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Steff05

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Für Kinder etwas kompliziert

Der Mensch
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Dieses Buch besitzt einen interessanten Retrolook, die Abbildungen sind farbreduziert und im Stil des Covers. Mir gefallen sie, oberflächlich betrachtet, sehr (das darin mitschwingende Aber erläutere ich ...

Dieses Buch besitzt einen interessanten Retrolook, die Abbildungen sind farbreduziert und im Stil des Covers. Mir gefallen sie, oberflächlich betrachtet, sehr (das darin mitschwingende Aber erläutere ich noch), dieses Buch aber war hauptsächlich für mein Kind bestimmt und auf dessen Reaktion sowie die Eignung des Buchs als Kindersachbuch möchte ich nun näher eingehen:

Mein Kind hat, angefacht vom Schulunterricht ein Interesse an den Vorgängen des Körpers entwickelt und ich wollte dessen Wissensdurst mit diesem Buch unterstützen. Alleine klappte die Lektüre nicht, dafür war sie noch zu kompliziert. Die Themen gehen recht tief und sind ohne Vorkenntnisse nicht einfach zu verstehen. Und leider wurde das auch beim gemeinsame Lesen nicht viel besser.

Der Stil des Buchs ist quirlig, wirkt mitunter sogar leicht hektisch. Als Leser wird man direkt angesprochen und rasch findet man sich auf einer Reise durch den Körper wider. Ja, man wird geschrumpft und begegnet dem Inneren des Körpers auf eine recht beeindruckende Weise. Ich fand die Idee sehr faszinierend, die Umsetzung dann aber eher schwierig. Zwar wurde oft nach bildlichen Umschreibungen gesucht um komplizierte Sachverhalte zu klären, doch hätten den Texten mehr Ruhe sehr, sehr gut getan. Selbst mir fiel es teilweise schwer die Texte nachzuvollziehen. Oft beziehen sie sich direkt auf Abbildungen, wodurch man immer wieder gezwungen ist das Lesen zu unterbrechen. Und auch die Abbildungen sind nur semi gut geeignet um von ihnen zu lernen. Die Zelle z.B. wirkt regelrecht überladen und die Zuordnung der einzelnen Elemente fällt schwer. Andere Abbildungen sind dagegen künstlerisch entfremdet und/oder wirken, durch die Benutzung verschiedener Schraffur-Techniken, unruhig.

Kurzum, die Zielgruppe dieses Buch erschließt sich mir nicht ganz. Der Ton und die direkte Ansprache wirken kindlich, für die Erklärungen sollte aber bestenfalls eine gewisse Grundkenntnis vorhanden oder jemanden erklärendes zur Seite gestellt sein. Die Aufmachung und die Idee dahinter wirkten durchaus interessant, als Kinderbuch scheint es mir für unsere Bedürfnisse aber leider ungeeignet. Schade.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Anatomie trifft hier auf Ästhetik

Anatomie
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Ich glaube ich habe nie ein tollere Buch über den Körper in den Händen gehalten, als dieses. Es richtet sich speziell an ältere Kinder, aber auch ich fand es absolut faszinierend. Allein in der Optik liegt ...

Ich glaube ich habe nie ein tollere Buch über den Körper in den Händen gehalten, als dieses. Es richtet sich speziell an ältere Kinder, aber auch ich fand es absolut faszinierend. Allein in der Optik liegt schon so viel Hingabe! Da sind (zugegeben sehr filigrane) Scherenschnitte, die den Blick immer tiefer in den Körper leiten, aber auch zahlreiche Klappen, die teilweise sogar doppelt gelegt, den inneren Aufbau verdeutlichen. Auf und zu, es ist wie ein Tor ins Innere, zu etwas, das man normalerweise nicht sieht. Es ist beeindruckend! Doch natürlich begleiten diese durchdachten Darstellungen auch noch zahlreiche interessante Texte. Hier wurde, falls möglich, auf Fachbegriffe verzichtet, die Vorgänge aber durchaus sehr verständlich erklärt. Für mein Empfinden, ist die Menge und Detailtreue GENAU richtig gewählt. Das Buch weckt Neugier und stillt den Wissensdurst gleichermaßen. Man ist fasziniert und möchte von ganz allein schon immer mehr erfahren.
Mein Kind hatte das ein oder andere hier gezeigte bereits im Unterricht behandelt. Dieses Buch half aber das Gelernte auch nochmals einzuordnen. Gerade auch, WEIL diese Art der Darstellung einen so greifbaren Eindruck vom Körper erzeugt.

Ja, ich finde dieses Buch unglaublich klasse und wahnsinnig ästhetisch dazu.

Knochen, Nerven, Lungen- oder Blutsystem, einige innere Organe und Sinnesorgane. Hier gibt es wirklich sehr viel zu entdecken!

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Herausfordernder Schreibstil, aber interessante Story

Smeralda Bohms Bestiarium
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Zugegeben, an den Schreibstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dieser ist in einer Art erzählerischen Tagebuch-Stil verfasst, bewusst etwas wissenschaftlich nüchtern und wird von zahlreichen Fußnoten ...

Zugegeben, an den Schreibstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dieser ist in einer Art erzählerischen Tagebuch-Stil verfasst, bewusst etwas wissenschaftlich nüchtern und wird von zahlreichen Fußnoten und Infokästen unterbrochen. Trotzdem spricht der Autor durch seine Protagonistin Smeralda den Leser direkt an und baut auch immer wieder recht humorvolle Situationen in die Handlung mit ein.
Das Buch wird seitens des Verlags ab 11 Jahren empfohlen. In Bezug auf die Handlung stimme ich dieser Empfehlung zu, der Stil des Buches erfordert aber zugleich auch etwas Konzentration, wodurch ich es eher etwas älteren Kindern und/oder guten Lesern empfehle.
Mich selbst haben Smeraldas Erlebnisse und die vielen darin vorkommenden Wesen aber enorm fasziniert. Jedoch muss man zu Anfang auch akzeptieren können, dass man vieles aus der Handlung noch nicht einordnen kann. Dazu bin ich irgendwann dazu übergegangen die Anmerkungen separat zu lesen um nicht aus meinem Lesefluss gerissen zu werden.

