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Veröffentlicht am 26.04.2018

Absolut großartig

Die schwarze Zauberin
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Die siebzehnjährige Elloren wuchs nach dem Tod ihrer Eltern gemeinsam mit ihren Brüdern wohlbehütet bei ihrem Onkel auf. Als Enkelin der letzten großen schwarzen Zauberin hoffte vor allem ihre Tante darauf, ...

Die siebzehnjährige Elloren wuchs nach dem Tod ihrer Eltern gemeinsam mit ihren Brüdern wohlbehütet bei ihrem Onkel auf. Als Enkelin der letzten großen schwarzen Zauberin hoffte vor allem ihre Tante darauf, dass Elloren mehr als nur das Aussehen der Großmutter geerbt hat. Doch allen Anschein nach hat Elloren keinerlei Magie in sich. Ihre Tante nimmt sie trotzdem mit in die Stadt, damit sie ihren großen Traum an der magischen Universität zu studieren, nachgehen kann. Aber an dieser Universität befinden sich nicht nur Gardnerier, sondern auch Schüler aus anderen Völkern, wie z. B. den Lykanern, den Elben oder den Icarale. Schnell muss Elloren feststellen, dass nicht alle ihr gegenüber höflich und zuvorkommend sind und das ausserhalb ihres Heimatdorfes der Kampf um die Macht seine Wege geht. Nur mit Müh und Not halten die Gardnerier die Oberhand und Elloren muss ausgerechnet denen vertrauen, die sie für Verräter hielt.
Meine Meinung
Na, ihr ahnt es bestimmt schon, nicht wahr? Aber wieder einmal ist es das Cover, das mich sofort auf das Buch zusteuern ließ, denn auch wenn es recht schlicht gehalten ist, finde ich es doch wunderschön und mag sowohl die Farbgestaltung als auch das Glitzern.
Bereits im Vorfeld hatte ich hier diverse Meinungen zum Buch gehört und kann im Endeffekt sagen, dass ich hier bei einigem auch zustimmen kann. Der Schreibstil der Autorin Laurie Forest ist sehr angenehm und direkt, was zum Teil auch daran liegt, dass sie ihren Text in der Gegenwart formuliert. So befindet man sich gleich mitten in der Geschichte, die sich sehr flüssig lesen lässt.
Was manchem langatmig erscheinen mag, mit aber hier richtig gut gefallen hat, ist der langsame und ruhige Einstieg in die Geschichte. Laurie Forest nimmt sich Zeit, detailreich zu schildern, wie es in ihrer Welt aussieht, welche Völker dort leben und wie deren Verhältnisse untereinander sind. Ich konnte mir diese Welt lebhaft vorstellen und auch die Umgebung war recht schnell präsent, die Spannung allerdings litt hier zu Beginn ein wenig.
Doch schnell begann sich dies zu ändern, denn sobald Elloren die Universität betritt, ist es, als wäre sie in einer anderen Welt. Zum ersten Mal trifft sie auf die unterschiedlichsten Wesen und gemeinsam mit der Protagonisten beginnen wir diese fremde Welt und deren Wesen zu erkunden. Elloren hat von klein auf beigebracht bekommen, dass all die anderen Völker zu den Bösen gehören, dass sie sich vor ihnen in Acht zu nehmen hat und auf einmal gehören all diese Wesen zu ihrem täglichen Umgang. Genau damit hat die Autorin ein wichtiges Thema mit in diese Fantasygeschichte verpackt: nämlich den Umgang mit fremden Kulturen, den damit oftmals zusammenhängenden Vorurteilen und dann das lernen, dass nicht immer alles so ist, wie es dargestellt wird.
Auch wenn sich die Handlung zunächst langsam weiterentwickelt, wird es immer spannender, Laurie Forest steigert sich hier permanent und irgendwann entwickelte diese Geschichte einen immensen Sog, die Spannung und das in der Geschichte gefangen sein, immer intensiver und ja, es wurde zu einem Pageturner und einem Lesehighlight.
Was ich hier absolut gelungen fand, ist der Umgang bzw. die Verknüpfung von aktuellen Themen in dieser Fantasywelt, denn hier geht es um Klassenkampf, um Machtverhältnisse, um Rassismus, um Mobbing. All diese Themen werden mit in die Handlung integriert.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Ellorens, der Protagonistin. Genau wie Elloren zu Beginn naiv und unschuldig wirkt, entwickelt sie sich im Laufe der Ereignisse immer weiter. Laurie Forest ist es hier gelungen, die charakterliche Entwicklung ihrer Protagonistin immer interessanter werden zu lassen. Mit jedem Schritt, den Elloren macht, steigert sich auch das Geschehen. Dieses junge Mädchen, das völlig abgeschottet und behütet aufwuchs, steht nun im Zentrum einer Welt, die ihr völlig fremd ist. Sie muss lernen, sich durchzusetzen und ja, sie entwickelt sich hier definitiv weiter.
Neben Elloren gibt es zahlreiche andere Personen aus unterschiedlichen Völkern. Laurie Forest schafft es, alle glaubwürdig darzustellen und lebendig werden zu lassen. Ich konnte hier jedes Wesen vor mir sehen und die Handlung miterleben und nachvollziehen.
Mein Fazit
Diese Geschichte wirkt von vorne bis hinten absolut schlüssig und völlig durchdacht. Sei es die Entwicklung der Charaktere, allen voran natürlich Protagonistin Elloren, oder die Handlung, es beginnt ruhig und ich durfte die fremde Welt und deren Völker kennenlernen und dann steigert es sich immer mehr. Eins kann ich mit Sicherheit sagen: die Geschichte entwickelt einen immer größer werdenden Sog und verknüpft dabei auch noch gegenwärtige Themen in dieser Fantasywelt. Eine großartig erzählte Geschichte, auf deren Fortsetzung ich mich riesig freue. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 24.04.2018

