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Veröffentlicht am 07.06.2023

Hier muss man wissen, was man will: Romantasy oder heiße Lovestory?

King of Battle and Blood
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Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin war für mich schwierig einzuordnen. Einerseits ließ sich alles sehr flüssig lesen, andererseits hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie nicht richtig rüberbringen ...

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin war für mich schwierig einzuordnen. Einerseits ließ sich alles sehr flüssig lesen, andererseits hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie nicht richtig rüberbringen konnte, was sie eigentlich sagen wollte. Es verstrickte sich doch alles etwas lange in vage Aussagen, mit denen ich nicht so recht etwas anfangen konnte. Dazu kam, dass ich mir bei dieser Romantasy eine etwas andere Sprache gewünscht hätte. Die meiste Zeit fällt es nicht auf, dann aber verwendet sie wieder ziemlich neumodische Begriffe, die mich jedes Mal in die heutige Zeit schleuderten und damit nicht so recht zu der von ihr gezeichneten Welt passen wollten.

Zur Geschichte allgemein:
Die Geschichte nimmt sich nicht viel Zeit für Erklärungen und scheucht uns gleich direkt in die Handlung, was ich ganz schön fand. So lernen wir schnell die Prinzessin von Lara, Isolde, kennen. Das Interessante an ihr: Im Gegensatz zu dem, was man von ihr halten will, ist sie eine richtige Kriegerprinzessin, lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen und ist recht feministisch eingestellt. So darf der Hauptmann der Garde gerne in ihr Bett, wenn er dann auch wieder geht. Ihr Ziel: Königin werden und das ohne Ehemann.
Und dann wird ihre Welt auch schon zerrüttet, denn die Vampire drohen, ihr Königreich einzunehmen. Vorneweg: der Blutkönig.

Was ich gut fand: Auch, wenn Isolde sehr eigenständig ist, sieht sie schnell und logisch ein, was sie zu tun hat und ergibt sich ihrem Schicksal. Aber nur in Maßen. Das hält sie die ganze Geschichte durch und stellt so unter Beweis, dass sie sich nicht kleinkriegen lässt und immer sie selbst bleibt. Gleichzeitig ist da aber auch eine sexuelle Anziehung zum Blutkönig, der sie nur allzu gerne nachgibt. Denn schon vorher gehörte die Befriedigung ihrer sexuellen Lust zu etwas, das ihr sehr wichtig war. Alles soweit also erstmal in Ordnung.

Ich fand es natürlich spannend mitzuverfolgen, wie sie mit dem Feind geht und nach und nach trotz Vorurteilen seine Welt kennenlernt. Es ist aber eher ein schleichender Prozess, der immer wieder davon unterbrochen wird, dass sie sich einredet, das nicht zu wollen. Die Welt nicht zu wollen, ihn nicht zu wollen, Vampire zu hassen. Dann kommt wieder ein kleines Puzzleteil hinzu und sie ändert ihre Ansichten, bis sie sich wieder in ihren Gedanken verstrickt und alles von vorne beginnt.

Adrian als Blutkönig fand ich eigentlich ganz interessant. Er barg genug Geheimnisse, war brutal aber auch zärtlich und noch dazu ehrlich und charakterlich stark. Nur fragt man sich irgendwann, warum er es so lange mit ihr aushält. Warum er all ihre Macken mitmacht und stets mit unerschütterlicher Geduld all ihre Launen über sich ergehen lässt. Klar, am Ende gibt es irgendwann mal eine Auflösung, aber auf die wartet man sehr lange. Es werden immer wieder vage Andeutungen gemacht, die sich aberzieht so ganz festigen können. Stattdessen wirkte es ein wenig, als fehle der Handlung die Struktur. Die Puzzleteile zufällig gestreut, damit überhaupt etwas zu berichten ist.

Mir hat hier ganz klar die Tiefe gefehlt. Ein einziges klärendes Gespräch zwischen den beiden wäre mir zum Beispiel schon genug gewesen. Stattdessen bleibt auch ihre Beziehung zueinander vage. Sie gesteht nie so richtig ein, was er für sie ist und er hält all seine Geheimnisse Zurich. Generell gibt es viele Geheimnisse, die die Geschichte füllen und strecken. Man wartet begierig auf die Logik dahinter. Die Auflösung des Ganzen. Und dann wird eine Erklärung gegeben, die man einfach schlucken muss und der auch wieder Tiefe fehlt. Denn jeder an dem Hof hat Geheimnisse und nur weil Isolde plötzlich klarer sieht, heißt das nicht, dass wir Leser:innen alles sofort verstehen, was dort passiert.

