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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2026

Spannend und intelligent

Schlafende Vulkane
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"Schlafende Vulkane" von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson ist der Auftakt der Helga & Bjarki, einer Island-Thriller-Reihe. Da ich ein großer Fan der Sebastian-Bergman-Reihe bin, musste ich das Buch natürlich ...

"Schlafende Vulkane" von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson ist der Auftakt der Helga & Bjarki, einer Island-Thriller-Reihe. Da ich ein großer Fan der Sebastian-Bergman-Reihe bin, musste ich das Buch natürlich gleich lesen.
Kriminalermittlerin Helga Jónsdóttir ist neu im Dezernat für Gewaltverbrechen der Kripo Reykjavik und erhält die Leitung der Ermittlungen im vorliegenden Fall fast zufällig. Eine junge Frau wird in einer leeren Pferdebox gefunden, nackt und tot.
Sehr schnell stellt sich heraus, dass ihr 10-jähriger Sohn Kristófer vor dem Täter fliehen konnte und schnell gefunden werden muss, um eine Überlebenschance zu haben.
Dabei steht ihr der Verkehrspolizist Bjarki und der Suchhund Salka zur Seite. Bjarki war früher auch bei der Kriminalabteilung und bringt sehr viel Wissen und Erfahrung im Gelände mit.
Ruhe kommt hier aber nicht in den Fall, denn schon wieder wird eine tote Frau aufgefunden, wieder eine alleinerziehende Mutter. Serienmörder sind hier die absolute Novität und der Fall bekommt eine ganz andere Wertung.
Während die Ermittlungen laufen, bekommen wir als Lesende Einblicke in die Gedanken und Taten der Ermittler, Opfer und auch des Täters. Die kurzen Kapitel erhöhen das Tempo und die Spannung des ansonsten eher ruhig geschriebenen Thrillers.
Gerade für die Ermittler und ihren Werdegang habe ich mich sehr interessiert, aber noch lange nicht alle Fragen beantwortet bekommen.
Der Fall ist mit diesem Buch abgeschlossen, aber auf weitere mit diesen Ermittlern bin ich sehr gespannt, da wurde es gerade erst so richtig spannend.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Gefesselt ans Haus

Das Signal
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"Das Signal" von Ursula Poznanski ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich wieder nicht enttäuscht.
Viola Decker erwacht im Krankenhaus und hat bei einem Unfall im eigenen Haus ein Bein ...

"Das Signal" von Ursula Poznanski ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich wieder nicht enttäuscht.
Viola Decker erwacht im Krankenhaus und hat bei einem Unfall im eigenen Haus ein Bein verloren. An das Ereignis kann sie sich so gut wie gar nicht erinnern.
Ihr Mann Adam holt sie nach Hause und stellt eine Pflegerin für sie ein. Viola fühlt sich dadurch nicht nur eingesperrt, sondern zusätzlich auch überwacht.
Dinge, die sie zum selbständigen Leben braucht, verschwinden, sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann.
So verfällt sie auf die Idee die Dinge zu tracken und schon sehr bald geht sie da noch einen Schritt weiter.
Hier erfährt man so nach und nach das Ausmaß des Geschehens, wir erleben alles aus Violas Sicht, deren Radius erst viel kleiner, dann langsam wieder größer wird.
Das ist alles sehr spannend beschrieben, man fiebert und ermittelt richtig mit Viola mit. Es gibt einige Wendungen, das ist sehr gut durchdacht, nur das Ende erschien mir etwas aufgesetzt zu sein.
Ein empfehlenswertes Buch und auch ein guter Einstieg in das Werk der Autorin.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Wundervolle Bilder aus Worten

Heimkehr nach Morioka
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"Heimkehr nach Morioka" von Yuki Ibuki ist ein Roman, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Er ist nicht unbedingt spannend, hat aber so wunderbare Beschreibungen des Lebens und der Kultur ...