Warmherziger Sommerroman

Zwischen dir und mir das Meer
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Lena lebt bei ihrer Familie auf Amrum und führt dort ein sehr ruhiges und unspektakuläres Leben. Doch dieser Wunsch nach Sicherheit hat eine Ursache, denn vor beinahe 20 Jahren starb Lenas Mutter, eine ...

Lena lebt bei ihrer Familie auf Amrum und führt dort ein sehr ruhiges und unspektakuläres Leben. Doch dieser Wunsch nach Sicherheit hat eine Ursache, denn vor beinahe 20 Jahren starb Lenas Mutter, eine gebürtige Italienerin, bei einem Unfall. Sie schwamm morgens hinaus aufs Meer und kehrte nie mehr zurück. Als äußerst pflichtbewusste junge Frau arbeitet sie in einem Hospiz auf der Insel und in ihrer Freizeit bastelt sie Schmuck aus Meerglas. Als sie eines Tages auf dem Heimweg dem Italiener Matteo begegnet, der sich nach ihrer Familie erkundigt, wird sie neugierig, denn als er erfährt, dass Lenas Mutter schon vor langer Zeit verstorben ist, verschwindet er spurlos. Allerdings vergisst er etwas in dem Hotel, in dem er übernachtete: ein Fotoalbum und darin sind Bilder von Lenas Mutter. Kurzerhand reist Lena nach Italien, um dem Geheimnis ihrer Mutter auf den Grund zu gehen und ihre Schwester Zoe begleitet sie.
Meine Meinung

