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Veröffentlicht am 17.10.2017

Grandios

Scythe – Die Hüter des Todes
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In einer fernen Zukunft hat die Menschheit es endlich geschafft, nämlich ihr Ziel des ewigen Lebens zu erreichen. Lediglich ein Feuer könnte den Menschen noch zu einem Verhängnis werden, doch dies geschieht ...


In einer fernen Zukunft hat die Menschheit es endlich geschafft, nämlich ihr Ziel des ewigen Lebens zu erreichen. Lediglich ein Feuer könnte den Menschen noch zu einem Verhängnis werden, doch dies geschieht kaum noch. Spürt man Wehwehchen des Alters, kann man sich auf ein jüngeres Alter resetten lassen, nur zum Teenager kann man nicht werden. Verletzungen werden durch im Körper eingepflanzte Naniten schnell behoben und man ist wie neu. Das einzige Problem der Welt? Die Überbevölkerung. Aus diesem Grund wurden die Scythe ins Leben gerufen, deren Beruf es ist, Personen nach einer bestimmten Auswahl nachzulesen und zu töten. Die beiden Teenager Citra und Rowan, beide sechzehn Jahre alt, werden von Scythe Faraday dazu berufen, bei ihm in die Lehre zu gehen und die Kunst des Tötens zu erlernen. Doch nur einer wird nach der Lehre zum Scythe berufen und seine erste Aufgabe wird es sein, seinen Gegner nachzulesen.
Meine Meinung:
Wow, was für eine Geschichte und was für ein gelungener Einstieg in eine neue Trilogie. Gleich vorweg, Neal Shusterman hat hier etwas erschaffen, dass mich mit einer Mischung aus Faszination und Nachdenklichkeit zurückgelassen hat. Eine Geschichte, die durchaus erst einmal sacken muss.
Der Beginn ist gleich sehr spannend und man begegnet schon im ersten Moment einem Scythe. Schon von diesem Moment an baut Shusterman eine ganz eigene Atmosphäre auf, die den Leser schnell gefangen nimmt. Dabei ist sein Schreibstil sehr flüssig, sehr fesselnd und doch auch der Stimmung des Buches angepasst. Denn hier gibt es einen gewissen Aspekt zu beachten: auf den ersten Blick klingt das ewige Leben doch perfekt, kein Krieg, kein Leid, kein Hungern. Allerdings fängt Shusterman hier sehr gekonnt die Kehrseite des Ganzen auf, denn es entsteht nicht nur der Zwang, dass es Menschen gibt, die andere Menschen töten müssen, damit die Erde nicht noch mehr überbevölkert wird, sondern auch ein wenig die Frage nach dem Sinn des Lebens. Menschen gehen zwar noch Berufen nach, aber wirklich etwas Neues gibt es nicht mehr zu erforschen. Im Großen und Ganzen herrscht eine Leere, man lebt halt so vor sich hin, aber Gefühle kommen gar nicht mehr richtig zu Stande. Genau diesen Aspekt bringt Shusterman allein in seiner Sprache so gekonnt rüber, dass ich schon nach den ersten Seiten einen Moment innehalten musste.
