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Veröffentlicht am 16.08.2025

Female Rage im Paradies

Bad Tourists
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Willkommen im exklusiven Sapphire Island Resort, genießen Sie ihren Urlaub im traumhaften Paradies der Malediven. Lernen Sie das Frauentrio Darcy, Kate und Camilla kennen, die gemeinsam Darcys erfolgreiche ...

Willkommen im exklusiven Sapphire Island Resort, genießen Sie ihren Urlaub im traumhaften Paradies der Malediven. Lernen Sie das Frauentrio Darcy, Kate und Camilla kennen, die gemeinsam Darcys erfolgreiche Scheidung inmitten des Indischen Ozeans feiern wollen. Machen Sie einen Tauchausflug mit dem Paar Jade und Rob, das hier seine Flitterwochen verbringt. Gönnen Sie sich spannende Lesestunden in atemberaubender Atmosphäre.
Warnhinweis: Mit blutigen Ereignissen muss in diesem Roman gerechnet werden.

„Unsere Freundschaft basiert auf einer entsetzlichen Tragödie, um Himmels willen. Ansonsten kennen wir uns kaum.“ (Zitat)

Der Freundschaft des Frauentrios, welches man in diesem Roman begleitet, liegt ein bewegendes Drama zugrunde, dessen Bedeutung nach und nach deutlich wird. Neben den drei Frauen, die man in verschiedenen Situationen und Zeitebenen kennenlernt, ist auch das Paar in den Flitterwochen interessant, sowohl das Schicksal der Frau als auch der Charakter des Mannes spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Ob und wie die beiden zum eigentlichen Thema des Romans passen ist zunächst nicht abzusehen.
Neben dem Drama in der Vergangenheit, welches die drei Frauen zusammengeführt hat, und den schon bald geschehenden Gewalttaten im Resort, zeigt die Autorin verschiedene Arten toxischer Männlichkeit sowie deren Folgen. Mal mehr, mal weniger deutlich. Wobei sie sich hierbei auf einige Männer beschränkt statt zu verallgemeinern. Zusammenhänge werden angedeutet und laden zum Spekulieren ein, was damals wirklich geschah und wer schuldig sein könnte, sowohl damals wie auch heute. Hier kann ich sagen, hatte ich immer mal wieder Punkte, an denen ich meine Vermutungen zu den Fällen neu überdenken musste. Auch die Charaktere der Freundinnen ließen Spekulationen zu, ob nicht doch etwas Düsteres in einer von ihnen verborgen liegen könnte.
Ein weiterer Aufhänger des Romans ist, was toxische Männlichkeit mit den Frauen macht. Und dass es Frauen gibt, die sich so verhalten, wie die Gesellschaft es durch das in den Köpfen existierende Frauenbild nicht erwarten würde.
Stilistisch abwechslungsreich und spannend gestaltet, bietet es wiederholt Gelegenheit, sich mit den Charakteren zu beschäftigen und sich zu fragen, welche Taten man wem zutrauen würde oder nicht. Die paradiesische Urlaubskulisse wird durch einige Aktivitäten angenehm greifbar und bietet einen schönen Kontrast zu den Gewalttaten. Die Intensität der Spannung wird dadurch zwar wiederholt aufgelockert, macht den Roman so allerdings nicht weniger interessant.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Emotional überzeugender Whodunnit in einer damals stark queer-feindlichen Gesellschaft

Lavender House
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Dieses Buch ist für mich ein Lese-Highlight, mit welchem ich anfangs gar nicht gerechnet hatte und das ich an dieser Stelle sehr gerne weiterempfehle. Dass mich das Buch dermaßen überzeugen konnte liegt ...

