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Veröffentlicht am 25.03.2025

Bildgewaltiges Fantasydebüt

The Jasad Heir
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Einige Jahre ist es her, dass Sylvia aus ihrer Heimat, dem Königreich Jasad fliehen musste. Damals wurden sie von ihren Feinden rücksichtslos überfallen und ihre Heimat verbrannt, da sie die letzten waren, ...

Einige Jahre ist es her, dass Sylvia aus ihrer Heimat, dem Königreich Jasad fliehen musste. Damals wurden sie von ihren Feinden rücksichtslos überfallen und ihre Heimat verbrannt, da sie die letzten waren, die Magie wirken konnten. Seitdem lebt sie in einem kleinen Dorf unter einem falschen Namen, denn Sylvia hat ein Geheimnis, das nicht nur ihre Magie betrifft. Als eines Tages der Thronfolger von Nizhal, Arin, in ihrem Dorf auftaucht, ahnt er zwar, dass Sylvia über Magie verfügt, aber nicht, dass sie die totgeglaubte Thronfolgerin Jasads ist.
Wieder einmal ein Buch, das einfach traumhaft gestaltet ist und eine orientalische Fantasywelt versprach. Genau das erhält der Leser auch mit dieser wunderbaren Geschichte, die mich überzeugen konnte.
Der Schreibstil der Autorin Sarah Hashem ist bildgewaltig, flüssig zu lesen und doch ein wenig anspruchsvoller. Auf alle Fälle ist es kein Buch für zwischendurch, da es beim Lesen die volle Aufmerksamkeit fordert, damit man nichts verpasst.
Das Worldbuilding ist dementsprechend absolut ausgefeilt und auch während der Handlung kommen immer mehr Details zum Vorschein über das Magiesystem, aber auch die fremde Welt mit den unterschiedlichen Ländern.
Da es sich hier um High Fantasy handelt, deren Romance Part über weite Teile im Hintergrund bleibt, braucht man ein wenig Geduld, denn so manches wird sehr ausführlich erzählt. Trotz der Längen kam für mich keine Langeweile auf, da ich so ausgefeilte Welten liebe, aber es ist halt auch sehr komplex und damit vielleicht auch nicht für jeden etwas. Auch an die unheimlich vielen Namen, Völker etc. muss man sich gewöhnen, vielleicht hätte ein Glossar hilfreich sein können. Dafür liebe ich die detaillierten Karten im Buch, was das fehlende Glossar gleich wett machte.
Trotzdem gibt es hier auch Action in Form von Kämpfen, den Spielen, Intrigen und Gefahren, für mich ist dieses Zusammenspiel hier absolut faszinierend gewesen.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Sylvia führt den Leser durch die Handlung. Wir erfahren bereits im Klappentext, was ihr widerfahren ist und dass sie eigentlich die rechtmäßige Thronerbin Jasads ist. Ihre Magie ist mächtig und sie ist absolut clever, auch wenn sie schonmal gerne aus dem Bauch heraus handelt und sich dadurch in Schwierigkeiten bringt. Der männliche Protagonist ist ebenfalls Thronerbe, aber von Nizahl, deren Krieger für den Fall Jasads verantwortlich waren. Er bleibt zunächst undurchschaubar und erst langsam merkt man, dass mehr hinter ihm steckt.
Die Romanze zwischen den beiden ist wirklich absolutes Slow burn und Enemies to Lovers at it’s best. Für mich waren die Schlagabtäusche zwischen den beiden absolut gelungen und ließen zwischendurch auch mal schmunzeln. Für mich war der Romancepart absolut perfekt, denn sie sind im wahrsten Sinne Todfeinde, alles andere als dieses wirklich sehr langsame Annähern wäre unglaubwürdig gewesen.
Die Geschichte weist unheimlich viele Nebencharaktere auf, die ebenfalls immer wieder Einfluss auf die Handlung nehmen. Auch hier sind einige, die sehr ausführlich beschrieben werden und dadurch lebendig werden.
Mein Fazit: ein sehr komplexes Worldbuilding, das wunderbar bildhaft beschrieben wurde und endlich mal wieder eine High Fantasy Story erzählt dessen Romance Nebensache bleibt und es auch keinen Spice gibt. Ich habe hier jedes Wort genossen, denn die Autorin erzählt einfach wunderbar. Es gibt Spannung, Lügen, Intrigen, aber auch ein paar Längen durch das ausführliche beschreiben. Wer allerdings komplexe Welten liebt, wird hier ganz auf seine Kosten kommen.