Die Spannung der Geschichte steigert sich zunächst recht langsam, jedoch kontinuierlich. Als Leser hat man hier gute Gelegenheit, erst einmal die Welt zu erforschen, sich auf das Geschehen einzulassen und die Handlungen der Scythe zu beobachten. Die Scythe sollen unabhängig vom Thunderhead, der großen künstlichen Intelligenz, die die Menschheit leitet, agieren. Sie sollen die Menschen auswählen, die nachgelesen werden sollen. Dabei sollen sie unparteiisch sein, nach gewissen moralischen Grundsätzen handeln und haben nur ein gewisses Maß, nachdem sie auswählen. Das macht sie allerdings zu einem gewissen Teil zu einer Art Übermensch und wohin das einzelne Personen führen kann, ist fast schon vorauszuahnen.
Aus wechselnden Perspektiven schildern hier die Teenager Citra und Rowan die Handlungen. Sie werden von Scythe Faraday als Lehrlinge berufen und eigentlich würden sie lieber verzichten, doch der Beruf des Scythe gewährt der eigenen Familie Immunität, sprich sie können nicht nachgelesen werden. Um die Familie zu retten, lässt man sich doch dann auf diesen makabren Beruf ein.
Allein das sagt schon etwas über diese beiden Teenager aus, aber auch sonst sind sie hier sehr gut dargestellt. Auf der einen Seite ist Citra, die sich so schnell nicht einschüchtern lässt und auch, im gegebenen Fall, einem Scythe die Stirn bietet, wenn es um etwas geht, das ihr am Herzen liegt. Auf der anderen Seite steht Rowan, auf eine Art ist er Citra ähnlich, nämlich indem er sich für andere einsetzt. Doch eigentlich ist er der Typ, der nur ungern im Mittelpunkt steht und Aufmerksamkeit gerne von sich wegleitet. Die Entwicklung der Beiden zu beobachten, war hier sehr interessant, gerade ab einem bestimmten Punkt, über den ich leider nichts verraten kann, werden beide Charaktere immer intensiver und ich fand sie sehr gut ausgearbeitet.
Neben den Beiden gibt es noch ein paar weitere, sehr interessante Charaktere, wie z. B. Scythe Faraday, der mich mit seiner Art schon irgendwie beeindruckt hat und doch behielt ich Abstand zu ihm. Ein Charakter, auf den man sich nicht so leicht einlassen kann und der doch wirkt.
Was ich noch gut gelungen fand, waren die Einblicke in die Tagebücher der Scythe, die zwischen den Kapiteln eingeblendet werden. Diese geben noch einmal mehr einen Einblick in die Tätigkeit, aber auch in die Gefühlswelt der Scythe.
Mein Fazit:
Ein Buch, bei dem ich gerade selbst den Eindruck habe, nicht genug darüber erzählt zu haben und doch möchte ich einfach auch nicht zu viel verraten. Ein absolut denkwürdiges und doch real wirkendes Zukunftsszenario wird hier vom Autor entwickelt. Doch ob ich in so einer Welt leben wollte? Schwer vorstellbar. Ein Buch, das ganz besonders durch die Atmosphäre und dem dazu passenden Schreibstil lebt und noch lange nachdenklich stimmt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und gebe eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.10.2017