Dazu kommt, dass die Handlung fernab ihrer innerlichen Verstrickungen und den Beziehungsproblemen zwischen ihnen fehlt. Zwar wird angedeutet, dass das Königreich in Gefahr schwebt, aber es scheint alle Zeit der Welt, um damit umzugehen. Da hätte man durchaus mehr draus machen können, denn die Welt wird eigentlich recht groß beschrieben. Es gibt mehrere Königreiche, einen Plan, den Adrian verfolgt, eine umfassende Vergangenheit (die wird am meisten ausgearbeitet und behandelt) und eine Bedrohung, die unmittelbar Gefahr bedeutet. Das alles plätschert aber nur so dahin. Genauso wie die Monster, die es angeblich in Massen gibt. Habe ich mich anfangs noch gefreut, dass es keine allzulangen Erklärungen vorweg gab, habe ich mich irgendwann danach gesehnt. Es wäre doch ganz schön gewesen, wenn man ein wenig mehr hätte fassen können, was Teil ihrer Welt ist. So wirkten die Monster beliebig, nicht unterscheidbar, einfach nur gefährlich und vor allem nur vage greifbar.

Nun aber zum eigentlichen Inhalt der Geschichte und dem, weshalb sie vielleicht doch so manchem gefallen könnte: Es gibt viele viele viele heiße Szenen. Die beiden machen keinen Hehl aus ihrer Anziehung und auch die anderen Vampire sehen es als normal an, sich in der Öffentlichkeit zu befriedigen. So geht es wortwörtlich über viele Seiten heiß her und natürlich wird die Beziehung der beiden so auf andere Weise interessant und spannend. Für mich war das hier in diesem Fantasykontext ein wenig zu viel. Wobei ich generell nichts dagegen einzuwenden habe, wenn denn der Rest der Handlung nicht darunter leidet. Das war hier aber meiner Meinung nach der Fall. Also, seit euch dessen bewusst und vielleicht findet ihr das Buch mit einer geringeren Erwartungshaltung an den Fantasycontent geradezu grandios:)

Das Ende war ebenfalls etwas schwierig für mich. Es wurden zwar ein paar lose Enden verbunden und die Beziehung der beiden entwickelte sich auch einen entscheidenen Schritt voran, aber gleichzeitig blieb zu vieles vage. Vielleicht so viel, dass ich deshalb nicht besonders neugierig auf die Fortsetzung bin. Denn auch, wenn da viel Action war und Isolde nochmal so richtig zeigen konnte, was in ihr steckt, habe ich mich letztlich gefragt, was es mir gebracht hat. Bin ich jetzt schlauer? Nicht wirklich. Es scheint vielmehr, als hätte sich einfach nur die Welt umgedreht. Aus Freunden wurden Feinde und aus Feinden Freunden.

Fazit:
Ich kann nicht sagen, dass ich das Buch sehr gerne mochte. Es ließ sich recht gut lesen und war durchaus unterhaltsam, vor allem, wenn man die heißen Szenen mag. Andererseits war alles drumherum so vage gehalten und lang gestreckt, dass ich schnell den Faden verlor und nur noch auf halbwegs sinnvolle Antworten gewartet habe. Erwartet ihr hier ein Romantasy-Buch, in dem die Handlung trotz heißer Lovestory komplex ist, dann würde ich euch das Buch nicht empfehlen. Wollt ihr einfach nur eine heiße Lovestory mit etwas Fantasyaction und einem überaus sexy Vampir lesen? Dann lest es!

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Amüsant, bizarr, zuckersüß - verzaubernd!

Morgen mach ich bessere Fehler
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Schreibstil:
Ich lese nicht oft erwachsene Liebesromane und musste mich deshalb wirklich erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Das typisch deutsche, die vielen kleinen Wörter, die mir ein Schmunzeln auf ...

