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Veröffentlicht am 15.01.2024

Herrlich

"Ich hab nichts gegen Frauen, du Schlampe!"
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Sarah Bosetti ist uns mehrmals bei Extra3 aufgefallen, wo sie sporadisch Gedichte und "Liebes"Briefe zu aktuellen Themen vorträgt. Bei ihrem Vortrag vor einigen Wochen waren Adam und ich uns einig: Davon ...

Sarah Bosetti ist uns mehrmals bei Extra3 aufgefallen, wo sie sporadisch Gedichte und "Liebes"Briefe zu aktuellen Themen vorträgt. Bei ihrem Vortrag vor einigen Wochen waren Adam und ich uns einig: Davon wollen wir mehr. Ich entdeckte also, dass sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat und bald in Duisburg auftritt. Buch und Tickets bestellt, einen herrlichen Abend verbracht und das signierte Buch beim langweiligen Rasieren vorgelesen.

Das Thema ihres aktuellen Buches: Mit Liebe gegen Hasskommentare.

Die Überraschung: Sie antwortet mit Gedichten. Manchmal nur kurz, manchmal mehrere Seite lang, aber immer als durchdachte Antwort mit herrlichen Plot-Twists.





Unterteilt in 6 Kapitel: Der böse Ausländer / Die dumme Frau / Die da oben / Die böse Frau / Der böse Feminismus / Der böse Sex.

Die Kommentare wurden - schmerzhaft - orthografisch genauso übernommen, wie sie sie erhalten hat und in aggressiv-kindischer Schriftart präsentiert. Das wirklich Faszinierende ist dabei, dass diese Menschen wählen dürfen, Kinder kriegen und ausbilden dürfen und trotzdem so einen Müll produzieren können - die kreativen Hasskommentare seien dabei mal außen vor gelassen, aber die bedrohlichen sind wirklich gruselig. An dieser Stelle sei also eine Trigger Warnung für Vergewaltigung, Köpfung, Axtmord, Körpersäfte, Nazis, Antisemitismus, Misogynie, miserable Grammatik und Samsung Galaxy S7 ausgesprochen.



Insgesamt ein großer Spaß, zwischendurch schwer verdaulich, aber immer mit Augenzwinkern. Ich gehe dann mal Waffeln an die ISS schicken...



"Der Welt mangelt es nicht an Liebe, aber Hass ist das einfachere Hobby."

Veröffentlicht am 15.01.2024

Band 3

Starsight - Bis zum Ende der Galaxie
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Nachdem ihre Heimat am Ende von Band 2 angegriffen wurde, floh Spensa ins Nirgendwo. Dort muss sie sich erstmal zurechtfinden, denn so leer, wie es während ihrer kurzen Hypersprünge schien, ist es gar ...

Nachdem ihre Heimat am Ende von Band 2 angegriffen wurde, floh Spensa ins Nirgendwo. Dort muss sie sich erstmal zurechtfinden, denn so leer, wie es während ihrer kurzen Hypersprünge schien, ist es gar nicht. So freundet sie sich mit dem Dinoreiter Chet an und begibt sich mit ihm auf eine höchst interessante Reise: Sie suchen den "Pfad der Ersten", der Spensa die Ursprünge der Cytoniker offenbart.



Juchhu, neue Abenteuer mit Spensa! Außerdem immer an ihrer Seite: M-Bot, die KI, die immer menschlicher wird und das in diesem Band auch fleißig übt - sehr zum Amüsement der Mitreisenden.

Die Geschichte um den Pfad ist spannend, die drohende Gefahr der Delver ein konstanter Thriller im Hinterkopf und Spensas eigene Entwicklung faszinierend zu beobachten. Dennoch war dieser Band irgendwie wesentlich langatmiger als die ersten beiden. Auch hier fehlten die bekannten Charaktere aus den ersten Bänden und Spensas Heimweh ist ein konstanter Faktor. Doch dafür findet unsere verrückte Abenteurerin natürlich schnell neue Verbündete.

Dieser Band fühlt sich eher nach einem Ende an - nachdem Band 2 ja als fieser Cliffhanger endete, könnte man dieses Ende schon fast versöhnlich nennen. Doch ich weiß, dass Sanderson zu viel Spaß in dieser Welt hat und weiterschreiben wird. Ich weiß aber nicht, ob ich weiterlesen werde.



Insgesamt wieder ein irres Abenteuer mit Spensa und ihren verrückten Freunden - herrlich!



