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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2025

Starke Charaktere

Minus 22 Grad
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Als in einer kalten Winternacht Politikerinnentochter Laura Gehlert mit ihrem Trekkingrad unterwegs ist, ahnt sie noch nicht, wie diese Nacht für sie enden wird. Denn auf einer einsamen Straße wird sie ...

Als in einer kalten Winternacht Politikerinnentochter Laura Gehlert mit ihrem Trekkingrad unterwegs ist, ahnt sie noch nicht, wie diese Nacht für sie enden wird. Denn auf einer einsamen Straße wird sie von einem Auto gerammt und entführt. Als sie wieder zu sich kommt, muss sie feststellen, dass sie sich in einem Raum aus Plexiglas befindet. Doch es kommt noch schlimmer, denn Laura muss herausfinden, warum sie gefangen genommen wurde, kommt sie nicht auf die Lösung, muss sie sterben. Als auch Lauras Mutter eine Drohung erhält, nämlich eine Barbiepuppe, die ein Sterbedatum mit sich bringt, liegt alles an Kommissar Lukas Johannsen, denn gelingt es diesem nicht, dass Rätsel zu lösen, muss Laura sterben. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Ich bin durch eine Sendung im Radio auf diesen Thriller aufmerksam geworden und war sehr neugierig. Der Name des Autors sagte mir zunächst nichts und ich dachte, hier ein Debüt in den Händen zu halten, doch mit Blick auf das Foto wurde mir schnell klar, dass Herr Quentin Peck bereits Erfahrungen als Autor hatte, denn seine vorherige Reihe schrieb er noch unter einem anderen Namen, Oliver Ménard, und diese fand ich damals absolut fesselnd.
Dieser Psychothriller beginnt mit einem richtigen Knaller und weiß schnell an das Buch zu fesseln. Der Schreibstil ist klar und flüssig und wie ich es von diesem Autor kannte, auch sehr bildgewaltig. Doch nach diesem wirklich starken Einstieg geht es erstmal viel ruhiger weiter.
Aus mehreren Blickwinkeln erleben wir die Handlung. Da wäre zum einen die entführte Laura, dann den Ermittler Johannsen und letzten Endes eine dritte Person namens Ariane, die ein sehr abgeschottetes Leben führt.
Was mir gut gefallen hat, sind die kurzen Kapitel, die förmlich dazu einladen, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen. Was mir ein wenig gefehlt hat, sind Spannung und Tempo. Außerdem hatte ich so meine Probleme mit der Perspektive der entführten Laura. Gerade auch unter dem Aspekt des Psychothrillers hätte ich mir hier mehr gewünscht, mit der jungen Frau mitfühlen zu können. Ihre Ängste und den Horror in diesem Plexiglaskäfig konnte ich aber nur ansatzweise nachempfinden.
Dafür gefiel mir die Perspektive der mysteriösen Ariane, die in einem abgelegenen Haus an einem See ganz alleine lebt. Das mit dieser Frau irgendetwas nicht stimmt, spürt man und während des Lesens habe ich permanent versucht zwischen ihr und der entführten Laura eine Verbindung herzustellen. Doch all diese Perspektiven bleiben auch über längere Zeiträume lose Fäden, die erst ab einem bestimmten Zeitpunkt wirklich Sinn ergeben.
Die Charaktere dieses Buches bleiben recht überschaubar. Im Mittelpunkt stehen die Charaktere deren Perspektiven wir miterleben. Es gibt aber auch den ein oder anderen spannenden Nebencharakter, der für passende Plottwists sorgt.
Über die Protagonisten möchte tatsächlich nicht so viel hier verraten, sie sind auf jeden Fall sehr authentisch gezeichnet und wecken sehr widersprüchliche Gefühle im Leser, die aber meiner Meinung nach genau so auch gewollt sind.
Mein Fazit: Minus 22 Grad macht neugierig und ist im Ansatz absolut interessant und vor allem durch die Charaktere auch sehr authentisch. Ich blieb hier allerdings ein Beobachter, der sich vor allem nur wenig in das Entführungsopfer einfühlen konnte. Mit etwas Abstand zum Buch glaube ich allerdings, dass das vom Autor sehr wohl so gewollt wurde. Letzten Endes bleibe ich ein wenig hin- und hergerissen zurück, denn auch wenn es nicht schlecht war, so blieb es, gerade auch was die Spannung betrifft, hinter meinen Erwartungen.