Schreibstil:
Ich lese nicht oft erwachsene Liebesromane und musste mich deshalb wirklich erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Das typisch deutsche, die vielen kleinen Wörter, die mir ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert haben, weil sie gleichzeitig so süß und so bizarr waren und die locker, lustige Stimmung in jedem Satz waren mal wieder was ganz anders für mich. Und nachdem ich mich daran gewöhnt hatte und nicht in jedem Satz die größte Tiefe gesucht habe, hat es mich einfach nur verzaubert.

Zur Geschichte allgemein:
Das Buch habe ich mir nicht zufällig ausgesucht. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Erstens weil ich absoluter Fan spontaner Ideen bin und richtig Lust hätte, selbst einen solchen Roadtrip zu machen, zum anderen, weil der Klappentext mich ein wenig an eins meiner Lieblingsbücher von Joyo Moyes „Weit weg und ganz nah“ erinnert hat. Ich war also mehr als gespannt.

Die Handlung startet ohne viel Aufhebens direkt mit dem, worum es gehen soll. Und dennoch lernt man Elli, die Hauptprotagonisten recht schnell kennen und fühlen. Als alleinerziehende Mutter, die für ihre Prinzipien kämpft und sich stets bemüht, alles zum Positiven zu verändern. „Morgen mache ich bessere Fehler“ hätte kein besserer Titel für dieses Buch sein können, denn genau das ist Ellis Lebensmotto. Und das fand ich mehr als sympathisch. Schnell kommt aber auch heraus, dass Elli Vorurteile hegt, die sie gar nicht böse meint, sondern die sich einfach einschleichen. Ein lustiges Thema in so mancher Diskussion, denn zu all dem ist Elli auch stur und rückt selten von ihrer Position ab.

Der Roadtrip beginnt mit dem besten Mix an Insassen überhaupt. Neben Elli ist das Onkel Heinz. Irgendwo rassistisch, irgendwo ziemlich alt und verbohrt und ein Griesgram wie er im Buche steht. Dann Can, ein Rechtsanwalt, den Elli als Schnösel bezeichnet. Rechtstreu, kopflastig und eigentlich nur an Geld interessiert. So zumindest der erste Eindruck der beiden oder das, was Elli in ihnen sehen will. Denn es wird nur aus ihrer Perspektive erzählt und so lernen wir alle durch ihre Augen kennen und dann nochmal richtig erkennen. Ein Prozess, den ich sehr interessant und spannend fand und der die Handlung als kleines Kammerspiel erst so richtig in Fahrt bringt.
Und dann ist da noch Paula, Ellis sechsjährige Tochter, die mir ihrer herrlich kindlichen Logik nicht nur mich, sondern auch die Figuren regelmäßig zum Lächeln und ins Stocken bringt.

Die Mischung war eigentlich schon spannend genug, aber die Autorin findet immer wieder Situationen, um alles auf die Spitze zu treiben. Und zwar ganz und gar im positiven Sinne. Ich hatte bei jeder absurden Situation meinen Schreibdozenten im Ohr, der mir immer predigte: Was fällt dir Absurdes, Bizarres, Lustiges ein, was nun passieren könnte und eine eigentlich normale Situation plötzlich in etwas ganz anderes verwandeln könnte? Ich sage nur Situationskomik vom Feinsten. Ob nun der Mephisto am Hoteltresen oder der Biker mit Schokoriegelvorliebe, immer wieder wurden Situationen zu einer Herausforderung, der die vier Figuren mit aller Offenheit begegneten. Mehr oder weniger. Gerade dadurch, dass sie so unterschiedlich waren, war alles umso spannender zu lesen.

Und in all dem bahnt sich sogar eine kleine Liebesgeschichte an, die regelmäßige hitzige Diskussionen fordert. Ich mochte es sehr zu verfolgen, wie alle Figuren sich hier weiterentwickeln und es so auch die Liebesgeschichte es tut. Wo man erst noch denkt, es sei nur ein wenig Anziehung, werden die Gefühle stärker, umso besser sich die Figuren kennenlernen. Eine schöne Moral der Geschicht, wie ich finde, denn letztlich zeigt es, dass man Menschen immer erst kennenlernen sollte, bevor man ein Urteil über sie fällen kann.

