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Veröffentlicht am 27.08.2025

Pfandhaus der Entscheidungen

Water Moon
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In Tokio gibt es ein Ramenrestaurant. Moment mal, davon gibt es sicher viele, oder? Aber dieses ist andersartig. Denn je nachdem, was man fühlt und denkt, was falsche Entscheidungen betrifft, landet man ...

In Tokio gibt es ein Ramenrestaurant. Moment mal, davon gibt es sicher viele, oder? Aber dieses ist andersartig. Denn je nachdem, was man fühlt und denkt, was falsche Entscheidungen betrifft, landet man plötzlich nach dem Übertreten der Schwelle in einem Pfandhaus.

Die Menschen, die hierher finden, sind natürlich überrascht und wollen insgeheim jedoch ihren Seelenfrieden zurück. Hana steh kurz davor, dass Pfandhaus ihres Vaters zu übernehmen.

Doch dann geschieht etwas Schreckliches: Als sie morgens wach wird, ist das Pfandhaus verwüstet und ihr Vater verschwunden.

Zusammen mit Keishin, der auch in den Laden gefunden hat, begibt sich Hana auf eine abenteuerliche Reise, um ihn zu suchen, denn sie ahnt, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte.

Mir hat das Buch unwahrscheinlich gut gefallen. Ich bin entzückt, welchen Ideenreichtum die Autorin mit ihrer wilden Reise der beiden bewiesen hat. Man denkt ja, man hat schon viel und oft das Gleiche gelesen, aber die Geschichte besticht durch Andersartigkeit, viel Poesie, Momente, die schaudern lassen, denn die beiden werden verfolgt, und Einfällen, auf die man erst einmal kommen muss.

Ich kann mir das Buch sehr gut als Verfilmung vorstellen, weil die Handlung so rasant und nie langweilig war. Außerdem ist man gezwungen, nachzudenken und nicht alles abzutun, denn die Welt, die hier erschaffen wurde, wird mit Spannung aufgebaut.

Auch die süße Liebesgeschichte hat mir gefallen, weil sie dezent mit der Handlung verwoben wurde.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Seiten sind so schnell gelesen, dass man sich fragt, wie das sein kann.

Hervorheben möchte ich noch die Gestaltung des Buches mit wunderschönen Zeichnungen auf dem Einband, außerdem besitzt das Buch noch einen Schutzumschlag mit Origamidarstellungen, die man frei falten kann, wenn man möchte.

Water Moon spricht Liebhaber der japanischen Mythologie an, die viel Fantasie haben und sich nicht scheuen, mal was ganz Neues zu lesen.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Der Funke ist nicht übergesprungen

Meine Sommer mit Marx
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Die 28jährige Cècile, die Sessy genannt wird, kehrt in die Villa Wittlow nach Lavnitz zurück. Vor zehn Jahren verbrachte sie einen Sommer dort bei Edith, der Hausherrin. Zusammen mit Max, den sie aufgrund ...

Die 28jährige Cècile, die Sessy genannt wird, kehrt in die Villa Wittlow nach Lavnitz zurück. Vor zehn Jahren verbrachte sie einen Sommer dort bei Edith, der Hausherrin. Zusammen mit Max, den sie aufgrund seiner Wälzer, die er ständig dabei hatte, Marx nennt.

Sie ist mittlerweile eine Frau geworden, die viel herumgekommen und gereist ist. Sie mag Party feiern und Shoppen.

Max ist das genaue Gegenteil. Er lebt immer noch bei Edith und versteckt sich vor der Welt. Max ist ein introvertierter Charakter, der ruhig und besonnen agiert.
Die beiden passen so gar nicht zusammen. Sie wie das alles verschlingende Feuer, er wie das gegenteilige Eis.

Doch Sessy kommt zurück, weil sie sich gefragt hat, ob er nicht doch der Richtige für sie ist.


Zuerst einmal möchte ich hervorheben, wie toll ich den Schreibstil finde. Das Buch lässt sich locker und leicht lesen.

Auch die Beschreibungen der Personen und der Villa sind bildhaft dargestellt.

Ich mochte Max, der mit seiner zurückhaltenden Art Sessy dazu bringt, ihn erobern zu wollen. Denn sie bekommt meistens, was sie möchte.

Leider wurde ich mit Sessy nicht warm. Das hat mehrere Gründe: Sie war mir zu extrem extrovertiert. Ich habe bei ihr Gefühle vermisst, richtig nahe gehende Emotionen, die es einfacher machen, einer Romanfigur näher zu kommen. Das fehlte mir leider. Zudem verhält sie sich im Heute auch nicht grundlegend anders und packt ihre alten Verhaltensweisen wieder aus. Sie kam mir wie ein Teenager immer noch vor.

