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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2025

Grandioses Finale der AGGGTM-Reihe!

As Good as Dead
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Pip hat sich mehr oder weniger gut von den Ereignissen erholt, die sie zuvor erlebt hat. Sie leidet mittlerweile unter extremen Schlafstörungen und nimmt deshalb auch eigentlich zu gefährliche Schlaf- ...

Pip hat sich mehr oder weniger gut von den Ereignissen erholt, die sie zuvor erlebt hat. Sie leidet mittlerweile unter extremen Schlafstörungen und nimmt deshalb auch eigentlich zu gefährliche Schlaf- und Beruhigungsmittel, die sie über einen Dealer bekommt. Immer wieder enthält sie anonyme Nachrichten: Wer wird nach dir suchen, wenn du verschwindest? Anscheinend hat es ein Stalker auf Pip angesehen, denn die Vorkommnisse und Nachrichten häufen sich. Sie beginnt, Zusammenhänge zwischen einem Serienmörder und ihrem Stalker zu finden. Was, wenn der Mann, der seit sechs Jahren für die Serienmorde im Gefängnis sitzt, am Ende unschuldig ist? Und der wahre Täter noch frei herum läuft? Pip realisiert, dass sie in großer Gefahr ist und das nächste Opfer sein könnte.

Da mir bereits die beiden Vorgängerbände der AGGGTM-Reihe extrem gut gefallen haben, war ich gespannt auf den letzten Band - und wow, was für ein Finale!
Anders als die beiden Bände zuvor, ist dieser düsterer und psychologisch komplexer aufgebaut, was mir sehr gut gefallen hat. Wie immer beschreibt die Autorin hervorragend die Ereignisse und vor allem Pips Zerrissenheit und emotionale Belastung werden perfekt dargestellt. Man fliegt, wie immer bei Holly Jackson, nur so durch die Seiten und es wird eine unglaublich spannende Atmosphäre bis zur letzten Seite aufgebaut. Man merkt beim Lesen, wie Pip sich seit Band eins entwickelt hat, wie viel mutiger sie geworden ist, sie bietet jedem Problem die Stirn. An manchen Stellen ist die Handlung vielleicht etwas überzogen, was der spannenden Handlung jedoch keinen Abbruch tut und dazu beiträgt, beim Lesen mitzufiebern.

Ich bin begeisterter Holly Jackson-Fan und bin nun traurig, dass die Reise der AGGGTM-Reihe endet - zum Glück gibt es jedoch noch einige Bücher von ihr zu lesen. Ich kann jedem, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen, dieses Buch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Persönlicher und spannender Ausflug in die Arbeit eines Autors

Die Geschichten in uns
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Benedict Wells ist ein erfolgreicher Autor und hat bereits eine Reihe erfolgreicher Romane im Diogenes-Verlag veröffentlicht. In diesem Buch widmet er sich jedoch seiner Arbeit als Autor an sich. Dabei ...

Benedict Wells ist ein erfolgreicher Autor und hat bereits eine Reihe erfolgreicher Romane im Diogenes-Verlag veröffentlicht. In diesem Buch widmet er sich jedoch seiner Arbeit als Autor an sich. Dabei beschreibt er die verschiedenen Etappen dabei, angefangen von der ersten Idee bis zur Abgabe des Manuskripts. Er gibt außerdem Einblicke in sein Leben, seine Kindheit und was ihn beim Schreiben inspiriert und antreibt.

Ich kannte Benedict Wells bereits als großartigen Autor und war sehr gespannt auf dieses Sachbuch - und bin begeistert! Auch wer noch an keinem Buch schreibt oder mit dem Gedanken spielt, kann hier vieles für sich mitnehmen.
Zunächst gibt Benedict Wells Einblicke in seine Kindheit, was ihn geprägt hat und zum Schreiben gebracht hat. Das war sehr spannend zu lesen, weil er bislang sein Privatleben meist gut zu schützen wusste und er sich so von einer neuen, persönlichen Seite zeigt. Dann geht er über zu seiner Arbeitsweise, sobald er einen neuen Roman schreiben möchte. Er betont dabei, dass seine Herangehensweise nicht universell ist und er hier nur von sich selbst erzählen kann. Anhand verschiedener Beispiele erklärt er die verschiedenen Etappen und zeigt auch, worauf es z.B. bei der Ideenfindung, der Ausgestaltung der Figuren und dem Erzählstil ankommt.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Übungen, die man als Leser an die Hand bekommt, z.B. die Überarbeitung einzelner Textpassagen, die er mit dem Leser gemeinsam verbessert und dabei Fehler aufzeigt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und die persönlichen Abschnitte machen das Ganze spannend. Auch wer kein Buch schreibt oder schreiben möchte, bekommt hier wertvolle Einblicke in die Arbeit eines erfolgreichen Autors. Sehr empfehlenswert für alle, die gerne lesen!