Veröffentlicht am 28.01.2025

Eher für jüngere Leser

Say you swear
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Es ist viele Jahre her, dass Chase in das Haus gegenüber dem Haus von Arianna und ihrer Familie gezogen ist. Seitdem ist sie unsterblich in ihn verliebt, doch ihr Zwillingsbruder Mason, der gleichzeitig ...

Es ist viele Jahre her, dass Chase in das Haus gegenüber dem Haus von Arianna und ihrer Familie gezogen ist. Seitdem ist sie unsterblich in ihn verliebt, doch ihr Zwillingsbruder Mason, der gleichzeitig Chases bester Freund ist, hat etwas gegen eine Beziehung zwischen den beiden. Nun beginnt der letzte Sommer bevor es für Arianna und ihre Clique ans College geht und sie beschließt, in diesen gemeinsamen Ferien alles auf eine Karte zu setzen und Chase ihre Gefühle zu offenbaren. Dieser springt zunächst auch darauf an, doch Mason macht ihm mehr als klar, dass Ari tabu ist und Chase entscheidet sich für seine Freundschaft mit Mason. Doch da ist auch noch Noah, den Ari kennengelernt hat und diesem ist es herzlich egal, was Mason zu ihm sagt. Allerdings scheint das jede Menge Eifersucht in Chase zu wecken. Für Ari jedoch heißt es nun, sich endgültig zu entscheiden.
Ich mag New Adult Bücher zwischendurch absolut gerne und viele davon greifen auf wichtige Themen zurück. Bei diesem hier muss ich zugeben, dass ich am Anfang ganz schön erschlagen wurde von all den Charakteren und Namen und das machte mir den Einstieg zunächst eher schwer.
Der Schreibstil liest sich zwar sehr leicht, aber trotzdem empfand ich ihn irgendwie etwas abgehackt beim Lesen. Ich konnte mir, trotz der sehr ausführlichen und zahlreichen Beschreibungen, die Handlung nur recht schwer vorstellen.
Die Handlung kam nur recht schwer in Schwung. Ich fühlte mich hier irgendwie von all den Beschreibungen erschlagen. Dabei waren leider wirklich sehr viele davon eher überflüssig. Ich kam mir ein wenig vor, wie in einem Teeeniefilm der neunziger Jahre. Zwar kam es dann im Verlauf der Handlung immer mal wieder zu schönen Momenten, die mich aber dann nicht mehr so richtig erreichen konnten.
Die Handlung erleben wir aus unterschiedlichen Perspektiven zwischen Ari, Noah und Chase, jeweils in der Ich-Form. Oftmals erkennt man die Charaktere schon an der Art wie sie erzählen, aber auch das konnte ich leider nicht so richtig fühlen. Ja natürlich weiß man aufgrund der Gedanken, wer gerade erzählt, aber für mich waren die meisten Charaktere nicht richtig authentisch und dadurch austauschbar.
Arianna ist noch sehr jung, dass sie sich allerdings von ihrem Zwillingsbruder so bevormunden lässt, fand ich schon sehr merkwürdig. Ihre Leidenschaft für Chase konnte ich irgendwann nicht mehr so richtig nachvollziehen, denn dieser hat nicht den Mut, zu Ari zu stehen.
Noah war mir hier noch der liebste Charakter, da er einfach nett und lieb und freundlich war, durchweg eine Green Flag.
Die Nebencharaktere waren recht zahlreich, aber teilweise sehr austauschbar. Cameron, Aris beste Freundin, blieb oberflächlich. Mason empfand ich als unzumutbar, was fällt ihm ein, seine Schwester so zu bevormunden und wieso lässt sich Chase so bevormunden?
Mein Fazit: All das war für mich einfach zu viel Teeniedrama und ich denke, dass vielleicht eine jüngere Zielgruppe hier eher richtig ist, ich selbst ertappte mich irgendwann nur noch beim Augenrollen. Pluspunkte sammelte Noah und auch, dass man recht schnell durch die Geschichte fliegen konnte. Trotzdem war es einfach nicht meine Geschichte.