Dieses Cover ist so wunderschön und sieht gleich nach Sommer, Sonne und Urlaub aus und verspricht mit seinem äußeren einen absoluten Wohlfühlroman. Genau diesen habe ich auch mit dieser Geschichte erhalten. Katharina Herzog schreibt sehr einfühlsam, aber auch sehr lebendig, so dass man beinahe das Rauschen des Meeres hören und die salzige Luft riechen kann. Dabei liest sich der Roman locker leicht und flüssig und schnell ist man hier mitten in der Geschichte und ja, auch genau so schnell durch die Geschichte, denn auch wenn man das ein oder andere erahnt, so gibt es hier doch noch Dinge, die den Leser überraschen.
Erzählt wird der Roman in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen, bei denen wir zum Einen rückblickend die Jugend Mariellas, Lenas und Zoes Mutter, erleben, zum Anderen die Gegenwart zum großen Teil aus Lenas Sicht, aber auch die Beziehung zwischen den Schwestern und auch die Suche nach dem eigenen Ich, dem Sinn nach dem, was man aus seinem Leben machen möchte, fließen hier mit ein. All das verpackt Katharina Herzog in einer sehr stimmigen, sehr authentisch wirkenden Geschichte und das mit der nötigen Portion Einfühlungsvermögen.
Als Erzähler fungiert hier ein auktorialer Erzähler, denn dieser lässt uns sowohl am Geschehen, als auch an der Gefühlswelt teilhaben und auch durch die Rückblicke ahnt der Leser das ein oder andere aus Mariellas Vergangenheit, allerdings hätte ich hier tatsächlich einen anderen Grund vermutet, also es gibt durchaus immer Mal wieder Wendungen, die ebenso die Seiten vorbeifliegen lassen.
Hauptaugenmerk liegt hier bei der Protagonistin Lena, deren Entwicklung, aber auch deren Vergangenheit, denn durch ihr Erlebtes hat die junge Frau sich zu einem Menschen entwickelt, der nur wenig bis gar keine Risiken eingehen möchte. Lena möchte Sicherheit und erst durch die Suche nach der Vergangenheit der eigenen Mutter, deren viel zu früher und zu plötzlicher Tod für die damals erst achtjährige Lena selbstverständlich ein Schock war, beginnt sie, immer mehr und mehr aus sich herauszugehen. Doch nicht nur der Verlust der Mutter nimmt Einfluss auf Lena, sondern auch Zoe und deren lebhafte und risikofreudige Art. Lena fühlt sich im Schatten ihrer jüngeren Schwester, denn diese lebt ganz nach dem Motto: “Hoppla, jetzt komm ich!” Zwei Schwestern voller Gegensätze und doch zwei Persönlichkeit, die mir sehr schnell ans Herz wuchsen. Auch Matteo, der plötzlich auf Amrum auftauchte, nimmt hier eine wichtige Rolle ein, allerdings steht hier die Liebesgeschichte oder eine Liebesgeschichte gar nicht zu sehr im Vordergrund. Matteo mochte ich sehr, er ist ein sehr aufgeschlossener Mensch, der alles für diejenigen, die ihm am Herzen liegen, tun würden. Neben diesen gibt es dann noch die Charaktere aus der Vergangenheit und auch der ein oder andere Nebencharakter, mit den nötigen Facetten.
Mein Fazit

Ein herrlich warmherziger Roman, den man einmal begonnen, kaum noch aus der Hand legen möchte. Lebendige Charaktere, glaubhafte Entwicklungen, bei denen man vielleicht Ahnungen hat, wohin diese führen könnten, aber doch immer wieder überrascht wird und ein wunderbarer sehr bildreicher Schreibstil nehmen den Leser mit auf eine Reise in das schöne Italien. Eine Leseempfehlung an alle LeserInnen, die gerne gute und warmherzige Romane lesen, die leicht zu lesen sind und doch Tiefe besitzen.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Toller, spannender Einstieg (4,5 Sterne)

Wächter und Wölfe - Das Ende des Friedens
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Rillirin lebt als Sklavin am Hofe der Miraks, doch als sie eines Tages ein schweres Verbrechen begeht, soll sie durch die Hohepriesterin geopfert werden. Aber ihr gelingt die Flucht, bei der sie auf den ...

