doch aufgrund ihrer Persönlichkeit klappte dies nicht. Als junge Mutter von zwei Kindern startet sie dann aber auf diversen ...

Mélanie wollte als junge Frau gerne mit Formaten wie Big Brother berühmt werden, doch aufgrund ihrer Persönlichkeit klappte dies nicht. Als junge Mutter von zwei Kindern startet sie dann aber auf diversen Plattformen durch.
Durch geschickte Vermarktung wird die Familie, vorrangig die Kinder, in Social Media berühmt, davon lässt es sich gut leben. Ein willkommener Nebeneffekt, der bald das Handeln bestimmt und Melanie in ihrer Gier nach Berühmtheit zunehmend anstachelt.
So kommt es, dass das Wohlergehen der Kinder, zugunsten der Öffentlichkeit, in den Hintergrund rückt. Dass es der kleinen Tochter keinen Spaß macht vor der Kamera zu leben wird ignoriert. Als das Mädchen verschwindet, steht die Polizei aufgrund der Berühmtheit vor ungeahnten Problemen.
Die Autorin erzählt hier abwechselnd aus der Sicht der Mutter und der Polizistin. Die beiden Persönlichkeiten sind sehr unterschiedlich, u.a. geprägt durch ihre Kindheit, über die wir einiges erfahren.
Es gelingt de Vigan die Probleme zu sezieren und die einzelnen Persönlichkeiten gut darzustellen. Immer tiefer gerät man in die Hintergründe, die Grenzen der virtuellen Scheinwelt und der realen Welt verschwimmen zunehmend, schon lange kann man hier keine klare Trennung mehr vollziehen.
Der Krimi um das verschwundene Mädchen verflicht sich mit der Betrachtung des Themas aus psychologischer und gesellschaftskritischer Sicht. Dabei gelingt es der Autorin die Spannung hoch zu halten.
Am Ende gibt es noch einen Ausblick in die Zukunft, wir erleben die gerade erwachsenen Kinder Mélanies, auch hier gibt es noch mal eine Überraschung.

Ein brillanter Roman zu einem wichtigen Thema, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Auf nach Atlantis

Atlantis (Band 1) – Unerwartete Entdeckung
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Gregory Mone hat hier einen tollen Kinder- und Jugendroman verfasst, der auch Erwachsene gut unterhält.

Die Erde hat durch die Erderwärmung, bzw. Umwelt- und Klimasünden ernsthaft Schaden genommen, die ...

Gregory Mone hat hier einen tollen Kinder- und Jugendroman verfasst, der auch Erwachsene gut unterhält.

Die Erde hat durch die Erderwärmung, bzw. Umwelt- und Klimasünden ernsthaft Schaden genommen, die Besiedlung der Küsten oder das Genießen des Meeres sind aufgrund bestehender Gefahren verboten.

Der 12-jährige Lewis möchte einen Ausflug mit seinem Vater unternehmen, den er seit der Scheidung der Eltern sehr vermisst. Als der Atlantisforscher kurzfristig absagt, schleicht Lewis ihm nach und gerät mitten in eine geheime Expedition nach Atlantis. Das kugelrunde U-Boot hat die begabte junge Hanna gebaut, die ebenfalls mit von der Partie ist.

In Atlantis lebt das Mädchen Kaya bei ihrem Vater. Sie ist recht privilegiert, was ihren Besitz angeht. Kaya ist sehr neugierig auf ihre Umwelt und hinterfragt vieles, sie liebt die Geschichten über die Sonnenmenschen und versteht die vielen Verbote der Regierung zu diesem Thema nicht. Durch ihre Neugier bringt sie sich schon mal leichtsinnig in Gefahr.

Kaya trifft auf die Crew des U-Bootes und das spannende Abenteuer, das beide Seiten erwartet haben, nimmt plötzlich eine ganz andere Wendung, denn die Regierungen wollen die Geheimhaltung ihrer Existenz nicht gefährden.

Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, so dass man tolle Einblicke in die verschiedenen Welten erhält und die Personen sehr gut kennenlernt. Der Erzählstil ist flüssig und spannend, es gibt auch ein paar lustige Szenen. Viele technische Errungenschaften fand ich faszinierend. Die Wendungen sind oft nicht vorhersehbar. Die Figuren sind gut ausgestaltet, selbst die Nebenfiguren wurden nicht vernachlässigt. Neben dem spannenden Plot hat der Autor auch die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel, Freundschaft, Aufrichtigkeit und Vorurteile gekonnt mit eingeflochten. Eine tolle Geschichte, die auch Erwachene gut unterhalten kann. Ich hatte mit einem in sich abgeschlossenen Buch gerechnet, es wird aber eine Fortsetzung geben, auf die wir uns schon freuen.

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