Geniale Story

AMANI - Rebellin des Sandes
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Die sechzehnjährige Amani lebt in dem kleinen Ort Dustwalk, ein kleiner Ort ziemlich am Ende der Wüste von Miraji. Seit dem ihre Mutter starb lebt sie bei ihrem Onkel und ihrer Tante, doch sie hat eigentlich ...

Die sechzehnjährige Amani lebt in dem kleinen Ort Dustwalk, ein kleiner Ort ziemlich am Ende der Wüste von Miraji. Seit dem ihre Mutter starb lebt sie bei ihrem Onkel und ihrer Tante, doch sie hat eigentlich nur ein Ziel: raus aus diesem Ort. Da sie eine der besten Schützen ist, hat sie alles Geld, das sie zusammenkratzen konnte, in einen Schießwettbewerb investiert. Zu gewinnen gibt es dabei eine große Summe an Bargeld. Sie schafft es auch unter die letzten drei, doch dann passiert etwas unvorhergesehenes und Amani verliert all ihr Geld. Beinahe wäre sie auch entdeckt worden, doch ein geheimnisvoller Fremder hilft ihr zu fliehen. Das sie genau diesen Fremden einen Tag später ebenfalls rettet, hätte sie allerdings nicht gedacht und auch nicht, dass sie dabei in größte Schwierigkeiten gerät. Doch erneut rettet der Fremde sie und gemeinsam gelingt ihnen die Flucht aus Dustwalk. Allerdings hätte Amani nicht damit gerechnet, dass sie plötzlich mitten in einer Rebellion landet.
Meine Meinung:
Allein schon die Optik dieses Buches ist für mich wieder ein Highlight und so musste ich natürlich auch wissen, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Das ich hier mitten in einem riesigen Abenteuer lande, das eine fantastische Mischung aus orientalischer Welt und Wild-West-Abenteuer beinhaltet, hätte ich zunächst nicht erwartet. Doch die Autorin Alwyn Hamilton konnte mich vom ersten Augenblick an mit ihrer Geschichte fesseln. Dabei ist ihr Schreibstil absolut flüssig und modern, also auch bestens für das empfohlene Alter geeignet. Allerdings geht es hier auch gerne einmal etwas härter zu, wobei die Autorin aber nicht zu sehr ins Detail geht, so dass es auch da weiterhin ein Jugendbuch bleibt. Die Geschichte ist aber auch so abenteuerlich, dass auch Erwachsene hier aufregende Lesestunden verbringen können.
Ja, aufregend, genau das ist dieses Buch, denn hier jagt ein Abenteuer das nächste und dabei gibt es eine ganze Menge Wendungen und Überraschungen, von denen ich nur die wenigstens voraus ahnen konnte. Es ist und bleibt also sehr spannend und immer wieder zieht die Autorin die Spannungsschraube auch an, so dass das Buch ein wahrer Pageturner wird. Doch trotz immer wiederkehrenden Abenteuern gibt es auch Momente, in denen es etwas ruhiger, aber keineswegs langweilig wird. Für mich war es eine perfekte Mischung, um mich auf diese Geschichte richtig einlassen zu können.
Das Worldbuilding ist richtig gut gelungen, denn auf der einen Seite befindet sich der Leser in einer orientalischen Welt, die zum Teil auch deren Werte beinhaltet, zu einem weiteren Teil gibt es hier aber auch Schießereien á la Wild West. Dabei gelingt es Hamilton sehr gut, dem Leser diese Welt mit nur wenigen Details vorzustellen und dabei glaubhaft zu machen. Man bekommt also genügend Raum für eigene Vorstellungen und doch ist es so greifbar, dass man weiß, wie die Umgebung wirkt.
In der Ich-Form erzählt hier die Protagonistin Amani ihre Geschichte. Diese wird dem Leser dabei schnell sehr nahe gebracht und man fühlt sich mit ihr verbunden. Auch wenn Amani noch sehr jung ist und sich das auch in der ein oder anderen Handlung wiederspiegelt, ist sie doch ein wirklich rundum gelungener Charakter. Sie hat das Herz am rechten Fleck und kämpft für die, die sie liebt. Der Titel ist hier perfekt für Amani, denn in ihrem Inneren ist sie eine kleine Rebellin, die bei so manch einem Dialog den Leser zum Schmunzeln bringt. Zurückhaltung und Scheu kennt sie nur sehr selten, man merkt ihr einfach an, dass sie schon früh gelernt hat, auf wen sie sich verlassen kann: nämlich sich selber. Tja, und dann? Dann trifft sie auf Jin, der Fremde, der plötzlich in Dustwalk auftaucht. Vertraut sie ihm? Eher nicht und doch ist sie immer wieder gezwungen, es darauf ankommen zu lassen. Dabei fliegen zwischen den Beiden durchaus schonmal die Fetzen und es knistert gewaltig. Mir hat Jin hier als Gegenpart zu Amani sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit diesem Gespann weitergeht. Im Laufe der Geschichte kommen noch einige Charaktere hinzu, vor allem im späteren Verlauf. Diese sind durchaus interessante Persönlichkeiten, die hier noch sehr viel mehr Abenteuer für weitere Bände versprechen.
Mein Fazit:
Mit Amani, Rebellin des Sandes, ist der Autorin eine bildgewaltige Fantasy-Action-Geschichte gelungen, die mich rundum überzeugen konnte und für spannende Lesestunden sorgte. Flüssig und fesselnd und vor allem mit einer tollen Protagonistin, die nicht so schnell klein beigibt, hat mir der Einstieg richtig gut gefallen. Von mir gibt es hier eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.10.2017