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Großer Roman über den Widerstand der Frauen - ein neues Lesehighlight!

Und alle so still
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An einem gewöhnlichen Sommertag passiert etwas Ungewöhnliches: Frauen liegen reglos auf der Straße, still und ohne Protest. Es ist der Beginn eines Widerstands, der immer größere Kreise ziehen wird. Vor ...

An einem gewöhnlichen Sommertag passiert etwas Ungewöhnliches: Frauen liegen reglos auf der Straße, still und ohne Protest. Es ist der Beginn eines Widerstands, der immer größere Kreise ziehen wird. Vor diesem Hintergrund begegnen sich Nuri, Elin und Ruth. Nuri ist neunzehn Jahr alt, schlägt sich mit diversen Nebenjobs mehr schlecht als recht durch. Er hadert mit seiner Rolle als Mann und scheint dem gesellschaftlichen Druck nicht gewachsen zu sein. Elin ist Anfang zwanzig und Influencerin. Sie arbeitet im Hotel ihrer Mutter mit und erlebt dort Gewalt, die sie für mich selbst erstmal aufarbeiten muss. Ruth ist Mitte fünfzig und Pflegefachkraft im Krankenhaus. Sie opfert sich für all ihre Patienten auf, übernimmt Schichten ohne Ende, denkt dabei aber nie an sich selbst. Wird der Widerstand der Frauen auch etwas mit den drei Personen machen und werden sie das System ebenfalls infrage stellen?

Ich war sehr gespannt auf das neue Buch von Mareike Fallwickl, "Die Wut, die bleibt" hat mir sehr gut gefallen und gehört zu meinen Lesehighlights. Auch das Cover hier passt zum Thema: laut, auffällig und krass.
Bereits der Klappentext hat mich mitgenommen und ich war gespannt auf dieses Gedankenspiel: was passiert, wenn keine Frau mehr macht, was von ihr erwartet wird? Wenn sich keine mehr dem System beugt, wie lange kann es noch standhalten? Die Autorin hat hier einen wunderbaren Roman geschaffen mit Figuren, denen man gerne folgt und deren Entwicklung man mit Spannung verfolgt. Mich hat beeindruckt, mit welcher Gelassenheit die Frauen sich zusammen tun und leise protestieren. Wobei man es nicht als klassischen Protest bezeichnen kann, vielmehr zeigen sie, was tagtäglich von den Frauen überall auf der Welt erwartet wird: funktionieren, unbezahlte Care-Arbeit leisten, Aufopferung für andere und Gewalt über sich ergehen lassen. Oft hart zu lesen, lohnt es sich, die Geschichte zu lesen, weil deutlich wird, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.
Sehr gut gefallen haben mir auch die kurzen, jedem Kapitel vorangehenden Einschübe, die aus der Sicht einer Pistole oder der Gebärmutter einer Frau geschrieben sind. Ungewöhnlich und traurig zugleich zeigen sie Fakten über die Frau in der Gesellschaft, die einen beim Lesern schaudern lassen und die zur Stimmung der Geschichte passen.
Besonders hervorzuheben ist sicherlich auch die Arbeit von Ruth, die Tag für Tag mehrere Schichten hintereinander übernimmt und immer für andere da ist. Man merkt beim Lesen schnell, dass sie sowohl psychisch als auch körperlich am Ende ist, ausgebeutet von einem System, dass nach der Corona-Pandemie eigentlich Besserung gelobt hat - die nie kam. Es hat mich erschreckt zu sehen, unter welchen Bedingungen tausende von Menschen jeden Tag die Maschinerie am Laufen erhalten müssen und über die man sich meist viel zu wenig Gedanken macht.
Interessant ist auch, wie das Patriarchat, die Politik und die Männer selbst auf diesen Widerstand reagieren: statt zuzuhören, nach einer Lösung zu suchen, wird der stille Widerstand mit (Polizei)Gewalt bekämpft und es werden Strafen verhängt.

Für mich der Roman ein neues Lesehighlight, das ich unbedingt jedem weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Langweilige und aneinandergereihte Handlung mit unsympathischem Protagonisten

Faserland
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Der namenlose Ich-Erzähler reist durch Deutschland bis in die Schweiz, ohne Ziel oder Plan. Auf jeder seiner Stationen begegnet er alten Bekannten, es hält ihn jedoch nie lange an einem Ort. Zwischen Alkohol, ...

Der namenlose Ich-Erzähler reist durch Deutschland bis in die Schweiz, ohne Ziel oder Plan. Auf jeder seiner Stationen begegnet er alten Bekannten, es hält ihn jedoch nie lange an einem Ort. Zwischen Alkohol, Drogen und Parties lässt er seine Gedanken laufen. Er weiß nicht, was er vom Leben möchte, vielleicht Veränderung, Hauptsache raus aus den traditionellen, gesellschaftlichen Zwängen und Normen.

Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die es als Lehrerin mit ihrer Oberstufenklasse gelesen hatte. Ich kann dem Buch jedoch nichts abgewinnen und bin froh, dass ich es nicht zu meiner Abiturzeit lesen musste.
Die Geschichte an sich hört sich erstmal spannend an, ich habe jedoch selten ein Buch mit einem so unsympathischen Erzähler gelesen. Es ist mir nicht wichtig, dass die Protagonisten allesamt sympathisch sind, das ist auch meist nicht möglich, aber hier hat es die Handlung massiv gestört. Die Handlung ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die der Erzähler oft unter Alkohol- und Drogeneinfluss erlebt. Zu Beginn trifft er auf Sylt eine alte Bekannte, bereits hier zeigt sich die ich-bezogene und arrogante Art des Erzählers. Er unterhält sich nur ungern mit ihr, nimmt jedoch die Einladung zu Drinks und Champagner gerne an. Lieber denkt er von oben herab über die Personen nach, denen er begegnet. Er betrachtet die Menschen eher als lose Bekanntschaften. Wahrscheinlich aus wohlhabendem Elternhaus stammend, scheint er auch keinem Beruf nachzugehen, denn er kann durch Deutschland reisen, wie er gerade Zeit und Lust hat.

Auf knapp 200 Seiten wird viel erzählt, aber irgendwie doch nichts, weil alles inhaltslos wirkt. Hätte das Buch mehr Seiten gehabt, hätte ich es abgebrochen, weil mir einfach die Handlung gefehlt hat. Vielleicht bietet das Buch als Schullektüre mehr Interpretationspotenzial, aber für mich war es leider gar nichts und ich kann es nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Sehr persönliches und kluges Buch über das sensible Thema Trost - sehr empfehlenswert!

Trost
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Madeleine Hofmann ist Autorin und gerade Anfang dreißig, also mitten drin in der weiteren Lebensplanung, als sie die Schockdiagnose Brustkrebs bekommt. Ihr komplettes Leben wird von einer Minute auf die ...

Madeleine Hofmann ist Autorin und gerade Anfang dreißig, also mitten drin in der weiteren Lebensplanung, als sie die Schockdiagnose Brustkrebs bekommt. Ihr komplettes Leben wird von einer Minute auf die andere auf den Kopf gestellt und sie muss erstmal die Diagnose und die Reaktionen ihres Umfelds darauf verarbeiten. Sie merkt, dass es für die meisten Menschen unglaublich schwierig zu sein scheint, Trost zu spenden und auch für sie, Trost zu empfangen, anzunehmen und zu finden. Bewusst setzt sie sich mit diesem Thema weiter auseinander und hat dieses hervorragende Buch geschrieben, das viel mehr als ein Sachbuch oder ihre eigene Geschichte ist.

Emphatisch und unverblümt erzählt sie von ihrem Weg, angefangen mit der Diagnose bis zu der Zeit nach Chemotherapie und Reha. Nach den ersten Seiten hatte ich zunächst Sorge, dass es eine Geschichte wird, die sich ausschließlich um die Krankheit dreht und dadurch schwer und zu traurig wird, aber schnell findet man hinein in diese Geschichte.
Madeleine Hofmann setzt sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema Trost auseinander: persönlich als Betroffene, aber auch als Trostspenderin selbst. Dabei beleuchtet sie verschiedenste Aspekte und Dinge, die anderen Menschen Trost geben können, z.B. die Verbundenheit zur Natur, zu anderen Menschen in Partnerschaften, Familie, Selbsthilfegruppen und der Kirche, der Umgang mit Tieren und Musik, Kunst und Kultur. Sie holt sich dazu auch Expertinnen und Fachleute an die Seite und untersucht so diese trostgebenden Dinge, erzählt aber auch aus ihrem persönlichen Umfeld. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch, keine Universalanleitung, die für jeden Menschen gilt, so individuell jeder Mensch auf seine Weise ist, so individuell sind auch die Dinge, die einem Trost und Halt in schwierigen Situationen geben können. Jeder muss damit seinen eigenen Weg finden und dieses Buch ist eine unglaublich tolle Hilfestellung dafür.

Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und es wird noch lange in mir nachklingen. Ich werde mir das Buch sicherlich in einer ruhigen Minute nochmals vornehmen und achtsam und bewusst die verschiedenen Kapitel lesen. Für mich ein sehr lesenswertes Buch, das trotz des schwierigen Themas viele Anregungen und Ideen bereit hält, aus denen jeder etwas für sich mitnehmen kann.

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