Veröffentlicht am 27.01.2025

Wohlfühlgeschichte mit Smalltownvibes

Practice Makes Perfect
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Annie Walker ist Gärtnereibetreiberin und gute Seele im kleinen Städtchen Rome. Ihr innigster Wunsch ist es zu heiraten und eine Familie zu gründen, doch Annie ist schüchtern und als sie zufällig ein Telefonat ...

Annie Walker ist Gärtnereibetreiberin und gute Seele im kleinen Städtchen Rome. Ihr innigster Wunsch ist es zu heiraten und eine Familie zu gründen, doch Annie ist schüchtern und als sie zufällig ein Telefonat ihres Dates mitbekommt, hört sie, dass dieser Annie schrecklich langweilig findet. Doch als Will Griffin, äußerst heißer Personenschützer von Annies Schwägerin in spe, zurück nach Rome kehrt, kommt eine Idee. Will soll Annies Coach in Sachen Dating sein, denn Will ist bekannt dafür, nichts anbrennen zu lassen. Das sie aber mehr Zuneigung für den jeweils anderen empfinden, hätte vor allem Will niemals gedacht. Denn während Annie für eine Beziehung schwärmt, hat Will keinesfalls eine feste Bindung im Sinn.
Ich bin durch das absolut bezaubernde Cover auf dieses Buch aufmerksam geworden und da ich auch RomComs zwischendurch einfach mag, wurde ich neugierig.
Der Einstieg gelingt mühelos und Protagonistin Annie hat meine Sympathie im Nu eingefangen. Der Schreibstil von Autorin Sarah Adams ist einnehmend, leicht, flüssig und mit genau der richtigen Mischung aus Humor und Gefühl, so dass die Geschichte locker und nicht kitschig wird.
Die Handlung ist bei dieser Art von Geschichte weder neu noch wirklich super überraschend, aber das macht hier überhaupt nichts, weil die Story einfach unheimlich charmant erzählt wird. Zwar empfand ich das übliche hin und her zwischen den Protagonisten etwas langatmig im Mittelteil, aber ansonsten ist es einfach gute Unterhaltung.
Die Handlung spielt in Rome, einer Kleinstadt, die die Smalltown Vibes einfach perfekt widerspiegeln. Hier kennt jeder jeden, irgendeiner bekommt immer etwas mit und es wird getratscht und getuschelt. Heimlichkeiten gibt es in Rome nicht. Man fühlt sich also ein bisschen wie zu Hause, wenn man selbst vom Land kommt. Natürlich ist das hier noch ein kleines bisschen überzogen und die Bewohner Romes sind manchmal ein wenig übergriffig, vor allem, wenn sie glauben zu wissen, was Annie will, aber das passt hier einfach und gibt zusätzlich den ein oder anderen Schmunzler beim Lesen.
In der Ich-Perspektive aus Annies und Wills Blickwinkeln erleben wir die Geschichte und sind dadurch ganz dicht an Gefühlen und Gedanken der beiden Protagonisten.
Annie ist einfach liebenswert, sie ist eher introvertiert, doch gerade bei Will schafft sie es, mal so richtig aus sich rauszugehen und gibt ihm auch gerne mal Kontra. In Rome wird sie Engel Annie genannt, jeder hält sie für zerbrechlich, dabei weiß sie durchaus was sie will und im Laufe der Geschichte schafft sie es, sich selber mehr und mehr zu vertrauen.
Will hingegen ist ein charmanter und gut aussehender Casanova, der sich nicht binden will. Warum er so ist, klärt sich dann im Laufe der Handlung. Ich mochte ihn mindestens so gerne wie Annie.
Zusätzlich treffen wir hier auch noch auf ganz viele Nebencharaktere, von denen mir vor allem zwei alte Ladys im Gedächtnis geblieben sind, die sich gerne einmal ankeifen. Annies Schwestern wirkten zunächst sehr bevormundend gegenüber Annie, doch auch hier gibt es ein befreiendes Gespräch.
Mein Fazit: Wenn man ein paar Stunden dem Alltag entfliehen und einfach entspannte Lesestunden haben möchte, dann ist Practice makes perfect genau das richtige Buch. Leicht mit Gefühl und Humor und wirklich bezaubernden Charakteren in einer Kleinstadtidylle lassen den Leser nach Rome träumen. Mir hat es sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 25.01.2025

Mit ganz viel Tiefgang

Be My Shelter
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Als ihr Bruder Jason Kaira um einen Gefallen bittet, kann sie, wie eigentlich immer, einfach nicht nein sagen, obwohl es sich bei dem Gefallen darum geht Jasons ehemaligen Studienkollegen Cooper bei sich ...