Veröffentlicht am 25.03.2025

Düster, spannend, emotional

Cursed – Der Fluch des Mondes (Gilded 2)
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Serilda, die Müllerstochter aus Märchenfeld, die bekannt für ihre Geschichten ist, ist nun nicht nur eine Gefangene des grausamen Erlkönigs, sondern soll auch seine Braut werden. Dabei ist es nicht die ...

Serilda, die Müllerstochter aus Märchenfeld, die bekannt für ihre Geschichten ist, ist nun nicht nur eine Gefangene des grausamen Erlkönigs, sondern soll auch seine Braut werden. Dabei ist es nicht die Liebe, die den Mann dazu treibt, denn der Erlkönig hat ganz andere Pläne. Diese durchschaut Serilda nur so nach und nach, doch als ihr klar wird, was er wirklich plant, versucht sie alles, um seine dunkle Herrschaft zu verhindern.
Bereits der erste Band dieser Dilogie konnte mich völlig begeistern und war ein Highlight, dementsprechend konnte ich es kaum abwarten, weiterlesen zu können.
Das Cover ist wieder richtig toll geworden und auch sonst lieb ich die Gestaltung dieser Märchenadaption. Marissa Meyer erzählt so unglaublich flüssig und mitreißend, aber auch absolut bildgewaltig, so dass ich hier wieder mitten im Geschehen war.
Das Setting empfand ich, zumindest zu Beginn, nicht ganz so düster, das legte sich aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder komplett und dementsprechend war ich auch hier sehr zufrieden. Auch Band 2 hat wieder den ein oder anderen recht brutalen Moment parat, allerdings war dieses nun nicht mehr ganz so überraschend, tatsächlich habe ich damit sogar gerechnet.
Das Geschehen fand ich spannend, Momente, in denen ich dachte, ok, was soll jetzt denn noch passieren, brachten natürlich gewaltige Plottwists und diese gab es auch immer wieder im Buch. Den größten Plottwist, den man vielleicht sogar hätte erahnen können, habe ich persönlich erst im letzten Moment wirklich geschnallt, was ich absolut gelungen finde.
Das Märchen an sich ist eine Nacherzählung zu Rumpelstilzchen, hat damit auch wirklich die ein oder andere Parallele, aber auch unheimlich viele neue Ideen, wie das Magiesystem, das nur denen gewahr wird, die von einem der Götter gesegnet wurden, aber auch das Setting bietet einfach ganz viel Abwechslung.
Serilda mochte ich schon in Band eins unglaublich gerne und nach dem großen Cliffhanger war ich sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Sie ist immer noch tapfer und mutig und stellt sich auch in ausweglosen Situationen, z. B. dem Erlkönig. Gerade für die Personen, die sie liebt, gibt sie alles.
Gild blieb mir schon im ersten Band recht fremd, da hatte ich gehofft, ihn hier noch intensiver kennenzulernen, was aber nicht der Fall war. Dadurch blieb mir aber auch leider die Liebesgeschichte zu wenig greifbar.
Ansonsten aber fand ich die einzelnen Charaktere einfach unheimlich gut gezeichnet und lebendig, selbst wenn sie tot waren. Man liebt oder hasst sie und man fühlt hier einfach mit. Vom Erlkönig war ich zunächst überrascht, dachte ich fast, er wäre nicht mehr ganz so grausam, aber na ja, ihr werdet es sehen.
Mein Fazit: Vielleicht kommt Band 2 nicht ganz an den ersten Band heran, doch das ist auch irgendwie jammern auf hohem Niveau, denn eigentlich macht die Autorin hier alles richtig, fesselnde Handlung, eine Protagonistin in die man sich gut hineinversetzen kann und ein bildgewaltiger Schreibstil. Die Lovestory hätte intensiver sein können, um sie nachzuempfinden, aber das ist für mich persönlich eher irrelevant. Ich glaube Band 1 war so ein absolutes Highlight, weil ich einfach von all den Ereignissen so überrascht war. Letztlich kann ich auch den Abschlussband jedem ans Herz legen, der Band eins auch mochte.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Beklemmend

Die Kammer
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Ellen Brooke hat einen für Frauen extrem seltenen Job, sie ist Sättigungstaucherin und muss, um mit dem Druckausgleich klarzukommen, für dreißig Tage in eine Kammer. Gemeinsam mit ihren fünf männlichen ...