"Gesegnet sind die, die entdecken, was sie wirklich wollen."

Veröffentlicht am 15.01.2024

Band 2

Cytonic - Unendlich weit von Zuhause
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Band 2 knüpft fast umgehend an die Ereignisse von Band 1 an und nimmt auch immer wieder Bezug darauf, also unbedingt in Reihenfolge lesen! Faszinierenderweise tendiere ich dazu, die genauen Details eines ...

Band 2 knüpft fast umgehend an die Ereignisse von Band 1 an und nimmt auch immer wieder Bezug darauf, also unbedingt in Reihenfolge lesen! Faszinierenderweise tendiere ich dazu, die genauen Details eines Buches recht schnell wieder zu vergessen. Doch bei "Skyward" wusste ich noch ziemlich genau, was passierte und vor allem den fulminanten Plot-Twist am Ende. Dennoch habe ich zur Sicherheit nochmal eine Zusammenfassung und die letzten Kapitel gelesen.



Diesmal erhält Spensa die irrsinnige Gelegenheit, die Superiority zu infiltrieren und zu deren Planet zu fliegen. Klingt nach Wahnsinn? Klingt nach Spensa! Was sie dort findet - Frust, Freunde, Feinde, Frühstück? - müsst ihr schon selbst herausfinden...



"Den Sternen sei Dank", wir dürfen wieder mit Spensa fliegen! Es geht rasend schnell weiter und wie bei Band 1 gilt: Wenn man einmal angefangen hat, ist es fast unmöglich, wieder aufzuhören. Die gute Spensa wird von einem Abenteuer ins nächste gejagt, Sanderson gibt uns (und ihr) wirklich keine Verschnaufpause - wieso auch, wenn man versucht, in Feindesgebiet zu überleben. Aufgrund des Settings gilt jedoch: Falls ihr hofft, mehr von Spensa und ihren menschlichen Freunden auf Detritus zu lesen, werdet ihr größtenteils enttäuscht - da die Handlung fast nur auf Starsight spielt. Allerdings sind ihre geliebten Sidekicks M-Bot und Doom Slug weiter an ihrer Seite, hurra! Zusätzlich gibt es noch einige neue Charaktere zu bewundern (ich liebe asiatische Fantasy und die Kitsen waren höchst amüsant).



"Oh Nichterhabener, der kein König ist!"



Ich habe mich - neben Spensas Eskapaden - auch prächtig über die deutsche Übersetzung (vom lieben Oliver Plaschka!) amüsiert - als ich realisierte, dass er "Doom Slug" mit "Schreckschneck" übersetzte, habe ich mich erstmal weggeeumelt. Herrlich! Aber keine Sorge, alle anderen haben ihre englischen/originalen Namen beibehalten. Dass Doom Slug im Deutschen "flötet" hat mich dennoch etwas irritiert, denn irgendwann hatte ich jedes Mal die Melodie aus "Traumschiff Periode 1" im Ohr... aber das ist wohl eher meiner Beklopptheit geschuldet.



Warnung vorab: Dieser Band endet mit einem fiesen Cliffhanger und ich könnte ein wenig in die Leere des Alls geschrien haben vor Frustration - denn der Erscheinungstermin für Band 3 steht noch nicht fest (auf Englisch schon erschienen).

Trigger Warnung: Aufgrund des Ukrainekrieges waren die letzten Kapitel aktuell etwas schwerer verdaulich (Menschen vs. Superiority vs. Delver).



"So ist der Krieg. Ein Haufen erbärmlicher Narren auf beiden Seiten, die zu überleben versuchen."

Veröffentlicht am 15.01.2024

Grandioser Auftakt

Skyward - Der Ruf der Sterne
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Spensa lebt schon ihr ganzes Leben lang in Höhlen. Die Menschen leben unter der Erde, weil Aliens immer wieder schwere Angriffe auf die Planetenoberfläche starten und Siedlungen zerstören. Spensas Vater ...

Spensa lebt schon ihr ganzes Leben lang in Höhlen. Die Menschen leben unter der Erde, weil Aliens immer wieder schwere Angriffe auf die Planetenoberfläche starten und Siedlungen zerstören. Spensas Vater war Pilot bei der Flugabwehr, doch beim größten Gefecht der Geschichte ließ er seine Kameraden im Stich. Nun lebt sie mit der Schande, die Tochter eines Feiglings zu sein und hat doch den Traum, selbst Pilotin zu werden. Entgegen aller Widerstände bewirbt sie sich für den Zulassungstest...