Rillirin lebt als Sklavin am Hofe der Miraks, doch als sie eines Tages ein schweres Verbrechen begeht, soll sie durch die Hohepriesterin geopfert werden. Aber ihr gelingt die Flucht, bei der sie auf den Seher Dom trifft. Doms Gabe des Sehens ist allerdings kein Segen für ihn, denn nicht nur, dass die Vorhersagen oft ungenau sind, nein, sie schwächen auch seinen Körper. Als Rillirin ihn und sein Volk vor den Barbaren und einer möglichen Invasion durch diese warnt, wird sie von niemanden ernst genommen, niemanden außer Dom, denn diesen ereilt eine Vision, die klarer ist als jede Vision zuvor. Doch wird es Dom gelingen, sein Volk wirklich davon zu überzeugen, dass Rillirin Recht hat mir ihrer Behauptung?
Meine Meinung

Dieses Cover ist wunderschön und passt perfekt zu dieser Fantasygeschichte, es sprach mich auf jeden Fall auf den ersten Blick an, da es ein wenig düster und geheimnisvoll wirkt.
Auch der Schreibstil der Autorin Anna Stephens hat mir sehr gut gefallen, denn die Autorin beschreibt und erzählt mit sehr vielen Bildern, was ich gerade bei High Fantasy sehr gerne mag, um mir die fremden Welten vorstellen zu können. Es lässt sich flüssig lesen und bleibt sprachlich gut verständlich, auch wenn es durchaus dem Genre angepasst ist. Zum Setting und den Figuren passt die Sprache auf jeden Fall sehr gut und ab einem bestimmten Punkt war ich eh nur noch gefesselt von dem Ganzen.
Auch die Geschichte ist, überwiegend, sehr spannend, allerdings fiel mir der Einstieg nicht so leicht, denn es prasselten einige Personen auf mich ein, die ich einfach nicht gleich zuordnen konnte. Dadurch dass die Blickwinkel immer hin und her sprangen, musste ich doch immer wieder zurückblättern, um mir ins Gedächtnis zu rufen, wer der gerade Handelnde nun ist. Ein Glossar hätte diesem Werk absolut gut getan, denn dann wäre der Überblick gleich gegeben gewesen, denn letzten Endes waren es eigentlich gar nicht so viele unterschiedliche Gruppierungen und auch die Personen wurden immer klarer, so kam es mir am Anfang zu verwirrend vor. Aber ansonsten hat es mir sehr gut gefallen und brachte spannende Lesestunden, aber Achtung, es geht durchaus auch mal härter und blutig zur Sache. Es gibt Kämpfe, Intrigen, Folterungen – also alles in allem eher nichts für schwache Nerven. Auch mit überraschenden Wendungen in allen Bereichen konnte die Autorin bei mir absolut Punkten.
Die Spannungskurve der Geschichte ist in einem recht wechselnden Tempo gehalten, wobei mir dieses hier sehr gut gefiel. Ich konnte die Entwicklung des Krieges miterleben und auch beobachten, wie es nach und nach dazu kam, konnte beim Kämpfen mitfiebern, habe mit meinen liebsten Charakteren gehofft und gebangt und war wirklich ab ca. 75 Seiten völlig versunken in der Welt, die Anna Stephens erschaffen hat.
Das Worldbuilding ist der Autorin sehr gut gelungen. Die Mischung aus unterschiedlichen Völkern, Göttern, Intrigen, Krieg und Verrat brachten eine ganze Menge Abwechslung. Durch die bildhafte Sprache konnte ich Personen, aber auch die Landschaften vor mir sehen. Es ist ein recht typisch gehaltenes Setting einer High Fantasy Story und auch die Karte im Buch ließ die Umgebung zusätzlich lebendig werden.
Ein Erzähler schildert die Erlebnisse, teilweise sehr anschaulich, gerade eine bestimmte Szene taucht gerade wieder vor meinem inneren Auge auf, bei dem ich den Schmerz fast miterlebt habe. Doch genau solche Szenen machten diese fremde Welt auch lebendig.
Die Charaktere haben mir hier richtig gut gefallen, denn auch wenn es so einige davon gibt, lernt man sie doch gut kennen. Anna Stephens ist es sehr gut gelungen, ihre Charaktere facettenreich und glaubhaft zu zeichnen. Man kann zu Beginn noch lange nicht jeden einschätzen, ab und an gab es Überraschungen, aber auch die Entwicklungen der Einzelnen waren vorstellbar und glaubhaft. Was hier anders ist, als in vielen anderen Fantasyromanen, ist, dass es hier nicht den oder die Protagonisten/Protagonistin gibt, sondern viele Personen wichtig für die Handlung sind. Ja, Rillirin und auch Dom nehmen wichtige Rollen ein, aber neben ihnen erscheinen auch noch weitere interessante Charaktere, wie so manch einer der Wölfe, Tara, eine Soldatin oder Crys, ebenfalls Soldat. All diese Charaktere machen im Laufe der Geschichten auch auf Grund von harten Erfahrungen gelungene Entwicklungen durch und viele davon sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Aber auch die Antagonisten sind wirklich gekonnt gezeichnet und ja, man entwickelt im Laufe der Geschichte hier absolut Antipathien.
Mein Fazit

