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Veröffentlicht am 22.04.2025

Ermittler wider Willen

Der Tote in der Crown Row
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Der historische Krimi "Der Tote in der Crown Row " von Sally Smith entführt uns ins London des Jahres 1901, genauer gesagt in die ehrwürdigen Gassen des Temple-Bezirks.
Dort wird ausgerechnet ...

Der historische Krimi "Der Tote in der Crown Row " von Sally Smith entführt uns ins London des Jahres 1901, genauer gesagt in die ehrwürdigen Gassen des Temple-Bezirks.
Dort wird ausgerechnet von Gabriel Ward – Barrister mit einem Faible für Ordnung – ein Toter aufgefunden: es ist kein Geringerer als sein ehemaliger Schulkamerad und Kollege, Lordoberrichter Norman Dunning.

Und damit ist es vorbei mit Sir Gabriels wohlstrukturiertem Alltag. Widerwillig – und mehr oder weniger subtil dazu gedrängt ( oder soll ich sagen erpresst ?) – übernimmt er die Ermittlungen in diesem Fall, den er sich ganz sicher nicht ausgesucht hätte.

Wobei – es bleibt nicht bei einem Fall. Gabriel wird gleich doppelt gefordert: Neben dem Mord an Lord Dunning beschäftigt ihn noch ein besonders kurioser (und für mich sehr interessanter ) Urheberrechtsstreit rund um ein Kinderbuch namens „Millie, die Temple-Kirchenmaus“.
Das bringt nochmal eine ganz andere Dynamik in die Geschichte – charmant und schräg zugleich.

An seine Seite gestellt bekommt er den jungen, „ganz gewöhnlichen“ Constable Maurice Wright. Schon bei den ersten gemeinsamen Szenen merkt man: Die Chemie stimmt.

Mir gefällt besonders das Zusammenspiel zwischen dem disziplinierten, privilegierten Barrister und dem wissbegierigen jungen Constable – ein Duo, das gegensätzlicher kaum sein könnte und sich gerade deshalb wunderbar ergänzt.

Auch das Setting ist ein echtes Highlight: Das Viertel Inner Temple - das juristische Herz Londons . war mir vorher völlig unbekannt – Ein Bezirk mit eigenen Regeln fast wie der Vatikan jedoch mitten in London.
Und dass die Autorin selbst Anwältin ist und dort arbeitet, merkt man deutlich. Die ganze Geschichte ist mit viel juristischem Hintergrundwissen gespickt, das wirkt nicht aufgesetzt, sondern echt.

Das Cover ist stilvoll und passend zum Genre und Inhalt gestaltet. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der forensische Ermittlungsmethoden noch Zukunftsmusik waren – das macht den Reiz des Ganzen aus.

Die Gesellschaft war klar in Klassen geteilt, und diese Unterschiede zieht Sally Smith durch den gesamten Roman hindurch sehr fein nach.

Auch der Stil passt wunderbar zur Epoche: leicht antiquiert, sprachlich stimmig. Manchmal musste ich Begriffe nachschlagen – das hat mich aber eher neugierig gemacht als gestört.
Die Handlung ist durchdacht, mit viel Fachwissen unterfüttert. Leider kommt sie stellenweise etwas sprunghaft und langatmig daher, was meinen Lesefluss gelegentlich gebremst hat.

Mein Fazit:

Ein eleganter, historischer Krimi mit viel britischem Flair, klugen Dialogen.

Ideal für alle, die lieber mitdenken als mitrasen. Wer Lust auf ein bisschen Detektivarbeit ohne moderne Technik hat – und London liebt – wird hier gut unterhalten.

Ein gelungener - wenn auch stellenweise etwas langatmiger - Auftakt !

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Veröffentlicht am 18.04.2025

„Zwischen Satire und Ernst: ein Spagat mit Wacklern“

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Volker Klüpfel wagt mit Wenn Ende gut, dann alles den Schritt in ein Solo-Projekt und präsentiert eine neue Krimi-Reihe mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo.

Leider bleibt der Roman hinter meinen Erwartungen ...

Volker Klüpfel wagt mit Wenn Ende gut, dann alles den Schritt in ein Solo-Projekt und präsentiert eine neue Krimi-Reihe mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo.

Leider bleibt der Roman hinter meinen Erwartungen zurück.

Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker – farbenfroh, leicht überdreht und dabei trotzdem passend zur Geschichte. Ein bisschen wie der Roman selbst: auffällig, laut, manchmal charmant – und dann wieder etwas zu viel von allem.

Die Grundidee klingt vielversprechend: Svetlana, eine ukrainische Putzfrau mit einer Vorliebe für russische Literatur und Detektivgeschichten, besticht durch ihre eigenwillige Art und ihre markanten Sprachfehler und ein orientierungsloser Autor stolpern über ein Kind mit „Mondscheingesicht“ und einem „Hilf mir“-Zettel im Rucksack – und geraten in eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen Gesellschaftssatire, Kriminalfall , tragikomischer Selbstfindung und politischen Machenschaften ansiedelt.

Das Mädchen stammt aus der Ukraine, ihre Mutter ist verschwunden – und bald darauf tot. Hier öffnet sich - neben dem flapsigen klaumaukigen , ein zweiter, ernsterer Erzählstrang: Die Mutter war Journalistin, mutig, unbequem und auf der Spur eines Korruptionsskandals in ihrer Heimat. Leider verliert sich Klüpfel in seiner Solo-Erzählung oft im Dickicht aus Klischees und bewusst schrägen Figuren.

Thommie – Thomas Mann (ja, wirklich) – ist Möchtegern-Autor, Schlaftablette und Ausredenkönig in einem. Nach drei Monaten bringt er es auf stolze 15 Seiten, inklusive Vorwort und großzügigem Zeilenabstand. Seine Schreibblockade wird zur Dauerpose, sein Charakter bleibt trotz zahlreicher Slapstick-Momente erstaunlich blass.

Svetlana hingegen, die wortgewandte Putzfrau mit ihrem dialektgefärbten Deutsch, stiehlt Thommi mühelos die Show. Ob als menschlicher Lügendetektor oder als Undercover Ermittlerin in der Flüchtlingsunterkunft – sie ist das eigentliche Herzstück des Romans. Doch auch hier gilt: Weniger wäre manchmal mehr. Der Sprachwitz wirkt mitunter aufgesetzt, wiederholt sich und nutzt sich ab – deshalb wirkte es teilweise anstrengend statt amüsant.

Auch die Nebenfiguren bedienen so ziemlich jedes Klischee, das man aus dem Fernseh-Sonntagabend kennt:
Die gemobbte „dicke“ Poliziei Kollegin, der lüsterne Altvater im schicken Heim (der Thommes Erbe fröhlich auf den Kopf haut) und natürlich der tätowierte, fremdenfeindliche Muskelproll, der wie aus der Vorurteilsschublade gezogen scheint.
Auch wenn Klüpfel sich stellenweise bemüht, differenzierte Töne gegenüber ukrainischen Geflüchteten anzuschlagen – die Tendenz zur Einseitigkeit bleibt für mich leider bestehen.

Erzählerisch lebt das Buch von seinen kurzen Kapiteln und dem Wechselspiel zwischen Thommes Schreibkrise und Svetlanas Undercovereinsätzen und Unterstützungen . Das liest sich flüssig, unterhaltsam – aber oft auch vorhersehbar. .

Einige Figuren wie Manns Freunde Laura und Max bleiben für meinen Geschmack etwas zu unterentwickelt, obwohl gerade Laura meiner Ansicht nach mehr Raum verdient hätte.

Der Showdown bringt dann noch einmal Bewegung in die Geschichte, auch wenn der „Backup Plan“ gründlich schiefgeht und es eher die lila Haare und der BH von Gerlinde und die überraschende Tatkraft des Vaters sind, die den Karren ein Stück weit aus dem Dreck ziehen.

Der Schluss ist vergleichsweise stimmig – politisch und menschlich gesehen versöhnt mich das ein Stück weit. 
Doch das Gefühl bleibt: Hier wäre mehr drin gewesen. Weniger Schablonen, mehr Tiefe – dann hätte die schräge Grundidee ihr volles Potenzial entfalten können.
Ich hoffe auf den Nachfolgeband, welchen der Autor bereits angekündigt hat.

Mein Fazit:
Ein Roman mit Witz, aber auch mit Übertreibungen.
Wer Lust auf schräge Figuren, Putzfrauenpower und eine Prise Gesellschaftskritik hat, kann reinschauen – man sollte aber bei all dem Humor nicht zu viel Tiefgang und Krimi erwarten.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

eine spannende Urlaubslektüre

Geheimnisvolles La Rochelle
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Nach einem gemütlicher Sonntag auf der Île de Ré, den Commissaire Chevalier in bester Stimmung im Kreise seiner Familie verbrachte, holt ihn zur Wochenmitte der Alltag wieder ein. Auf einer Luxusjacht ...

