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Veröffentlicht am 09.06.2021

Ein langes Leben

Fritz und Emma
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"Fritz und Emma" von Barbara Leciejewski ist eine ganz besondere Liebesgeschichte.
Fritz und Emma kennen sich schon ihr ganzes Leben lang, sie sind sogar am selben Tag im Jahr 1927 geboren und gemeinsam ...

"Fritz und Emma" von Barbara Leciejewski ist eine ganz besondere Liebesgeschichte.
Fritz und Emma kennen sich schon ihr ganzes Leben lang, sie sind sogar am selben Tag im Jahr 1927 geboren und gemeinsam aufgewachsen. Später werden sie ein Liebespaar und sind sehr unglücklich, als Fritz kurz vor Kriegsende noch an die Front muss. Aber er überlebt und kommt zurück, nur ist er nicht mehr ganz derselbe.
2019 kommt ein neuer Pfarrer nach Oberkichbach und mit ihm Marie, seine Frau. Diese langweilt sich in dem Dörfchen und versucht sich in das Leben einzubringen, die Bewohner kennenzulernen und das Dorfleben zu bereichern. Dabei stößt sie immer wieder auf Fritz und Emma, die seit Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen haben. Diese Geschichte läßt ihr keine Ruhe und sie versucht mehr zu erfahren.
In diesen beiden Erzählsträngen lernen wir die Menschen des Ortes nach und nach gut kennen und erfahren auch Stück für Stück die sehr emotionale Geschichte von Fritz und Emma.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und in beiden Zeitebenen spannend erzählt. Man möchte das Buch am liebsten nicht mehr weglegen, ehe man erfahren hat, was es mit dem Schicksal der beiden auf sich hat.
Die Gefühle aller Beteiligten kommen gut rüber und ich war an einigen Stellen tief berührt und betroffen. Es gibt sehr vieles, was ein Leben zerstören kann und es gibt sehr vieles, was uns Hoffnung gibt. Eine wunderbare Geschichte, die hier mit viel Gefühl erzählt wird.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Inselleben

Sex ist immer noch schön, aber Weihnachten ist öfter
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"Sex ist immer noch schön, aber Weihnachten ist öfter" von Marie Schwarzkopff ist ein Roman über ein Paar, dass sozusagen von den eigenen Kindern alleine gelassen wurde. Im Mittelpunkt stehen hier Anna ...

"Sex ist immer noch schön, aber Weihnachten ist öfter" von Marie Schwarzkopff ist ein Roman über ein Paar, dass sozusagen von den eigenen Kindern alleine gelassen wurde. Im Mittelpunkt stehen hier Anna und Morten, die plötzlich wieder viel Zeit haben ihr eigenes Leben zu leben. Und was tun sie statt dessen? Sich streiten, unterschiedliche Vorstellungen entwickeln und dann nicht miteinander darüber reden.
Mit sehr viel Humor wird hier die Familie vorgestellt, die mir auch alle sehr sympathisch waren und auch einige Alltagssituationen, die wirklich so witzig beschrieben waren, dass ich so manches Mal schmunzeln musste. Ich lese eigentlich keine witzigen Bücher und zum Glück steckte hinter dieser Geschichte auch ein sehr ernsthaftes Thema.
Abwechselnd begleiten wir die beiden bei ihrem Urlaub auf einer winzigen dänischen Insel und ihren Gedanken und Gefühlen zu der neuen und ungewohnten Situation. Viele Probleme kommen hier auf und werden angesprochen und das alles mit einem leicht zu lesenden, emotionalen Schreibstil. Vor allem auch die Beschreibung der Natur und des Lebens auf der Insel hatte für mich sehr viele Wohlfühlmomente.
Ich habe mich mit diesem Buch gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Kampf um die Rache

Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 4
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"Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 4" ist der vierte Band einer Comicreihe aus China. Ich habe die Geschichte bis zu diesem Band begeistert verfolgt und mich sehr gefreut, dass es endlich weitergeht. ...

"Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 4" ist der vierte Band einer Comicreihe aus China. Ich habe die Geschichte bis zu diesem Band begeistert verfolgt und mich sehr gefreut, dass es endlich weitergeht. Die Handlung knüpft direkt an den Vorgänger an, wird für Neueinsteiger aber auch nochmal grob zusammengefasst.
Die Cover der Bände sind sehr schön und passen auch gut zusammen. Im Innenteil befinden sich sehr hochwertige Drucke von Schwarz-weiß-Zeichnungen.
Erzählt wird hier die Geschichte von Daoma, einem Kopfgeldjäger, der mit einem kleinen Kind und mehreren sehr interessanten Reisebegleitern unterwegs ist. In jedem der Bände lernt man einen neuen Protagonisten kennen und das ist auch hier so. Das ganz Besondere an dieser Geschichte sind die vielen historischen Hintergründe, die sehr anschaulich und immer wieder eingestreut werden. Wer sich auch nur ein wenig für die chinesische Geschichte interessiert, ist hier goldrichtig.
Die Personen in der Geschichte erfahren alle eine Weiterentwicklung und in Rückblenden erfährt man mehr über ihren Werdegang und ihre persönliche Entwicklung. Das ist ganz spannend mit eingeflochten.
Die Bilder sind sehr ausdrucksstark, actiongeladen und sparen auch nicht mit Gewaltdarstellungen. Wer da sehr empfindlich ist, für den ist diese Reihe nicht so sehr geeignet, denn in Kampfszenen, die es immer wieder gibt, geht es sehr brutal zu. Der Zeichenstil gefällt mir aber sehr, die Bilder erzählen hier ihre eigene Geschichte.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 05.06.2021