Mein Lichtblick in jeder Situation war Paula. Ich fand es toll, wie darauf geachtet wurde, dass sie ganz ihrem Alter entsprechend beschrieben wurde, wie alle auf sie achten, wie Eli sich um eine gute moderne Erziehung bemüht, die sich aber nicht immer als einfach herausstellt. Letzteres fand ich wiederum sehr fortschrittlich, denn heute ist es eben so, dass wir Mädchen nicht mit Prinzessinnen und Jungs mit Rittern gleichsetzen. Und genau so wird Paula erzogen. Offen, tolerant, fair und warmherzig – einfach ein schönes Gefühl, davon zu lesen.

Das Ende war so, wie ich es mir nicht schöner hätte wünschen können. Alle Figuren bekommen ihre Zeit und ihre Auflösung und alle werden auf ihre Art glücklich. Ein Happy End, wie es im Buche steht und doch sind sie alle sie selbst geblieben, kennen sich jetzt nur ein wenig besser. Elli fasst es glaube ich ganz gut zusammen: „Ich hatte das Gefühl, es war vielmehr ein Roadtrip zu mir selbst.“ (oder so ähnlich). Diesen Eindruck hatte ich auch und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das zu verfolgen.

Fazit:
Ich war total verzaubert von der Geschichte und gebannt an jede einzelne Seite. Der lockere, amüsante Schreibstil macht es einfach, der Handlung zu folgen und lässt keine Langeweile aufkommen. Die Figurenkonstellation ist aufregend und die kleinen und großen Probleme, denen sie sich stellen müssen, werden mit viel Witz und Charme erzählt. Ein absolutes Wohlfühlbuch!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

Habe jede Seite geliebt

The Last Piece of His Heart
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Zur Info: Dies ist der dritte und letzte Band der Lost-Boys-Reihe von Emma Scott. Ihr könnt die Bücher unabhängig voneinander lesen, ich würde euch aber empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten oder euch ...

Zur Info: Dies ist der dritte und letzte Band der Lost-Boys-Reihe von Emma Scott. Ihr könnt die Bücher unabhängig voneinander lesen, ich würde euch aber empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten oder euch zumindest keinen der anderen Jungs entgehen zu lassen.

Klappentext:
Ronan Wentz hat die Hölle gesehen. Nachts durchstreift er die Straßen, um seinen Albträumen und seiner Wut zu entfliehen. Da trifft er Shiloh, die clever und kreativ ist und scheinbar ihr Leben völlig im Griff hat. Doch alles, was Shiloh tut, hat nur ein Ziel: die Zuneigung ihrer Mutter zu gewinnen, welche ihren Anblick kaum ertragen kann. An Liebe glaubt keiner der beiden, aber die Anziehungskraft und aufkeimenden Gefühle zwischen ihnen ist zu stark, um sie zu ignorieren. Bis eine Nacht alles zum Einsturz bringt und sie sich entscheiden müssen, ob sie zulassen wollen, dass ihre Vergangenheit weiterhin ihre Zukunft bestimmt.

Schreibstil:
Ich habe schon so oft etwas zu Emma Scotts Schreibstil geschrieben, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich alles schon daran gelobt habe. Eins ist auf jeden Fall sicher: Sie gehört zu meinen liebsten Autor:innen, weil sie immer die richtigen Worte findet. Die Worte, die gewichtig sind, durch die Seiten sprechen und mich jedes Mal wieder vollends abholen.

Zur Geschichte allgemein:
Die Lost-Boys sind schon eine Sache wie sich. Ebenso tragisch wie liebenswert habe ich jeden von ihnen nach und nach kennengelernt und mich jetzt ganz besonders auf den verschlossenen Ronan gefreut. Was ich an ihm so schätze? Seine direkte Art. Wenige Worte, die zählen. Und genau diese Art passt super gut zu Emma Scott, denn in meinen Augen ist sie die Königin der gewichtigen Worte. Ronan somit ihr König.

