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Veröffentlicht am 03.03.2021

Sir Simon spukt in Canterville

Das Gespenst von Canterville
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Eine amerikanische Familie kauft das britische Schloss Canterville entgegen der Warnungen, dass es dort spukt. Die neuen Besitzer sind unvoreingenommen und begegnen dem Geist Sir Simon mit Höflichkeit. ...

Eine amerikanische Familie kauft das britische Schloss Canterville entgegen der Warnungen, dass es dort spukt. Die neuen Besitzer sind unvoreingenommen und begegnen dem Geist Sir Simon mit Höflichkeit. Anders ihre Zwillingssöhne: sie machen dem Gespenst das Leben zur Hölle und foppen es, wo es nur geht. Die Scherze der Beiden sind aus heutiger Sicht eher harmlos, aber das altehrwürdige Gespenst grämt sich fürchterlich. Die fast erwachsene Schwester Virginia hat Mitleid und hilft ihm schließlich mit dem Leben abzuschließen.

Die Geschichte ist sehr bekannt, hat aber trotz ihres Alters (130 Jahre) nichts von ihrem Charme verloren. Die Sprache ist nicht zu altertümlich oder abgehoben, sondern einfach ein wenig altmodisch. Dies unterstreicht die Vorgänge in Canterville hervorragend. Oliver Rohrbeck hat die Geschichte eingelesen und vermag es alles lebendig wirken zu lassen, insbesondere mit dem Geist kann mit wunderbar mitleiden, wenn er wieder mal gedemütigt in seine Gemächer entschwindet, ohne seine Ziele erreicht zu haben.
Die Geschichte ist mit knapp 80 Minuten gut für einen schönen Abend geeignet, eher lustig als gruselig und kann daher auch von Kindern gut gehört werden.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Freundschaft auf der Krebsstation

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Zac (17 Jahre) hat Leukämie, er liegt nach einer Knochenmarktransplantion isoliert auf der Krebsstation, nur seine Mutter darf ihm Gesellschaft leisten. Er ist auf der Station ein alter Hase und kennt ...

Zac (17 Jahre) hat Leukämie, er liegt nach einer Knochenmarktransplantion isoliert auf der Krebsstation, nur seine Mutter darf ihm Gesellschaft leisten. Er ist auf der Station ein alter Hase und kennt sich aus, hat einiges hinter sich. Florian Lukas leiht Zac sehr gefühlvoll seine Stimme, er vermag die Gedankengänge und Gefühle authentisch zu transportieren. Trotz aller Schwere ist Zac immer noch humorvoll und positiv, dabei weiß er als Statistikfreak genau über seine Chancen Bescheid (55%). Die Tage mit seiner Mutter in dem kleinen Zimmer sind lang, dennoch machen Beide das Beste daraus. Er verliert sein Ziel nicht aus den Augen.
Eines Tages kommt ein Neuzugang ins Nachbarzimmer: Mia hat einen Tumor am Bein und kann sich der Krankheit nicht stellen. Sie ist wütend auf die Welt und insbesondere auf ihre Mutter, dies stellt sie auch lautstark zur Schau. Inka Löwendorf trifft den Ton der 17-jährigen sehr gut. Man nimmt ihr die rotzige Art ab. Mia versucht nicht mit ihrer Krankheit umzugehen, sie will sie ignorieren, dabei stehen ihre Heilungschancen sehr gut. Zac und Mia liegen Kopf an Kopf, getrennt durch eine dünne Wand. Sie wären sich normalerweise niemals begegnet, aber nun freunden sie sich allmählich an. Die Initiative geht zunächst von Zac aus, der gut mit Mias Stimmungsschwankungen umzugehen weiß. Er versteht sich darauf, sie so anzunehmen wie sie ist und kann ihrer Wut seinen Optimismus entgegensetzen. Sie kann ihn nicht mit hinunterziehen und so richtet sie sich schließlich an ihm auf, schon um ihn nicht doch noch zu verletzen. Hier bekommt man keine stürmische Liebesgeschichte, sondern das leise Wachsen einer Freundschaft, die beide Seiten bitter nötig haben. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Message „Durchhalten“ für sich und Andere, Akzeptieren was ist und damit umgehen, insofern ist der Titel etwas irreführend.
Der Erzählstil ist recht leicht und setzt damit einen Kontrapunkt zu dem Thema Krebs. Die Gespräche zwischen Zac und seiner Mutter, aber auch die Kontakte mit Mia sind teilweise witzig, teilweise emotional. Betts ist es gelungen mit dieser Geschichte nicht in den Kitsch abzurutschen, leider haben sich sachliche Fehler eingeschlichen, so wurden z.B. die Abläufe auf der Krebsstation nicht gut recherchiert.

