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Veröffentlicht am 01.03.2026

Gefühlvoller Familienroman

Das schönste aller Leben
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"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder ...

"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder zu kämpfen haben. Der Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und zwischen Einheimisch und Fremd wird ebenso thematisiert wie die ganz persönlichen Probleme der erwachsenen Vio, die sich Selbstvorwürfe nach dem Unfall ihrer Tochter macht. So unterschiedlich ihre Probleme aber auch sind, alle Generationen haben den selben Wunsch: sie wünschen sich für sich und ihre Familie das Schönste aller Leben.

"Das Schönste aller Leben" ist ein sehr gelungener, gefühlvoller Roman, der die unterschiedlichen Thematiken nachvollziehbar aufgreift. Man fühlt sich während des Lesens mit den einzelnen Familienmitgliedern verbunden, fiebert und leidet mit und freut sich, wenn das Leben Sonnenseiten aufweist.

Die Gliederung in kurze Kapitel, jeweils aus der Sicht einer anderen Person bzw. teilweise sogar aus der Sicht des Heimatlandes geschrieben, ermöglichen ein rasches Lesen des Buches, weil man natürlich immer wissen will, wie sich die einzelnen Handlungsstränge weiter entwickeln. Die Protagonisten sind sympathisch und auch die Lebensumstände werden ausführlich geschildert.

Leider hat mir die Verbindung zu Theresia ein bisschen gefehlt, auch wenn mich ihr Schicksal sehr berührt hat. Aber der Zusammenhang mit dem Rest des Buches wurde etwas vernachlässigt und hatte (abgesehen davor, dass sie eine Vorfahrin war) wenig Bedeutung für die weitere Handlung. Ansonsten hat mir "Das Schönste aller Leben" sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne an alle weiter, die sich für die Schicksale anderer Familien interessieren.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Neuanfang mit Gefühl

Mathilde und Marie
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Wie der Zufall es will, landet Marie an einem Wendepunkt ihres Lebens im kleinen Dorf Redu - dort, wo die Uhren langsamer gehen, die Menschen noch Zeit für einander haben und das Internet noch nicht den ...

Wie der Zufall es will, landet Marie an einem Wendepunkt ihres Lebens im kleinen Dorf Redu - dort, wo die Uhren langsamer gehen, die Menschen noch Zeit für einander haben und das Internet noch nicht den Alltag beherrscht. Schnell gewinnt sie die Sympathien der Dorfbewohner für sich und als sich auch die reservierte Mathilde ihre Vorbehalte ad acta legt und sich öffnet, fühlt sich Marie zunehmend als ein Teil der Gemeinschaft. Als sie schließlich gebeten wird, einen Buchladen in Redu zu übernehmen, tut sie das nur allzu gerne.

Torsten Woywod ist mit "Mathilde und Marie" ein wunderschönes, atmosphärisches Buch gelungen. Die Charaktere sind unglaublich sympathisch und da das Buch jedem von ihnen genug Raum lässt, hat man während des Lesens das Gefühl, sie Seite für Seite besser kennenzulernen. Redu ist verschlafen, man spürt die Ruhe, die der Ort ausstrahlt und man fühlt sich auch irgendwie "angekommen".

"Mathilde und Marie" ist kein Buch der großen Handlungen, es ist eher ein Buch der Gefühle, der Stimmungen, des Miteinanders. Es ist ein Buch, das durch eine wunderschöne Sprache überzeugt und das die Ruhe spüren lässt, die in dem kleinen Dorf herrscht. Manchmal braucht es nicht viel um glücklich zu sein. Die Menschen um einen und die Situationen, die man teilt sind oft so viel mehr als die großen Abenteuer. Und genau das strahlt das Buch aus.