Als ihr Bruder Jason Kaira um einen Gefallen bittet, kann sie, wie eigentlich immer, einfach nicht nein sagen, obwohl es sich bei dem Gefallen darum geht Jasons ehemaligen Studienkollegen Cooper bei sich wohnen zu lassen. Ein paar Tagen werden sie schon rumbekommen, denkt sie sich. Doch schon als sie das erste Mal Cooper begegnet, ahnt sie, dass dieser Mann ihr Leben schneller auf den Kopf stellen kann, als sie jemals gewollt hat. Allerdings sind Cooper und Kaira so unterschiedlich wie Tag und Nacht und während Kaira alles organisiert und unter einen Hut bekommt, läuft Cooper vor jeglicher Verpflichtung davon. Als sie plötzlich die Idee einer Challenge überkommt, wird noch einmal alles anders als gedacht, denn in dieser Challenge konfrontieren sie sich gegenseitig mit ihren jeweiligen Schwächen. Ob das gut gehen kann?
Seit kurzem erscheinen im GU Verlag wunderbare New Adult Bücher mit ganz viel Tiefgang und Be my shelter ist bereits mein zweites Buch aus dem Programm und bisher konnten mich beide völlig überzeugen.
Autorin Lana Rotaru erzählt voller Gefühl und Emotionen, aber auch mit passendem Humor zur richtigen Zeit, eine wundervolle Geschichte.
Die Handlung fängt vom ersten Moment spannend an und man ist gleich gefesselt. Gerade auch weil diese Geschichte wie aus dem Leben gegriffen erzählt wird. Dabei ist die Thematik mit so viel Tiefe, dass man sich tatsächlich selbst hin und wieder ertappt fühlt.
Natürlich stehen in diesem Buch in erster Linie die Protagonisten Kaira und Cooper im Vordergrund. Aus wechselnden Perspektiven, jeweils in der Ich-Form, erleben wir Gefühle und Gedanken der beiden Hauptcharaktere dicht und authentisch.
Gerade mit Protagonistin Kaira fühlte ich mich auf den ersten Blick verbunden. Sie ist ein wundervoller, absolut herzlicher Mensch, der es allerdings über alle Maße schwerfällt, auch einmal nein zu sagen. Dadurch gerät sie ganz oft an ihre eigenen Grenzen und so manches Mal hätte ich sie gerne schütteln wollen, wenn wieder einmal irgendjemand kurz vor knapp Kaira wieder neue Aufgaben zuschusterte. Doch tatsächlich habe ich mich zu weiten Teilen gerade in ihr wiedererkannt. Wie oft habe ich schon ja gesagt und nein gemeint, es ist ganz schön schwer, in solchen Situationen auch mal für sich selbst einzustehen. Das dieses Ja-Sagen nicht von irgendwoher kommt, ist klar und dieses andere nicht enttäuschen wollen, ist einfach so glaubhaft.
Cooper ist das genaue Gegenteil und nimmt schnell die Beine in die Hand, sobald es um irgendwelche Verpflichtungen geht. Er lebt in den Tag hinein und das Einzige, was ihm gehört, ist sein Rucksack. Aber natürlich steckt auch hinter Cooper eine Geschichte und auch er muss lernen, dass man nicht für immer davonlaufen kann.
Neben den beiden gibt es eine Vielzahl an Nebencharaktere, von denen vor allem Kairas Familie und Freunde eine Rolle spielen und die einfach für ganz viel Leben im Buch sorgten, aber auch Momente zum Nachdenken lieferten, denn gerade auch ihre Familie, vor allem ihre Mutter und ihr Bruder, setzen Kaira so manches Mal vor Aufgaben und Verpflichtungen, die sie mit emotionaler Erpressung fordern und das alles ohne es zu merken. Doch auch wenn das alles ernst klingt, ist es ohne erhobenen Zeigefinger und mit einer guten Portion Humor erzählt.
Mein Fazit: Ein extrem gut gelungener Young Adult Roman über Selbstfindung und mit der wichtigen Erkenntnis, dass man durchaus auch mal nein sagen kann und muss, wenn es einem alles zu viel wird. Dieses Buch beschreibt wunderbar, wie man, ohne es zu wollen, andere emotional unter Druck setzt und mit Erwartungen überfordert. Man wird hier sehr gut daran erinnert, dass man in erster Linie sich selbst in den Mittelpunkt rücken muss, bevor es alles zu viel wird. Das Lernen von Grenzen setzen ist ein zentrales Thema, das dem Leser mit einer wundervollen Protagonistin nähergebracht wird. Ganz große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannende Fortsetzung