Ellen Brooke hat einen für Frauen extrem seltenen Job, sie ist Sättigungstaucherin und muss, um mit dem Druckausgleich klarzukommen, für dreißig Tage in eine Kammer. Gemeinsam mit ihren fünf männlichen Kollegen wird sie eine winzige Kammer mit nur einer kleinen Nasszelle bewohnen, doch für Ellen und ihre Kollegen ist dies reine Routine. Haben sie zumindest gedacht, denn dann stirbt einer der Männer und es wird nicht der einzige sein. Die, die überleben, müssen mit dieser Situation klarkommen, denn das Öffnen der Kammer würde den Tod aller Verbliebenen bedeuten.
Dieses Buch klang so absolut neu und ungewöhnlich, denn etwas mit ähnlichem Thema habe ich noch nie gelesen.
Der Einstieg fiel mir auch sehr leicht, denn der Autor Will Dean verfügt über einen sehr unaufgeregten und leicht lesbaren Schreibstil. Allerdings dauert es eine Weile, bis hier wirklich was passiert und der Autor legt zunächst das Augenmerk sowohl auf die Begebenheiten in der Kammer als auch auf die unterschiedlichen Charaktere. Als Leser erfährt man nun hier so einige Hintergründe über das Sättigungstauchen und die Gefahren, die damit einhergehen. Für meinen persönlichen Geschmack war es etwas zu ausführlich, aber auf jeden Fall interessant.
Aus der Sicht der einzigen Frau in der Kammer, Ellen Brooke, erleben wir die Geschehnisse, aber auch das Vorstellen ihrer Kollegen. Somit weiß man von Beginn an, wer die Männer sind, mit denen sie für eine Weile in der Kammer sein wird.
Richtig spannend wird es erst, nachdem der erste der Insassen stirbt. Warum und weshalb erfährt man nicht sofort und nach und nach wird die Situation in der Kammer immer beklemmender, allein die Vorstellung, mit einem Toten auf so engem Raum eingesperrt zu sein, gibt beim Lesen ein sehr beklemmendes Gefühl. Dieses macht das Buch dann auch absolut aus. Wer hier große Plottwists oder mega Tempo und Spannung erwartet, könnte allerdings enttäuscht sein. Nichtsdestotrotz fand ich die Atmosphäre hier wirklich sehr gelungen und glaubhaft dargestellt.
Protagonistin Ellen fand ich sehr greifbar, wir erleben all ihre Emotionen, die sie hier durchläuft. Gerade zu Beginn spürt man, wie sehr all das, was für uns ungewohnt ist, für sie Routine ist, denn ihre Erzählung bleibt nahezu gefühllos, fast schon wie ein Sachbericht. Auch die weiteren Charaktere lernt man immer mehr kennen und das diese überschaubar bleiben, ist hiermit klar. Mich störte lediglich daran, dass auch das teilweise langatmig wurde, aber zum Glück erzählt der Autor Will Dean so flüssig, dass man drüber hinweglesen kann.
Mein Fazit: Die Kammer ist in erster Linie ein Locked Room Thriller, aber aufgrund der Art, wo die Charaktere gefangen sind, bietet er einfach mal etwas anderes. Es gab für mich hier kleinere Längen und auch die Erklärungen rund ums Sättigungstauchen hätten für mich ruhig kürzer gehalten werden können. Wer daran Interesse hat, erhält hier auf jeden Fall sehr viel Hintergrundwissen. Insgesamt ein sehr beklemmender Thriller, den ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Leider viel zu langatmig

Racheritual
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Zehn Jahre ist es her, dass Kincaid Baxter seinen Dienst bei der Polizei quittierte, da es ihm nach der Jagd nach einem Serienkiller, dem sogenannten Ravenkiller, sehr schwerfiel, den Konventionen standzuhalten. ...