Für mich war "Mathilde und Marie" ein ganz großes Lesevergnügen, ein Buch des Genusses und der schönen Worte, das ich sehr gerne allen empfehle, die gerne zwischen den Zeilen lesen und für die weniger manchmal mehr ist.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Am Ende siegt die Liebe

Für Polina
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Hannes und Polina wachsen zusammen auf, und schon bald entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die von beiden etwas unterschiedlich interpretiert wird. Nach einem Streit verlieren sich Hannes und ...

Hannes und Polina wachsen zusammen auf, und schon bald entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die von beiden etwas unterschiedlich interpretiert wird. Nach einem Streit verlieren sich Hannes und Polina aus den Augen und nach einer langen Phase der Trauer beginnt Hannes wieder, Musik zu machen. Zaghaft startet er am Klavier, und schnell nehmen die Klänge Überhang und Hannes findet sich plötzlich auf den großen Bühnen Europas wieder. Er spielt und spielt - nicht für sich selbst, nicht für sein Publikum, nein, er spielt nur für Polina.

Takis Würger ist mit "Für Polina" eine wunderschöne Liebesgeschichte gelungen. Eine Geschichte voller Verwirrungen, voll Tragik und doch voll von Gefühl. Die beiden Protagonisten sind absolut sympathisch, Hannes möchte man in seiner Unbeholfenheit und in seiner Traurigkeit am liebsten in den Arm nehmen und man hofft so sehr für ihn, dass er sich nach etlichen Schicksalsschlägen endlich in den richtigen Armen wiederfindet. Polina versprüht Energie und während sie anfangs die Fäden in der Hand hat, verlieren wir sie im Laufe der Geschichte ein bisschen aus den Augen.

"Für Polina" ist ein tragisch-schönes Buch, das man kaum aus der Hand legen möchte, ein Buch, das sehr viel zwischen den Zeilen beinhaltet und dennoch in einer Sprache geschrieben ist, die Leichtigkeit verströmt. So traurig manche Episoden auch sind, irgendwie hat man während des Lesens dennoch das Gefühl, dass das Leben weiter geht und dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Und während Hannes immer wieder zu kämpfen hat, gibt er niemals wirklich auf. Das Buch nimmt einen mit, in ein Leben, das am Limit vorbeischrammt und dennoch in seiner Einfachheit so viel Positives ausstrahlt.

Takis Würgers "Für Polina" hat mir gefühlvolle Lesestunden beschert. Ich habe mit Hannes und Polina mitgefiebert, mitgetrauert und mitgehofft. Es war wunderschön, die Liebesgeschichte der beiden von außen verfolgen zu dürfen und sich trotzdem ganz nahe dabei zu fühlen. Für mich ist das Buch bestimmt eines der Lesehighlights des heurigen Jahres und ich empfehle es sehr, sehr gerne an alle weiter, die eine Geschichte mit Tiefgang mögen, die Spuren hinterlässt und trotzdem glücklich macht.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Blumen, Liebe und kleine Verwirrungen

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, ...

Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, was Rosie anrührt wie am Schnürchen. Wird es ihr gelingen, die beiden Herren auch noch von sich zu überzeugen? Dann wäre das Leben ja tatsächlich perfekt.

"Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam" von Annabel French ist das 1. Buch der Feel-good-Reihe, "Love in the City", die sehr nett klingt. Leider hat es die Autorin ein bisschen zu gut gemeint, das Buch wirkt wie auf rosa Wolken und teilweise so naiv, dass man nur den Kopf schütteln kann. Es verspricht einen Neuanfang der jungen Britin Rosie in der niederländischen Hauptstadt. Die Atmosphäre am Blumenmarkt einzufangen, ist French gut gelungen - das Buch bezaubert mit seinem Grachtenflair. Das war für mich leider das größte Plus des Buches! Die Handlung selbst ist leider seicht und vorhersehbar und mit der super-perfekten Rosie, der alles gelingt, was sie angreift, hat French leider keine Sympathieträgerin als Hauptperson geschaffen. Im Gegenteil, mich hat Rosie eher aggressiv gemacht, ihre Naivität tut manchmal fast weh. Lediglich die Beziehung zu ihrem Vater, die sie nach wie vor, trotz der Distanz, intensiv pflegt, fand ich schön.