"Heimkehr nach Morioka" von Yuki Ibuki ist ein Roman, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Er ist nicht unbedingt spannend, hat aber so wunderbare Beschreibungen des Lebens und der Kultur in Japan.
Mio ist 17 und in der Schule wird sie gemobbt, bis sie nicht mehr hingeht. Sie bleibt in ihrem Zimmer und wickelt sich in einen großen roten Schal, selbst gewebt von ihrer Großmutter. Dieser bietet ihr Schutz und Geborgenheit.
Die Situation zuhause spitzt sich für Mio zu und sie reist zu ihrem Großvater, der in der ländlichen Präfektur Iwate noch immer eine exklusive Weberei führt.
Dort entscheidet sie sich dafür in dieses Handwerk einzutauchen und alles über Wolle, Garne und Farben zu lernen.
Die Familienstrukturen sind hier sehr gut beschrieben, man kann die Ängste und Zwänge von jedem gut nachvollziehen, obwohl auch sehr gut die kulturellen Unterschiede zu spüren sind.
Hier sind einige schwere Themen verpackt, wie Mobbing, Eheprobleme, Demenz, Entfremdung, Existenzängste, aber es bleibt immer gut zu lesen, ist hoffnungsvoll und voller schöner Bilder.
Der Roman hat sehr viel Poesie und ich habe Mio sehr gerne auf ihrem Weg ein Stück begleitet.
Vielleicht auch für Einsteiger in die japanische Literatur gut geeignet.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Düstere Familiengeheimnisse

Die Insel meiner Schwester
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„Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren zieht den Leser sofort in einen atmosphärischen Bann. Die Geschichte beginnt an einem emotionalen Wendepunkt: Mirjam, die sich an einem psychischen Tiefpunkt ...

„Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren zieht den Leser sofort in einen atmosphärischen Bann. Die Geschichte beginnt an einem emotionalen Wendepunkt: Mirjam, die sich an einem psychischen Tiefpunkt befindet, erhält nach Jahren der Funkstille eine Einladung zum 40. Geburtstag ihrer Schwester. Der Schauplatz ist die abgeschiedene Schäreninsel der Familie – ein Ort voller Kindheitserinnerungen, aber auch voller Schatten.
Was folgt, ist ein psychologisch dichtes Kammerspiel. Elfgren entfaltet die Familiengeschichte meisterhaft durch Mirjams Perspektive und zahlreiche Rückblenden. Besonders faszinierend: Obwohl beide Schwestern keine klassischen Sympathieträgerinnen sind, bleibt die Dynamik zwischen ihnen und ihre gemeinsame Leidensgeschichte absolut fesselnd. Ein spannender Roman über Traumata und toxische Beziehungen, der in einem packenden Finale gipfelt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Wunderbare Zeitreise

Little Hollywood
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"Little Hollywood" von Inga Hanka habe ich sehr gerne gelesen. Es ist ein typischer Coming-of-Age-Roman und war für mich eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der Zeitgeist wurde hier hauptsächlich durch Filmzitate ...

"Little Hollywood" von Inga Hanka habe ich sehr gerne gelesen. Es ist ein typischer Coming-of-Age-Roman und war für mich eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der Zeitgeist wurde hier hauptsächlich durch Filmzitate und Musik eingefangen. Aber auch so wurde die Atmosphäre der Zeit der Schulabschlüsse und des Übergangs ins Erwachsenenleben gut eingefangen.
Leo will studieren, einerseits, aber andrerseits hat sie eine Mutter, die alleine mit ihrem kleinen Bruder überfordert ist und einen Vater, der zwar ausgezogen ist, aber immer noch gewaltbereit in den Hinterköpfen wohnt.
Leos Flucht ist eine Videothek an der Ecke, das »Little Hollywood«. Dort arbeitet Jo, den sie erst gar nicht versteht, der aber irgendwann ihr einziger Halt in der Realität ist.
Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, lebensecht und natürlich, der Zeitgeist kommt so gut rüber, man kann es fast fühlen und hören. Die Entwicklung, die Zweifel, das Hinterfragen, die erste Liebe, Aufbruch und Festhalten, das alles wird hier in wunderbare Worte gefasst, ich habe das Buch sehr gerne gelesen.
Für Fans von Filmen und Filmzitaten ist das Buch noch etwas tiefgehender, gerade das habe ich hier sehr geliebt.
Mich hat nur das etwas zu sehr versöhnliche Ende hier etwas gestört, das für mich nicht ganz passen wollte.

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