Bei dem etwas unübersichtlichen Einstieg, den wahrscheinlich manch einer als langatmig empfinden würde, möchte ich betonen, dass es sich hier absolut lohnt, am Ball zu bleiben. Vielleicht könnte man hier doch ein Glossar einbauen, um einfach die Übersicht zu geben. Denn Anna Stephens ist hier eine vielschichtige Story mit facettenreichen Charakteren gelungen. Man hat hier einen Rundumschlag von allem, was eine gute Fantasygeschichte ausmacht. Ein wenig fremde Welt, Intrigen, Mord, Krieg, Götter, von all dem findet man hier etwas und nach ca. 75 – 80 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wer Fantasygeschichten mag, sollte hier reinlesen, von mir gibt es eine Leseempfehlung und ein lautes Aufstöhnen, denn ich muss noch so lange auf die Fortsetzung warten.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Nett für zwischendurch

Nichts ist gut. Ohne dich.
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Einst waren Jana und Leander Nachbarn und auch wenn Leander vier Jahre älter ist, war Jana immer wie eine kleine Schwester für ihn. Bis zu jenem Abend vor sechs Jahren im August, als Leander und Tim, Janas ...

Einst waren Jana und Leander Nachbarn und auch wenn Leander vier Jahre älter ist, war Jana immer wie eine kleine Schwester für ihn. Bis zu jenem Abend vor sechs Jahren im August, als Leander und Tim, Janas Bruder, gemeinsam in ein Auto stiegen. Die Beiden verunglücken und Tim kommt dabei ums Leben. Bis heute weiß Jana nicht, was damals wirklich geschehen ist, warum die beiden sechzehnjährigen Jungs in ein Auto stiegen und fuhren, denn Leander verschwand aus Janas Leben. Doch nun ist er zurückgekehrt und steht plötzlich in der kleinen Buchhandlung, in der Jana arbeitet, vor ihr. Welche Gefühle er dabei in ihr auslöst, damit hätte sie nie gerechnet und auch in Leander tobt es.

Meine Meinung

Das Cover ist gut gelungen und wirkte harmonisch und ansprechend und durch das knallige Herz erweckt es Aufmerksamkeit, so dass ich den Klappentext unbedingt lesen musste.

Der Einstieg in das Buch gelingt recht gut und man befindet sich umgehend mitten im Geschehen. Sprachlich ist es leicht, modern und sehr angenehm zu lesen, so dass es auch die Zielgruppe ansprechen wird. Mir hat der Stil soweit recht gut gefallen, wobei mir das zu Herzen gehende, das tiefe Emotionale, das ich bei solch einer Geschichte erwarte, etwas gefehlt hat. Dafür war es ein wenig zu oberflächlich gehalten und sprachlich noch zu geradlinig, auch wenn es sich flüssig lesen lässt.