Märchenhaft

Die silberne Königin
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Seit vielen Jahrzehnten herrscht Winter in der wunderschönen Stadt Silberglanz und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, in die kleine Stadt zu gelangen über eine Passage. Die Menschen kämpfen hier um ...

Seit vielen Jahrzehnten herrscht Winter in der wunderschönen Stadt Silberglanz und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, in die kleine Stadt zu gelangen über eine Passage. Die Menschen kämpfen hier um ihr Überleben und viele müssen in einem Bergwerk arbeiten, um ein wenig Geld zu verdienen. Die Bedingungen sind hart und auch Emma muss in der Mine hart arbeiten, um sich und ihren Vater durchzubringen. Als eines Tages wieder etwas in der Mine explodiert, kann Emma ihren Beruf nicht mehr ausführen, da sie sich an der Hand verletzt. Während sie durch den Ort geht, kommt sie an Madame Weltfremds Chocolaterie und diese sucht eine neue Mitarbeiterin. Emma bekommt die Arbeit und nicht nur das, denn Madame Weltfremd kann noch etwas anderes als Schokolade herstellen. Sie erzählt Märchen, mit denen sie regelrecht verzaubern kann.
Meine Rezension:
Dieses Buch hat mich durch sein wunderschönes Cover magisch angezogen und auch der Inhalt ist einfach magisch märchenhaft. Schon der Einstieg mit der märchenhaften Erzählung konnte mich fesseln und berühren und auch sonst hatte der Schreibstil von Katharina Seck etwas ganz eigenes, bezauberndes an sich. Sie wechselt in ihrer Geschichte zwischen den Märchen, die Madame Weltfremd erzählt, und den Begebenheit, die in der Stadt wirklich passieren und dieses ist ihr ganz hervorragend gelungen. Durch diesen Erzählstil fängt die Autorin in ihrer Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre ein und schon sehr bald merkte man beim Lesen, dass die Märchen nicht nur eine Erzählung der Madame sind. Dieses Buch lebt gerade zu durch seine Atmosphäre und ich konnte mir die Stadt Silberglanz unter Schnee und Eis begraben sehr gut vorstellen. Ich konnte die Kälte spüren, aber genauso sehr wurde ich in die Magie der Chocolaterie gezogen, ich spürte den Kampf ums Überleben der Bewohner und die Kälte, die der König noch zusätzlich über seine Stadt ausübt.
Die Spannung war hier durchweg gegeben, da ich beim Lesen durchweg wissen wollte, wo die Zusammenhänge zwischen Märchen und der "realen" Welt der kleinen Stadt liegen. Welche Geheimnisse sind hier verborgen? In der dritten Person wird die Geschichte aus Emmas Perspektive wiedergegeben und dementsprechend fühlte ich mich auch ganz besonders mit ihr verbunden. Dann gibt es auch noch das Märchen das zunächst von Madame Wundervoll erzählt wird und diese beiden Perspektiven wechseln sich dann ab.
Die Charaktere passen hier ebenfalls perfekt in die Geschichte und sie waren durchdacht und jeder hatte seine eigene Wirkung auf mich beim Lesen. Emma war eine ganz wundervolle Person, warmherzig und strahlt in dieser ganzen Umgebung einfach mit ihrer Wärme etwas aus, das berührt. Ophelia ist eine lebenslustige Person, die mir schnell ans Herz wuchs. Madame Weltfremd, der Name ist hier schon sehr treffend, wirkt kühl und unnahbar und ich habe beim Lesen regelrecht spüren können, dass sie etwas weiß, auch wenn man keine Anhaltspunkte bekommt, so ist das Geheimnis präsent. Dann ist da noch der König darselbst, kaltherzig und grausam wirkt er, während er über die kleine Stadt regiert.
Mein Fazit:
Eine märchenhaft anmutende Geschichte, in der sogar ein Märchen erzählt wird, mit einem wunderschönen Schreibstil und einer ganz eigenen Atmosphäre. Doch dieses Buch hat, wie so viele Märchen, auch eine ganz eigene Aussage. Es geht um Vertrauen, Liebe und Freundschaft und den Mut verzeihen zu können. Ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat und das ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 13.10.2017

