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Veröffentlicht am 09.09.2025

Was Hildegard schon wußte

Hildegards Schatzkiste
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Das kleine Büchlein (10cm x 15cm) stellt viele Weisheiten der Hildegard von Bingen vor. Sie hat zu den unterschiedlichsten Themen Ratschläge, Weisheiten und Rezepte parat, teils sind diese auch heute noch ...

Das kleine Büchlein (10cm x 15cm) stellt viele Weisheiten der Hildegard von Bingen vor. Sie hat zu den unterschiedlichsten Themen Ratschläge, Weisheiten und Rezepte parat, teils sind diese auch heute noch gut und wirksam.

Ich hatte mir aufgrund des Covers von dem Büchlein mehr Kräuterwissen erwartet, die Autorin bietet hier jedoch einen Gesamtüberblick über die Schaffenskraft von Hildegard von Bingen und regt somit zum Weiterlesen zu dem Themen an, die einen besonders interessieren. Die Nonne war sehr vielseitig interessiert und gebildet, sie äußerte sich zu ziemlich jedem Lebensbereich, auch über Sexualität und Orgasmen wusste sie einiges. Das Kapitel "Rat für Pädagogen, Politiker, Manager und Eheleute" lies mich manches mal schmunzeln, doch für eine Frau dieser Zeit (geb. 1098) war vieles fortschrittlich. Die Ratschläge rund um das Essen sind teils noch aktuell, anderes ist der Zeit und ihren hygienischen Bedingungen geschuldet, sprich heute gilt anderes. Es finden sich auch einige Rezepte in dem Büchlein, einiges habe ich ausprobiert und es war gut. Gebete und Lieder runden das Angebot des Buches ab.

Fazit: Die Autorin gibt hier einen sorgfältigen Überblick, der schön zusammengestellt wurde.Das Buch ist sicherlich für Interessierte eine schöne Geschenkidee.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Selmas Weg

Selma, du machst das falsch!
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Die kleine Spinne Selma macht ihr Ding. Sie ist durch die rote Mütze gut von den anderen zu unterscheiden, sie möchte sich auch von ihnen absetzen und individuell sein. Sie will keine Netze spinnen, um ...

Die kleine Spinne Selma macht ihr Ding. Sie ist durch die rote Mütze gut von den anderen zu unterscheiden, sie möchte sich auch von ihnen absetzen und individuell sein. Sie will keine Netze spinnen, um Nahrung zu fangen, sondern um Kunst zu schaffen. Das permanente Urteil: "Du machst das falsch!" , ärgert sie zurecht. Die Schönheit ihrer Werke und auch ihr Wesen und ihre Intention werden nicht anerkannt. Dennoch hält sie an sich fest und zieht ihr Ding durch. Soweit finde ich die Botschaft sehr schön, es ist wichtig für sich einzustehen, auch gegen Widerstände.

Selma zieht ihrer Wege, weit weg von allen anderen spinnt sie nun ihre Netze, die die anderen jetzt bewundern, doch der Preis ist hart. Sie ist in der Fremde völlig isoliert. Das sie hier Freude empfindet ist gut, aber uns gefiel die Einsamkeit und Isolation nicht. Die Kinder fragten, wovon Selma lebt und sich ernährt und mit wem sie nun sprechen kann.

Das Cover ist wunderschön, die einzelnen Spinnfäden kann man auf dem Untergrund deutlich spüren. Die Illustration ist eher schlicht gehalten, Selmas Netze stehen im Vordergrund, den Kindern war dies gelegentlich zu abstrakt.

Fazit: Trotz des schönen Grundgedankens konnte uns das Buch aufgrund der Umsetzung am Ende nicht völlig überzeugen.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

einseitige Betrachtung

Im Leben nebenan
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Toni erwacht eines Tages in einem anderen Leben, in dem von Antonia. Sie kann nun hautnah erleben, was gewesen wäre bzw. sein könnte, wenn sie sich früher mal für etwas anderes entschieden hätte.

Toni ...

Toni erwacht eines Tages in einem anderen Leben, in dem von Antonia. Sie kann nun hautnah erleben, was gewesen wäre bzw. sein könnte, wenn sie sich früher mal für etwas anderes entschieden hätte.

Toni versucht schwanger zu werden, ist unverheiratet aber glücklich mit ihrem Partner in einer kleinen Wohnung in einer großen Stadt.
Antonia ist Mutter eines Babys, verheiratet mit ihrer Jugendliebe und lebt in dem Dorf, in dem sie auch aufgewachsen ist.