Aber von Anfang an. Die ersten Seiten lasen sich für mich etwas träge. Nicht, weil ich nicht interessant fand, was passierte, sondern weil sich alles wiederholte. Und das hat es auch schon im zweiten Band. Allerdings wüsste ich auch nicht, wie man es anders machen sollte, denn die Geschichten der drei Jungs starten gleichzeitig und nicht nacheinander, wie es sonst oft der Fall ist. Also bleiben auch Holdens und Millers Geschichte hier nicht zurück, sondern sind Teil der Geschichte, was ich wiederum ganz passend fand. Denn die Lost-Boys gehören zusammen.

Aus Ronans Perspektive zu lesen, war unheimlich spannend. Seine Vergangenheit liegt sofort auf dem Tisch. Und die ist schrecklich und man fühlt sofort mit. Man versteht, warum Ronan ist, wie er ist. Warum er sich nicht zugesteht, geliebt zu werden, warum er Angst um jeden hat, der ihm etwas bedeutet, warum er lieber für sich bleibt und kein Wort zu viel verschwendet. Das Interessante ist, dass Shiloh genauso ist. Auch sie ist innerlich kaputt. Trägt etwas mit sich, dass ihre Vorstellung von sich selbst in etwas verwandelt hat, was ihr einen Teil von sich selbst stiehlt. Und auch sie ist in sich gekehrt und direkt. Verschwendet keine Zeit, keine Worte und ganz wichtig keine Gefühle.

Und wo Gegensätze sich anziehen, so ziehen sich auch Gemeinsamkeiten an. Davon bin ich fest überzeugt und das zeigen auch Shiloh und Ronan. Es fängt harmlos an, vorsichtig und bevor man sich versieht, wird alles etwas bedeutungsvoller und das alles in einem Rahmen, der nicht viele Worte braucht, tiefe Gefühle hervorbringt und letztlich nicht in eine Form passen will. Das Tolle an ihrem Kennenlernen war für mich, dass sie sich nicht zu irgendwas zwingen. Sie haben ihre Ängste und Grenzen und halten sie gegenseitig ein. Verstehen sich, ohne ein Drama daraus zu machen.

Die Grenzen und Ängsten sind regelrechte Gedankenspiralen, die Emma Scott sehr sehr gut darlegt. Ich finde, es ist eine Kunst, in einen solch komplexen Charakter einzutauchen und in jeder Situation zu beachten, was für wirre Gedanken und Taten daraus entstehen. Hier hat sie noch einen draufgesetzt und beide Protagonisten zu solchen gemacht. Erst ist es Ronan, der besonders tief drin steckt, dann Shiloh.

Die Perspektiven wechseln sich ab, was die Geschichte gut voranbringt. Immer wieder kommt es zur Funkstille zwischen den beiden. Ihre Gedanken bleiben aber keineswegs still und so merkt man unweigerlich, welch Anziehung zwischen ihnen herrscht. Eine Liebesgeschichte, wie sie Romeo und Julia nicht schöner erzählen könnten. Nur mit weniger Dramatik. Als ich anfangs gesehen habe, dass das Buch in mehrere Teile unterteilt ist, habe ich mich auf das Schlimmste eingestellt. Auf dramatische Breaks, auf Zeitsprünge und Teile voller Sehnsucht und warten für uns Leser:innen. Zum Glück war das nicht der Fall. Die Zeitsprünge sind zwar da, aber nicht so hart unterteilt und haben die Geschichte eher angetrieben, als sie auszubremsen oder künstlich in die Länge zu strecken. Ich bin durch die Seiten geflogen und konnte nicht von der Geschichte ablassen, so tief hat sie mich in ihren Bann gezogen.

Neben dem, was die beiden zusammen aufgrund ihrer Vergangenheit durchstehen müssen, gibt es da auch noch andere Probleme, die sie zu bewältigen haben. Und die sind nicht schön. Es wird wieder hart. Ronan hat mit Gewalt zu kämpfen, die in ihrer beider Leben einzieht und sie vor ganz andere Herausforderungen stellt. Ich habe gebangt, hatte Tränen in den Augen und habe gehofft und doch passte es alles sehr gut zu der Geschichte. Es hat die beiden stärker gemacht, ihre Liebe noch mehr auf die Probe gestellt und trotzdem waren sie immer das, was sie von Anfang an waren: Ronan und Shiloh, die sich vertrauen.

