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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zwischenbilanz eines bewegten Lebens

Inside
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Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer ...

Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer Zelle wieder, aus der es vorübergehend kein Entkommen gibt.

Auf sehr persönliche und offene Art schildert Boris Becker sein Gerichtsverfahren und seine anschließende Zeit im Gefängnis. Er erzählt über seinen Alltag und über Begegnung im Gefängnis, über Mithäftlinge und Betreuer, über Sympathien und Abgrund. Viel Zeit bleibt zum Nachdenken und Beobachten, Becker erlebt unglaubliche Situationen und schildert seine Erfahrungen sehr detailliert und ungeschminkt. Auch wenn seine Strafe wohl berechtigt war, so hat man während des Lesens viel Mitgefühl mit ihm und die authentischen Erzählungen lassen einen immer wieder schockiert zurück.

"Inside" eröffnet einen neuen Blick auf Boris Becker, das Idol meiner Jugend. Er lässt dabei sein Leben, seine Karriere und alles, was danach kam, Revue passieren, in einer sehr bewegenden Art. Er schildert sehr emotional die Beziehungen zu den Menschen in seinem Leben und lässt erkennen, was er selbst als wichtig erachtet. Er erzählt von seinen "Zellenträumen" und zeigt durch e-Mails und Briefe, die er von Familie und Freunden erhalten hat, wie sehr auch sein Umfeld an seinem Schicksal Anteil nahm.

Für mich war "Inside" ein sehr bewegendes Buch, das mir ein neues Bild von Boris Becker vermittelt hat, ein Bild, wie er sich der Welt zeigen will. Ich habe beim Lesen mitgefiebert, die ein oder andere Träne verdrückt und mich mit ihm gefreut. Sehr gerne empfehle ich das Buch allen weiter, die Näheres über den Menschen Boris Becker und die Zwischenbilanz seines Lebens wissen möchten. "Inside" ist ein Buch, das berührt und bleibende Eindrücke hinterlässt!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Es macht immer wieder mal Sinn, das Leben zu überdenken

Das glückliche Leben
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Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, ...

Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, Testliegen im Sarg inklusive. Diese Aktion soll dazu dienen, Stationen seines Lebens zu hinterfragen und die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Was Éric in Korea zum Umdenken bewegte, versucht er nun in seiner Heimat Frankreich ebenfalls umzusetzen und er entwickelt ein Geschäftsmodel, um auch anderen Menschen zu ermöglichen, auf diese Art und Weise ihr Glück zu finden. Wird er damit Erfolg haben?

"Das glückliche Leben" von David Foenkinos klang für mich sehr vielversprechend und ich war neugierig auf diese ungewöhnliche Art, Resümee über sein eigenes Leben zu ziehen und dadurch mehr Glück zu verspüren. Das Buch las sich auch wirklich sehr leicht und anfangs so, als würde man aus der Geschichte tatsächlich etwas mitnehmen können. Die Sprache gefiel mir gut, und die Unterteilung in viele kurze Kapitel ließen mich gut vorankommen.

Im Verlauf fand ich es aber leider eher zäh und weder die Protagonisten noch die Geschichte selbst konnten mich wirklich überzeugen. Vieles blieb, obwohl das Thema viel Tiefgang hat, an der Oberfläche, teilweise wurden Handlungen einfach übersprungen und ich hatte auch nicht das Gefühl, mich mit Éric oder Amélie anzufreunden, sie blieben mir fremd. Für mich war das Buch zu "konstruiert" und abgesehen davon, dass Érics Leben am Anfang etwas holprig klang, verlief es dann wie eine Ansammlung an geglückten Episoden - egal, ob es um den Erfolg seiner Geschäftsidee ging, oder um die Betreuung seines Sohnes, es wurde von allem nur mehr die positive Seite erwähnt. Auch eine Art, Glück zu vermitteln, aber keine besonders lebensnahe.

"Das Glückliche Leben" hat bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch meine Sicht auf das Leben selbst und darauf, wie man sein Glück findet, nicht verändert.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Iim Schicksal vereint - ein Leben lang

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Margret und Hardy, 2 Heimkinder, die sich in frühester Kindheit in einem Heim kennen lernen und die das Leben nie mehr von einander trennt. 2 Kinder, die einsamer nicht sein können und trotzdem das Glück ...

Margret und Hardy, 2 Heimkinder, die sich in frühester Kindheit in einem Heim kennen lernen und die das Leben nie mehr von einander trennt. 2 Kinder, die einsamer nicht sein können und trotzdem das Glück haben, einander zu finden. Dem Schicksal zum Trotz meistern sie gemeinsam die schwierigsten Situationen und halten sich gegenseitig am Leben. Was einst als Kinderfreundschaft in der Not begann, entwickelte sich zur ganz großen Liebe und obwohl die Vergangenheit schwer auf Margret und Hardy lastet, finden sie dennoch ihr gemeinsames Glück.

Susanne Abel ist mit "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ein großartiges Buch gelungen. Ein Buch, das unter die Haut geht, das zu Tränen rührt, erschüttert, aber gleichzeitig froh macht und die Kraft der Liebe spüren lässt. So traurig das Schicksal der beiden Heimkinder auch ist, so sehr ihre Vergangenheit sie auch bis ins hohe Alter belastet, so sehr sind die beiden voller Hoffnung und Kraft und meistern zusammen die Schwierigkeiten des Alltags auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Von Anfang an gewinnen Hardy, Margret und im Verlauf auch ihre Urenkelin Emily die Sympathie der Leser. Man leidet mit ihnen mit, freut sich auch über kleine Erfolge, und gerade Hardy verleitet durch seine direkte und etwas unbeholfene Art auch manchmal zum Schmunzeln.

