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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein Kampf in zweiter Reihe

Die Welt in unseren Händen
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"Die Welt in unseren Händen" versetzt uns zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Während die Männer an der Front kämpften, sorgten die Frauen der Royal Air Force dafür, dass auch im Hintergrund alles glatt ...

"Die Welt in unseren Händen" versetzt uns zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Während die Männer an der Front kämpften, sorgten die Frauen der Royal Air Force dafür, dass auch im Hintergrund alles glatt lief. June entschließt sich, ihren Dienst in der WAAF anzutreten - ein großer Schritt, der auch Auswirkungen auf ihr Privatleben hat. In den nächsten Jahren leistet sie in England, Ägypten und Italien Großes für ihr Heimatland.

Emily Walton ist mit "Die Welt in unseren Händen" ein tolles Buch über ein Thema gelungen, über das viel zu wenig geschrieben wird: Die Funktion der Frauen während des Krieges. Anschaulich schildert sie, wie June und ihre Kameradinnen zwar nicht an der Front, aber auf einer anderen Ebene zu kämpfen haben. So viele Aspekte eines Krieges werden beleuchtet und dennoch ist das Buch unglaublich unterhaltsam. Das Zwischenmenschliche zwischen June und ihren neu gefundenen Freundinnen wird ebenso thematisiert, wie die Situationen, unter denen die Frauen, teilweise unter großen Entbehrungen, teilweise aber auch in deutlich besseren Verhältnissen, als erwartet, ihren Dienst versehen. Auch so manche Liebelei hat ihren Platz in dem Buch und sorgt für Abwechslung.

Das Leben in den verschiedenen Ländern wird schön geschildert. Es hat mich überrascht, als wie fortschrittlich Kairo während des 2. Weltkrieges beschrieben wird, welche Szenen es da im Untergrund bereits gab und welch ein Wohlstand dort offenbar herrschte - das hatte ich so nicht erwartet.

"Die Welt in unseren Händen" ist einerseits informativ, andererseits unterhaltsam. Eine gute Mischung für einen Roman, der auf der wahren Geschichte der Großmutter der Autorin basiert und den ich sehr gerne an alle historisch Interessierten weiter empfehle, die auch Spaß an Geschichten abseits des tragischen Kriegsgeschehens haben.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Und plötzlich war alles anders

Unter Wasser
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"Unter Wasser" ist die bewegende Geschichte der Freundschaft zwischen Marissa und Arielle. Seit ihrer Kindheit sind die beiden beste Freundinnen, sie wachsen mit viel Freiheit direkt am Meer auf und erleben ...

"Unter Wasser" ist die bewegende Geschichte der Freundschaft zwischen Marissa und Arielle. Seit ihrer Kindheit sind die beiden beste Freundinnen, sie wachsen mit viel Freiheit direkt am Meer auf und erleben eine unbeschwerte Zeit. Alles hätte so weitergehen können, wäre nicht 2004 der verheerende Tsunami über Asien hereingebrochen, der die beiden Freundinnen auf brutalste Weise entzweit hat. Während Marissa mit wenigen Narben davon kommt, wird Arielle von dem einst so geliebten Ozean mitgerissen.

In "Unter Wasser" schildert Tara Menon die besondere Freundschaft zwischen den beiden Mädchen aus der Sicht von Marissa. Jahre nach dem Unglück kehrt sie in ihre Heimatstadt New York zurück und versucht, sich fernab vom Unglücksort wieder niederzulassen. Zu tief ist jedoch die Trauer um die geliebte Freundin, als dass ihr das wirklich gelingt, zu sehr holen sie die Erinnerungen an Arielle in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder ein.

Das Buch ist trotz seiner Tragik wirklich faszinierend. Geschickt jongliert Menon mit den beiden Zeitebenen, schildert das Leben vor und nach der Katastrophe und lässt Marissa den Raum, den sie braucht um zu trauern, auch wenn das von ihrer Umwelt nicht immer verstanden wird. Sind die beiden Handlungsstränge am Anfang noch getrennt in die Zeit in Thailand und die Zeit in New York, so fließen sie mit Fortgang des Buches immer mehr in einander über.

Die Geschichte ist tragisch, aber sie ist wunderschön erzählt, sie ist fesselnd und packend, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Man fiebert mit Marissa mit und auch wenn man ungefähr weiß, was passiert, so zittert man mit ihr dem Unglück entgegen. Die Verzweiflung der Menschen nach dem Tsunami werden eindrücklich geschildert und gleichzeitig wird man mitgerissen, von der gegenseitigen Hilfsbereitschaft und der Kraft, die die Leute aufbrachten, um nicht an ihrem Schicksal zu zerbrechen.

"Unter Wasser" ist ein erschütterndes und unglaublich berührendes Buch. Es ist gleichzeitig spannend und bestürzend und in seiner ganzen Tragik dennoch ein großes Lesevergnügen. Ich empfehle es sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Das Moor gibt seine Geheimnisse preis

Spiegelland
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Eine Familiengeschichte in mehreren Zeitebenen, eingebettet in eine Moorlandschaft als zentraler Schauplatz - das ist der neue Roman von Rebekka Frank. Und er ist gelungen - sehr sogar.

Bildhaft und in ...

Eine Familiengeschichte in mehreren Zeitebenen, eingebettet in eine Moorlandschaft als zentraler Schauplatz - das ist der neue Roman von Rebekka Frank. Und er ist gelungen - sehr sogar.