Shattered Hopes
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Wir kehren zurück nach Neo Berlin, in dem gerade erst Ava und Zero, zwei Teenager, nicht nur einem schrecklichen Geheimnis der Regierung auf die Schliche gekommen sind, sondern auch heftige Angriffe abwehren ...

Wir kehren zurück nach Neo Berlin, in dem gerade erst Ava und Zero, zwei Teenager, nicht nur einem schrecklichen Geheimnis der Regierung auf die Schliche gekommen sind, sondern auch heftige Angriffe abwehren konnten. Dabei haben sie sich selbst in größte Gefahr begeben, doch wer glaubt, dass sie nun zur Ruhe kommen, liegt absolut falsch. Nach wie vor sind die Zwillinge Snow und Ice auf freiem Fuß und es scheint, als wäre auch Neo Cologne in Gefahr.
Mit Shattered Hopes erschien am 01. Januar 2025 der zweite Band der Ava & Zero Trilogie.
Die Ereignisse knüpfen gleich an das Geschehen von Band zwei an, was den Einstieg hier leicht macht. Außerdem hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass auch die Autorin während des Schreibens immer mehr an Selbstsicherheit gewonnen hat, denn dieses Mal hat mich der Schreibstil, der bildlich und einnehmend war, gleich von der ersten Seite an fesseln können.
Das Worlbuilding ist wieder glaubhaft und gelungen, dadurch, dass man schon einen guten Eindruck über die Welt in Band eins erhalten hat, kommt man hier mühelos zurecht. Während die großen Hauptstädte, oftmals die Zentren der Reichen, mit Kuppeln vor der schädlichen Umwelt geschützt werden, leben auch viele Menschen außerhalb dieser Grenzen. Das alles fand ich schon in Band eins leider sehr glaubwürdig und absolut vorstellbar.
Die Handlung bleibt weiterhin sehr spannend, wobei dieses Mal auch ein wenig mehr Ava und Zero in den Mittelpunkt rücken. Trotzdem gibt es immer wieder actionreiche Szenen, die dem Buch die nötige Spannung bieten.
In diesem Buch zeigen sich nun deutlicher die Unterschiede zwischen den beiden Protagonisten. Wie zuvor erleben wir das Geschehen aus wechselnder Perspektive zwischen den Beiden. Ava stammt aus der Kuppel von Neo Berlin und ist trotz ihrer Herkunft behütet aufgewachsen. Sie ist ein Teenager und das spürt man nun so manches Mal an ihren, teils schnellen, Handlungen.
Zero hingegen stammt von der Welt außerhalb der Kuppel und musste mit vielen Einschränkungen aufwachsen. Beide Charaktere und ihr Verhalten sind absolut greifbar und authentisch.
Dieses Mal spürt man auch die Reibereien zwischen den beiden deutlicher, die genau aus ihrer unterschiedlichen Herkunft resultieren.
Die Nebencharaktere fand ich auch dieses Mal sehr gelungen. Gerade auch Zeros Bruder bekommt hier ein noch klareres Bild, was ihn für mich greifbar werden ließ. Den Widerstand fand ich auch interessant und bin gespannt, ob wir hier noch mehr erfahren werden.
Mein Fazit: Insgesamt weiß auch der zweite Band der Ava & Zero zu überzeugen. Schreibstil und Handlung, aber auch die zukünftige Welt gefielen mir sehr gut und auch bestimmte Details wurden klarer. Auch unsere beiden Protagonisten entwickeln sich weiter und ich bin schon gespannt auf das Finale. Auch der Mittelteil ist sehr lesenswert.