"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist ein Buch das nachwirkt. Auch wenn Margrets und Hardys Geschichte Fiktion ist, so haben sich ähnliche Schicksale mannigfach abgespielt und beeinflussen nach wie vor das Leben unzähliger Menschen. Die schlimmen Erlebnisse, der Missbrauch im Kinderheim, die verlorenen Chancen, die sich nie mehr nachholen lassen und die Nachwirkungen, die all das Geschehene ihr ganzes Leben lang hat, ja, die sogar bis in die nächsten Generationen weiter gegeben wird, all das sind Themen, die bewegen und erschüttern. Susanne Abel ist es gelungen, all das auf eine verständliche und gleichzeitig so einfühlsame Art zu erzählen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Mir hat "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" unglaublich gut gefallen. In der ganzen Tragik, die in dem Buch verborgen ist, war es wunderschön zu lesen, hat so viele Emotionen geweckt und ist auf jeden Fall eines meiner Lesehighlights dieses Jahres.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Liebe niemals deinen Lehrer

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
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Eve und ihr Mann, der wunderschöne Nate, Schwarm aller Schülerinnen, unterrichten an einer Highschool. Im neuen Schuljahr kommt Addie in Eves Klasse, Addie, die Schuld dran war, dass ein anderer Lehrer ...

Eve und ihr Mann, der wunderschöne Nate, Schwarm aller Schülerinnen, unterrichten an einer Highschool. Im neuen Schuljahr kommt Addie in Eves Klasse, Addie, die Schuld dran war, dass ein anderer Lehrer die Schule verlassen musste und der man einfach nicht trauen konnte. Dass Nate Addie unter seine Fittiche nimmt, stellt eine schwere Bewährungsprobe für die Ehe von Eve und Nate dar. Was hat es mit Addie wirklich auf sich? Kann man ihr tatsächlich nicht trauen? Oder kommt am Ende alles ganz anders?

Freida McFaddens neues Buch spielt in einer Highschool - und genauso mutet die Geschichte auch an. Über weite Teile plätschert das Buch so vor sich hin, man fühlt sich in einen Jugendroman versetzt und schüttelt immer wieder den Kopf ob der Naivität der Schülerinnen und der Klischees, die hier bedient werden.

Erst gegen Ende nimmt das Buch Fahrt auf und es tauchen endlich die Plottwists auf, die man bei Freida McFadden so schätzt, bisher aber viele Seiten hinweg missen musste. Das Ende kommt dann etwas rasch und für meinen Geschmack zu unerwartet, so, als hätte das Buch zu einem Ende gebracht werden müssen.

Ich bin ein großer Fan der Autorin, aber "Der Lehrer" hat mich nicht wirklich begeistert. Gegen Ende hat das Buch zwar an Spannung gewonnen, insgesamt war es aber etwas langatmig und langweilig. Bis jetzt ist das für mich eindeutig Freida McFaddens schwächstes Buch, das nur wegen des Endes von mir einen 3. Stern erhält.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Die Bilanz einer Liebe

Spät am Tag
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Kristin Vego lässt in ihrem ersten Roman die Schriftstellerin Johanne die Geschichte ihrer Liebe zu Mikael. Zufällig finden die beiden zu einander und erleben die Aufs und Abs, die eine lange Beziehung ...

Kristin Vego lässt in ihrem ersten Roman die Schriftstellerin Johanne die Geschichte ihrer Liebe zu Mikael. Zufällig finden die beiden zu einander und erleben die Aufs und Abs, die eine lange Beziehung mit sich bringt, sie meistern die schwierigen Situationen, die durch die ständige Präsenz seiner Ex-Frau und der gemeinsamen kleinen Tochter entstehen und finden im Laufe ihres gemeinsamen Lebens die Ruhe, nach der sich beide sehnen. Nach Mikaels Tod zieht Johanne Bilanz - und sie tut das in einer sehr ruhigen, reflektierten und besonnenen Art und Weise.

"Spät am Tag" ist ein sehr atmosphärisches Buch. Wunderschön wird die Geschichte von Johanne und Mikael geschildert, die Einsamkeit, in der die beiden irgendwo auf dem Land leben und die Besonnenheit, die sie verbindet - schon das Cover strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. "Spät am Tag" ist ein Buch, in dem nicht viel passiert, in dem aber so viel erzählt wird, in einer Sprache, die verzaubert. Es ist poetisch und ungeschönt, greift so manche Tabus auf und hat einen etwas melancholischen Unterton.

Nicht alles wird aufgelöst, manches bleibt auch offen, manche Zeitsprünge sind ein bisschen verwirrend und während des Lesens hätte ich gerne manchmal ein bisschen mehr über die einzelnen Personen erfahren. Aber sie sollen offenbar nicht im Mittelpunkt stehen, es geht eher darum, die Beziehung zu durchleuchten, in der sie zueinander stehen, ihre Interaktionen und die speziellen Verbindungen zueinander.

Auch wenn das Buch nur 140 Seiten hat, ist es kein Buch zum Schnellesen, sondern eines zum Eintauchen, zum Träumen und zum Nachdenken. Ich habe es sehr gerne gelesen, auch wenn ich durch die vielen Zeitsprünge manchmal ein bisschen durcheinander kam und ich empfehle es gerne an alle weiter, die Wert auf Stil und Sprache legen und auch mal zwischen den Zeilen lesen können und wollen.

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