Ich könnte jetzt noch länger von der Geschichte schwärmen. Einfacher ist es aber, wenn ihr die Geschichte selbst lest. Mir hat sie glaube ich am besten von allen dreien gefallen. Ein tolles Finale, das sich auch im Ende widerspiegelt, denn es wird heftig und wunderschön. Und dann sind da auch die anderen Protagonisten, Miller und Violet, River und Holden und alle, die man sonst kennengelernt hat, die hier ihr Ende finden. Das Ende einer Trilogie, die eine wirklich schöne Vorstellung von verlorenen Seelen zeigt, die an die Liebe und an sich selbst glauben und dadurch durch nichts aufzuhalten sind.

Fazit:
Ich war von der ersten Seite an an die Seiten gebannt. Ronan fand ich schon immer spannend, hier hat er gezeigt, was in ihm steckt und mich nicht enttäuscht. Shiloh und er sind bisher mein liebstes Pärchen – eine gelungene Krönung einer Trilogie, die mich Tränen der Freude und des Mitgefühls gekostet hat. Unbedingt lesen!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

Eine Dystopie zum Mietfiebern!

Gameshow – Der Preis der Gier
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Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also unbedingt an die Reihenfolge halten, sonst macht es nicht viel Sinn:)

Klappentext:
2126, New London: Als die siebzehnjährige Cass in ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also unbedingt an die Reihenfolge halten, sonst macht es nicht viel Sinn:)

Klappentext:
2126, New London: Als die siebzehnjährige Cass in die niedrigste Klasse der Gesellschaft verstoßen wird, weiß sie, dass es nur einen Weg gibt, dieser Hölle zu entkommen: Sie muss es in die nächste Gameshow schaffen. Wer an der Gameshow teilnimmt, kann ein Ticket nach ganz oben gewinnen – oder bezahlt die Chance mit dem Leben. Cass bekommt unerwartet Hilfe von Jax, dem besten Gamer in der Arena. Die beiden werden Verbündete im großen Spiel um ihr eigenes Leben und gesellschaftlichen Aufstieg. Doch ihr Deal und auch ihre Gefühle füreinander beruhen auf einer Lüge, die alles, was sie sich gemeinsam erkämpft haben, zum Einsturz bringen könnte.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin war super für die Geschichte. Ich mochte es, wie scharfzüngig sie ihre Figuren denken ließ und habe mich der Geschichte komplett hingeben können, weil sie sich wunderbar flüssig und flott lesen ließ.

Zur Geschichte allgemein:
Ich weiß, was ich am Anfang gedacht habe: Okay, es geht um seidene Handschuhe, um Mädchen, die einkaufen gehen, um Sekt und Späße. Und dann, zwei Seiten weiter wurde mir auf einmal klar, was ihr auf mich zukommen würde. Was auf Cass zukommt und in welch brutaler Welt ich hier gelandet bin. Die Welt in der Cass lebt, lebt von Wetten, von tödlichen Spielen und von dem, was das aus den Menschen macht. Man kann sich glaube ich ungefähr vorstellen, was passieren würde, wenn die ganze Menschheit viel Zeit in Casinos verbringen würde. Hier ist es genau so. Die Autorin macht sich das zu Nutze. Die Menschen müssen spielen, wenn sie aufsteigen möchten und wenn sie alles verlieren, werden sie zu Spielern in einem Spiel, das mehr Tote als Überlebende hervorbringt.

Cass ist anfangs sicher und ich mochte sie sofort. Während die anderen in ihrer Blase zu leben scheinen, denkt sie weiter. Vor allem, weil ihre Mutter ihr schon früh andere Seiten des Lebens gezeigt hat, aber auch, weil sie Mitgefühl hat. Für sie ist alles nicht bloß ein Spiel. Ein Zug von Menschlichkeit, den sie sich die Geschichte über erhält und der sie mir immer sehr sympathisch gemacht hat. Ihr Absturz erfolgt bald und schon wird sie zu einem Mädchen, dass um ihr Leben spielen muss. Das Ganze hat mich ein wenig an die Tribute von Panem erinnert, vielleicht auch an Maze Runner oder Die Bestimmung. Also nichts gänzlich Neues. Aber es war trotzdem durchweg spannend und dann interessiert es mich auch nicht, ob ich die Idee schon kenne. Von Panem hätte ich auch gerne noch mehr gelesen, wenn die Geschichte nicht zu Ende erzählt worden wäre.