Dieses Buch ist für mich ein Lese-Highlight, mit welchem ich anfangs gar nicht gerechnet hatte und das ich an dieser Stelle sehr gerne weiterempfehle. Dass mich das Buch dermaßen überzeugen konnte liegt weniger an dem schlüssig konstruierten Kriminalfall selbst, sondern vielmehr an der Kombination des Falls mit dem ganzen Drumherum.
Angesiedelt ist die Erzählung im San Francisco der 1950er Jahre. Eine Zeit, in der Homophobie den Menschen das Recht gab, andere zu entlassen, aus der Wohnung zu werfen oder ungesühnt bis zur Unkenntlichkeit zu verprügeln. Nicht viele führen ein Doppelleben, mit der steten Angst, bei einer Razzia erwischt oder anderweitig für ihr vermeintlich schändliches Verhalten angeprangert zu werden.
In dieser Situation befindet sich Evander (Andy) Mills, vor wenigen Tagen noch angesehener Polizist, bis ihn seine Kollegen mit heruntergelassener Hose in einem Club erwischten. Buchstäblich kurz vor seinem Freitod als letzten Ausweg engagiert ihn eine Frau, die sich als Ehefrau der kürzlich verstorbenen Besitzerin des Lamontaine-Seifenimperiums herausstellt. Irene Lamontaines Tod wurde als Unfall deklariert, doch Pearl glaubt nicht daran und möchte, dass Andy als Privatermittler den mutmaßlichen Mord aufklärt. Der Start eines klassischen Whodunnit (Wer hat es getan? Angelehnt an die klassischen Kriminalromane im Stile von A. Christie, A.C. Doyle u.a.).
Was die Handlung so überaus spannend macht ist der queere Einschlag in Kombination mit der damaligen Zeit. Nicht nur Andy muss einige Male ziemlich einstecken, auch andere haben zu kämpfen oder bereits ihre Strategien entwickelt. Beim Lesen werden Situationen geschildert, in welche Nicht-Betroffene wahrscheinlich nie gekommen wären, was einem die Problematik dadurch erst so richtig bewusst macht. Egal, ob man queer ist oder nicht, so manche Situationen im Roman nehmen wohl jeden emotional mit. Gleichzeitig lernt Andy nun die queere Welt aus einer für ihn neuen Sicht kennen, ebenso wie neue Love Interests, denn Andy kann sich optisch definitiv sehen lassen.
Ein emotional packender, stellenweise schockierender Roman mit vielfältigen Charakteren und einem Whodunnit, der wunderbar zum Mitermitteln einlädt und durchaus plausibel wirkt.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Hier gibt es Gebäck mit besonderer Bedeutung

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Zuallererst möchte ich bei diesem Buch die wunderschöne Gestaltung des Covers loben mit den vielen Details und der Theke, welche sich einmal rund um das Buch zieht. An der Seite finden sich zudem Pflaumenblüten, ...

Zuallererst möchte ich bei diesem Buch die wunderschöne Gestaltung des Covers loben mit den vielen Details und der Theke, welche sich einmal rund um das Buch zieht. An der Seite finden sich zudem Pflaumenblüten, die sich in einer der Episoden wiederfinden.
In diesem koreanischen Episodenroman bauen die einzelnen Kapitel aufeinander auf, um am Ende ein bewegendes Gesamtbild zu ergeben. Zunächst erbt die junge Frau Yeonwha die Konditorei ihrer Großmutter mit der aussergewöhnlichen Auflage, das Geschäft einen Monat lang von 22 Uhr abends bis Mitternacht zu öffnen. Widerstrebend geht sie darauf ein. Gleich zu Beginn erhält sie auf verschiedene Art Unterstützung von einem jungen Mann sowie einer schwarzen Katze. Dennoch bleiben zunächst viele Fragen offen. Wie sich leicht vermuten lässt kommen nachts ganz besondere Kunden in die Konditorei, ein jeder Kunde erhält seine eigene, bewegende Episode, bis am Schluss Yeonwha selbst sowie ihre Oma zum Thema werden.
Hier wird das Thema Tod und die Art, mit sich und seinem Schicksal Frieden zu finden, wunderbar anschaulich und emotional beschrieben, ohne wirklich bedrückend zu sein. Die Verstorbenen, welche als Kunden in die kleine Konditorei kommen, wünschen sich eine ganz bestimmte Leckerei, welche sie mit ihren zurückgelassenen Liebsten verbindet. Was hinter diesen Leckereien steckt wird hier durch einen besonderen, magischen Kniff unterhaltsam gezeigt.
Ein wunderschönes Buch, um in dessen Erzählungen zu versinken. Nirgends gibt es Angst vor dem Tod zu entdecken, vielmehr wird zwar emotional, dennoch respektvoll und erstaunlich positiv mit dem Thema umgegangen. Ein wenig Magie und Mythologie hat die Autorin ebenso eingewoben. In manchen Wohlfühlbüchern aus Fernost ist der Stil etwas distanziert, davon ist hier überhaupt nichts zu spüren. Am Ende des Romans findet sich zudem ein Link zu einem Video, in welchem die koreanischen Köstlichkeiten vorgestellt werden.
Ein sehr schön gestaltetes und emotional bewegendes Buch mit einem gekonnt eingewobenen roten Faden, der sich durch die Episoden schlängelt.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Der Versuch, den Mord an sich selbst aufzuklären