Insgesamt blieb auch die Handlung ein wenig hinter meinen Erwartungen, denn es geschieht einfach nicht allzu viel, es gibt bei solchen Geschichten oft Momente, die besonders wirken, die berühren, aber diese gab es hier nicht allzu oft. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin sich getraut hätte, einfach emotionaler zu werden, in die Tiefe der Gefühle zu fassen und gerne auch etwas dramatischer geworden wäre. Denn das hätte ich mit dieser Vorgeschichte mir durchaus passend vorstellen können. So blieb es eher ruhig und im Gesamtbild distanziert und ja leider auch etwas mit Längen behaftet, was aber dank des Schreibstils nicht langweilig wurde und den Lesefluss nicht zu sehr störte.

Die Liebesgeschichte zwischen Jana und Leander hingegen fand ich gelungen. Gerade die langsam beginnende Freundschaft, das sich langsam wieder Annähern fand ich durchaus überzeugend. Alles andere hätte auf mich, bei der Vorgeschichte der Beiden, auch nicht glaubhaft gewirkt. So war es gut nachvollziehbar und schlüssig für mich.

In der Ich-Perspektive wird diese Geschichte von den beiden Protagonisten, meist kapitelweise wechselnd erzählt. Dabei bekommen wir als Leser einen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten.

Jana war mir auf den ersten Blick sehr sympathisch, allein ihre Liebe zu Büchern ließ mich hier gleich eine Verbindung aufbauen. Doch sie entpuppte sich durchaus als ein wesentlich komplizierterer Charakter, was mich auf der einen Seite durchaus überzeugen konnte, Jana aber den einen oder anderen Sympathiepunkt gekostet hat. Sie ist sehr distanziert, auf eine bestimmte Weise auch mit wenig Skrupel behaftet, wenn man beobachtet, welche Art Beziehung sie führt, als Leander wieder in ihr Leben platzt. All das lässt sich durchaus mit ihrem Verlust erklären, vor allem, weil sie nie erfuhr, was wirklich geschah.

Leander, er war sehr lange für mich schwer zu greifen und ich habe ihn mit einer gewissen Distanz betrachtet und wahrgenommen. Er leidet auch heute noch, verständlicherweise, an dem Geschehen, doch das spürt man mehr an dem, was er aus seinem Leben macht, als an seiner Gefühlswelt. Auch hier blieb es mir in emotionaler Sicht noch zu flach.

Nebencharaktere bleiben in der Geschichte übersichtlich, nehmen auch nur sehr selten aktiv am Geschehen teil, bzw. haben auf dieses nur wenig Einfluss. Das Hauptaugenmerk der Autorin liegt hier in erster Linie bei den Protagonisten.

Mein Fazit

Ein Jugendbuch, das sich zwischendurch wunderbar lesen lässt, allerdings noch das ein oder andere, wie z.B. das Emotionale, deutlich tiefer hätte aufgreifen können. Mir fehlte hier ein wenig das tief berührt werden und die dadurch emotionale Verbindung mit den Protagonisten. Trotzdem lässt dich das Buch leicht und flüssig lesen und da es sich um ein Jugendbuch handelt, ist es für die Zielgruppe durchaus sehr lesenswert. Allen anderen Lesern sag ich einfach mal reinschnuppern.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Knallhart und schonungslos

Skorpione (Sascha Simoneit-Serie 1)
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Einst war er ein Söldner, dann ein Polizist, dann wurde Sascha Simoneit aus dem Polizeidienst entlassen wegen Alkoholmissbrauchs. Doch als der dem Kneipenbesitzer Benno, einer der Kiezgrößen ,bei einer ...