Ein Mann und sein Auto

Blacktop Wasteland
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"Blacktop Wasteland" von S.A.Cosby ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, dass mich nicht mehr losgelassen hat. Beauregard Montage, genannt Bug hat eine Familie, die er sehr liebt und er hat seinen ...

"Blacktop Wasteland" von S.A.Cosby ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, dass mich nicht mehr losgelassen hat. Beauregard Montage, genannt Bug hat eine Familie, die er sehr liebt und er hat seinen Duster. Das Auto ist für ihn etwas ganz Besonderes, seine Verbindung zu seinem Vater, der damals einfach verschwand und den er trotz schwieriger Kindheit noch verehrt.
Bug ist aber auch noch der beste Fluchtwagenfahrer und da er ständig Probleme hat, seinen finanziellen Verbindlichkeiten auf ehrliche Art nachzukommen, läßt er sich auf einen Deal ein, der natürlich nicht so läuft wie geplant.
Die ganze Geschichte ist wahnsinnig gut und spannend erzählt und Bug ein sehr sympathischer Protagonist, trotz seiner Eskapaden ins Illegale. Die ganze Szenerie erinnert an ein Roadmovie durch das Hinterland Virginias und als Leser bekommt man es mit einer unglaublichen Themenvielfalt zu tun. Schlag auf Schlag bekommt man es hier mit illlegalen Autorennen, Drogendeals, Betrug und Schlägereien, aber auch Rassismus, Armut, sozialen Brennpunkten und Verfolgungsjagden zu tun. Die Geschwindigkeit in diesem Buch ist sehr hoch, trotzdem sind alle Charaktere sehr detailliert dargestellt und kommen glaubhaft rüber. Die innere Zerrissenheit von Beauregard zwischen der Liebe zu seiner Familie und dem Milieu in dem er aufwuchs wird sehr gut spürbar. Die Sprache ist zielsicher und authentisch, mich hat der Autor hier vollkommen überzeugt.

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Veröffentlicht am 05.06.2021

Detroit hautnah

Der gekaufte Tod
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"Der gekaufte Tod" von Stephen Mack Jones ist ein Thriller mit einem ganz besonderem Schreibstil. Der Protagonist, August Snow, ist ein Ex-Polizist und hat sehr viel Geld. Dieses hat er in einem Prozess ...

"Der gekaufte Tod" von Stephen Mack Jones ist ein Thriller mit einem ganz besonderem Schreibstil. Der Protagonist, August Snow, ist ein Ex-Polizist und hat sehr viel Geld. Dieses hat er in einem Prozess gegen den korrupten Polizeiapparat der Stadt Detroit gewonnen und danach der Stadt für ein Jahr den Rücken gekehrt. Nun kehrt er zurück in sein altes Viertel und die meisten der Polizisten sind natürlich nicht gut auf ihn zu sprechen.
Snow investiert in dem Viertel, in dem er aufwuchs und das sehr trostlos und heruntergekommen ist. Eine Bekannte aus früheren Tagen, eine reiche Unternehmerin, spricht ihn an und bittet um Hilfe. Er lehnt ab und sie ist wenig später tot,, ermordet. Jetzt will er die Schuldigen finden, weil er sich selber irgendwie schuldig fühlt.
Das ganze Buch erinnert etwas an einen Actionfilm, es passiert ständig etwas spannendes und es geht alles rasend schnell. Detroit und auch seine Problemviertel werden einem hier sehr nahe gebracht, man bekommt das Gefühl mittendrin zu sein. Das war eine sehr spannende Erfahrung.
Es gibt hier mehrere Erzählstränge , die ich aber sehr schnell miteinander verbinden, so wie das ganze Buch eine sehr schnelle Erzählweise hat, es passt sehr gut zu dem Thema und der Stadt Detroit.
Der Schreibstil punktet mit vielen umgangssprachlichen Beschreibungen und Sätzen, die viel Humor haben und Bilder heraufbeschwören. Ind er Art habe ich das noch nicht gelesen und ich mußte so einige Male schmunzeln.
°Aber zwei Dinge machen das Töten leichter:das Wissen, dass ich böse Menschen getötet hatte, die anderen Schlimmes antun wollten und das Wissen, dass es hinterher Donuts gab."

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