Zehn Jahre ist es her, dass Kincaid Baxter seinen Dienst bei der Polizei quittierte, da es ihm nach der Jagd nach einem Serienkiller, dem sogenannten Ravenkiller, sehr schwerfiel, den Konventionen standzuhalten. Nach wie vor wird er vom San Franzisco Police Department als Berater engagiert, da er es schafft, mit seinen Methoden die Täter zu überführen. Doch nun scheint es, als wäre ausgerechnet der Ravenkiller wieder zurück. Baxter geht erneut auf die Jagd.
Ich habe bereits sehr viele von Büchern, besonders von der Ackerman Junior Reihe, aus der Feder von Ethan Cross schwärmen hören. Ich dachte, vielleicht starte ich einfach mal mit seiner neuen Reihe, doch irgendwie war das nicht ganz, was ich erwartet hatte.
Dieser Thriller ist zwar flüssig geschrieben, jedoch empfand ich dieses Mal die Wechsel zwischen den Perspektiven eher als störend. Auch wenn ich das sonst mag, fühlte es sich hier immer wieder an, als wäre der rote Faden dadurch abhandengekommen. Zwar liest sich der Stil des Autors sehr leicht, aber trotzdem fiel es mir relativ schwer, am Ball zu bleiben.
Der Thriller beginnt mit einem gut hundert Seiten langen Rückblick mit der Jagd nach dem Ravenkiller. Dieser ist besessen von der nordischen Mythologie und praktiziert Paganismus ganz besonders intensiv. Das klang für mich einfach unglaublich spannend, da ich selber auch sehr interessiert bin an nordischer Mythologie. Diese spielt auch eine große Rolle, aber trotzdem fehlte mir einfach ganz viel, vor allem Spannung. Mir fehlten hier interessante Plottwists und Tempo, die erst zum Ende hin zu nahmen.
Ermittler Kincaid blieb für mich blass, ich konnte zu ihm irgendwie keine Beziehung aufbauen. Er ist zwar in seinen Ermittlungen durchaus schlagkräftig, ansonsten aber nur wenig greifbar. Dabei hoffe ich hier aber, dass es mit daran liegt, dass es ein Reihenauftakt ist und man in weiteren Teilen mehr über ihn erfahren wird.
Mein Fazit: Ich hatte hier ganz große Erwartungen an einen spannenden Fall und ganz viel nordischer Mythologie. Leider blieb der Inhalt doch recht weit hinter meinen Erwartungen, da für mich keine richtige Spannung aufkommen wollte. Der Schreibstil gefiel mir recht gut, aber es fiel mir schwer, gefesselt zu bleiben.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Guter Einstieg in die Trilogie

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Gemeinsam mit ihrer Schwester Gwynnie lebt Cleo in Rußstadt. Den Himmel hat sie noch nie gesehen, denn immer ist die Luft mit dichtem Ruß verunreinigt. Sie träumt davon, eines Tages Schornsteinfegerin ...

Gemeinsam mit ihrer Schwester Gwynnie lebt Cleo in Rußstadt. Den Himmel hat sie noch nie gesehen, denn immer ist die Luft mit dichtem Ruß verunreinigt. Sie träumt davon, eines Tages Schornsteinfegerin zu werden, doch ihr Stand in der Gesellschaft macht dies unmöglich. Als Schornsteinfegerin würde sie hohes Ansehen genießen und über ihr würden nur noch die Industriellen stehen, doch leider ist das alles nur ein Traum. Bis eines Tages etwas ganz Unerwartetes geschieht. Ein Brand bricht in einem Haus der Unterschicht aus und Cleo eilt zur Hilfe. Dieses ist eigentlich verboten, doch zu aller Überraschung wird es Cleo erlaubt, Schornsteinfegerin zu erlernen, sehr zum Missfallen ihrer Konkurrenten, allen voran Leander.
Das Cover ist unheimlich gut gelungen und macht neugierig auf die Geschichte. Der Einstieg ist einfach, der Schreibstil passt perfekt für jüngere Leser, da er leicht zu lesen ist. Mir als Erwachsene war es in diesem Fall ein kleines bisschen zu einfach und es hat etwas gedauert, bis ich wirklich in die Geschichte gefunden habe.
Rußstadt zeigt in einem etwas überzogenen Winkel die Auswirkungen einer Luftverschmutzung auf. Auch sonst schafft es die Autorin ganz hervorragend und verständlich darauf einzugehen, wie es ist, in unterschiedlichen sozialen Schichten aufzuwachsen, was ja leider in den letzten Jahren immer mehr hervorsticht. Diese Umsetzung ist einfach richtig gut gelungen, gerade auch hier wieder für die jüngeren Leser.
Die Geschichte ist recht ruhig gehalten und einfach, komplizierte Verwicklungen gibt es nicht, was ja auch perfekt für die Zielgruppe ist.
Cleo ist eine liebenswerte Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Sie ist eine toughe und mutige Heldin, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Gwynnie, ihre Schwester, blieb für mich hier deutlich blasser. Leander, der große Konkurrent Cleos, fand ich dann auch nachher nicht ganz glaubwürdig, aber auch hier gilt ein wenig, das Buch evtl. mit Kinderaugen zu lesen.
Mein Fazit: Lichterloh ist eine schöne Geschichte vor allem für jüngere Leser, die durchaus zum Nachdenken anregt. Die Autorin Sarah M. Kempen geht hier unter anderem auf Umweltverschmutzung, Standesunterschiede und Freundschaft ein, ohne irgendwie den Zeigefinger zu erheben. Ein gelungener Einstieg in die Trilogie, meiner Meinung nach eher für Jüngere, trotzdem unterhaltsam.