Willkommen in der Firma

In der Liebe ist die Hölle los
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Eigentlich wollte Catalea Morgenstern nichts mit der Firma ihres Vaters zu tun haben, denn die Firma handelt mit Seelen und ist nichts weiter als die Hölle und Cataleas Vater ist der Teufel daselbst. Sie ...

Eigentlich wollte Catalea Morgenstern nichts mit der Firma ihres Vaters zu tun haben, denn die Firma handelt mit Seelen und ist nichts weiter als die Hölle und Cataleas Vater ist der Teufel daselbst. Sie selber ist eigentlich nur ein Halbblut, doch insgeheim wird ihr, spätestens nachdem ihr Freund Jan mit ihr Schluss gemacht hat, klar, dass sie ihre Herkunft nicht verleugnen kann. Sie beginnt für ihren Vater zu arbeiten, doch schon ihr erster Auftrag geht schief und das so sehr, dass sie sogar von der Polizei verhaftet wird und nicht nur das, auch ein paar Häuser der Hölle sind hinter ihr her. Zum Glück hilft ihr der mehr als gut aussehende Gehilfe und Anwalt ihres Vaters, Timur, bei ihrer Flucht.
Meine Meinung:
An Hand des Autorennamens ist hier ja gleich klar, dass dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde, aber nach dem Klappentext war ich schon sehr gespannt darauf, wie er das umgesetzt hat und ich muss sagen: der Herr Schröder kann das und das sogar sehr gut. Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen, dabei bringt er so einige Dialoge und Begebenheiten zur Hölle (oder wie es im Buch so schön heißt: zur Firma) aufs Tapet, die mich mehr als einmal laut loslachen ließen. Der Autor hat ein äußerst gelungenes Debüt geschrieben, das mit sehr viel Wortwitz ausgestattet ist, allein die Auszüge aus dem "Ratgeber für die Toten" den man als Begleiter gereicht bekommt, wenn man in das dunkle Reich eintritt, sind äußerst unterhaltsam und ich habe mehr als einmal gedacht: oh nee, das sind ja schlimmere Bedingungen als jetzt.
Das Buch ist im Großen und Ganzen sehr unterhaltsam, aber es gibt auch hier und da kleinere Längen, bei denen man sich einfach durch die Erläuterung zum Setting und den Kreaturen der Hölle lesen muss. Doch dies ist hier durchaus notwendig, um all die Zusammenhänge zu verstehen, trotzdem ist es ein wenig anstrengender, da am Ball zu bleiben. Hat man da jedoch einmal den Durchblick und kann alle Personen recht gut zuordnen, wird es auch deutlich spannender zu lesen.
Eines muss ich dem Autor lassen, die gesamte Grundidee strotzt nur so vor Ideenreichtum und so manch einer der Charaktere brachte mich allein nur beim Lesen des Namens schon zum Schmunzeln. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das alles weiterentwickeln wird, denn ich denke, dass wir da noch sehr interessantes lesen werden.
Die Geschichte erzählt uns Catalea direkt in der Ich-Form, so dass man sie recht gut kennenlernen kann. Allerdings blieb sie mir recht lange eher undurchschaubar, was allerdings wohl auch ein wenig daran liegt, dass sie am liebsten selbst ihre Herkunft vergessen würde und so gar nicht scharf darauf ist, ihren Vater näher kennenzulernen oder ihm gar bei der Arbeit in seiner Firma zu helfen. Man kann auf jeden Fall gut verfolgen, wie sie beginnt, sich selbst und ihre Herkunft immer mehr zu akzeptieren. Letzten Endes hilft ihr dabei auch ganz gut ihr männlicher Gegenpart Timur. Höllisch heiß und höllisch sexy, aber auch sehr geheimnisvoll kommt dieser daher und erst nachdem man so langsam hinter seine Geheimnisse kommt, wird auch Timur sympathischer.
Richtig gut gefallen haben mir die sehr kreativ dargestellten Nebenfiguren, allein der Teufel, der immer plötzlich und in völlig unterschiedlichen Gestalten daherkommt, brachte mich immer wieder zum Lachen, auch wenn er ja eigentlich ganz schön böse ist. Auch weitere Charaktere wie Kitty oder der Apostel sind sehr gut gelungen und runden das skurrile Geschehen perfekt ab. Gerade durch diese Nebencharaktere bekommt die Geschichte ihren Schwung und ihre Lebendigkeit.
Mein Fazit:
Skurril, witzig, anders und dabei recht unterhaltsam kommt das Debüt aus der Feder von Benne Schröder daher. Mit sehr viel Situationskomik und großem Ideenreichtum ist dem Autor ein Start in eine neue Reihe gelungen, auf deren Fortsetzung ich schon gespannt bin. Der Schreibstil ist fließend und modern und die Charaktere interessant und ungewöhnlich, so dass ich über die kleinen Längen gut hinwegsehen konnte. Ich bin jetzt schon auf Band 2 gespannt, der im November erscheinen soll. Schaut einmal herein, wenn ihr die Firma und deren Mitarbeiter kennenlernen wollt, aber passt gut auf, dass ihr nicht von diesen geholt werdet, denn euer neuer Job bei der Firma und eure neue Wohnsituation könnte höllisch werden.