Einst war er ein Söldner, dann ein Polizist, dann wurde Sascha Simoneit aus dem Polizeidienst entlassen wegen Alkoholmissbrauchs. Doch als der dem Kneipenbesitzer Benno, einer der Kiezgrößen ,bei einer Kneipenschlägerei zur Hilfe kommt, zeigt sich dieser mehr als danlbar. Benno vermietet ihm ein Büro im Hinterhaus seiner Kneipe, von dort ermittelt Simoneit als Privatdetektiv. Doch dann bekommt er einen Auftrag, der ihm mehr als zu schaffen macht. Eine Frau wendet sich an Simoneit, ihre kleine Tochter wurde überfallen und ihr wurde eine Niere entfernt. Nun kämpft das kleine Mädchen in der Klinik ums Überleben.
Meine Meinung
Ich muss sagen, dass ich auf diesen Thriller neugierig wurde, weil mich die Laufbahn des Autors neugierig machte und ich dachte, dass dieser hier so einiges an persönlichen Erfahrungen mit in den Thriller einbringen könnte. Interessant ist die sprachliche Wahl des Autors, denn er schreibt so, wie man auch annehmen würde, dass der Umgangston eines Ex-Söldners sein könnte. Knallhart, schonungslos, rotzig, dreckig und dies lässt das Gesamtbild absolut authentisch wirken. Allerdings ist es nicht unbedingt leicht zu verfolgen, was allerdings nicht an der Sprache liegt, sondern eher an den verschiedenen Perspektiven und diversen Zeitsprüngen. Ich habe hier eine Weile benötigt, bis ich wusste, wer wer ist und warum er wie handelt. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Kapitel auch sehr kurz gehalten werden und hier rasche Perspektiven- und Zeitenwechsel vonstatten gehen. Als Leser sollte man hier durchaus am Ball bleiben und konzentriert lesen, denn je weiter man vorankommt, desto mehr spürt man schon am Ton, wer da gerade handelt. So sind z.B. Kapitel aus der Perspektive der Mutter von der Tonart ganz anders, als Kapitel aus der Sicht Simoneits.
Je mehr man dann den Überblick behält, desto spannender und ja auch schockierender wird der Fall. Dieser ist eher nichts für schwache Nerven oder zartbesaitete Leser, denn hier geht es oftmals knallhart zur Sache. Auch hier verschönigt der Autor nichts und der Leser wird hier zwar mit einem fiktiven Fall konfrontiert, den ich mir aber, leider, auch in der Realität so vorstellen könnte.
Durch einen personellen Erzähler in der dritten Person erlebt der Leser die Handlung. Man erhält unheimlich viele Einblicke und Eindrücke und auch wenn es zu Beginn schwierig wurde, das zu verfolgen, gelingt es dem Autor, all seine losen Fäden in der Hand zu behalten und miteinander zu verbinden.
Mit Simoneit hat der Autor einen, ja ich muss sagen schon recht “krassen” Protagonisten erschaffen. Er ist schon so, wie man sich einen ehemaligen Söldner vorstellt, zumindest, was sein Auftreten betrifft. Doch eines wird doch deutlich, er hat das Herz am rechten Fleck. Durch die Zeitsprünge hat man Einblicke auf seine Vergangenheit, was äußerst wichtig ist, für die Person, die er in der Gegenwart darstellt.
Aber auch die Nebencharaktere sind glaubwürdig gezeichnet, besonders “gefallen” hat mir hier Kiezgröße und Kneipenbesitzer Benno, der, genau wie Simoneit, ein äußerst vielschichtiger Charakter ist.
Mein Fazit
Keine leichte Lektüre, denn die Art des Erzählens fordert durchaus die Aufmerksamkeit des Lesers. Gelingt es aber hier dann den Überblick zu behalten, erhält man einen schonungslosen und knallharten Thriller. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Zeit benötigt habe, um mich hier zurecht zu finden und mich auch an die Sprache zu gewöhnen, denn auch diese ist im Großen und Ganzen hart und schonungslos. Doch gerade dadurch zeichnet der Autor ein glaubwürdiges und vorstellbares Bild, dass den Leser schockiert. Ich denke auch, dass es keine Geschichte für Zartbesaitete ist, denn man bekommt das Geschehen direkt aufgezeigt. Wen diese Zeitsprünge und Perspektivenwechsel jedoch nicht stören, der sollte hier einmal hineinlesen.