Nach einem gemütlicher Sonntag auf der Île de Ré, den Commissaire Chevalier in bester Stimmung im Kreise seiner Familie verbrachte, holt ihn zur Wochenmitte der Alltag wieder ein. Auf einer Luxusjacht im Hafen wird die offensichtlich erschossene Leiche von Solène Flamant gefunden. Solene ist die arrogante Miterbin einer der bekanntesten Cognac-Dynastien. Als nur Tage später der Geschäftsführer eines konkurrierenden Weingutes in Bordeaux mit derselben Waffe ermordet wird trifft Chevalier mit seinem Team auf die Kollegen in Bordeaux und auf zwei mächtige und zerstrittene Familien, welche ein Netz aus Lügen und Intrigen spinnen.…

In diesem dritten Band muss sich der bald 2 fach Vater Commisaire Chevalier nicht nur mit einem Doppelmord im Kreise der Luxus Cognac Dynastien auseinandersetzen. Er trifft auch auf seine ehemalige Lebensgefährtin Danielle, welche er so schmählich verlassen hat. Das wirft natürlich auf den Saubermann ein „schräges“ Licht, zumal er auf unlauteren Wegen wieder einmal versucht seine Mutter zu finden.
Zusammen müssen sie die gemeinsame Vergangenheit verarbeiten und mit ihren jeweiligen Teams in diesem Doppelmord ermitteln.

Da dies für mich der erste Band dieser Reihe war, habe ich mich mit den wirklich sehr vielen verschiedenen Charakteren etwas schwer getan.
Eine Karte mit der Gegend in dem die Geschichte spielt, sowie ein Personenverzeichnis wäre sehr hilfreich gewesen. 
Den Schreibstil des Autors finde ich ansprechend und die spannende Story ist flüssig zu lesen. Auch die Ortschaften und die Kulisse beschreibt der Autor wunderbar bildhaft und anschaulich. Zudem gibt er noch einen interessanten Einblick in die Cognac Herstellung , den Weinanbau und auch die Spezialitäten der Gegend.

Jean-Claude Vinet spinnt ein verworrenes, undurchsichtiges Netz aus Intrigen, Mutmaßungen, Tatsachen und unvorhergesehenen Ereignissen und lockt mich ein ums andere mal auf eine falsche Fährte; mit einen klugen und unerwarteten Twist am tragische Ende.

Mein Fazit:
Ich habe mich mit dem Buch gut unterhalten gefühlt, auch wenn die vielen verschiedenen Charaktere und ein paar Ungereimtheiten meinen Lesegenuss etwas geschmälert haben.




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Veröffentlicht am 04.02.2025

Die Magie der "ersten Male"

Das Leben fing im Sommer an
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Der Profi Fussballer und Weltmeister Christoph Kramer erzählt in der Ich Perspektive „seine“ Geschichte in 6 Kapiteln. 
Das Cover bzw. der Buchumschlag dieses 248 Seiten starken Hardcoverbuches ist farbig ...


Der Profi Fussballer und Weltmeister Christoph Kramer erzählt in der Ich Perspektive „seine“ Geschichte in 6 Kapiteln. 
Das Cover bzw. der Buchumschlag dieses 248 Seiten starken Hardcoverbuches ist farbig ansprechend gestaltet und passt genau zur Sommer-Geschichte.

Das Buch beginnt mit einem 4 Seiten Interview des Fussballerweltmeister-Autors und dann gehts bereits los mit Tag I im Leben des 15 jährigen Chris.

Dieser beginnt bereits mit einer Enttäuschung, er fliegt aus dem Kader des Fussballvereins Bayer 04 Leverkusen weil er zu klein und schmächtig ist. 
Nach ein paar Tränen reift in ihm dann der Entschluss : Jetzt erst recht !

Chris wächst auf einem Bauernhof und in der Natur auf und dieser heisse Sommer 2006 verändert sein Leben. Unzertrennlich hängt er zusammen mit seinem Best Buddy Johnny und Salvo auf dem Dach der Scheune , im Freibad oder auf den Partys ab. Als nach einer Party endlich Debbie , dass coolste Mädchen der Schule sich für ihn interessiert ist er überglücklich, nach einem Kinobesuch dann der erste Kuss und seine schönsten 48 Stunden in seinem Leben.