Die Geschichte von Zac und Mia wird von den beiden Sprechern sehr glaubhaft intoniert. Ich kann Alles was die zwischenmenschliche Beziehung angeht glauben. Die Krankheitsverläufe haben natürlich nicht die gewünschten Verläufe, schließlich kennt niemand seinen Platz in der Statistik. Für Erwachsene teils vorhersehbare Wendungen, aber gut als Jugendhörbuch gut gemacht und anzuhören.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Friedhofsfloristin undercover

Vanitas - Schwarz wie Erde
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Caroline versteckt sich als Floristin in einer Wiener Friedhofsgärtnerei. Warum und wieso erfährt der Hörer nur bruchstückhaft nach und nach verteilt über den Roman. Als ihre Kontaktperson Robert vom BKA ...

Caroline versteckt sich als Floristin in einer Wiener Friedhofsgärtnerei. Warum und wieso erfährt der Hörer nur bruchstückhaft nach und nach verteilt über den Roman. Als ihre Kontaktperson Robert vom BKA bei ihr auftaucht gerät ihr Leben erneut aus den Fugen. Er beordert sie für einen under cover Einsatz nach München, das Risiko sie dort einzusetzen hält er für überschaubar. Carolines Ängste ignoriert er bewusst und manipuliert ihre Angst ganz offen.
Gezwungenermaßen nimmt Caroline in München ihre neue Identität an, sie soll ihre Nachbarin ausspionieren und etwas über mysteriöse Unglücke herausfinden, die auf Münchener Baustellen geschehen sind.
Caroline lebt in permanenter Furcht, dass ihre Frankfurter Vergangenheit sie einholt, ein Clan von dort will ihr Leben. Dennoch lässt sich sie von ihrer neuen Aufgabe für die sie viele Fähigkeiten mitbringt packen, schon bald hat sie einiges herausgefunden.
Mich wunderte, dass dies der Polizei nicht gelungen war, oder handelte es sich um eine Finte und man wollte Caroline genau dort haben?
Die Idee über Blumen in zweierlei Hinsicht Nachrichten zu übermitteln fand ich interessant, halte beide aber nicht für realistisch.
Den Verlauf der Geschichte fand ich gegen Ende vorhersehbar. Schade, aus der Idee hätte man mehr machen können. Zum Schluss baute die Autorin noch einen Hinweis ein, der auf eine Folgeband hinweist, vielleicht erfährt man dort mehr über Caroline und kann einiges besser nachvollziehen. Dass die Hauptperson so wenig greifbar war gefiel mir nicht so gut.
Luise Helm liest sehr ruhig und unaufgeregt und versteht es darüber die Unsicherheit und Furcht Carolines zu transportieren. Auch die Einschübe in denen über die Unfälle berichtet wird, sind gut gelungen, sie grenzen sich von dem Geschehen um die Hauptakteure deutlich ab.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Familienfeier auf dem Hirschgrund

Der Tod braucht keine Sonnencreme
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Im fünften Teil der Reihe um Sofia und ihren Campingplatz geht es trotz Kriminalfall wieder sehr humorvoll zu. Dafür sorgt unter anderem Evelyn, deren neuer Spleen ist die Wahrsagerei mittels Tarot Karten ...