In wieweit die hier im Buch vorkommenden Krypowesen aus bereits bestehenden Mythologien übernommen wurden, kann ich leider nicht genau bestimmen. Viele waren mir vom Hörensagen bereits bekannt, aber nicht alle. Ich sehe dieses Buch aber eh mehr als fantasievolles, magisches Lesevergnügen und weniger als mythologisches Lehrwerk.
Die Aufmachung des Buchs, beginnend beim Cover, aber auch dank des Design des Vorsatzpapiers und ganz besonders auch dem Druck samt den farbigen Portraits zeugt von einem durchdachten und recht hochwertigen Konzepts, das hier zumindest voll ins Schwarze traf.

Fazit: wenn dich ein quirliger und erfrischend andersartiger Schreibstil fasziniert, du Mystik, Rätsel und Abenteuer toll findest und dich auch von vielen Charakteren und wissenschaftlichen ‚Erklärungen‘ abschrecken lässt, ist dieses Buch wahrscheinlich genau das Richtige für dich!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Genau mein Ding!

Werkstatt Natur
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Eines vorweg: dieses Buch im Winter in die Hände zu bekommen, ist mehr als doof! Ich würde SO gern SO viel darin schon umsetzen, doch Jahreszeit macht mir nun einen Strich durch die Rechnung. Das ärgert ...

Eines vorweg: dieses Buch im Winter in die Hände zu bekommen, ist mehr als doof! Ich würde SO gern SO viel darin schon umsetzen, doch Jahreszeit macht mir nun einen Strich durch die Rechnung. Das ärgert mich, denn dieses Buch ist absolut großartig, aber mit wenigen Ausnahmen eher Frühling bis Herbst geeignet.

Es ist voller ansprechender Projekte, nicht alle Ideen daran sind neu, ABER ungemein ästhetisch! Sowohl praktische Helfer (Häkelnadel, Besen, Hocker, etc) als auch Naturdeko und sogar eigene Farben können damit hergestellt werden, die zudem auch hochwertig wirken und durchaus auch als Geschenk dienen können.
Die Themen gliedern sich dabei nach dem jeweiligen Werkstoff: Holz, Ton, Pigmente, Pflanzen und Steine/Muscheln/Federn und benötigen, abgesehen von der Farbherstellung, nur wenige gängige Hilfsmittel. Vorkenntnisse sind dagegen nach meinem Empfinden nicht von Nöten. Die Erklärungen wirken durchdacht und einfach umsetzbar und holen die Natur auf ihre schönste Weise ins eigene Heim. Ganz besonders angetan haben mir daher die verschnürten Steine, die Relieffliesen und der Wandbehang. Aber auch die Häkelnadel, der Hocker und die Tonschälchen stehen bei mir bereits fest auf der ToDo-Liste. Sobald die Natur wieder erwacht soll es los gehen. Denn das Schöne an alldem: diese Projekte ziehen einen auch in die Natur und lassen uns diese intensiver wahrnehmen.
Es ist aber auch ein bewusster Eingriff in die Natur- wir sammeln und entwenden Dinge für unseren Gebrauch. Und dafür sind natürlich Verhaltensregeln notwendig. Schön, dass das Buch auch diese an den Leser vermittelt.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Durchschnittlich

Write Me for You
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June und Jesse sind beide Teil einer medizinischen Studie und ihre Teilnahme ihr letzte Rettungsanker. Trotz der schlechten Prognosen verlieben sie sich und haben doch immer auch im Hinterkopf, dass dieses ...

June und Jesse sind beide Teil einer medizinischen Studie und ihre Teilnahme ihr letzte Rettungsanker. Trotz der schlechten Prognosen verlieben sie sich und haben doch immer auch im Hinterkopf, dass dieses Glück wohl nicht ewig halten wird.

Für mein Empfinden ist WRITE ME FOR YOU ein typisches, aber nicht herausragendes YA Werk. Der Umgang mit der Diagnose Krebs wird hier sehr romantisiert dargestellt, eine tiefer greifende Betrachtung mit den mit der Krankheit einhergehenden physischen und psychischen Problemen wird ausgespart. Stattdessen begegnen wir hier einer sehr rasch aufkeimenden Liebe, wie auch schon Junes Eltern sie einst erfahren haben. Junes und Jesses Geschichte wird aus der Sicht beider erzählt und erhält irgendwann auch noch eine weitere Ebene in Form von Junes Aufschrieben.
Doch hat es mir in dieser Handlung trotzdem und anhaltend an Nähe und emotionaler Tiefe gefehlt. Der Ablauf ist größtenteils recht eindimensional. Nur eine Hand voll weiterer Personen erhalten Erwähnung, keine davon aber wird wirklich näher beleuchtet oder erhält die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Ja, im Grunde dreht sich fast alles nur um die Beziehung der beiden Protagonisten, um Jesses Wunsch wieder aktiv zu spielen und Junes zu schreiben.

Mich hat das alles nicht wirklich überzeugt, muss dem Buch aber im gleichen Zuge auch zugestehen, dass es für ein jüngeres Publikum bestimmt ist, das mit der hier gezeigten Darstellung der Umstände auch durchaus zufrieden sein könnte. Für mich selbst hätte ich mir jedoch deutlich mehr Kreativität, Tiefgang und Authentizität gewünscht.

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