Kramer schildert emotional, zart und berührend wie er sich fühlte, dadurch vom Jungen zum Mann zu werden.

Erste Liebe, Selbstzweifel, der magische erste Kuss und die darauffolgende Enttäuschung nur Einer von Vielen zu sein, seine Komplexe wegen der Pickel und der Wunsch endlich „cool“ sein zu wollen. 
Christoph Kramer beschreibt die emotionalen Achterbahn-Gefühle eines 15 jährigen pubertierenden Jungen, der so gerne „dazugehören“ möchte. Allerdings weiss er auch ganz genau : Ich will Fussballprofi werden - allerdings will er auch Erwachsen werden und Leben. Zusammen mit Johnny macht er sich auf einen nächtlichen Road Trip ( in einem geliehenen Auto ) zu einem Club nach Düsseldorf .. mit weitreichenden Folgen.

Der Schreibstil des Debütromanes ist jugendlich angehaucht, unterhaltsam und leicht und flüssig zu lesen.

Mein Fazit :
Ein berührend ehrlicher Coming of Age Roman über die Freundschaft , die erste Liebe und das Erwachsen werden.
Christoph Kramer beschreibt seine Jugend und die dazugehörigen Gefühle mit berührender - schonungsloser Ehrlichkeit. Wer allerdings einen richtigen Fussball(er) Roman erwartet wird enttäuscht werden , Fussball ist in dieser Geschichte nur Nebensache.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Krimi Minnie must go to Fasching

Mords-Malefiz
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Faki, Faki, Faki“ Wasserburg ist im „Ausnahmezustand“ der 5. Jahreszeit.
Krimi Minnie must go to Fasching …. und Fasching ist für Minnie genau so schlimm wie das viele „Jingle Bells - Geglitzer Zeugs ...

Faki, Faki, Faki“ Wasserburg ist im „Ausnahmezustand“ der 5. Jahreszeit.
Krimi Minnie must go to Fasching …. und Fasching ist für Minnie genau so schlimm wie das viele „Jingle Bells - Geglitzer Zeugs an Weihnachten!
Ich kann die Minnie hier sehr gut fühlen, auch mir ist dieses ganze „GekünstelteAlkohollustigsein“ auch ein Grausen. 
Wobei… früher als Kind war ich auch sehr angetan. Genauso wie Minnie´s „Tochter“ Malika.
Und genau deswegen muss Faschingsmuffel Minnie da durch. Denn Malika ist in der Wasserburger Faschings-Kindergarde mit Feuer und Flamme dabei.

Plötzlich wird die abgängige Prinzessin tot mit einem Diadem auf dem Kopf im Schnee gefunden. Ist Luisa I. von den INNfernalischen erfroren oder wurde sie gemeuchelt ? Die Konkurrenz scheint nicht sehr traurig zu sein. Bald stellt sich heraus : die tolle Luisa hatte nicht nur einen Ehemann, eine klammernde Schwiegeroma und eine Lebensversicherung sondern auch noch einen Faschingsprinz und viele Neiderinnen.

Das alles erfährt Minnie neben in Folien gewickelten Strähnen und Drei-Wetter-Taft im hiesigen Friseursalon. ( Vorsicht hier ist Grins- und Schmunzelalarm ! )

Dank der Unterstützung von Freundin Toni und Ehemann Alex hat sie aber trotzdem Zeit ausführlichst zu „ermitteln“, und zum Ende wird’s wirklich richtig gefährlich für Minnie und der Kathi-Oma - was nicht am Schnee liegt.
Für mich die Mords-Malefiz der 4. gemeinsame Fall den ich mit Minnie und Co. lösen darf. Auch dieser 8. Fall ist wieder spannend unterhaltsam und flüssig zu lesen.

Monika Nebel gibt auch interessante Einblicke in die Aufnahmerituale von Faschingsgarden, über den Ablauf einer Adoption und auch über die einen oder anderen süffisanten Kommentare von Müttern bezüglich adoptierten Kindern. 
Dank der neuen Mieterin (Vorsicht: der altbekannte rechte Haken kommt) erfahren wir auch noch sehr viel Interessantes über Bienen und ihre „Zucht“.

Für mich eine klare Leseempfehlung für diesen wunderbar witzigen spritzigen und spannenden Regionalkrimi.

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