Mit Max hatte ich oft Mitgefühl, weil er immer aufgrund ihres Agierens reagieren musste. Solche Persönlichkeiten kommen nicht so leicht aus sich heraus. Hier bedarf es Fingerspitzengefühl, das Sessy leider nicht besaß. Und auch wenn man argumentieren könnte, dass er ihr Gegenwind hätte bieten und sich auf ihre Spielchen einlassen hätte sollen, so kann man nur sagen, dass das für jemanden wie Max nie einfach war.

Aber er muss dringend lernen, sich mehr und mehr durchzusetzen.

Die Handlung spielt sich in und um die Villa ab und verlässt sich meistens auf die beiden Hauptakteure und ihre Irrungen und Wirrungen in Sachen Liebe, Eifersucht und dem Leben dazwischen.

So liest man Sessys Gedanken im Heute und Max's Gedanken im Damals.

Spannend wäre es gewesen, es anders herum lesen zu können, was zwar vorkam, aber nur in kurzen Kapiteln.

Dabei gibt es auch erotische Szenen, die ich so nicht erwartet hatte.

Mir geht es nicht darum, dass Buch grundlegend nicht weiter zu empfehlen.
Sicher gibt es da draußen Leser, die mit Sessy mehr anfangen können als ich. Ich empfand sie als sehr anstrengend und manipulierend.

Das hat meinen Lesefluss trotz fliegender Seiten ein gedämpft. So wurde es mir von Seite zu Seite egal, ob die beiden sich am Ende bekommen und wie.

Das Buch hat den Charakter eines Sommerromans, von der ersten Liebe und dem hoffnungsvollen Wiedersehen in all seinen Facetten.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Bis dass der Tod uns scheidet

Die Rosenschlacht
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Hier wird die Geschichte von Barbara und Jonathan Rose erzählt. Die beiden lernen sich bei einer Auktion kennen und lieben. Beide sind um die 20, heiraten und bekommen zwei Kinder. Sie kaufen ein Haus, ...

Hier wird die Geschichte von Barbara und Jonathan Rose erzählt. Die beiden lernen sich bei einer Auktion kennen und lieben. Beide sind um die 20, heiraten und bekommen zwei Kinder. Sie kaufen ein Haus, restaurieren es, stecken viel Geld in ihr Vorhaben und schaffen sich eine Menge wertvoller Gegenstände an, die sie liebevoll aufbereiten.

Was wie ein Märchen klingt, verwandelt sich nach 18 Jahren in einen Alptraum. Denn plötzlich will Barbara die Scheidung und das Haus.
Jonathan versteht die Welt nicht mehr, dachte er doch, dass sie glücklich sei. Doch kampflos will auch er sein Zuhause nicht aufgeben und fängt an, ihr die Stirn zu bieten.

Da ich den Film aus dem Jahr 1989 kenne, war ich natürlich gespannt auf das Buch. Es wird ja Ende August diesen Jahres eine Neuverfilmung geben, auf die ich gespannt bin.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist unterhaltsam geschrieben, so dass man öfter mal schmunzeln kann, oder einfach nur denkt: Ihr beiden habt eine richtige Macke, die schon als gefährlich einzustufen ist.
Dann gibt es noch Ann, das Au pair-Mädchen, das Gefühle für Jonathan hat und zwischen den Fronten steht.

Dabei spielt das Objekt der Begierde und die Einrichtung eine große Rolle. Und umso verrückter die Einfälle der Roses werden, um den jeweils anderen aus dem Haus zu vertreiben.
Je mehr die Handlung fortschreitet, umso dunkler und monströser erscheint das Anwesen, als dritte beteiligte Partei.

Die Handlung steigert sich in ein Crescendo des Wahnsinns, angereichert mit ungewöhnlich fiesen Aktionen, die dem Lesenden das Lachen sprichwörtlich vergehen lassen. Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus und man fragt sich, wie es so weit kommen konnte, dass die beiden sich so hassen. Sie mutieren zu regelrechten Psychopathen und manche Einfälle sind einfach nur geisteskrank.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen, weil es voll von schwarzem Humor ist. Die Dialoge sind geschliffen, die Gedanken der beiden an Sarkasmus und Bösartigkeit nicht zu überbieten.
Manches war Too Much, denn das haben die Roses schon lange nicht mehr im Blick gehabt.

Das Buch kann mit dem Originalfilm locker mithalten, deswegen ist das die beste Werbung für den Autor, der damals schon die Vorlage für den Film schrieb. Nun hat er das Buch überarbeitet, da die Neuverfilmung mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch ansteht.