Auch wenn ich keinen tiefgründigen Roman erwartet habe, ein bisschen mehr Spannung und Realitätsnähe wäre fein gewesen. Schade, denn eigentlich klang die der Klappentext vielversprechend und das Cover ist wirklich ansprechend gestaltet. 3 Sterne dafür und für das schöne Setting in Amsterdam. Bei der Geschichte selbst ist leider noch viel Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Im Zwiespalt zwischen den Kulturen

Trag das Feuer weiter
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"Trag das Feuer weiter" von Leïla Slimani ist der dritte und letzte Band einer Familientrilogie, die das Leben und die Entwicklung der Familie Belhaj-Daoud über mehrere Generationen schildert. Beruhend ...

"Trag das Feuer weiter" von Leïla Slimani ist der dritte und letzte Band einer Familientrilogie, die das Leben und die Entwicklung der Familie Belhaj-Daoud über mehrere Generationen schildert. Beruhend auf ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt Slimani über eine Familie im Zwiespalt zwischen den Kulturen. Teilweise mit französischen und teilweise mit marokkanischen Wurzeln meistern die Generationen viele interkulturelle Schwierigkeiten, erfreuen sich aber auch an den Vorteilen, die beide Seiten bieten.

Im dritten Band steht nun Mia im Mittelpunkt, die zum Studium nach Frankreich zieht und Schriftstellerin wird, im Rahmen einer Erkrankung aber wieder in ihre Heimat Marokko zurück kommt und den Wurzeln ihrer Familie auf ihre eigene Art auf den Grund geht. Gleichzeitig entwickeln sich natürlich auch ihre Eltern und Großeltern weiter und haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen, die Slimani auf sehr ansehnliche Art und Weise schildert, in einer Sprache, die vieles offenlegt und die die Lebensumstände der Familie sehr bildhaft darstellt.

Das Buch entführt in das Marokko des ausklingenden 20. Jahrhunderts und wir dürfen die Familie Balhaj-Daoud über 2 Jahrzehnte begleiten. Aufgrund der detaillierten Erzählungen hat man das Gefühl, die Familie Seite für Seite besser kennenzulernen, auch ohne die beiden ersten Bände zu kennen, kann man der Geschichte leicht folgen.

Auf mich wirkte das Buch wie ein Kampf - ein Kampf, zwischen den Kulturen seine Identität nicht zu verlieren, sich selbst treu zu bleiben, ein Kampf zwischen Tradition und Aufbruch. Während auf der einen Seite Traditionelles hoch gehalten wird, zeigt man sich auf der anderen Seite sehr aufgeschlossen. Die Mutter der Familie ist erfolgreiche Gynäkologin, Mia selbst entdeckt, dass sie homosexuell ist, Vater Mehdi schickt seine beiden Töchter nach Frankreich, um ihnen die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig werden Riten gepflegt, wie sie in Marokko offenbar schon seit Jahrtausenden Tradition haben. Genau dieser Zwiespalt und dieser Kampf sind es, die das Buch so lesenswert und so interessant machen, die einem ermöglichen, sich selbst in das Leben von Menschen zwischen den Kulturen einzufühlen.

Die Geschichte von Mia und ihrer Familie ist kein Einzelfall, unzählige Menschen leben in diesem ständigen Konflikt mit sich selbst und mit ihrer Herkunft. Auch wenn man selbst nicht davon betroffen ist, so findet man diese Menschen überall und genau deshalb sind Bücher wie "Trag das Feuer weiter" so wichtig. Sie öffnen uns die Augen, sie erweitern unseren Horizont und zeigen und die täglichen Probleme, mit denen Menschen zu kämpfen haben. Wenn sie dann auch noch so schön geschrieben sind, wie Leïla Slimanis Trilogie, ist das eine große Bereicherung! Chapeau!

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