Natürlich ist etwas an Cass besonders und genau das führt sie zu Leuten, die letztlich alles in Gang bringen. Ich habe mit Spannung verfolgt, wie sie sich wieder gefangen hat, wie sie mehr und mehr Teil dieser Welt wird, hinter die Kulissen blickt und versucht, sich zusammenzureimen, was genau dort passiert. Begleitet von der ständigen Herausforderung, die Spiele zu überleben, war es einfach nur super spannend.

Und dann kommt Jax ins Spiel. Jede starke Protagonistin braucht in diesen Abenteuern einen starken Partner und Jax scheint genau der Richtige. Oder auch nicht? Kann sie ihm trauen? Die Geschichte beschäftigt sich viel damit, wer die Wahrheit sagt, wer wortwörtlich ein falsches Spiel spielt und wofür Cass sich jeweils entscheiden soll. Ihr scharfer Verstand hat es immer auch zu einer Angelegenheit gemacht, bei der ich als Leserin mitdenken konnte und wollte. Ich habe gerätselt, mich gefragt, was als nächstes passiert, was sie tun kann, um der Situation zu entkommen und wartete gebannt auf einen Kuss. Das Ganze wechselt sich so gut ab, dass ich nicht aufhören konnte, zu lesen.

Letztlich steuert alles auf ein Ende hin, dass alles in Frage stellt. Zum Glück aber auch ein paar Fragen beantwortet hat, denn ich hatte mich doch gerade ein wenig zurechtgefunden. Es ist ein Cliffhanger – für die Figuren schlimmer als für mich, denn ich hatte es bereits geahnt. Aber es steht dafür, was hier noch alles möglich ist. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, hat meiner Meinung noch viele lose Fäden, die interessant werden können.

Fazit:
Ja, die Idee ist vielleicht nicht ganz neu, aber die Autorin hat etwas mit hineingemischt, dass es nochmal neu machte und mit Cass eine starke Protagonistin geschaffen, die mich mit durch die spannende Handlung gezogen hat. Die zarten Gefühle, die Todesangst, die Action und die Überlegungen zu den Hintergründen haben die Geschichte zu einem Gedankenspiel und zu einer guten Unterhaltung für mich gemacht.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 01.06.2023

Wohlfühlgeschichte als Pageturner

Catching Feelings
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Der Schreibstil:
Kira Licht schreibt wie gewohnt herrlich flüssig und ließ mich super schnell in die Geschichte finden. Sie schafft es, einen sofort an die jeweiligen Orte zu versetzen. Dazu verbindet ...

Der Schreibstil:
Kira Licht schreibt wie gewohnt herrlich flüssig und ließ mich super schnell in die Geschichte finden. Sie schafft es, einen sofort an die jeweiligen Orte zu versetzen. Dazu verbindet sie ernste Situationen und Momente mit humorvollen Passagen und bannt einen so an die Seiten.

Meine Meinung zur Geschichte allgemein:
Ich muss sagen, dass ich anfangs sehr überrascht über das war, um was es Lys ging: Versöhnung, Wiedergutmachung. Und das, obwohl sie mittlerweile weit weg von ihrer Vergangenheit lebt. So unmittelbar vor dem College hat man ja meist andere Dinge im Kopf. Dadurch machte sie aber gleich einen sehr erwachsenen Eindruck auf mich,der sich die Geschichte über hielt.

Bei Zane geht es um etwas ganz anderes. Während sich Lys erste Seiten auf ihre Zukunft konzentrieren, lebt er mitten im Jetzt. Wir sind dabei, wie er eine Umweltaktion live durchzieht. Adrenalin und Spannung inkludiert. Dadurch war er natürlich sehr schnell sehr interessant und es wurde gleich klar, dass Zane Grundsätze verfolgt, an die er sich halten wird. Und auch er hat das die Geschichte über getan. Das mochte ich sehr an den beiden Protagonisten. Sie blieben sich jederzeit treu.