Boshaft, gemein, absurd, einfallsreich. Da wünscht man sich, nie zu heiraten oder zusammen ein Haus zu kaufen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Nicht so mitreißend wie gedacht

Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe
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Lori ist geschieden und notorisch pleite. Als ihre Mutter stirbt, erfährt sie von einem Geheimnis, das ihr ganzes Leben verändern wird. Ihr Mutter erzählte ihr in Kindertagen Gute Nacht-Geschichten von ...

Lori ist geschieden und notorisch pleite. Als ihre Mutter stirbt, erfährt sie von einem Geheimnis, das ihr ganzes Leben verändern wird. Ihr Mutter erzählte ihr in Kindertagen Gute Nacht-Geschichten von Tante Dimity, die in England allerlei Abenteuer erlebte. Doch nun soll es diese Frau wirklich gegeben haben. Über eine Anwaltskanzlei wird ihr dies alles mitgeteilt. Also reist sie mit Anwalt Bill nach England, dem Ganzen auf den Grund zu gehen und ihr Erbe anzutreten, von dem sie bisher keinen absoluten Schimmer hatte.

Leider hat mir der Auftakt nicht so gut gefallen, wie ich erhofft hatte. Der Schreibstil ist zwar gut, aber die Handlung hatte viele Längen, so dass ich lange an dem Buch gelesen habe, weil ich es immer wieder desinteressiert weggelegt habe.

Es ist schon spannend, was hinter dem geheimnisvollen Erbe steckt, jedoch ufert die Autorin zu sehr aus, bis endlich Schwung in die Geschichte kommt.
Wenn man bedenkt, dass es mittlerweile 25 Bände gibt, so kann ich mir nicht vorstellen, die Reihe weiter zu verfolgen. Und dann ist auch klar, warum sich Nancy Atherton so viel Zeit lässt.

Diese Reihe hat sicher ihre Leser gefunden, die ungewöhnliche Geschichten mögen, die in England spielen, und zudem noch Krimielemente und ein eine Prise Fantasy inne haben. Es sind sicher Wohlfühlromane.

Vielleicht wage ich mich irgendwann an Band 2, kann es mir aber momentan nicht vorstellen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Ermittlungen auf die andere Art

Die Bibliothek meines Großvaters
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Kaede ist Lehrerin und ein echter Krimifan. Sie lebt allein. Ihr Großvater leidet unter Lewy-Körper-Demenz. Dadurch hat er bereits im frühen Stadium Halluzinationen.

Er war Direktor einer Schule und sehr ...

Kaede ist Lehrerin und ein echter Krimifan. Sie lebt allein. Ihr Großvater leidet unter Lewy-Körper-Demenz. Dadurch hat er bereits im frühen Stadium Halluzinationen.

Er war Direktor einer Schule und sehr beliebt, weil er sich um seine Schüler immer gekümmert hat.

Als Kaede auf Zeitungsausschnitte stößt, die ihren Sinn zum Lösen von Kriminalfällen wecken, fängt sie an, mit ihrem Großvater zu ermitteln. Aber auch in ihrem Umfeld schlittert sie in interessante Fälle. Ob ein Mord in einer Bar oder dem plötzlichen Verschwinden einer Lehrerin.

Man spürt, dass die beiden ein Faible für die Kriminalliteratur haben. Dabei werden auch immer wieder berühmte Schriftsteller dieses Genres erwähnt.

Ich war fasziniert, wie intelligent und brillant Kaedes Großvater immer noch ist. Und mit ihren Ermittlungen hat sie ihm das Gefühl gegeben, immer noch wichtig zu sein und ihn von seiner Krankheit abgelenkt.

In der Geschichte wird das Krankheitsbild dieser Demenzform näher gebracht, die ich vorher so noch nicht kannte, mit dem speziellen Begriff.

Der Schreibstil ist angenehm. Manchmal waren es mir zu viele Wiederholungen und Erklärungen in den einzelnen Fällen. Das hat den Lesefluss ins Wanken gebracht.

Mir gefiel, dass man merkt, dass man sich in Japan befindet. Das Buch ist „ruhig“. Es ist zwar spannend, zu sinnieren, was alles passiert sein könnte, trotzdem wird es unaufgeregt erzählt. Und am Ende ist es überraschend.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Jedoch habe ich an manchen Stellen Emotionen vermisst. Da wäre mehr tatsächlich mehr gewesen.

Das hat mir gefehlt, auch wenn die Ermittlungen selbst zum Nachdenken brachten.

Das Cover ist wunderschön gestaltet, so dass man gleich spürt, dass die Geschichte in Japan handelt.

3,5 Sterne

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