Not Quite Dead Yet
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Seit ihrer Kindheit wurde Jet eingeredet, sie sei ungenügend, faul und am Tod ihrer Schwester verantwortlich. Und jetzt, im Alter von 27 Jahren, versucht jemand, sie brutal zu ermorden. Jet überlebt knapp, ...

Seit ihrer Kindheit wurde Jet eingeredet, sie sei ungenügend, faul und am Tod ihrer Schwester verantwortlich. Und jetzt, im Alter von 27 Jahren, versucht jemand, sie brutal zu ermorden. Jet überlebt knapp, jedoch erwartet sie jetzt ein Tod auf Raten, denn in spätestens einer Woche wird sie tot sein. Eine Woche, die sie nutzen will, um ihren eigenen Mörder zu finden.
In dieser Woche beginnt sie, gemeinsam mit ihrem besten Freund Billy gewisse Dinge mal etwas genauer zu betrachten. Da sie eh nichts zu verlieren hat sieht sie auch keine Notwendigkeit, noch groß Rücksicht dabei zu nehmen. Entsprechend rigoros geht sie auch mal vor, was ich ganz gut dargestellt fand, denn was hat sie schon zu verlieren? Zudem läuft ihr bei ihren Recherchen die Zeit davon. Was sie an teils grenzwertigen Familiengeheimnissen zutage fördert war nicht vorherzusehen und bietet so einiges an Spekulations-Material.
Vom Stil her ist der Roman ähnlich zu den Jugendthrillern der Autorin, die Protagonistin ist zwar mit 27 Jahren älter, verhält sich allerdings in manchen Situationen leider doch wie ein Teenager bzw. eine junge Erwachsene in der Selbstfindungsphase. Ihre bissige Art empfand ich bei ihrem familiären Hintergrund und insbesondere in der aktuellen Situation als durchaus glaubwürdig und gut gewählt, da muss keine Frau lieb und verständnisvoll agieren und es noch anderen recht machen. Zumal sie jede der Personen in ihrem Umfeld auf dem Gewissen haben könnte. Nur an zwei Stellen war ihr Verhalten unnötig verletzend, ihrem besten Freund sowie einem unbeteiligten Teenager gegenüber, das machte sie mir unnötig unsympathisch in den Momenten. Die meisten Charaktere bleiben leider oberflächlich, obwohl Jet diese bereits ein Leben lang kennt. Vielleicht ist es dem Plot geschuldet, durch eine Woche Handlung regelrecht durchzurasen.
Gestört hat mich wie bereits im vorherigen Roman der Autorin der sich einschleichende Superlativ. Obwohl es Jet körperlich zusehends schlechter geht, ist sie stellenweise weiterhin zu körperlichen Höchstleistungen fähig? Obwohl eine Ader im Hirn droht zu platzen? Auch agierten mir einige Personen zu sehr im Sinne der Autorin, die Handlung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Nervig war das Mutter-Klischee, der erwachsenen Tochter in sämtliche Entscheidungen reinzureden, nur um kurz darauf die Mitleidsnummer abzuziehen, welch schlechte Tochter Jet doch sei. Da es solche Personen durchaus gibt werte ich das allerdings nicht negativ.
Die Suche nach dem Täter oder der Täterin sowie dessen Motiv sind spannend und laden zum Miträtseln ein, vor allem durch die vielen Geheimnisse, welche Jet und Billy aufdecken. Als Zielgruppe würd ich das Buch eher für junge Erwachsene oder Jugendliche ab 16 sehen, weniger als Erwachsenenthriller.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Das Geheimnis der Drachenherzen

