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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2025

Packender Auftakt mit Tiefgang und chinesischer Mythologie

Till the End of the Moon 1
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„Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz“ von Teng Luo Wei Zhi ist ein fesselnder Start in eine vierteilige Fantasy-Saga. Obwohl das Buch oft im Romantasy-Genre verortet wird, steht die Liebesgeschichte ...

„Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz“ von Teng Luo Wei Zhi ist ein fesselnder Start in eine vierteilige Fantasy-Saga. Obwohl das Buch oft im Romantasy-Genre verortet wird, steht die Liebesgeschichte erfreulicherweise nicht im Fokus. Vielmehr überzeugt die Geschichte durch eine starke Handlung: Die Protagonistin Li Susu reist 500 Jahre in die Vergangenheit, um den späteren Dämongott Tantai Jin bereits im Keim zu ersticken.
Besonders beeindruckt hat mich das Worldbuilding. Der Leser taucht tief in chinesische Bräuche sowie komplexe familiäre und politische Strukturen ein. Dank des hilfreichen Glossars und des Namensverzeichnisses findet man sich trotz der anfänglichen Namensvielfalt schnell zurecht. Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, wobei Gewalt nur dort eingesetzt wird, wo sie der Handlung dient. Ein absolut überzeugender Mix aus Intrigen und Magie – ich freue mich sehr auf die Fortsetzungen!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Alltagschaos mit Humor und Herz

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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In diesem eigenständigen Band der Reihe nimmt uns Marc-Uwe Kling mit auf eine ereignisreiche Autofahrt nach Wuppertal. Was nach einem simplen Familienausflug klingt, entpuppt sich als humorvolles Abenteuer ...

In diesem eigenständigen Band der Reihe nimmt uns Marc-Uwe Kling mit auf eine ereignisreiche Autofahrt nach Wuppertal. Was nach einem simplen Familienausflug klingt, entpuppt sich als humorvolles Abenteuer voller kleiner Komplikationen, die jeder kennt, der schon mal mit Nachwuchs unterwegs war. Die Familie, einschließlich Oma und Opa, möchte nach Wuppertal, zur einmaligen vierten Hochzeit von Tate Ilse und das auch noch mit dem Auto. Eigentlich kein dramatisches Vorhaben. Allerdings ist diese Fahrt nicht ganz ohne Komplikationen, nichts ausgefallenes, aber wirklich mit viel Humor geschildert. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel zwischen dem pointierten Text und den treffenden Illustrationen von Astrid Henn. Empfohlen ab 6 Jahren, bietet das Buch jedoch auch Erwachsenen einen hohen Unterhaltungswert. Ein kurzweiliger Lesegenuss, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Zwischen Humor und Abgrund

Hustle
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In „Hustle“ entwirft Julia Bähr ein spannendes Szenario: Was passiert, wenn Rache zum Beruf wird? Die Protagonistin Leonie wird nach einer Notlösung zur Drahtzieherin krimineller Aktionen, was die Autorin ...

In „Hustle“ entwirft Julia Bähr ein spannendes Szenario: Was passiert, wenn Rache zum Beruf wird? Die Protagonistin Leonie wird nach einer Notlösung zur Drahtzieherin krimineller Aktionen, was die Autorin mit viel Sprachwitz und einer ordentlichen Portion Sarkasmus schildert. Besonders gelungen ist die Darstellung von Leonies persönlicher Entwicklung und ihrem ungewöhnlichen Umfeld. Leonie ist eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt.
Kritisch anzumerken ist jedoch, dass das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft wird. Viele gesellschaftspolitische Ansätze werden zwar gestreift, verbleiben aber in einer gewissen Oberflächlichkeit. Auch die Charakterzeichnung der Freundinnen bleibt hinter der von Leonie zurück. Insgesamt ist es jedoch ein sehr kurzweiliger Roman, der wichtige Fragen nach Moral und dem Preis unseres Lebensstils aufwirft.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Spannendes Abenteuer für Jung und Alt

Wilderland – Der Wald
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„Wilderland – Der Wald“ bietet alles, was ein gutes Fantasy-Buch braucht: sympathische Protagonisten, eine mysteriöse Bedrohung und eine originelle Grundidee. Gina Mayer schildert die Probleme der Jugendlichen ...

„Wilderland – Der Wald“ bietet alles, was ein gutes Fantasy-Buch braucht: sympathische Protagonisten, eine mysteriöse Bedrohung und eine originelle Grundidee. Gina Mayer schildert die Probleme der Jugendlichen in ihrer Wohngruppe ebenso feinfühlig wie die rasanten Abenteuerszenen. Calum, Jasleen, Skye und Miro leben in einer Wohngruppe zusammen, weil sie alle keine Eltern mehr haben.
Besonders die Entdeckung ihrer besonderen Fähigkeiten und das Zusammenwachsen der Gruppe machen das Lesen zu einem Vergnügen. Die fantastische Verbindung von Mensch und Tier ist innovativ und trägt die spannende Handlung hervorragend. Ein absolut gelungener Reihenauftakt, den ich nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen ans Herz legen kann. Ich freue mich auf die Fortsetzung, was die vier gemeinsam erleben und auch erlernen werden.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Schwer zu ertragen

Der Absturz
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"Der Absturz" von Édouard Louis bildet den Abschluss seiner dreiteiligen Reihe. Das Buch fokussiert sich auf das Leben und den frühen Tod seines Bruders und ist völlig unabhängig von den Vorgängerbänden ...

"Der Absturz" von Édouard Louis bildet den Abschluss seiner dreiteiligen Reihe. Das Buch fokussiert sich auf das Leben und den frühen Tod seines Bruders und ist völlig unabhängig von den Vorgängerbänden lesbar – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Qualität von Louis' Schreiben hat mich jedoch neugierig auf seine anderen Werke gemacht. Er hat eine außergewöhnliche sprachliche Begabung, findet derart präzise und eindringliche Formulierungen, dass man sie oft mehrmals lesen möchte.
Als sein Bruder stirbt, hatten die beiden seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr, was Louis weder bedauert noch betrauert. Weil ihm diese emotionslose Haltung selbst seltsam erscheint, beginnt er, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Er fragt: Wie wurde sein Bruder zu dem, was er war? Wer trägt die Schuld? Hätte er selbst etwas ändern können? Und vor allem: Wo genau kippte das Leben ins Negative?
Louis beleuchtet die Familiengeschichte schonungslos und offen. Er sammelt Erinnerungen, Fakten und Interpretationen durch die Berichte von Freunden, Freundinnen und eigenen Rückblicken. Er beschreibt eine Abwärtsspirale aus Enttäuschungen, Sucht, Alkoholismus und Gewalt. Nichts wird beschönigt, niemand wird freigesprochen. Das Ende eines jungen, vielversprechenden Lebens schmerzt bereits beim Lesen.
Obwohl der Autor eine gewisse emotionale Distanz hält, ist man als Leser ganz nah am Geschehen. Die schonungslose Aufarbeitung des Themas und der herausragende Schreibstil machen dieses schmerzhafte, aber wichtige Buch zu einer tief nachdenklich machenden Lektüre.

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