Bildhaft und in schönster Sprache schildert Frank in "Spiegelland" die Geschichte einer Familie. Ausgehend davon, was vor 25 Jahren geschah, ziehen sich die Parallelen bis in die Gegenwart und der außergewöhnliche Fund von Moorleichen hat seine Wurzeln tief im 18. Jahrhundert.

Jede Zeitebene hat ihren eigenen Handlungsstrang und ihre Personen, die einen von Anfang an in den Bann ziehen. Sympathisiert man eingangs mit der einen Ebene, wechselt das Interesse während des Lesens immer wieder und von Anfang an fiebert man mit den Protagonisten mit. Während die Zusammenhänge im Verlauf immer klarer werden, bleiben dennoch die einzelnen Geschichten für sich auch spannend. Frank gelingt es aber sehr gut, sie mit einander zu verweben und schließlich zu einem Ganzen zusammen zu führen.

"Spiegelland" ist ein faszinierender Roman, der sowohl durch seinen Schauplatz im Moor überzeugt, als auch durch die handelnden Personen Tiefgang bekommt, die auf großartige Weise ihre Schicksale bewältigen. Es ist ein Roman voll Atmosphäre und Faszination, voll Sympathie und Spannung.

Ich habe "Spiegelland" mit großer Begeisterung gelesen und es hat Freude gemacht, das Moor aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Es war spannend, sich in die Situationen der Protagonisten der verschiedenen Zeiten hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern und ich empfehle das Buch sehr gerne an alle weiter, die Familiengeschichten mögen, für die das Drumherum aber ebenfalls faszinierend ist und die über oberflächliche Beziehungen hinaus eine Familie über Generationen begleiten möchten.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Gefühlvoller Familienroman

Das schönste aller Leben
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"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder ...

"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder zu kämpfen haben. Der Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und zwischen Einheimisch und Fremd wird ebenso thematisiert wie die ganz persönlichen Probleme der erwachsenen Vio, die sich Selbstvorwürfe nach dem Unfall ihrer Tochter macht. So unterschiedlich ihre Probleme aber auch sind, alle Generationen haben den selben Wunsch: sie wünschen sich für sich und ihre Familie das Schönste aller Leben.

"Das Schönste aller Leben" ist ein sehr gelungener, gefühlvoller Roman, der die unterschiedlichen Thematiken nachvollziehbar aufgreift. Man fühlt sich während des Lesens mit den einzelnen Familienmitgliedern verbunden, fiebert und leidet mit und freut sich, wenn das Leben Sonnenseiten aufweist.

Die Gliederung in kurze Kapitel, jeweils aus der Sicht einer anderen Person bzw. teilweise sogar aus der Sicht des Heimatlandes geschrieben, ermöglichen ein rasches Lesen des Buches, weil man natürlich immer wissen will, wie sich die einzelnen Handlungsstränge weiter entwickeln. Die Protagonisten sind sympathisch und auch die Lebensumstände werden ausführlich geschildert.

Leider hat mir die Verbindung zu Theresia ein bisschen gefehlt, auch wenn mich ihr Schicksal sehr berührt hat. Aber der Zusammenhang mit dem Rest des Buches wurde etwas vernachlässigt und hatte (abgesehen davor, dass sie eine Vorfahrin war) wenig Bedeutung für die weitere Handlung. Ansonsten hat mir "Das Schönste aller Leben" sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne an alle weiter, die sich für die Schicksale anderer Familien interessieren.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Neuanfang mit Gefühl

Mathilde und Marie
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Wie der Zufall es will, landet Marie an einem Wendepunkt ihres Lebens im kleinen Dorf Redu - dort, wo die Uhren langsamer gehen, die Menschen noch Zeit für einander haben und das Internet noch nicht den ...

Wie der Zufall es will, landet Marie an einem Wendepunkt ihres Lebens im kleinen Dorf Redu - dort, wo die Uhren langsamer gehen, die Menschen noch Zeit für einander haben und das Internet noch nicht den Alltag beherrscht. Schnell gewinnt sie die Sympathien der Dorfbewohner für sich und als sich auch die reservierte Mathilde ihre Vorbehalte ad acta legt und sich öffnet, fühlt sich Marie zunehmend als ein Teil der Gemeinschaft. Als sie schließlich gebeten wird, einen Buchladen in Redu zu übernehmen, tut sie das nur allzu gerne.

Torsten Woywod ist mit "Mathilde und Marie" ein wunderschönes, atmosphärisches Buch gelungen. Die Charaktere sind unglaublich sympathisch und da das Buch jedem von ihnen genug Raum lässt, hat man während des Lesens das Gefühl, sie Seite für Seite besser kennenzulernen. Redu ist verschlafen, man spürt die Ruhe, die der Ort ausstrahlt und man fühlt sich auch irgendwie "angekommen".

"Mathilde und Marie" ist kein Buch der großen Handlungen, es ist eher ein Buch der Gefühle, der Stimmungen, des Miteinanders. Es ist ein Buch, das durch eine wunderschöne Sprache überzeugt und das die Ruhe spüren lässt, die in dem kleinen Dorf herrscht. Manchmal braucht es nicht viel um glücklich zu sein. Die Menschen um einen und die Situationen, die man teilt sind oft so viel mehr als die großen Abenteuer. Und genau das strahlt das Buch aus.

Für mich war "Mathilde und Marie" ein ganz großes Lesevergnügen, ein Buch des Genusses und der schönen Worte, das ich sehr gerne allen empfehle, die gerne zwischen den Zeilen lesen und für die weniger manchmal mehr ist.

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