Im fünften Teil der Reihe um Sofia und ihren Campingplatz geht es trotz Kriminalfall wieder sehr humorvoll zu. Dafür sorgt unter anderem Evelyn, deren neuer Spleen ist die Wahrsagerei mittels Tarot Karten mit passendem Outfit. Damit möchte sie in der beginnenden Saison die Gäste begeistern. Ein Cafe in dem verfallen Bootshaus wäre aber auch nett. Auf ihre eloquente Art arbeitet sie wie immer an ihren Interessen, vorbei an Sofia, deren Bedenken sie wie immer mit einem netten „Achwas Schätzchen“ einfach beiseite wischt.
Sofia hat den Platz etwas früher geöffnet, da Horst Willemsen seinen 70sten Geburtstag mit seiner Familie dort zu feiern wünscht. Den Dauercampern bleibt das natürlich nicht verborgen, sie sind ebenfalls vor Ort.
Kurze Zeit später liegt das Geburtstagskind tot am Steg am See. Es kommt heraus, dass keins der vier Kinder ihn mochte. Nicht jeder ist so, wie er vorgibt zu sein. Nach und nach tauchen neue Motive auf. Es gibt einige lustige und interessante Wendungen, manches kann man sich als Hörer vor dem Kommissar Jonas und Sofia denken, dies ist so beabsichtigt und sorgt für Schmunzler. Wie immer gerät Sofia in Bedrängnis, weil sie einfach zu neugierig ist und Jonas regt sich darüber auf.
Yara Blümel liest wie immer gekonnt und vermag es die Stimmung und den Humor gut rüberzubringen. Es gelingt ihr allen Charakteren einen Wiedererkennungswert zu geben, auch einmalig auftretende Campinggäste, wie die kleine Elisa, die immer durch die falsche Seite des Fernglases schaut, sind liebevoll gestaltet. Toll was eine Stimme vermag.
Der Kriminalfall ist in diesem Teil sehr gut und nachvollziehbar angelegt und kommt ohne Brutalität und Blut aus. Das Privatleben der bekannten Hauptpersonen entwickelt sich weiter, ebenso wie das Klohäusel im Umbau, man trifft alte Bekannte und wird nett unterhalten. Da das Leben Sofias einen wesentlichen Teil des Hörbuches ausmacht, ist es zu empfehlen die Reihenfolge der Teile beim Hören einzuhalten, aber man kann natürlich auch ohne Vorkenntnisse gut folgen.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Bankraub in Fredenbüll

Rollmopskommando. Ein Küstenkrimi
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Thies und Nicole machen diesmal Jagd auf Bankräuber im ruhigen Fredenbüll. Die Beute von 4000€ scheint den Mord an der zufällig in der Bank anwesenden Zahnärztin nicht zu rechtfertigen. Was ist hier wirklich ...

Thies und Nicole machen diesmal Jagd auf Bankräuber im ruhigen Fredenbüll. Die Beute von 4000€ scheint den Mord an der zufällig in der Bank anwesenden Zahnärztin nicht zu rechtfertigen. Was ist hier wirklich geschehen? Schnell finden sich diverse Motive von unterschiedlichen Menschen, als ein weiterer Mord geschieht. Thies und Nicole ermitteln in alle Richtungen und erfahren dabei von Drogen, alten Beutewerten, Waffendepots und vielem mehr. Wie immer lebt der Plot von den Schrullen der Dorfbevölkerung, die sich täglich in der "Hidden Kist" einfindet und munter mit ermittelt, dabei genießen die meisten den neuen Renner der Saison von Antje, den Rollmopsburger. Am Ende gibt es diesmal sogar einen spektakulären showdown im Edekamarkt von Fredenbüll, das Blei fliegt nur so durch die Luft.
Nicht ganz ernst zu nehmender Küstenkrimi, der von Hinnerk Schönemann unterhaltsam eingelesen wurde. Den vielen Charakteren hat er eigene Stimmen und Sprechweisen zugeordnet, eine Unterscheidung der Einzelnen gelingt so sehr gut. Die Stimmung der Personen, insbesondere die schnippische arrogante Art der verdächtigen Professorengattin kommen super rüber. Man sieht in den prekären Situationen förmlich Thies Kuhblick vor sich.
Nette Unterhaltung, die nicht die ganze Aufmerksamkeit fordert und Spaß macht.

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