Ich habe bisher noch nichts von Sanderson gelesen, aber seine anderen Trilogien haben ihn zum Bestsellerautor gemacht. Nun wendet er sich einer weiblicheren Perspektive zu und ich muss sagen: Das kann er ziemlich gut!

Spensa, durch ihren Vater gebrandmarkt, hat gelernt, sich durchzubeißen, sarkastische und sehr lustige Kommentare abzugeben und niemals die Hoffnung zu verlieren. Sehr sympathisch.

Ich liebe ihre Sidekicks in der einsamen Höhle und möchte bitte auch eine Doomslug!

Auch die anderen Mädels in der Schule sind gut getroffen, auch wenn ich teils an "Girls of Paper and Fire" denken musste - ziemlich ähnliche Gestaltung und Verteilung der Charakteristiken (zB die fürsorgliche Putzige; die schweigsame "Zicke" etc).

Was mich etwas gestört hat, war die Definition von Spensas Vaters Feigheit, so würde ich das nicht formulieren.



Insgesamt ein fulminanter und unglaublich actiongeladener Auftakt - Warnung vorab: die letzten 150 Seiten kann man unmöglich aus der Hand legen! Das Ende ist in sich geschlossen, lässt aber natürlich durchaus Raum für die nächsten Teile. Ich werde immer wieder gern Zeit mit Spensa verbringen, daher 5 Blätter von mir.



"That soup tasted better than the blood of my enemies.

Considering I'd never actually tasted the blood of my enemies, perhaps that didn't do justice to the soup."

Veröffentlicht am 15.01.2024

Cozy Fantasy!

Magie und Milchschaum
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Viv, ihres Zeichens erfolgreiche Ork-Kriegerin, hat von all der Schlachterei die Schnauze voll und will lieber ein gemütliches und ruhiges Café (& Leben) eröffnen. Dass die Gnome Kaffee gerade erst erfunden ...

Viv, ihres Zeichens erfolgreiche Ork-Kriegerin, hat von all der Schlachterei die Schnauze voll und will lieber ein gemütliches und ruhiges Café (& Leben) eröffnen. Dass die Gnome Kaffee gerade erst erfunden haben und niemand weiß, was das ist, hält sie dabei nicht ab.

Das ist tatsächlich der gesamte Plot des Buches. Man könnte meinen, das wird schnell langweilig, aber natürlich tauchen bald Neider, alte Feinde und neue Probleme auf...



Habe ich heute schon von Cozy Fantasy geschwärmt? Ich habe dafür jetzt auch eine neue Kategorie in der Fantasy-Übersicht eingerichtet. Bei diesem Genre geht es nicht darum, die Welt zu retten oder die Menschheit überleben zu lassen, sondern um die kleinen, alltäglichen Abenteuer, die jede*r nachvollziehen kann.



Die Geschichte um Viv und ihr Café ist interessant, aber der Teil, weswegen ich mich in das Buch verliebt habe, waren die Charaktere und ihre Wahlfamilie. Alle haben in dieser vielfältigen Welt mit Vorurteilen zu kämpfen (der Ork kann nur draufschlagen, der Sukkubus will nur manipulieren und was sucht ein Rattenwesen beim Essen?!) und es ist einfach bezaubernd, mitanzulesen, wie sie langsam auftauen, Vertrauen fassen und eine eingeschworene Crew werden. Ich dachte eigentlich, die 300 Seiten lese ich schnell weg, doch die Geschichte war so entspannend, dass ich zwischendurch immer wieder weggepennt bin. So konnte ich die Story über eine Woche genießen und freue mich jetzt schon auf den zweiten Band, der in einer Buchhandlung spielen wird!



In meiner Ausgabe befand sich hinten nicht nur ein Rezept für Thimblets, die Kurzgeschichte "Pages to Fill", wie Viv auf die Idee mit dem Café kam, sondern auch ein kurzes Interview mit dem Autor. Das faszinierende an diesem Buch ist nämlich, dass es ursprünglich im Selfpublishing erschien. Als Seanan McGuire darauf aufmerksam wurde, kam der Stein ins Rollen und Baldree erhielt bald einen Verlagsvertrag - und eine Vielzahl an Special Editions (siehe Liste unten). Was für ein irres Abenteuer an sich!