Dann geht einfach Alaska und ich hatte sofort Fernweh. Der kleine Ort Blackfish Bay wird sehr schön klein, eigentümlich und wild beschrieben und Lys kennt durch ihre Kindheit die Geheimtipps in jeder Ecke. Es war einfach eine coole Location, die schöner nicht hätte sein können. Allerdings schlummert hier einiges unter der Oberfläche und Lys wühlt es wieder hervor. Natürlich fragt man sich gleich am Anfang, was ihr großes Geheimnis ist. Was sie gemacht hat, um ihre Familie zu verlieren und warum sie sich selbst für so schuldig und böse hält. Zurück in Alaska wird für uns Leser:innen plötzlich alles klar und ich fand es gut gemacht, wie das im ganzen Dorf Thema Nummer 1 war. So ist es nunmal in so kleinen Dörfern: Jeder spricht mit jedem, die Menschen sind stur und machen, was sie kennen und wofür sie stehen. Kein leichter Anknüpfungspunkt für Lys und trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie schluckt ihre Gefühle runter und kämpft. Ein Wesenszug, den ich sehr an ihr gemocht habe und der im Laufe der Handlung immer wieder für brenzlige und spannende Situationen, aber auch zu solchen die Lösungen versprechen, führen.

Ungefähr abwechselnd liest man dazu aus der Perspektive von Zane. Er verfolgt in Alaska seine ganz eigenen Ziele und geht dabei sehr routiniert und ruhig vor. Er weiß genau, was er machen muss, worauf es ankommt und was er braucht. Auch in ihm schlummert angeblich eine böse Seite. Bei Lys ist es eher etwas, dass sie sich einbildet, weil sie noch so jung war. Bei Zane wird versucht, es deutlicher in ihm zu verankern. Das ist aber nicht ganz geglückt. Es wurde mir zu wenig problematisiert. Aber nun gut, ich mochte ihn auch so und hätte diese Andeutungen gar nicht gebraucht. Auch Zane hat ein Päckchen zu tragen und hängt zwischen seinen Herzenswünschen fest. Dazu kommen sehr eindrücklich seine aufkeimenden Gefühle für Lys, was ich super hervorgehoben fand.Es verläuft nichts, wie geplant. Die beiden lernen sich langsam und skeptisch kennen und entwickeln dadurch aber viel tiefere Gefühle zueinander. Vielleicht hätte ich mir manchmal noch ein, zwei Gespräche mehr über ihre Gefühle gewünscht. So waren sie zwar spürbar und es wurde quasi lautlos auch über die Zukunft usw. gesprochen, aber es fehlte mir die Bewusstwerdung ihrer Beziehung zueinander. Es passiert einfach viel durch Gesten und Aktionen. Das muss einem dann reichen.

Der „Krimi“, der sich in dieser Geschichte abspielt, war super spannend und interessant. Anfangs gab es nur einen Verdacht, der sich nach und nach bestätigt und dann geht es darum, Beweise zu sammeln. So weit so gut der Weg, den Zane bestreitet. Dadurch, dass ihm Lys aber nicht egal ist und auch sie nicht auf den Kopf gefallen ist, kommt bad auch ihre Sicht auf die Dinge dazu und es wird zusätzlich spannend. Wie lösen sie die Problematik, ohne sich gegenseitig zu verraten?
Lys Familienproblematik spielt darin eine große Rolle und ich fand es wirklich gut gemacht, wie sie es letztlich löst und wie sie nach und nach das Vertrauen der anderen zurückgewinnt. Dementsprechend war das Ende ebenfalls sehr logisch und gut gemacht. Es bleib authentisch, die beiden blieben sich treu und alle losen Fäden fügten sich zusammen. Auch hier merkte man nur ein wenig, dass die Beziehung der beiden noch etwas mehr Tiefe bekommen hätte wenn der „Krimi“ nicht ihr einziges Hauptthema geblieben wäre.

Fazit:
Ich habe das Buch echt gerne gelesen. Die Location ist super schön, die Problematiken gut ausgearbeitet und spannend. Die Geschichte las sich fast wie ein kleiner Krimi, angefüllt mit typischen Traditionen Alaskas und natürlich einer Liebesgeschichte, die man anfangs nicht für möglich gehalten hätte. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe mich gerne mitnehmen lassen. Die kleinen Schwächen in der Tiefe der Story konnte ich leicht verschmerzen.

4 von 5 Sterne von mir.

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