Die Kapitel wechseln zwischen Toni und Antonia, so dass man beide Leben und Sichtweisen gut kennenlernt.

Toni wird nicht schwanger, die Enttäuschungen und Fehlschläge prägen ihre Stimmung und haben schließlich Auswirkungen auf ihre Beziehung.
Antonia fühlt sich unwohl, in dem neuen Leben. Sie ist total überrumpelt und findet nur schwer in die Mutterrolle. Sie fühlt keine Begeisterung und registriert, das dies mit Argwohn aufgenommen wird. Die Probleme werden nicht benannt oder angegangen.

Die meiste Zeit herrscht eine negative Stimmung, die durch die inneren Monologe, in denen hier ausschließlich erzählt wird, stark betont wird.
Die Frage: was wäre wenn ... hängt sich hier maßgeblich am Kinderwunsch/Muttersein auf, bleibt dabei aber in den Leben der beiden Frauen, die Betrachtung bleibt so eher einseitig.

Kinderlosigkeit bewußt gewählt oder leidvoll ertragen, frühe Mutterschaft in allen vorkommenden positiven und negativen Facetten wird nicht ansatzweise beleuchtet. Die Autorin bleibt ausschließlich bei Toni und Antonia, die selbst auch wenig hinterfragen. Schade um das gute Thema.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

toll

Wilderland – Der Wald
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Wilderland ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Gina Mayer. Vier elternlose Kinder leben gemeinsam in einer Wohngruppe. Sie entdecken jeweils besondere Fähigkeiten an sich, die sie in Verbindung zu ...

Wilderland ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Gina Mayer. Vier elternlose Kinder leben gemeinsam in einer Wohngruppe. Sie entdecken jeweils besondere Fähigkeiten an sich, die sie in Verbindung zu unterschiedlichen Tieren stellen. Eines Tages bemerken sie, das sie ausspioniert werden und begeben sich misstrauisch auf eine Flucht, die schnell Fahrt aufnimmt und für viel Spannung sorgt. Ihr Rückzugsort liegt weit abgelegen in einem Wald nahe der kanadischen Grenze. Hier erfahren sie mehr zu ihren Besonderheiten und auch etwas über ihre Vergangenheit und Identitäten.
Die Geschichte ist sehr packend und spannend erzählt. Der Spannungsbogen ist durchweg hoch, so dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Die notwendige Aufklärung zum Hintergrund löst die Autorin über einen Brief an eines der Kinder. Dies war für mich unlogisch, aber ein gutes Stilmittel, um das Tempo zu halten. Das Finden der eigenen Identitäten, aber auch das Zusammenwachsen als Gruppe wird sehr gut dargestellt. Es ist schön, wie die Kinder sich füreinander einsetzen, das Wohl der Anderen achten und sich dennoch Raum geben.
Der zweite Band erscheint schon im Oktober, da sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Ohne eigene Identität

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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"Hör zu, sei gehorsam, folge.
Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
Sei hilfreich und ergeben.
Unterwirf dich dem Willen der Beseelten."
Diese Worte erklingen ohne Unterlass auf die konforme ...

"Hör zu, sei gehorsam, folge.
Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
Sei hilfreich und ergeben.
Unterwirf dich dem Willen der Beseelten."
Diese Worte erklingen ohne Unterlass auf die konforme Masse. Identität ist in dieser Welt nicht erwünscht. Damit erinnert das Buch ein wenig an "1984", auch hier erleben wir einen aufmüpfigen Charakter, der versucht dem System zu entkommen. Nummer Acht bemerkt eines Tages im Blick eines anderen Mädchens, dass sie eine Gleichgesinnte vor sich hat.
Diese Dystopie für Jugendliche konnte mich leider nicht überzeugen, nach dem guten Einstieg hat mich das Buch verloren. Die 153 Seiten sind schnell gelesen, doch inhaltlich war ich zunehmend enttäuscht. Wir erleben die Geschichte ausschließlich aus der Perspektive von Acht. Oft ist unklar, ob das Erzählte gerade geschieht oder Einbildung ist. Der handlungsarmen Geschichte fehlt die Spannung. Die Frage nach der Individualität, deren Wichtigkeit und evtl. notwendigen Grenzen wird hier nur unzureichend behandelt. Ein guter Ansatz, der unzureichende umgesetzt wurde. Schade

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