Veröffentlicht am 13.10.2017

Ein absolutes Highlight

Illuminae. Die Illuminae Akten_01
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Kady und Ezra leben auf dem Planeten Kerenza IV, der vom Bergbau lebt. Hier besuchen sie, wie ganz normale Teenager die Schule und auch sonst ist ihr Leben nicht aussergewöhnlich. Allerdings ist heute ...

Kady und Ezra leben auf dem Planeten Kerenza IV, der vom Bergbau lebt. Hier besuchen sie, wie ganz normale Teenager die Schule und auch sonst ist ihr Leben nicht aussergewöhnlich. Allerdings ist heute ein Tag, der durchaus besser laufen könnte, denn Kady hat sich von Ezra getrennt. Schlimmer kann es also nicht werden, denkt sie noch, als sie von einem Raumschiff der Firma BeiTech angegriffen werden. Viele Menschen sterben bei dem Angriff, doch sowohl Ezra, als auch Kady gelingt die Flucht zur Raumflotte, die aus drei Schiffen besteht. Die Alexander, das größte der drei Raumschiffe und ein Kampfschiff, die Hypatia, ein Forschungsschiff und die Copernicus, ein Mittelstreckenfrachter. Während Kady auf der Hypatia landet, befindet sich Ezra auf der Alexander. Die Raumflotte wird verfolgt von einem Schiff, der Lincoln. Doch irgendetwas geht vor auf der Copernicus, denn BeiTech hat neben dem Angriff mit Raketen auch biologische Waffen zum Einsatz gebracht. Um die Katastrophe dann noch völlig herbeizurufen, scheint auch noch AIDAN, die KI - künstliche Intelligenz, die die komplette Alexander steuert, bei dem Angriff zu Schaden gekommen zu sein.
Meine Meinung:
Wow, ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll, so sehr hat mich diese Geschichte rund um Kady und Ezra geflashed. Gleich vorweg: Illuminae ist nicht nur von der Aufmachung absolut gelungen, sondern auch der Inhalt ist so komplett anders, als ich es bisher je geleen habe und ich kann nur sagen: Wahnsinn Amie und Jay, ihr habt hier etwas gigantisches geschaffen.
Man ahnt ja schon am Titel und dem Cover, dass es hier in diesem Buch ein wenig anders aussieht und ich habe gleich nach Erhalt des Buches völlig fasziniert durch die Seiten geblättert. Das Buch ist genau so aufgebaut, wie der Titel: es sind Akten, die das Geschehen nach dem Angriff auf Kerenza beschreiben. Man findet hier Personenlisten, Chatverläufe, Berichte der Mannschaft und der Führung der Raumschiffe und genau durch diese Art der Dokumentation wurde das Geschehen so real, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, hier über etwas, das genau so geschehen ist, zu lesen. Dabei wurden meine Gedanken und Gefühle in alle Richtungen katapultiert. Ich habe mitgelitten, habe gehofft, gebangt, wurde wütend bei Fehlentscheidungen, war betroffen als ich Personenlisten und die passenden Fotos sah. Eine emotionale Achterbahn und das, obwohl ich im Grunde nur eine Art Akte in den Händen hielt. Damit hätte ich niemals gerechnet.