Gwin und das Herz des Drachen (Band 1)
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Dieses Fantasybuch für Kinder macht es mir schwer, es zu bewerten. Es gibt viel Gutes über das Buch zu sagen, jedoch habe ich auch einiges, was mir nicht gefiel.
Wunderschön ist auf jeden Fall die optische ...

Dieses Fantasybuch für Kinder macht es mir schwer, es zu bewerten. Es gibt viel Gutes über das Buch zu sagen, jedoch habe ich auch einiges, was mir nicht gefiel.
Wunderschön ist auf jeden Fall die optische Gestaltung. Nicht nur das Cover, auch die Illustrationen im Buch sind wirklich wunderschön gestaltet. Die fantastische Idee hinter dem Abenteuer konnte mich überzeugen mit den magischen Schutzorten wie dem Café der Miss Manou und Kater Nero, der mysteriösen Papierrolle sowie den Hintergründen zu den Drachen und deren Gegner. Hier möchte nicht nichts weiter verraten, um niemandem die Überraschung vorwegzunehmen. Jedenfalls gibt es wunderschöne wie auch abenteuerliche Szenen und Gwin überzeugt sowohl durch Ideenreichtum wie auch durch Mut und Entschlossenheit.
Was mir nicht gefiel war der Aufhänger der Erzählung. Das Verhältnis der jungen Gwin zu den Eltern empfand ich selbst als Erwachsene als verstörend. Sie nennt ihre Eltern Herr und Frau Erlstein, die gleich zu Beginn stöckeln und watscheln, eine weitere abwertende Wortwahl bezüglich der beiden folgend. Diese befremdliche Distanz, ohne emotionale Hinweise, dass das Mädchen so gern Eltern hätte wie sie diese vielleicht aus Romanen oder Filmen kennt, fand ich verstörend. Wollen Kinder nicht Eltern, die sie lieben? Das war mir viel zu herzlos und distanziert. Und im Café der Miss Manou, in welches der Kater Nerowitz sie lotst, soll das Mädchen allen Ernstes Erfüllung finden in veralteten Mädchenaufgaben wie Putzen, Aufräumen, Handarbeiten und Bedienen? Das kann nicht der Ernst der Autorin sein. Welches Mädchen soll sich in solch einem Charakter wiederfinden, der suggeriert, Hausarbeit sei das Ziel eines Mädchens? Im weiteren Verlauf des Abenteuers war ich dann genervt, dass zwei magische Wesen sind fortwährend Unfreundlichkeiten an den Kopf werfen mussten in Gwins Gegenwart. Mal kann ja ganz lustig sein, in dem Umfang nicht mehr. Und besonders zu Beginn hing der Spannungsbogen zu sehr durch.
Das was mir gefiel und was mir weniger gefiel halten sich in etwa die Waage. Schwierig zu sagen, wem das Buch gefallen könnte, da es doch ein wenig dauert, bis das Abenteuer so richtig losgeht. Ich würde sagen, das durchhalten lohnt sich, denn mit den Erlebnissen in der Welt der Papierrolle kommt Gwins Abenteuergeist auch zutage.

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