Die 600 Seiten lesen sich weg wie nichts, denn es ist einfach so fesselnd, dass man immer mehr und mehr wissen möchte. Zwischen all den Ereignissen, die sich teilweise schon überschlagen, gibt es dann noch die Liebesgeschichte zwischen Kady und Ezra, die man durch Chatverläufe zwischen den Beiden mitverfolgen kann, da sie sich auf getrennten Schiffen befinden.
Der Erzähler der Geschichte... den gibt es hier nicht, da es einfach eine Zusammenstellung einzelner Dokumente ist, die hier in fast chronologischer Reihenfolge wiedergeben, was sich zugetragen hat. Wer der Ersteller der Dokumente ist und was damit bezweckt wird, löst sich am Ende auf und ließ mich absolut verblüfft zurück. Damit hatte ich irgendwie gar nicht gerechnet und damit gelingt den Autoren noch einmal einen obenauf zu setzen.
Die Charaktere Kady und Ezra lernt man hier zwar nur durch ihre Chats untereinander und mit Dritten kennen, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, mich in sie hineinversetzen zu können und ein Gefühl für die Protagonisten zu erhalten. Sie waren sehr authentisch und lebendig, Kady etwas frech und clever und smart durch und durch. Ezra, ebenso frech auf seine Art, aber eher pflichtbewusst und mit ganz viel Herz. Sie haben eine ganz eigene Verbindung, die man immer mehr nachspüren kann und auch diese Liebesgeschichte zu etwas besonderem macht.
Auch Nebencharaktere werden hier beschrieben und auch diese lösen schnell Emotionen beim Lesen aus, seien es ihre Entscheidung, ob richtig oder falsch, oder ihre spontanen Handlungen, sie wurden greifbar.
Mein Fazit:
Ungewöhnlich, speziell und ganz besonders und ich muss zugeben, ich bin sehr schwer von Science Fiction Romanen, die auf Raumschiffen spielen, zu begeistern. Schon Star Trek, Star Wars etc. sind so gar nichts meins und so war ich etwas skeptisch vor dem Lesen. Doch alleine die Aufmachung machte mich so neugierig, dass ich mal eben reinlesen wollte und dann alles in einem Rutsch gelesen habe. Ich denke durchaus, dass es Leser geben wird, für die dieser Aufbau nichts sein könnte, deshalb vielleicht einfach mal reinschnuppern. Für mich war es ein weiteres absolutes Jahreshighlight und ich möchte am liebsten jetzt schon Band 2 in den Händen halten. Mein Lesetipp!